Ich bin hier. Du bist hier. Schnabeltier.

So ein Müll! Das ist wohl der erste Gedanke, wenn man Deponia das erste Mal betritt. Das ist jedoch auch kein Wunder, denn Deponia ist ein Müllplanet. Mit Chaos auf Deponia kommt der zweite Teil der Deponie-Reihe aus dem Hause Daedalic auf der Nintendo Switch an. Der deutsche Entwickler hat sich mit vielen namhaften Adventures einen guten Ruf aufgebaut und einige Vertreter, wie der erste Teil der Reihe oder Harveys neue Augen, sind ebenfalls bereits auf der Hybridkonsole spielbar. Schauen wir uns in den nächsten Zeilen einmal an, wie sich das Chaos auf Deponia ausbreitet.


So manche Apparatur ist nicht nur für Rufus gefährlich. © Daedalic

Wir schlüpfen wieder in die unfassbar lässige Haut des Bastlerkönigs Rufus, den wir schon auf seinem ersten Abenteuer begleitet haben, in dem er versuchte, nach Elysium zu kommen und dabei die schrecklichen Machenschaften des Organon aufdeckte. Die neue Geschichte knüpft direkt an den ersten Teil der Reihe an und gibt dabei auch eine kurze Zusammenfassung des ersten Teils wieder. Diese ist sehr lustig inszeniert und direkt ein kleines Highlight zum Einstieg des Spiels. Erzählt wird diese Geschichte von Rufus persönlich, der sich auch hier und da ein wenig selbst auf die Schulter klopft. Dann geht es schon zur ersten Spielszene und hier ist der Name des Spiels direkt Programm, denn ihr findet ein Chaos vor und mittendrin steht natürlich Rufus. Dieser scheint irgendwie mit einem überdimensionalen Sägeblatt in die Aufstiegskapsel seines Schwarms Goal und deren Verlobten Cletus gekracht zu sein. Na hoppla. Doch Rufus wäre nicht er selbst, wenn er nicht dennoch ein bisschen Stolz auf sein Werk wäre und erzählt direkt, wie es zu diesem kleinen Fauxpas kommen konnte.


Also begeben wir uns ein paar Augenblicke in die Vergangenheit, wo ihr Rufus in Oma Utz Haus vorfindet. Die alte Dame, die gar nicht so begeistert von Rufus ist, befindet sich gerade mit dem guten alten Doc in einem Kaffeekränzchen. Um seine neueste Bastelarbeit zu beenden, benötigt unser lässiger Held einen Hammer aus Docs Werkzeugkiste. Doch so einfach wie sich die Sache anhört, ist es leider nicht. Denn kurzerhand verwandelt sich alles, was Rufus dabei in die Hand nimmt, in vollkommenes Chaos, das fast in einem Wohnungsbrand endet. Das Ganze dient dabei als Tutorial, um die Steuerung zu verinnerlichen. So bewegen wir uns mit dem linken Stick durch die Szene und nehmen mit dem A-Knopf alles mit, was nicht festgenagelt ist. Mit der B-Taste können sich Gegenstände angesehen werden. Am unteren Rand befindet sich ein Inventar, das mit den Digitaltasten durchgeschaltet werden kann. Um den ausgewählten Gegenstand zu benutzen, müsst ihr nun nur noch die Y-Taste drücken. Dieses System spart sehr viel Zeit, da man nicht ständig das Inventar öffnen muss. Begleitet wird die Szene durch einen sehr lustigen Dialog zwischen Oma Utz und dem Doc, der Rufus die ganze Zeit in Schutz nimmt, während die alte Dame ihre Sorgen und Ängste offenlegt, wenn Rufus in der Nähe ist. Nachdem ihr also reines Chaos in der Wohnung der alten Frau angerichtet und euch den Hammer geschnappt habt, könnt ihr die die Apparatur endlich beenden, die Rufus nach Elysium bringen soll. Doch wie ihr schon wisst, wird dieser Versuch wieder einmal schiefgehen und ihr landet in der Aufstiegskapsel.


Wofür ist dieser Knopf noch einmal gut?


Natürlich bleibt die Zerstörung der Kapsel nicht ohne Folgen und Goal und Rufus fallen in die Tiefe, nachdem Rufus aus Versehen den Schleudersitz aktiviert und Goal somit aus der Kapsel katapultiert hat. Und so nimmt das Chaos seinen Lauf. Denn anders als Rufus hat Goal den Sturz nicht ganz unbeschadet überstanden. Denn durch den Aufprall ist die Datasette beschädigt worden, auf der Goals Bewusstsein gespeichert ist. Und durch einen blöden Vorfall, an dem Rufus natürlich absolut keine Schuld trägt, wurde ihr Bewusstsein in drei verschiedene Teile aufgeteilt, als der Doc versuchte, das Bewusstsein zu retten. Aber Rufus wäre nicht Rufus, wenn er nicht auch dieses Problem lösen würde. Doch dafür muss er alle drei Goals von sich überzeugen, was natürlich gar kein Problem für den Frauenhelden ist. Und ganz nebenbei muss er natürlich noch die Sprengung Deponias verhindern, die dem Organon dazu verhilft auf einen neuen Planeten zu verschwinden.


