Der Turm erwartet dich!

Versagen, das gehört bei einem Rogue-like zum Spiel dazu. Viele Spieler sind von diesem Konzept abgeneigt oder wissen gar nicht, wie es funktioniert. Dabei kann diese Art von Spielen für sehr viele schöne Spielstunden voll Unterhaltung sorgen, wenn man sich richtig damit auseinandersetzt. Auch Black Future '88 folgt dem aus Neustart, Überleben und Sterben bestehenden Spielprinzip. Doch kann das Spiel mit Veteranen wie The Binding of Isaac oder Enter the Gungeon mithalten? Im vorliegenden Test erfahrt ihr mehr darüber.


Der Dash kann euch vor so manchem Treffer bewahren. © Gambitious

Willkommen im Skymelt, einem Turm, der euch das Leben schwer machen wird. Denn Skymelt ist immer anders aufgebaut und verändert sich ständig. Außerdem bleiben euch nur 18 Minuten, um den Turm zu erklimmen. Doch bevor ihr ihn betretet, müsst ihr euch für einen Kämpfer entscheiden. Anfangs habt ihr die Wahl zwischen zwei der insgesamt fünf verschiedenen Charaktere, die jeweils zwei Waffen bei sich tragen und unterschiedliche Fähigkeiten besitzen. Der erste ist Hauer, der mit seinem über unendlich viel, aber nicht sehr starken Munition verfügenden Blaster zu den Fernkämpfern zählt. Der zweite im Anfangsbunde ist Seagrist – ein Nahkämpfer, der mithilfe seiner starken Klinge kurzen Prozess mit den Gegnern macht. Natürlich muss er dafür näher an die Gegner heran, was schnell dazu führen kann, dass ihr einen Treffer kassiert. Habt ihr eure Wahl getroffen, wird Skymelt betreten und ihr stellt euch seinen Gefahren und Herausforderungen, um es bis zur Spitze zu schaffen und ihn zu besiegen.


Sobald ihr die Kontrolle über euren Charakter habt, könnt ihr ihn in gewohnter Manier mit dem linken Analog-Stick bewegen. Mit der B-Taste könnt ihr springen und somit den Turm immer weiter erklimmen. Die A-Taste bewirkt einen Dash, bei dem ihr unverwundbar seid und durch Wände oder an Gegnern vorbei schlüpfen könnt. Angreifen könnt ihr entweder mit der Y-Taste, die automatisch jeden Gegner in der Nähe anvisiert oder ihr nutzt den rechten Analog-Stick, der euch die volle Kontrolle über die Waffe ermöglicht. So könnt ihr in alle Richtungen schießen, um euren Gegnern das Licht auszupusten. Jeder besiegte Gegner bringt dabei eine geringe Menge Geld oder eine andere Belohnung, wie neue Waffen oder ein Portal, mit dem ihr euch schneller durch den Turm bewegen könnt. Doch ihr müsst euch beeilen, denn so wie ihr möchte sich auch Skymelt verbessern und stibitzt euch das fallengelassene Geld, um sich ein Upgrade zu verpassen. Eine füllende Leiste am unteren Bildschirmrand zeigt euch immer den aktuellen Status des Turms. Sobald die Leiste voll ist, wird der Turm stärker, woraufhin er euch verheerendere Gegner schickt und euch gemeine Fallen stellt.


Skymelt will euer Geld!


Euer hart verdientes Geld könnt ihr unterwegs bei verschiedenen Händlern, die ihr nach und nach freischalten werdet, gegen Leben, Munition, neue Fähigkeiten oder Waffen eintauschen. Doch vor allem bei den Fähigkeiten ist Vorsicht geboten, denn diese fordern oft noch einen anderen Preis als nur das Geld, was ihr dafür ausgebt. So könnt ihr beispielsweise bewirken, dass eure Waffen deutlich mehr Schaden verursachen, was aber zur Folge hat, dass sich euer maximales Leben deutlich verringert. Diese Fähigkeiten könnt ihr ebenfalls an Statuen in Portalen erhalten, die manchmal in den Räumen auftauchen. Doch Skymelt birgt noch viele weitere Herausforderungen in seinen prozedural generierten Räumen. So könnt ihr Schalter finden, die einen Alarm auslösen und das Spawnen vieler starker Gegner zur Folge hat, die aber viel Geld und gute Waffen fallen lassen.


