Der Rhythmus liegt mir im Blut

Rhythmus-Spiele gibt es schon seit langer Zeit. Auch auf der Nintendo Switch ist das Genre mit Spielen wie Cadence of Hyrule oder der Just Dance-Reihe sehr breit aufgestellt. Daher braucht es neue innovative Konzepte, wenn man sich zwischen diesen Spielen behaupten will. Mit Music Racer aus dem Hause Sometimes You kommt nun ein weiterer Vertreter auf die Nintendo Switch, der Rhythmus- und Rennspiel miteinander verbindet. Ob das Ganze zusammenpasst und wie es sich spielt, erfahrt ihr im folgenden Test.


Viele Effekte und grelle Farben erwarten euch bei diesem Genremix. © Sometimes You

Das Hauptmenü und der Umfang des Spiels gestalten sich sehr übersichtlich. Es gibt keinen Story-Modus und auch keinerlei Tutorials oder zusätzliche Spiel-Modi zu entdecken. Stattdessen muss man sich mit dem Arcade-Modus begnügen, in dem ihr euch zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgraden entscheiden könnt. Nachdem ihr einen davon gewählt habt, geht es auch schon an die Musikwahl. Hier stehen euch von Anfang an die 23 Stücke des Spiels zur Verfügung, aus denen ihr wählen könnt. Seid ihr zufrieden mit dem Titel, entscheidet ihr euch noch für einen von 24 Boliden, von denen anfangs jedoch nur vier Stück freigeschaltet sind. Diese könnt ihr anschließend farblich nach euren Wünschen modifizieren, bevor ihr euch an die Streckenauswahl macht. Hier habt ihr die Wahl zwischen insgesamt 14 Strecken, von denen erstmal nur zwei von Beginn an verfügbar sind.


Und schon geht es auf die gewählte Strecke. Ihr steuert euer Fahrzeug, das automatisch die Straße entlang fährt, zwischen drei Spuren hin und her. Auf diesen Spuren erscheinen im Takt der Musik Noten, die ihr anfahren müsst. Bereits hier offenbart sich das größte Problem des Spiels: Die Strecken sind durch ihre vielen Kurven und Hügel so unübersichtlich, dass man oft keine Ahnung hat, auf welcher Spur die nächste Note kommen wird. So wird jede Strecke zum Blindflug und man kann nur raten, wo man als Nächstes hin muss. Hinzu kommen Hindernisse, denen ihr ausweichen müsst. Mit jeder eingesammelten Note erhöht sich euer Kombozähler, der sich am Ende auf den Gesamtpunktestand auswirkt. Trefft ihr ein Hindernis oder verpasst ihr eine Note, fällt der Zähler auf null. Habt ihr die Strecke abgeschlossen, werden euch die entsprechenden Statistiken angezeigt. Hier erfahrt ihr eure höchste Kombo und wie viele Noten ihr insgesamt eingesammelt habt. Aus diesen Werten ergibt sich ein Gesamtpunktestand, der eurem Konto gutgeschrieben wird.


Das Motorrad kenne ich doch. © Sometimes You

Die Punkte könnt ihr dann umgehend in neue Fahrzeuge oder Strecken investieren. Bis ihr alles freigeschaltet habt, werdet ihr die Standardstrecken allerdings öfter fahren müssen, da die Preise für die neuen Errungenschaften mitunter ziemlich hoch ausfallen. Die Fahrzeuge sind dabei optisch sehr unterschiedlich und bringen die Abwechslung, die das Spiel dringend benötigt. Mit von der Partie sind beispielsweise ein Polizeiauto, das charakteristische Motorrad aus den TRON-Filmen oder auch ein Weihnachtsmannschlitten. Bis auf die Optik gibt es zwischen den Gefährten aber keinen Unterschied. Ebenso verhält es sich bei den Stages, die im Grunde immer nur wie eine Abwandlung der immer gleichen Strecke wirken. Die verschiedenen Styles bringen zwar ein wenig Abwechslung in das recht monotone Spielgeschehen, jedoch bleibt die unübersichtliche Streckenführung auch bei neuen Leveln erhalten.


