Reincarnation

Als Nintendo etwa vor sieben Jahren zu dieser Zeit eine Kooperation mit Atlus angekündigt hatte, um an einem Crossover-Spiel für die Wii U zu arbeiten, hatte wohl noch niemand damit gerechnet, dass diesem Bestreben ein Titel wie Tokyo Mirage Sessions #FE entspringen würde. Das ursprüngliche Konzept sah es vor, die Welten von „Shin Megami Tensei“ und „Fire Emblem“ zu vermischen. Wie diese Aufgabe zu bewältigen sein sollte, wussten allerdings auch die Verantwortlichen für lange Zeit nicht so recht. Dann, über zwei Jahre nach der Ankündigung, folgte ein Lebenszeichen der bis dahin totgeglaubten Kollaboration. Nintendo zeigte im ersten Trailer zum Spiel, dass die Zusammenarbeit mit Atlus Früchte getragen hat, und überraschte Fans mit einem außergewöhnlichen Spielekonzept. Tokyo Mirage Sessions #FE war geboren – und nun, über vier Jahre nach der Erstveröffentlichung in Japan, wird es als Tokyo Mirage Sessions #FE Encore auf der Nintendo Switch wiedergeboren.


Die Schattenseiten der Unterhaltungsindustrie


Ihr übernehmt die Kontrolle über Itsuki Aoi, einem gewöhnlichen Oberschüler im fiktiven Japan von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore. Zu Beginn des Abenteuers begleitet er seine Schulfreundin Tsubasa Oribe zum „One of Millenium“-Wettbewerb, bei dem nach Nachwuchs-Idolen gesucht wird. Als Itsuki dort plötzlich die Präsenz finsterer Kreaturen wahrnimmt, offenbart der Show-Moderator seine wahre Gestalt und verschleppt Tsubasa durch eine Art Portal. Mit der Absicht, seine Schulfreundin zu retten, begibt sich Itsuki durch den mysteriösen Spalt und landet in einer anderen Welt, welche als „Idolasphere“ bezeichnet wird. Dieser düstere Ort stellt ein verzerrtes Abbild der realen Welt dar und wird von fiesen Kreaturen namens „Mirages“ beheimatet.


Das ist Tsubasa in ihrer Carnage-Form. Hier spuckt sie große Töne gegen den Bossgegner. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

Als sich Itsuki und Tsubasa hier gemeinsam den Schattengestalten stellen, erwacht in ihnen eine besondere Kraft, welche sie vor den Angriffen der Mirages beschützt. Die gespenstischen Monster entpuppen sich schließlich als stark stilisierte Versionen bekannter Fire Emblem-Charaktere, die von einer dunklen Macht besessen waren. Dazu leiden sie an Gedächtnisschwund, sie können sich also nicht mehr daran erinnern, wer sie einst waren oder wie sie in diese Welt gekommen sind. Dankbar für ihre Erlösung helfen sie den beiden Teenagern, gegen die Gegnermassen zu bestehen und wieder in die echte Welt zurückzukehren. Dabei fusioniert Itsuki mit Chrom aus Fire Emblem: Awakening und Tsubasa mit Shiida aus Fire Emblem: Shadow Dragon.


Zurück in der echten Welt werden Itsuki und Tsubasa von Maiko Shimazaki empfangen. Sie ist Chefin der Talentagentur „Fortuna Entertainment“, welche nicht nur die Superstars von morgen unter ihre Fittiche nimmt, sondern im Geheimen gleichzeitig als Organisation zur Untersuchung und Bekämpfung von Mirages agiert. Fortuna Entertainment besteht aus einer Reihe von „Mirage Masters“ – so werden die Personen genannt, welche in der Lage sind, sich mit erlösten Mirages zu verbünden und im Kampf eine „Carnage Form“ anzunehmen. Als frisch gebackene „Mirage Masters“ erhalten Itsuki und Tsubasa das verlockende Angebot, Fortuna Entertainment im Kampf gegen Mirages zu unterstützen und gleichzeitig im Show-Business einzusteigen.