Huch, was ist denn mit dem Gondelfahrer passiert? © Daedalic

Der Hauptteil der Story spielt sich auf dem schwimmenden Schwarzmarkt ab. Einer Hafenstadt Deponias, in der alle sozialen Schichten anzutreffen sind. Hauptsächlich befinden sich darunter allerdings Gauner und Verbrecher, von denen ihr sehr viele auf eurer Reise treffen werdet. So schließt ihr euch dem unorganisierten Verbrechen an oder nehmt beim passiven Widerstand teil, der sich auf die Fahne geschrieben hat, dem Organon alles entgegenzusetzen, was er hat, nur eben viel passiver. Neben vielen neuen Charakteren trefft ihr aber auch das ein oder andere bekannte Gesicht aus dem ersten Teil. Jeder der fantastisch gezeichneten Charaktere erfüllt dabei sein eigenes, völlig überdrehtes Klischee, was definitiv für viele Lacher sorgen wird. Vor allem die hervorragenden Sprecher machen einen sehr guten Job und tragen einen großen Teil dazu bei. Hinzu kommen noch unzählige, äußerst detaillierte Hintergründe, die sehr gut in das Thema des Spiels passen, denn alles ist aus Müll oder Schrott gebaut.


Natürlich erwarten euch auch in diesem Teil zahlreiche Rätsel, die es zu lösen gilt. Diese reichen von einfachen Itemrätseln über knifflige Kombinationsrätsel, die sich über mehrere Bildschirme verteilen, bis hin zu wirklich gemeinen Out-Of-The-Box-Rätseln, die meist mit einem Schlag gegen die eigene Stirn enden. Viele Ansätze zu den Lösungen verstecken sich in den Dialogboxen, deswegen ist es immer ratsam alle Optionen durchzugehen. So verpasst ihr auch keine der witzigen Unterhaltungen, die sich durch das ganze Spiel ziehen. Neben der automatischen Speicherung gibt es auch die Möglichkeit, manuelle Speicherpunkte anzulegen. Da es während der Testphase zu ein paar kleinen Fehlern kam, die das Weiterspielen verhinderten, sollte diese Funktion auch immer mal benutzt werden.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Thomas Kurth

Wie auch schon sein Vorgänger ist Chaos auf Deponia ein sehr guter Adventure-Vertreter auf der Nintendo Switch. Durch die vielen innovativen Steuerungsmöglichkeiten, die es auch schon im ersten Teil gab, spielt sich das Spiel fast wie mit der Maus, auch wenn es keine Touchscreenunterstützung gibt. Die vielen klischeehaften Charaktere und deren grandiose Sprecher werten das Erlebnis an den richtigen Stellen auf. Die Rätsel können sehr komplex sein und fordern vom Spieler öfters, dass er auch einmal um die Ecke denkt. Trotz der Fehler, die im Testprozess auftraten, ist dieses Spiel ein Muss für jeden Adventure-Fan und für jeden, der den ersten Teil gespielt hat.
Mein persönliches Highlight: Der Witz und Charme der gesamten Spielwelt

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 4

  • Gebbi

    BotW Suchti

    Hoffentlich kommt es noch Retail!

  • shantam

    Turmknappe

    Also das Spiel ist Klasse. Wie glaub alle Adventures von Deadelic.


    Schade finde ich aber ganz allgemein, warum für ein Point & Click Adventure auf der Switch, nicht die Möglichkeit der Pointersteuerung eingebaut wird. Das wäre doch perfekt dafür, anstatt mit dem Analogstick da hin und herzufahren.
    Ich weiß, das ist auch geschmackssache. Ich habe mir damals the inner world geholt und muss leider sagen das ich für Adventures dann doch lieber am PC und meiner Maus bleibe.

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Retail wäre ich auch sehr interessiert. Mal gucken.

  • Kemen

    Turmheld

    @shantam Ich hab auch lang mit der Idee der Steuerung gefremdelt. Dann Thimbleweed Park nochma für die Switch gekauft und ich fands nicht so gut wie mit Maus, kein Stück.Aber für mich griff dann wieder der Switchvorteil, ich leg mich abends in die Heia und kann immer noch bequem an ein paar Rätseln knobeln, mit immer noch echt brauchbarer Steuerung :D
    Klar alles bissl gemächlicher/ungenauer als miter Maus, doch ich finds echt toll.