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Test zu Landwirtschafts-Simulator 20 - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Landwirtschafts-Simulator 20
  • USA USA: Farming Simulator 20
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
03.12.2019
Vertrieb
Focus Home Interactive
Entwickler
GIANTS Software
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Der Nachfolger, der eher ein Downgrade ist

Von Ilja Rodstein () Nachdem im Jahr 2017 der Landwirtschafts-Simulator: Nintendo Switch Edition erschien war dies im Prinzip ein ziemlich gutes Spiel. Es war eine Version, die eigens für die Nintendo Switch kreiert worden war und nur geringfügig abgespeckt wurde im Vergleich zur damaligen 2017er-Version. Nun erscheint Landwirtschafts-Simulator 20, doch dieses Spiel bedient sich einem Trend, der bereits seit Landwirtschafts-Simulator 14 anhält.

Die Cockpit-Ansicht kehrt in diesem Spiel zurück. © Focus Home Interactive

Die Spiele mit geraden Jahreszahlen im Spieletitel erscheinen nur für Mobilgeräte, wie zum Beispiel Nintendo 3DS, PlayStation Vita oder auch die Smartgeräte mit dem iOS- und Android-Betriebssystem. Die Spiele mit ungeraden Jahreszahlen im Spieletitel erscheinen für die leistungsstarken Rechner und Konsolen, das heißt Landwirtschafts-Simulator 19 erschien für PC, die PlayStation 4, Xbox One und Google Stadia. Daher stellt sich nun folgende Frage: Wird Entwickler Giants Software die Nintendo Switch-Konsole als Handheld oder als Heimkonsole einstufen, die Antwort lautet leider Handheld, denn Landwirtschafts-Simulator 20 erscheint gleichzeitig für Nintendo Switch als auch iOS und Android. Dabei sind alle Versionen vom Inhalt her völlig identisch, einziger Unterschied bleibt der Preis, der zum Start 6,99 € auf iOS und Android und 44,99 € auf der Nintendo Switch beträgt. Das ist damit mehr als das sechsfache des Preises für ein identisches Spiel. Lohnt sich denn dabei der Aufpreis für die Nintendo Switch-Version?

Realistischer Landwirtschafts-Simulator mit Flotte an realistischen Fahrzeugen

Folgende Sache ist aber besonders absurd, diese Version wird quasi als Nachfolge-Version der ursprünglichen Nintendo Switch-Version verkauft und allein ein Blick auf die Beschreibung zeigt, dass es alles andere als ein Nachfolger ist: Zwei Spielwelten in der Nintendo Switch-Version, eine Spielwelt in der Version von 2020; Züge sind in der Nintendo Switch-Version vorhanden, in der 2020er-Version nicht; 250 originalgetreu nachgebildete landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen, sind quasi zweieinhalb Mal mehr als die mehr als 100 Fahrzeuge der 2020er-Variante. Insgesamt können in Landwirtschafts-Simulator 19 auf dem PC 110 Hersteller von Maschinen gezählt werden, die Nintendo Switch-Version kann immerhin mit 75 Herstellern punkten, der neueste Landwirtschafts-Simulator 20 hat gerade einmal 47 Hersteller von Fahrzeugen.

Auch Errungenschaften können in diesem Spiel gesammelt werden. © Focus Home Interactive

Doch genug Aufregung, versuchen wir mal das Spiel zu bewerten, wie es sich tatsächlich spielt. In Landwirtschafts-Simulator 20 seid ihr der Leiter eures Bauernhofs und bedient quasi parallel jede Menge an Baumaschinen. Ob ihr einen einfachen Traktor fahrt oder einen Mähdrescher, jede Maschine hat eine eigene Funktion. Doch um das wirklich komplizierte Spiel zu verstehen, empfiehlt es sich, das Tutorial im Spielbeginn anzunehmen. Nach nur 5 Minuten ist dieses jedoch vorbei und auch wenn ihr die Textpassagen aufmerksam verfolgt habt: So richtig habt ihr gar nicht verstanden, wie das Spiel sich spielt, solltet ihr wie ich neu in der Serie sein. In der Nintendo Switch-Version ging das Tutorial über mehrere Stunden, hier könnt ihr euch nur die Hilfesektion im Pausemenü durchlesen. Diese gibt grob die Erklärung für die einzelnen Verarbeitungsschritte, doch irgendwie kommt ihr durch das Menü nicht wirklich zurecht. Etwa 3 Stunden habe ich als Neuling der Serie gebraucht, um überhaupt zu verstehen, wie der Landwirtschafts-Kreislauf funktioniert.