Im restlichen Spieleverlauf entdeckt ihr Kapitel für Kapitel neue Facetten der Unterhaltungsindustrie und lernt die Licht- und Schattenseite des Show-Business kennen. Jedes Kapitel erzählt eine in sich mehr oder weniger geschlossene Geschichte, während die Haupthandlung im Hintergrund voranschreitet und ihr der Auflösung des großen Mysteriums immer näher kommt. Jedes Mitglied von Fortuna Entertainment verfolgt seine ganz eigenen Ziele und Ambitionen. Es ist eure Aufgabe, den Figuren auf ihrem Weg zu helfen und ihre Träume wahr werden zu lassen. Euch erwarten Einblicke in die Idol-Kultur Japans und in die Branchen von Film, Theater, Musik und mehr.


It's show time!


Tokyo Mirage Sessions #FE Encore ist vor allen Dingen ein Rollenspiel. Die Spieleschmiede Atlus ist bekannt für ihre langjährige Arbeit an verschiedenen RPG-Marken – wenig überraschend also, dass sich auch diese Produktion auf bekanntem Terrain bewegt. Mehrere Aspekte von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore, wie die Ästhetik, der Spielaufbau oder das Kampfsystem, versprühen den bekannten Atlus-Flair, geben dem Spiel dank bewusst gesetzter Nuancen aber doch seine eigene Identität.


In diesem Dungeon verfolgt ihr einen verrücktgewordenen Fotografen. Lauft ihr vor die Linse einer Kamera, werdet ihr zum Anfang des Bereichs zurückbefördert. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

Während eures Abenteuers werdet ihr immer wieder durch die Idolasphere reisen, um eine Vielzahl an Dungeons zu bewältigen. Möchte man einen direkten Vergleich zu den Persona-Spielen von Atlus ziehen, so lässt sich sagen, dass die Dungeons aus Tokyo Mirage Sessions #FE Encore eine Mischung aus dem alten und neuen Dungeon-Konzept von Persona darstellen. Das heißt: Die Gewölbe sind von Hand gefertigt, statt zufällig generiert zu werden, weisen meist aber trotzdem einen recht simplen, labyrinthartigen Aufbau auf. Design und Umgebung basieren dabei immer auf einer bestimmten Thematik, zum Beispiel der eines Kaufhauses, eines Tempels oder anderes. Zu lösende Rätsel sind nie besonders kompliziert und setzen meist auf einen simplen Schalter- oder Schlüssel-Schloss-Mechanismus. Worauf es ankommt, sind eindeutig die Kämpfe gegen Mirages.


Kommt ihr in einem Dungeon in Kontakt mit einem Mirage-Geist, wird der Kampf eingeleitet und das Spiel wechselt in den Kampfbildschirm. Kämpfe in Tokyo Mirage Sessions #FE Encore sind wie Live-Auftritte von Superstars inszeniert. Eure Party, bestehend aus maximal drei Personen zur gleichen Zeit, umzingelt die Gegner auf einer runden Bühne, während ein Ring aus Zuschauern von außen dem Spektakel beiwohnt. Wie es für Atlus typisch ist, wurde sich wieder viel Mühe gegeben, die Gestaltung der Menüs und des Kampfbildschirms so stilvoll wie möglich zu gestalten. Äußerst gelungen!


Das Kampfsystem von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore kombiniert Mechaniken aus Shin Megami Tensei und Fire Emblem, basiert grundlegend aber auf vergangenen Kampfsystemen von verschiedenen Atlus-Titeln. Jeder eurer Charaktere führt eine Waffe mit sich, welche auch „Carnage“ genannt wird und von den Waffen aus Fire Emblem inspiriert ist. Daneben verfügt jede Figur über Techniken, welche allgemein als „Skills“ bezeichnet werden und insbesondere Elementarangriffe der Atlus-Spiele darstellen. Im Kampf habt ihr die Wahl darüber, ob ihr einen gewöhnlichen physischen Angriff ausführen, einen „Skill“ einsetzen, ein Item verwenden oder das Partymitglied wechseln wollt – neben sekundären Optionen wie Blocken, Strategie und Flucht.