Das Spiel bietet vier verschiedene Schwierigkeitsgrade, aus denen ihr wählen könnt. Neben dem einfachen Schwierigkeitsgrad, in dem ihr so viele Hindernisse streifen könnt, wie euch lieb ist, gibt es auch einen Hard-Mode, in dem der Song endet, sobald ihr ein Hindernis getroffen habt. Hier müsst ihr also sehr gut aufpassen, wo ihr hinfahrt. Im Gegensatz dazu steht der Zen-Modus; hier gibt es keinerlei Hindernisse, was gut ist, um die Lieder zu üben. Für alle, die sich ein wenig entspannen möchten, gibt es weiterhin den Cinema-Modus. Hier fährt das Fahrzeug komplett allein zur Musik, während ihr die Kontrolle über die Kamera bekommt, um das Geschehen aus allen Himmelsrichtungen zu bestaunen.


Das Spiel erinnert an den Stil der Achtzigerjahre, was sich etwa durch die Neonfarben zeigt. Hinzu kommen viele grelle Effekte, die während der Fahrt eingesetzt werden. Optisch macht das Spiel sogar einiges her und wirkt im Zusammenhang mit der Musik sehr stimmig. Die Musik besteht ausschließlich aus Stücken der Electronic Dance Music, die vor allem in den Achtzigern sehr populär war. Leider sind die Titel allesamt unbekannt, sodass man eine Weile benötigt, bevor man sich an den Takt gewöhnt.

Unser Fazit

3

Eher nicht überzeugend

Meinung von Thomas Kurth

Music Racer schwächelt leider an vielen Ecken und Enden. Die Unübersichtlichkeit auf den Strecken steht an erster Stelle, denn so fällt es extrem schwer, die Töne auf der richtigen Spur zu treffen. Das mindert den Spielspaß deutlich und verfehlt so auch den eigentlichen Hintergrund des Spiels, denn anstatt die Noten einzusammeln, hat man die ganze Zeit das Gefühl, man müsste ihnen ausweichen. Die Modelle der Fahrzeuge und Strecken und die grafische Präsentation können zwar überzeugen, wiegen aber nicht die Patzer des Gameplays auf. Die Musik passt mit ihren elektronischen Klängen sehr gut ins Gesamtbild und fängt die Achtziger sehr gut ein.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 3

  • wonderboy

    Turmbaron

    sehr schade! hab mich so auf das Spiel gefreut..

  • Zyraxx

    Turmbaron

    Wem es zu unübersichtlich ist, sollte auf der Strecke "Retro" fahren. Da hat man eine gute Weitsicht. Der Zenmodus reicht völlig. Punkte hat man schnell zusammen und man kann sich ein paar kultige Fahrzeuge wie Kitt aus Knight Rider oder den Delorian freikaufen.


    Es ist ein Spiel für 6 Euro. Das sollte man sich vor Augen halten. Ich finde den Umfang und Spielspaß dafür in Ordnung.


    Auf dem PC hat das Spiel ein Gimmick, dass auf Konsole leider gestrichen wurde. Man kann nämlich Youtube Links einfügen und zu derer Musik fahren.


    Aber auch die Musik, die bei der Switch Version dabei ist, ist recht gelungen. Vergleicht das Spiel aber nicht mit Guitar Hero. Zwar erscheinen die Bobbel im Takt, aber man weiß nicht immer wenn man die Spur wechseln muss. Ist aber mich schlimm. Punkte gibt's mehr als genug.


    Es ist eh kein Spiel, was man ne Stunde am Stück zockt sondern man spielt ab und an mal ein paar Runden. Ich finde es sehr unterhaltsam und würde unter Berücksichtigung dieser Punkte 6 bis 7 Punkte geben. Für Freunde der Neon 80s sowieso Pflichtkauf.

  • wonderboy

    Turmbaron

    hab mir das teil trotz meiner bedenken geholt.. problem: wie starte ich das Spiel? hab alle knöpfe bedient aber es tut sich nix!