Skymelt wartet mit vielen Fallen auf. © Gambitious

So haben auch die Waffen hin und wieder verschiedene Fähigkeiten, die nützlich oder aber tödlich sein können. So könnt ihr, wenn ihr keine Munition mehr habt, euer Geld oder euer Leben als Schussmittel nutzen oder ihr werdet nach dem Abschuss eines Gegners an dessen Position teleportiert, was durchaus auch tödlich enden kann, wenn gerade eine Kugel oder ein Gegner auf dem Weg zur anvisierten Position ist. Habt ihr auf der aktuellen Ebene alle Räume auf dem Weg zum Endgegner von Gegnern befreit, stellt ihr euch im letzten Raum einem zufällig ausgewählten Boss. Die sind anfangs sehr unfair und ein sicherer erster Tod, wenn ihr es bis hierher unbeschadet geschafft habt, wird die sichere Folge sein. Sobald euer Leben endet, bekommt ihr Erfahrungspunkte, die euch neue Charaktere, Händler oder sammelbare Ausrüstung freischalten, die euch den nächsten Besuch im Turm angenehmer gestalten. Danach geht der Durchlauf von vorn los, denn Skymelt ist schon ganz wild auf sein nächstes Opfer.


Das Spiel ist in einem Zukunftssetting der 1980er-Jahre angesiedelt. Das macht optisch einiges her und kann sich sehen lassen. Insgesamt wirkt die Grafik sehr düster, aber durch die vielen grellen Effekte und Neonfarben fühlt man sich schnell in Zukunftsfilmen dieser Zeit wieder. Durch die zufällig generierten Räume ist jeder Durchlauf anders, jedoch ist die Variation nicht so stark, wie man es sich wünschen würde. So ändert sich meist nur die Anordnung der Plattformen im Raum. Auch unter den Ebenen gibt es keinerlei optische Unterschiede und auch keine neuen Gegner, was die Abwechslung ziemlich trübt. Die Zeitbegrenzung von 18 Minuten, die an sich ein interessanter Aspekt ist, stellt aber gleichzeitig auch ein Problem des Spiels dar, denn dadurch wirkt das Spiel sehr kurz. Zwar lässt sie sich durch Händler erhöhen, dennoch hat man immer den Druck, dass man nicht alles erkunden kann und dadurch das Gefühl, dass man irgendwas verpasst.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Thomas Kurth

Black Future '88 ist ein solider Vertreter aus dem Rogue-like-Genre mit vielen interessanten Ideen, der dennoch mit ein paar Schwächen zu kämpfen hat. Der interessanteste Aspekt ist dabei für mich der Turm selbst, der der eigentliche Gegner im Spiel ist. Die vielen unterschiedlichen Waffen und Fähigkeiten bringen die Abwechslung, die man bei der prozedural generierten Welt leider vermisst, denn da hätte man deutlich mehr rausholen können. Dennoch bieten hier die verschiedenen Fallen, die der Turm für euch bereithält, ein wenig Variation. Auch die gewollte Zeitbegrenzung von 18 Minuten pro Durchlauf ist für mich eher ein negativer Faktor. Nichtsdestotrotz hatte ich sehr viel Spaß am Spiel und kann es jedem ans Herz legen, für den Titel wie Dead Cells oder The Binding of Isaac wie gemacht scheinen.
Mein persönliches Highlight: Der Wettlauf gegen den Turm, in dem man sich befindet.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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