Die „Session“ ist geglückt. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

Strategie kommt dabei definitiv nicht zu kurz, denn jede gegnerische Mirage kommt mit eigenen Stärken und Schwächen daher, die erst einmal herausgefunden werden müssen. Kenner von Fire Emblem haben hierbei einen kleinen Vorteil, da das ikonische Waffendreieck für viele der Feinde gilt. Seht ihr also beispielsweise einen Schwertmeister, heißt es, mit der Lanze zu attackieren. Das Mirage-Design ist – genau wie schon die Dämonen oder Persona – äußerst ausgefallen und kreativ. Es ist spannend, zu sehen, wie ein anderes Studio ikonische Fire Emblem-Gegnertypen interpretiert und um eigene Ideen erweitert.


Für die Kämpfe von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore auszeichnend sind die sogenannten „Sessions“. Greift ihr einen Schwachpunkt des Gegners an, wird eine Session eingeleitet. Dabei handelt es sich im Grunde um Angriffsketten eures gesamten Teams, welche mächtigen Schaden anrichten können. Um lange Sessions bilden zu können, werden „Session Skills“ benötigt, die gut miteinander harmonieren. Beispiel: Greift Tsubasa mit Wind an, kann Itsuki mit einem Elektro-Angriff folgen, sofern er über den „Session Skill“ namens „Wind-Thunder“ verfügt. Besitzt ein anderer Charakter einen „Session Skill“, der auf Elektrizität reagiert, wird die Angriffskette fortgeführt. Bestimmte Techniken haben außerdem eine Effektivität gegenüber gewissen Gegnertypen inne, weshalb sie genauso zu einer Session führen können.


Bestandteil einer Session können auch sogenannte „Duo Arts“ sein, bei dem sich zwei Figuren verbünden, um in Form einer Performance einen starken Angriff auszuführen. Diese kommen meist mit Musik und einer eigenen Choreographie daher, was durchaus begeistern kann und den Kämpfen zusätzlichen Pepp verleiht. Durch das Angreifen in Sessions lädt sich eine Spezialleiste auf, welche bis zu dreimal gefüllt werden kann. Mit dieser Energie lassen sich besondere Spezialangriffe ausführen, die nicht nur stark sind, sondern auch mit zusätzlichen Vorteilen daherkommen. Zum einen leiten sie eine Session ein, zum anderen erhält der Anwender möglicherweise weitere Boni, die abhängig vom Spezialangriff sind.


Mit zunehmendem Spielefortschritt können Sessions ziemlich lang werden. Aus diesem Grund bietet die Nintendo Switch-Version bei Bedarf eine neue Option, welche erlaubt, die Animationen während einer Session deutlich zu beschleunigen. Dann entgehen euch allerdings die stilvollen Angriffe.


Level-up für Kiria! Auf diesem Statusbildschirm sind die verschiedenen Werte und Attribute gut zu sehen. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

Das Besiegen von Gegnern bringt euch Materialien ein, die als „Performa“ bezeichnet werden und für die Herstellung neuer Carnage und unterstützender Fähigkeit nützlich sind. Wenn ihr nicht allzu vielen Kämpfen ausweicht, werdet ihr wohl immer ausreichend Materialien beisammen haben, um Neues freizuschalten. Dies lohnt sich besonders bei den Waffen, welche euch neue „Skills“ verleihen, sofern ihr ausreichend mit ihnen gekämpft habt. In Tokyo Mirage Sessions #FE Encore trainiert ihr nämlich nicht nur eure Figuren, um sie durch Level-ups zu verstärken, sondern auch deren Waffen. Mit den neugewonnenen „Skills“ lassen sich dann noch stärkere Mirages besiegen, welche euch noch wertvollere Performa einbringen – ein einfacher, aber äußerst zufriedenstellender Gameplay-Loop.