Gleiches Spiel, wie die iOS- und Android-Version

Zu Beginn habt ihr drei Maschinen zur Verfügung: Eine zum Grubbern, um das Feld nach dem Ernten aufzulockern, eine Sämaschine, um die Samen auf dem Feld zu verteilen sowie einen Drescher, der die Ernte abernten und auf einen Lastwagen füllen kann. Das Tutorial behandelt nur diese drei Fahrzeuge und gibt keine Erläuterung zu anderen möglichen Fahrzeugen. Mit einem Startkapital von 100.000 Dollar könnt ihr euch ein teureres Fahrzeug kaufen, in wieweit ihr die Funktion des Fahrzeugs versteht, ist dabei euer Problem. Nach etwa 5 Stunden hat sich ein gewisser Kreislauf eingerichtet, denn praktischerweise könnt ihr eure Maschinen auch automatisch durch einen KI-Spieler steuern lassen. Dazu positioniert ihr eure Maschine beispielsweise vor dem Feld und drückt die Y-Taste, anschließend bewegt sich das Fahrzeug von selbst und fährt das gesamte Feld ab. Ganz kostenlos ist es aber nicht, denn den Fahrern wird ein gewisser Lohn gezahlt.

Das Fahrzeug hat die gesamte Ernte eingesammelt, jetzt wird diese in den Anhänger übertragen. © Focus Home Interactive

Welches Getreide ihr anbaut, hängt ganz von der Nachfrage und den Verkaufspreisen ab. Diese könnt ihr euch praktischerweise in einem bestimmten Menü abrufen. In der großen Spielwelt gibt es mehrere Ankäufer und jeder zahlt einen eigenen Preis. Die Preise sind dementsprechend nicht immer stabil und schwanken teilweise sehr stark, je nachdem wie das Angebot und die Nachfrage ist. Habt ihr die Ware mit einem Lastwagen abgeliefert, steigt euer Kontostand, jedoch steigt dieser meiner Meinung nach anfangs viel zu langsam auf.

So verbringt ihr die ersten fünf Spielstunden damit, euren Bauernhof zum Laufen zu bringen und verdient anfangs so wenig Geld, dass ihr euch kaum neue Gerätschaften leisten könnt. Erst durch das Kaufen einer Düngemaschine oder Maschinen, welche teurer, aber effektiver sind, erhöht sich euer Ertrag. Doch um solche Investitionen durchzuführen, müsst ihr euch durch die ersten Stunden hart durchbeißen. Lasst ihr eure Helfer arbeiten, habt ihr stellenweise 10 Minuten lang nichts zu tun und schaut zu, wie die Maschinen automatisch im Kreis fahren. Für solche Momente fände ich eine Vorspulfunktion nicht verkehrt. Habt ihr euer Arsenal durch eine Vielzahl von Arbeitsgeräten erweitert, könnt ihr weitere Felder erwerben. Zumindest dann seid ihr gut versorgt und kaum gelangweilt. Später könnt ihr euch auch Tiere anschaffen, insgesamt stehen vier Tierarten zur Auswahl. Die Tiere müssen dabei gefüttert werden, dazu könnt ihr eure Felder nutzen, um Futter zu erhalten.

Die Steuerung in diesem Spiel klappt wirklich sehr gut. Abkoppeln von Maschinen, Ankoppeln von Maschinen, Abladen von Getreide, umladen, all das funktioniert sehr gut. Da dieses Spiel inhaltlich identisch zur iOS- und Android-Version ist, kann das gesamte Spiel auch mit dem Touchscreen gespielt werden. Die Steuerung damit klappt dabei an sich ziemlich gut, ich bevorzuge dennoch die Tastensteuerung. Was mich an dem Spiel besonders stört, ist die eingeblendete Benutzeroberfläche, welche zum Beispiel den Kontostand, den Benzinstand des Fahrzeugs oder mehr anzeigt. Diese ist durch die Optimierung an den Touchscreen viel zu groß geraten und behindert meiner Meinung nach die Sicht und vor allem im TV-Modus stört sie enorm. Die Einblendung in der Nintendo Switch-Version sah wesentlich besser aus.

