Fighters Pass Vol. 2 (2020 - 2021): Die 6 finalen Charaktere genau unter die Lupe genommen

Nachdem Nintendo zwischen April 2019 und Januar 2020 mit Joker aus Persona 5, dem Dragon Quest-Helden, Banjo und Kazooie, Terry aus Fatal Fury und Byleth aus Fire Emblem: Three Houses fünf einzigartige Charaktere veröffentlicht hatte, geht trotz der Coronakrise die DLC-Kämpfer-Flut weiter und bis Ende 2021 sollen insgesamt weitere 6 Kämpfer-Pakete fertiggestellt werden. Klickt auf den folgenden Link, um euch den vollständigen Test zum ersten Fighters Pass durchlesen. Im März 2020 wurde bekannt gegeben, dass der erste Kämpfer aus dem Fighters Pass Vol. 2 aus ARMS stammt. Am 22. Juni 2020 wurde die Identität des Charakters enthüllt und am 30. Juni erfolgte die Veröffentlichung – wir präsentieren:


Kämpfer-Paket 6: Min Min aus ARMS


Min Min ist die erste DLC-Kämpferin für den Fighters Pass Vol. 2 – sie stammt aus ARMS und ist somit der erste Smash-Charakter, der aus einem Franchise kommt, das auf der Nintendo Switch das Debüt gefeiert hat. Als einzige Kämpferin aus ARMS, die in der Luft Tritte einsetzen kann und zudem einen einzigartigen, feuerspeienden Drachenarm als Erkennungswaffe besitzt, eignet sich die 18-jährige Kampfkünstlerin mit chinesischen Wurzeln sehr gut als ARMS-Neuzugang für das Super Smash Bros. Ultimate-Universum.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 6 freigeschaltet:

  • Neue Kämpferin: Min Min
  • Neue Stage: Spring-Stadion
  • 18 neue Musikstücke aus ARMS, darunter 2 neue Remixes
  • 3 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 7 neue Geister, insgesamt (inklusive alter Geister) 10 ARMS-Geister auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar


Min Min spielt sich ganz anders als jeder andere Charakter im Smash-Universum: Während normalerweise der B-Knopf verwendet wird, um Spezialattacken einzusetzen, wird dieser beim Nudel-Mädchen dafür genutzt, ihren rechten Arm zu steuern. Ihr könnt somit wie in ARMS beide Arme unabhängig voneinander steuern, jeweils mit dem A-Knopf und mit dem B-Knopf. Während ihr linker Arm stets mit dem Laserlindwurm ausgerüstet ist, könnt ihr für euren rechten Arm mit Spezial Unten zwischen drei verschiedenen Waffen wechseln: Feuerarm für schnelle, schwache Angriffe, Laserlindwurm für einen zweiten Drachen-Arm und Megawatt für langsame, jedoch starke Angriffe, um Gegner aus der Stage zu befördern. Min Mins Drachen-Arm kann einen Laserstrahl abfeuern, wenn ihr nach einer Smash-Attacke den Angriffsknopf gedrückt haltet. Erstmals können Smash-Attacken übrigens auch in der Luft eingesetzt werden – des Weiteren sind die Arme biegsam wie gekochte Nudeln, wodurch die Steuerung noch präziser wird. Nettes Detail am Rande: Min Mins linker Drache hebt Items mit seinem Maul auf, um diese daraufhin zu tragen, zu werfen oder einzusetzen. Schön ist auch, dass bei ihrem Ultra-Smash Spring Man, Ribbon Girl, Ninjara, Mechanica, Twintelle und Master Mummy einen Auftritt haben und mit vereinten Kräften den Gegner angreifen, bevor Min Mins Laserlindwurm einen verheerenden Laserstrahl abfeuert.


Noch nie zuvor hatte ein Charakter in Super Smash Bros. Attacken mit derart viel Reichweite wie Min Min – auch Kopier-Knödel Kirby profitiert davon. © Nintendo

Die Spezial Oben stellt am Boden den ARMS-Sprung dar, mit dem vor Gegnern weggesprungen werden kann – werdet ihr jedoch von der Stage geschleudert und befindet ihr euch in der Luft, so könnt ihr diesen guten Sprung nicht einsetzen, sondern lediglich den ARMS-Haken nutzen, mit dem ihr euch an die Stage ziehen könnt. Leider ist diese Rettungs-Attacke nicht sehr gut und die Reichweite des ARMS-Hakens lässt, anders als viele andere Angriffen von Min Min, besonders in horizontaler Richtung zu wünschen übrig. Ihr solltet also aufpassen, dass ihr nicht zu weit aus der Stage gedrängt werdet, ansonsten ist ein Zurückkommen nur noch sehr schwer möglich. ARMS-Fans können sich freuen, dass dieser Charakter sehr originalgetreu porträtiert wurde: Sogar der Konter-Tritt, mit dem in Smash Bros. Projektile reflektiert werden können, und die einzigartige Mechanik, dass sich der rechte Drachen-Arm verstärkt, nachdem Gegner gegriffen wurden, sind toll implementiert worden. Wollt ihr jede Menge spannendes Hintergrundwissen zu Min Min erfahren, dann lest euch gerne unser ausführliches Spezial durch.