Insgesamt ist das Kampfsystem von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore ein wahrer Schmaus. Es erschließen sich euch im Laufe des Abenteuers graduell neue Mechaniken, welche das Kampfsystem immer strategischer gestalten und Raum für Experimente und Knobelei erlauben. Die liebevoll animierten Angriffe und die actionreichen Manöver eurer Figuren lassen keinen Kampf langweilig werden. Speziell die Bossgegner werden eurer Gruppe alles abverlangen und müssen erst einmal durchschaut werden, bevor ihr sie mit cleveren Schachzügen niedermähen könnt.


Was den Spielspaß hingegen je nach Spielertyp dämpfen könnte, ist die Spielebalance. Lauft ihr in gemächlichem Tempo durch den Dungeon und nehmt die Gegner mit, die sich euch in den Weg stellen, werdet ihr trotzdem ein paar Level unter dem abschließenden Boss liegen. Fatal ist das nicht. Manche mögen es vielleicht etwas kniffliger oder wollen sich mehrmals an einem Boss versuchen, um die optimale Strategie rauszufinden. Ich denke allerdings, dass eine anhaltende Level-Not schnell zu Frust führen kann. Es passiert eher selten, dass eure Figuren und die Gegner auf Augenhöhe sind. Entweder ihr seid klar im Vorteil, oder die Gegner sind es.


Durch die „Topic“-Anwendung bleiben die Charaktere in Kontakt. Oft entsteht dabei ein ziemlich witziger Nachrichtenaustausch. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

Glücklicherweise bietet Tokyo Mirage Sessions #FE Encore Trainingsbereiche, in denen Level, Fähigkeiten und Werte eurer Party verbessert werden können. Diese wurden ursprünglich als DLC für das Originalspiel angeboten, sind aber nun im regulären Spieleverlauf freischaltbar. Bei aufkommendem Frust ist es ratsam, diesen Trainingsbereichen einen Besuch abzustatten oder den Schwierigkeitsgrad zu senken. Solltet ihr euch zu einem späteren Zeitpunkt sicherer fühlen, könnt ihr den Schwierigkeitsgrad auch wieder erhöhen. Es ist lobenswert, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um das Spiel für möglichst viele Spielertypen angenehm zu gestalten.


Anders als in den Persona-Spielen seid ihr an keinen Kalender gebunden, der euch vorschreibt, wie viel ihr zu welchem Zeitpunkt tun könnt. Dungeon können zu jeder Zeit wieder verlassen oder betreten werden. Sollte eure Party also erschöpft sein, lohnt es sich, die Idolasphere für den Moment ruhen zu lassen, um neue Energie zu tanken. Ich warte meist auf den nächsten Teleportpunkt innerhalb eines Dungeons, bevor ich in die echte Welt zurückkehre und mein Team mit heilenden Items sowie neuen Carnage und Fähigkeiten versorge. So kann ich bei der Rückkehr in den Dungeon sofort dort weitermachen, wo ich stehen geblieben bin.


Hinter den Kulissen


Wenn Itsuki und Co. nicht gerade damit beschäftigt sind, die Idolasphere von finsteren Gestalten zu säubern, dann gehen sie ihrem gewöhnlichen Alltag nach. Vom Leben Zuhause oder in der Schule erfahren wir zwar nicht allzu viel, dafür aber umso mehr von der Karriere bei Fortuna Entertainment. Maiko stellt sicher, dass alle Mirage Master ohne Schwierigkeiten ihren Aufgaben nachgehen können – sowie Star, als auch in Form der Weltenretter. Wenn ihr euch dazu entscheidet, gerade nicht der Story zu folgen, warten einige Nebenaktivitäten auf euch, die euch noch mehr von der Welt und den Charakteren von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore erzählen.