Dieser Traktor mit Anhänger fährt das Getreide zum Ankäufer, dann haben wir etwas mehr Geld verdient. © Focus Home Interactive

Grafisch ist die Umgebung wirklich sehr simpel gestaltet, die Nintendo Switch ist schließlich nicht fähig, eine komplexe grafische Umgebung zu generieren, dennoch ist die Spielwelt ziemlich groß und die Sichtweite ist sehr gut dabei. Auftauchende Graslandschaften sind aber dabei leider keine Seltenheit. Als Trost sind die Fahrzeugmodelle wirklich großartig und detailliert geworden. Diese sehen sehr realistisch aus und selbst die Beschriftungen sind im Handheld-Modus besonders gut leserlich. Die Fahrzeuge sind allesamt echte Fahrzeuge und wurden von großen Unternehmen aus der Landwirtschaftsindustrie entnommen. Sicherlich kann man dabei keine Rennfahrzeuge erwarten, doch die Fahrzeugsteuerung ist sehr präzise und fühlt sich ziemlich gut an, trotz der langsamen Geschwindigkeit der meisten Maschinen. Einen Online-Modus gibt es hier übrigens leider nicht und somit ist der Titel nicht tauglich für die vor kurzem eingeführte eSports-Liga.

Redaktionswertung

5

Für Genre-Fans

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Unser Fazit zu Landwirtschafts-Simulator 20

Meinung von Ilja Rodstein
Ich kann für dieses Spiel absolut keine Kaufempfehlung aussprechen. Die Gründe sind klar: Es ist das gleiche Spiel wie die gleichnamige iOS- und Android-Version, das aber für einen mehr als sechsfachen Preis für die Nintendo Switch verkauft wird. Während die im Jahr 2017 erschienene Nintendo Switch-Version der PC- und Konsolen-Version ähnelte, nur etwas abgespeckter, ist die 20er-Version wesentlich inhaltsärmer und damit weitaus schlechter als die Nintendo Switch-Version. Möchtet ihr in Landwirtschafts-Simulator einsteigen, dann empfehle ich euch die PC- beziehungsweise die Konsolenversion unter dem Titel Landwirtschafts-Simulator 19, wollt ihr unterwegs spielen, so empfehle ich euch die Nintendo Switch-Version aus dem Jahr 2017. Von diesem aktuellen Spiel würde ich die Finger lassen, auch wenn es spielerisch wirklich ganz gute Ansätze hat, es ist eine Irreführung der Kunden für einen viel zu hohen Preis.

Kommentare 13

  • Frank Drebin Spezielle Spezialeinheit - 03.12.2019 - 11:48

    Danke für den Test. Dass es nur einen geringen Mehrwert haben würde war mir schon bewusst.
    Aber dass es sogar weniger wird, dass erschreckt mich jetzt doch ziemlich.... =O :(
  • Zack78 Turmknappe - 03.12.2019 - 12:03

    Danke für den Test, da ich den Titel eigentlich schon auf dem Einkaufszettel hatte.
    Na gut, Geld gespart.
  • Rob64online Turmheld - 03.12.2019 - 12:24

    Ich hätte es auch bei einer 9er Wertung im Regal gelassen :rolleyes:
  • Muki Turmbaron - 03.12.2019 - 13:00

    Danke für die Kaufwarnung. Kann man das schon als betrug oder Abzocke bezeichnen?!? Wir Switch Spieler zahlen bestimmt gern etwas mehr für den "mobilen" Vorteil aber doch nicht 7€ vs 45€...
  • Taneriiim Assistent des Regionalmanagers - 03.12.2019 - 13:13

    Es sollte keinen Zwang geben jährlich ein neues Spiel zu bringen. Ist einfach total unnötig finde ich. Die Änderungen sind meistens immer nur marginal und unwesentlich. Geht das nicht mit DLC's oder einfach nur reinen Updates?
  • Angelus910 Turmknappe - 03.12.2019 - 13:14

