Test zu WWE SmackDown vs. Raw 2010 - Wii

Unser Test zum Spiel: WWE SmackDown vs. Raw 2010

Auch 2010 schickt THQ zum erneuten Mal das Spiel WWE SmackDown Vs. RAW in den Ring. Die neue Version des Wrestling-Ereignisses soll wieder ein Höhepunkt für alte Wrestling-Hasen werden und mit einem monströsen Umfang glänzen. Wir werden sehen, ob das Spiel ein K.O.-Schläger ist oder nur eine gute Show abliefert. So bleibt nur noch zu sagen: The same procedure as every year - Let's get ready to Rumble!

Betretet den Steel Cage, stellt euch dem Inferno oder tretet mit eurem geliebten Superstar bei über 70 verschiedenen Match-Arten an. WWE SmackDown Vs. Raw 2010 ist wohl das umfangreichste Sportspiel aller Zeiten. Ich habe noch nie so viele Modi gesehen, auch wenn sie sich teilweise nur minimal voneinander unterscheiden. 1 gegen 1, 2 gegen 2, Triple Threat, Fatal-4-Way, 6-Man, Handicap, Royal Rumble oder vielleicht doch den Championship Scramble? Nein, es gibt noch mehr und jede Menge Unterkategorien wie zum Beispiel Ladder, Iron Man, Table oder Hell in a Cell. Jeder Wrestling-Fan wird bei diesem Umfang dahin schmelzen; Das Spiel verspricht dadurch eine große Menge an Langzeitspaß.

Doch konzentrieren wir uns auf die größeren Hauptmodi: In Road to Wrestlemania erlebt ihr den Höhepunkt der WWE-Saison. Ihr wählt einen Superstar oder erstellt mit dem Editor einen völlig eigenen Helden und kämpft euch durch die eher simple Story, bis ihr den Karriere-Höhepunkt erreicht habt. Im etwas anderen Karriere-Modus kann man dagegen einzelne Karrieren der jeweiligen Wrestling-Gurus nachzocken. Im Verlauf des Spiels erweitern sich deren Fähigkeiten und sämtliche Statistiken lassen sich verfolgen. Der Royal Rumble-Modus wurde in der 2010er Version ebenso verbessert. Er besitzt neue Eliminierungspunkte, an denen ihr eure Gegner wahrlich zerfetzen könnt. Gegner können jetzt auch über den Apron, aus der und über die Ecke geworfen oder unter den Seilen abserviert werden. Zudem entsteht bei einem Ring-Out ein neuartiges "Minispiel". Dann gilt es genau dem zu folgen, was auf dem Bildschirm von euch verlangt wird. Ein kleines, aber gelungenes neues Feature. Auch der komplett neue Modus Championship Scramble möchte den Royal Rumble-Modus ergänzen. Wer richtig lange Kämpfe durchziehen will, sollte diese Variante wählen. Denn hier gehen die Fights von moderaten fünf Minuten bis hin zu brutalen 20 Minuten. Die Matches dauern so lange, bis die Zeit abgelaufen ist. Doch genug von dem ganzen Modi-Dschungel, bei dem völlige Neulinge wahrscheinlich den Wald vor lauter Wrestlern nicht sehen werden.

Neben neuen Modi haben die Entwickler auch Neuerungen im Gameplay eingebaut. Völlig neu ist die Kick-Out-Anzeige, bei der ihr euch aus einem Pin-Versuch befreien könnt. An dieser Stelle muss man schnell eine Taste drücken, damit sich die Anzeige füllt. Hat die Anzeige die vorgegebene Zielzone erreicht, befreit sich euer Superstar aus den Fängen des Gegners. Ebenso besitzen eure Superstars spezielle Fähigkeiten im Ring. Von unfairen Pins über Ausweichmanöver, einen Lock Pick, einem Ringrichterschild, den Move-Dieb, Taunt-Dieb, Hammerwurf, Objekt-Experte, einer höheren Widerstandsfähigkeit bis hin zu einem Adrenalin-Kick, der euch zu ungeahnten Kräften führt, ist alles vertreten. Und wie bei den zahlreichen Modi ist auch hier die Liste noch um einiges länger.

War die Steuerung in den vergangenen Wii-Teilen mit den Fähigkeiten der Wii-Fernbedienung mehr oder weniger gelungen ergänzt, haben sich die Entwickler diesmal zu ihren Wurzeln zurück besonnen. Nervigen Fuchtelattacken könnt ihr nun Auf Wiedersehen sagen. Wenn die Bewegungssteuerung zum Einsatz kommt, dann nur sehr zurückhaltend. Wer überhaupt keinen Bock auf Wii-FB und Nunchuk hat, sollte den Classic-Controller oder den GameCube-Controller anstöpseln. Mit persönlich hat es am meisten Spaß mit dem Classic-Controller gemacht. Dadurch wird das Kampfspiel zu einer Dattelorgie wie in alten Zeiten. Die Wrestler haben so viele Steuerungsvarianten, Moves und Spezialaktionen, dass man sie an dieser Stelle gar nicht aufzählen könnte. Kurz gesagt: Die Steuerung ist bis auf minimale, hakelige Momente um Welten besser als in der 2009er Fassung.