Auch in der „Area of Aspiration“ lauern Gefahren. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

In den „Side Stories“ lernt Itsuki die anderen Party-Mitglieder besser kennen und erhält Einblicke in die Gefühlswelt dieser. Auch hier zeigt sich wieder der Einfluss von Atlus. Diese Nebengeschichten ähneln von Aufbau und Funktion her den „Social Links“ oder „Confidants“ aus den Persona-Spielen und zeigen euch nicht nur neue Seiten der Charaktere, sondern bringen euch auch Prämien wie neue Fähigkeiten ein. Im Fortuna Entertainment-Quartier lassen sich die Freischaltbedingungen jeglicher „Side Stories“ jederzeit ansehen.


Es ist bedauerlich, dass die Oberwelt, welche ihr nach Herzenslust erkunden könnt, kaum Substanz aufweisen kann. Nicht nur sind die einzelnen Areale etwas klein ausgefallen, in ihnen gibt es zudem nicht besonders viel zu tun. Hier und da lässt sich ein meist namenloser NPC anquatschen – mit etwas Glück gibt er euch sogar eine Sidequest – und vielleicht gefällt euch ein Besuch im Maid-Café, an spannenden Attraktionen und Aktivitäten wurde im Großen und Ganzen jedoch gespart.


Als zusätzliche Beschäftigung dienen in der Nintendo Switch-Version immerhin die brandneuen „EX Stories“. Ähnlich wie die „Side Stories“ gewähren sie tiefere Einblicke in das Leben der anderen Figuren. Hierbei erkundet ihr einen neuen Dungeon namens „Area of Aspiration“, von dem man sagt, er könne Wünsche wahr werden lassen. Dort lassen sich, je nach Spielefortschritt, einige Boni wie neue Kostüme oder seltene Items finden. Auch ein neuer Song und alternative Songversionen sind Bestandteil der „EX Stories“. Kenner des Originals werden für sich selbst entscheiden müssen, ob marginale Ergänzungen wie diese einen erneuten Kauf rechtfertigen.


Looking cool, Itsuki!


Insgesamt haben wir es mit einer gelungenen Umsetzung von Tokyo Mirage Sessions #FE für die Nintendo Switch zu tun. Funktionen, welche zuvor mit dem Wii U-GamePad bedient wurden, lassen sich per Knopfdruck als Menü öffnen. Eine neu hinzugefügte Minimap sorgt für bessere Orientierung in den Dungeons. Die wohl beeindruckendste Optimierung betrifft aber wohl die Ladezeiten. Im Direktvergleich lädt die Nintendo Switch-Version teilweise dreimal so schnell wie das Wii U-Original. Dies betrifft den Spielstart, das Betreten von Bereichen, aber auch den Wechsel in und aus dem Kampf. Die verkürzten Wartezeiten bescheren euch einen deutlich verbesserten Spielfluss.


Neu in der Nintendo Switch-Version ist unter anderem dieses Kostüm hier. Es basiert auf Joker aus Persona 5. © Nintendo / Atlus / Intelligent Systems

An der Optik hat sich im Vergleich zur Version aus dem Jahr 2015 nicht wahnsinnig viel verändert. Damals wie heute kommt das Spiel in einem schicken und modernen Anime-Stil daher, der sich äußerst farbenfroh und ausdrucksstark zeigt. Die Charaktere sind lebhaft animiert und könnten glatt einer echten Anime-Serie entsprungen sein. Auch hübsch sind die Zwischensequenzen, welche tatsächlich wie ein typischer Anime produziert wurden.


Das größte Lob gebührt jedoch eindeutig der Arbeit von Avex Group. Das japanische Unterhaltungsunternehmen war in der Entwicklung von Tokyo Mirage Sessions #FE Encore involviert und produzierte eine Reihe von Songs und passenden Choreographien für das Spiel. J-Pop in Reinform. Unglaublich ungewohnt von Nintendo, aber nicht weniger beeindruckend. Musik ist bekanntlich Geschmackssache, aber wer etwas für diesen Stil übrig hat, der wird sich in den Soundtrack und in die Musikvideos verlieben. Äußerst hochwertig!