    Sehr schade, ich bin ein großer Fan der 2017er Version (auf der Switch). Aber bei einem so stark gekürzten Umfang habe ich keine Lust darauf. Somit entscheide ich mich für die PC 2019er Version.
    Das Motto „Immer und überall“ bleibt hier auf der Strecke.
  • Ilja Rodstein Redakteur - 03.12.2019 - 13:21

    @Angelus910 Es ist halt unglaublich schade wie man da potential auf der Strecke lässt
    aber vllt überrascht uns ja die 2021er version die den heimkonsolen ähnelt
  • Tisteg80 SSB #hypebrigade - 03.12.2019 - 13:23

    Ich vermute ehrlich gesagt hier schon den EA-Effekt. Weniger Verkäufe als die letzte Version (völlig zurecht!) und dann sagen sie: "Wir haben festgestellt, dass unsere Spiele eher auf anderen Plattformen gespielt werden."

    Dabei hätten sie einfach nur die 17er Version neu auflegen, dabei etwas aufhübschen und vor allem eine Multiplayer-Komponente hinzufügen müssen. Hätte ich direkt gekauft, selbst wenn es inhaltlich fast das gleiche Spiel gewesen wäre. Aber das hier? Danke, aber nein, danke.
  • Muki Turmbaron - 03.12.2019 - 18:23

    Hab Mal E-Shop geschaut.
    FS20 100 Fahrzeuge, eine Karte
    FS von 2017 mehr als 250 Fahrzeuge, 2 Karten

    So die Öffentlichen Angaben laut E-Shop...

    FS17 2,7GB
    FS20 850MB

    Was für ein Betrug, der alte Teil kostete damals auch soviel, hatte in einer 3 Zahl 2 Aktion das Spiel mitgenommen weil sonst nix interessantes gab.
  • kbye Turmheld - 03.12.2019 - 19:52

    In der Preview klang das Ganze aber noch komplett anders.
  • Muki Turmbaron - 03.12.2019 - 20:03

    @kbye

    Man darf halt nicht genau hinsehen...

    Der Test liest sich wie: "Mist, wie bewerte ich so eine Mogelpackung"

    Für 20€ hätte man auch nix erwartet aber 45€...

    Ich bin richtig sauer deswegen, Handy-Spiele von 6€ auf Switch bringen für den 7 fachen Preis ohne Mehrwert.

    Nintendo sollte es ausdem E-Shop werfen, aber eine Krähe hackt der andere kein Auge aus.

    Wenn ich in Zukunft diese Betrugsmasche öfters erlebe werde ich mich von der Switch wieder abwenden.
  • Switch-ler Turmknappe - 03.12.2019 - 22:28

    Es ist schon eine Frechheit von den Publishern die Nintendo Spieler mit inhaltlich stark abgespeckten Versionen abzuspeisen. OK, technisch ist die Switch vielleicht nicht so stark wie Gaming PC's, XBox One oder PS4, da muss man graphische Einschränkungen auch mal akzeptieren. Aber für ne halbe Version eines Spieles den Vollpreis zu verlangen..... :cursing: :cursing: :cursing:

    Ich verstehe auch nicht, warum Nintendo als Großkonzern den Publishern da mal nicht die Hölle heiß macht. Die Verkaufszahlen der Switch und die Möglichkeit sowohl stationär als auch mobil die Spiele zu nutzen sollte als Argument für eine vollweritige Portierung eigentlich reichen.

    Ansonsten sollte Nintendo meiner Meinung nach entsprechende First Party Spiele wie Fifa, Landwirtschafts-Simulator ect. entwickeln. Auch wenn sie keine entsprechenden Markenlizenzen haben. Dann heißt in einem umfangreichen Fussballspiel Bayern München halt Rot-Weiß Bavaria, den 1.FC Köln nennt man Rheinischer Club Cologne oder RB Leipzig einfach FC Energydrink. Bei Juventus Turin in Fifa 20 geht es ja mit Piemont Calcio ja auch. Und wenn diese Spiele dann noch von den unabhängigen Testern auf den verschiedenen Portalen noch bessere Wertungen bekommen wie die "Vorbilder" möchte ich mal die Reaktion von den Publishern sehen, die die Switch jetzt links liegen lassen.
  • Maximus Turmritter - 04.12.2019 - 18:21

    Und ich wollte fast schon umsteigen auf die neue Version...Glück gehabt habs doch behalten.

    Aber eine 5 ist eigentlich zuviel!!!