Die Kämpferriege ist dank umfangreicher Lizenzausstattung natürlich phänomenal. Mit über 50 Wrestlern kann kaum ein anderes Kampfspiel mithalten. Helden wie Rey Misterio, der Undertaker oder der Giant-Nachfolger Big Show sind natürlich auch von der Partie. Ich glaube kaum, dass irgendein Fan jemanden vermissen wird. Um dem ganzen Spiel noch einen weiteren Höhepunkt zu verpassen, wurden weitere Freiheiten auf die Disc gepackt. So wurde ein umfangreicher Szenarien-Editor eingebaut, in dem sich die Hardcore-Fans austoben und komplette Storylines kreieren können. Auch können wieder eigene Superstars erstellt werden oder komplett eigene Finisher. Ebenso können der Einzug in den Ring editiert oder komplette Move-Sets zusammengestellt werden.

Doch nach den ganzen Lobeshymnen hat das Spiel in Sachen Gameplay aber auch seine Schattenseiten. Des Öfteren wirkt die Kollisionsabfrage nicht mehr zeitgemäß und die Kollegen im Ring sind teilweise viel zu behäbig. Ich weiß, Wrestling ist kein Karatesport, doch die Langsamkeit ist sicherlich Geschmacksache. Der Online-Modus wurde dieses Jahr aus irgendwelchen Gründen gestrichen. Vielleicht, weil er im letzten Jahr so gut wie gar nicht genutzt wurde. Dadurch wird sich THQ auch einiges an Entwicklungs- und Serverkosten gespart haben.

Auch dieses Jahr bekommt die schon etwas angestaubte Grafikengine keine Generalüberholung verpasst. Immer noch wirkt der gesamte Look altbacken und auch für die schwächeren Wii-Verhältnisse veraltet. Alles ist natürlich 100% Wrestlemania und es gibt tolle Realfilm-Sequenzen, die noch einmal die Authentizität erhöhen. Die muskulösen Körper besitzen hier und da ein wenig mehr Polygone auf den Rippen, doch reibt man sich manchmal seine Augen, wenn bei wilden Kamerafahrten die verstümmelten Zuschauer zu sehen sind. Von weitem noch ganz angenehm fürs Auge, denkt man bei Zooms schon einmal an Lepra. Im Endeffekt wurde die Mittelschicht aus dem letzten Jahr mit fast nicht erkennbaren Verbesserungen gespickt.

Der Sound kommt 1:1 aus der letzten Saison. Wieder bekommt man lizenzierte, coole Rock- und Hip Hop-Tracks auf die Ohren, die in den Menüs genussvoll aus den Dolby-Boxen donnern. Doch während der Kämpfe bestimmt wieder einmal gähnende Leere die Atmosphäre. Die Zuschauermenge hat nicht nur keine Hände, sondern anscheinend auch keinen Mund. Gelegentliche Rufe kommen aus der Menge, wirken aber stellenweise deplatziert. An den doch recht guten Kommentatoren hat man sich leider recht schnell satt gehört. Doch insgesamt muss man sagen, dass THQ sehr viele Originalsprüche und Dialoge bei den Kontrahenten dazu gepackt hat, und dadurch wirkt WWE Vs. Smackdown 2010 schon realistisch.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Holger Wettstein

WWE SmackDown! VS. RAW 2010</em> ist wie ein alter, stinkig gereifter Schimmelkäse. Entweder man liebt es oder man reiert vor sich hin. Der Umfang ist noch wesentlich monströser und die Einstellmöglichkeiten für Hardcore-Fans finden keine Grenzen. Ebenso hat die Steuerung zwar immer noch ihre kleineren, hakeligen Tücken, geht aber wesentlich besser von der Hand. Viele Kleinigkeiten wurden verbessert, nur die gesamte Technik ist immer noch veraltet. Es wird Zeit, das die Wii-Fassung endlich eine neue Engine bekommt, die nicht mehr auf dem schon verjährten PS2-System basiert. Warum auch immer der Online-Modus heraus geschmissen wurde, weiß wahrscheinlich nur der Undertaker. Fans der Reihe und Wrestlingfreaks können trotzdem ohne Bedenken zugreifen, alle anderen sollten lieber den Schimmelkäse eingeschweißt in der DVD-Hülle lassen.

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