Überzeugen kann auch die japanische Synchronisation der Charaktere. Mir hat vor allem Tsubasas Stimme zugesagt, die von Inori Minase gesprochen wird. Manche von euch werden die Synchronsprecherin wohl für Rollen wie Rem aus „Re:Zero“ oder Hestia aus „DanMachi“ kennen. Leider hat sich Nintendo auch bei der Nintendo Switch-Version nicht dazu entschieden, deutsche Bildschirmtexte anzubieten, sodass ihr lediglich zwischen der englischen und französischen Sprache wählen könnt. Ich bin mir sicher, mit einer deutschen Lokalisierung hätte der Titel noch einmal mehr Leuten zugesagt.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Daniel Kania

Tokyo Mirage Sessions #FE Encore ist ein Leckerbissen für Fans von Rollenspielen und japanischer Kultur. Es erzählt die Geschichte einer Gruppe junger, aufstrebender Talente, welche gegen mysteriöse Kreaturen aus einer anderen Welt kämpft und gleichzeitig versucht die japanische Unterhaltungsbranche zu erklimmen. Im Handlungsverlauf durchstreift ihr thematische Dungeons und stellt euch den „Mirages“ in rundenbasierten, aufregenden Kämpfen. „Sessions“ und weitere Mechaniken bieten euch taktische Tiefe, während die liebevoll animierten Angriffe keine Auseinandersetzung langweilig werden lassen. Außerhalb von Dungeons bietet das Spiel diverse Nebengeschichten an, um die Charaktere des Abenteuers besser kennenzulernen, abseits davon gibt es aber leider wenig zu tun. Die Optimierungen der Nintendo Switch-Version können überzeugen, allen voran die verbesserten Ladezeiten. Neuerungen wie die „EX Stories“ verleihen der Spielwelt mehr Substanz und bieten obendrein Boni wie neue Kostüme. Tokyo Mirage Sessions #FE Encore ist zweifelsohne die bessere Spieleversion, aber wohl dann doch keine, die von Kennern des Originals nochmals gespielt werden muss. Wer sich allerdings noch nicht in das kunterbunte Tokyo gestürzt hat, erhält nun die beste Chance dafür.
Mein persönliches Highlight: Die Songs und Musikvideos

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

7 User haben bereits bewertet

Kommentare 15

  • Mamagotchi

    Zieht 2020 mit der Karawane

    Ich werd es mir vermutlich doch nochmal holen. Bin bei der WiiU-Version noch nicht so weit und hatte schon damals zum Reveal der Switch gesagt, dass der Titel als Port bestens geeignet wäre. Ich hoffe diesmal schlagen mehr Leute bei diesem tollen Titel zu!

  • Pyro Ranger

    Dekiru koto ga dekiru

    Ich bin mir unsicher. Ich werde die Tage mal schauen was ich eventuell noch für mein altes Wii U Spiel bekomme und dann entscheide ich mich. Generell sind mir die Neuerungen aber zu wenig um nochmal Vollpreis zu zahlen

  • Miriam-Nikita

    Bewohnerin

    Freu mich, das Spiel nun endlich richtig im Handheld spielen zu können

  • Flomo

    Turmheld

    Wenn es deutsch wäre ... Dann ja aber so können sie behalten

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    @Flomo
    Das ist ok, dann nehme ich die Version die du nicht wolltest ;-*

  • Ande

    Meister des Turms

    Ich hab mir damals die Wii U Version geholt, aber aus Zeitmangel abgebrochen. Hat auch nicht wirklich geholfen, dass das Spiel keine deutschen Texte hatte. Atlus sollte sich echt mal ein Vorbild an Level 5 nehmen, die ihren Spielen schon seit langem sogar eine deutsche Synchro verpassen. Von Nintendo ist man sich eigentlich auch gewohnt, dass es zumindest deutsche Texte gibt. So bleibt das Spiel nun mal ein Nischentitel.
    Zum Vollpreis würde ich nicht nochmals zuschlagen, wenn es das Spiel mal für die Hälfte gibt vielleicht. Das Gameplay fand ich wirklich gut.

  • link82

    Turmfürst

    fands auf WiiU sehr gut und hat mir sogar besser als Persona 5 gefallen, da es das was ich an P5 mochte (Stil, Charas, Soundtrack, Kampfsystem) mindestens genauso gut macht und genau das was ich an P5 nicht mochte (Social Krams, Schule) weglässt


    ich werde es aber nicht nochmal kaufen, dafür ist mein Pile of Shame an Switchperlen zu gross ^^

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Ich bin Fan von japanischer Kultur und RPGs und dennoch war das Spiel ein furchtbares Erlebnis xD

  • wonderboy

    Turmbaron

    nicht lokalisiert? dann eben nicht..

  • Zegoh

    Feuer ♥ Eis

    Habs mir dann heute auch mal gekauft. Weiß ehrlich gesagt immernoch nicht was mich so erwartet. Bin gespannt.

  • Sssnake36

    Old School

    Super Spiel damals auf der Wii U. Schön wäre es gewesen, wenn man zwischen Japanischer Version oder Westlicher Version wählen könnte.
    So bleibt es zwar immer noch ein Top- Rpg , aber nicht nochmal zum Vollpreis.

  • HAL 9000

    Mobbingbeauftragter

    Habs quasi für Lau mitgenommen weil ich Ni No Kuni und Astral Chain wollte, und das dann im 111€ Angebot mit eingepackt habe. Da es ohne deutsche Lokalisierung daher kommt wird es aber wohl erst einmal liegen bleiben und auf den Tisch kommen, sollte ich irgendwann einmal gar nichts haben. Oder es landet ungespielt bei Gamestop bei einem 9,99 Deal, falls die das überhaupt annehmen...

  • Zegoh

    Feuer ♥ Eis

    @YoungSuccubus du hast also Ni No Kuni (bei expert gerade 38€) und Astral Chain (52€) holen wollen (90€). Sogesehen war es also nicht gratis sondern günstiger (21€). ;) und die hättest du dir auch sparen können, da du es ja anscheind eh nicht willst. Paradebeispiel wie Marketing funktioniert.


    Davon mal abgesehen:
    Willst es nur wegen der Lokalisierung nicht spielen? Ich fands bisher eigentlich ziemlich gut. Wäre schade drum.

  • HAL 9000

    Mobbingbeauftragter

    @Zegoh Nen Expert hab ich nicht in Reichweite, und bestellen nervt. Ich mag es Einkäufe direkt mitnehmen zu können, das befriedigt mehr meine Konsumlust. :)


    Aber günstiger ist ja auch schon gut für ein bischen mehr im Backlog. Und ja, Spiele bei denen nicht einmal Texte in Deutsch sind spiele ich nur in Ausnahmefällen. Hab da zugegeben nicht drauf geachtet und wohl ein anderers Spiel eingepackt, hätte ich das vorher gewusst. Hab mich da von den guten Testbewertungen, die ich leider aber nur oberflogen habe, beeeinflussen lassen. Nicht das ich es nicht verstehe, aber ich ich muss auf der Arbeit schon genug englische Texte lesen, ich hab da in der Freizeit keine Lust zu. Zumal ich das bei Spielen mit den vielen Kunstwörtern manchmal auch recht anstrengend finde alles zu 100% zu verstehen.

  • Talmanak

    Turmritter

    Ich habe es mir erst vor kurzem besorgt und bin mehr als begeistert. Ich weiß nicht woran es liegt, aber die Art des Spieles macht mir unheimlich viel Spaß.


    Ich wünsche mir, dass nun auch Persona 5 für die Switch erscheint :P