Nicht Min Mins Ramen-Schüssel, sondern das Spring-Stadion ist die Stage, die zusammen mit dem neuen Charakter erwerbbar ist. Zwar wirkt die Wahl auf den ersten Blick ein wenig langweilig, doch die ausfahrbaren Sprungplattformen am Rand und in der Mitte der Stage sorgen für ein neues, spaßiges Element, das es in dieser Form noch auf keiner anderen Stage gibt. Besonders nett ist auch die digitale Werbesäule im Hintergrund der Stage, auf welcher sämtliche Gesichter (inklusive der DLC-Kämpfer) aus ARMS angezeigt werden – welcher Charakter jeweils am Bildschirm angezeigt wird, ist völlig zufällig. Ein kleiner Fehler ist dem Entwicklerteam bei der Anzeige von Spring Man passiert, bei der das Springtron-Logo anstelle des Spring Man-Logos zu sehen ist – es ist zu erwarten, dass dieser Fehler zeitnah von Nintendo behoben wird. Oberhalb der Stage befindet sich ein schmaler Bogen, an den Gegner von unten dagegen prallen können, sich zum Glück jedoch nicht oben verstecken können. Dieser Bogen ist leider der Grund, wieso diese Stage in den meisten kompetitiven Turnieren nicht erlaubt sein wird – nichtsdestotrotz eignet sich die Stage in der Version ohne Stagekniffe relativ gut für ernsthafte Matches ohne Items.


Das Kämpfer-Paket 6 beinhaltet 18 neue Musiktracks aus ARMS, wobei jeweils zwei Stücke davon (der "ARMS Grand Prix Official Theme Song" und Min Mins "Ramen Bowl") einen neuen Remix spendiert bekommen haben. Die Musikauswahl ist zweifelsohne hervorragend und lässt nahezu keine Wünsche offen: Kein einziger Charakter-Song aus ARMS wurde ignoriert und die besten Stücke aus dem Originalspiel wurden für das DLC-Paket ausgewählt. Von den Originaltracks sind "Ribbon Ring", "Cinema Deux", "Sky Arena" und "Via Dolce" besonders hervorzuheben.


Fazit: Kämpfer-Paket Min Min


Unbestritten bringt Kämpfer-Paket 6 jede Menge neue Elemente in die Welt von Smash Bros. und Min Min ist eine einzigartige Kämpferin, die auch in Zukunft noch für viel Gesprächsstoff sorgen wird. Die Nudel-Liebhaberin ist zwar leicht zu steuern, doch es ist nicht leicht, mit ihr ohne viel Übung gegen andere Charaktere zu gewinnen, was unter anderem an ihrer eher schlechten Rettungs-Attacke und ihren Schwächen im Nah- und Luftkampf liegt. Etwas schade ist, dass bei den bereits seit 2018 spielbaren Geister-Kämpfen von Spring Man und Twintelle auf der DLC-Geistertafel weiterhin alte Songs abgespielt werden und diese nicht durch die entsprechenden Musiktracks aus ARMS ersetzt wurden. Auch können mit Min Min leider vereinzelt Bugs und Glitches auftreten, wie in Videos von zahlreichen Spielern weltweit gesehen werden kann.


Während auf jeden Fall viel Liebe in den Charakter gesteckt wurde, so ist Min Min sicherlich nicht für jeden etwas – das Steuern von zwei Armen unabhängig voneinander ist zwar einerseits etwas vollkommen Neues, doch auf der anderen Seite fühlt sich ihr Moveset dadurch etwas weniger abwechslungsreich an, da sich viele ihrer Attacken sehr gleichen und sie insgesamt weniger einzigartige Moves zur Verfügung hat als andere Kämpfer. Ich persönlich habe sehr viel Spaß mit der Ramen-Bomberin, halte sie für die bestmögliche Wahl aus allen möglichen ARMS-Charakteren und dank der zahlreichen neuen Elemente und der tollen Musiktracks finde ich den Kauf auf jeden Fall lohnenswert. Wer jedoch nichts mit einer Kämpferin anfangen kann, deren Spielweise darauf basiert, stets die Gegner mit ihren langen Armen sowie sich sehr ähnelnden Moves, die wenig Abwechslung bieten, von sich fern zu halten, könnte schnell die Lust an Min Min verlieren und sollte sich einen potenziellen Kauf gut überlegen.


Kämpfer-Paket 7: Steve aus Minecraft


Während viele Fans mit Charakteren wie Crash Bandicoot, Dante, Rayman, Geno oder einem neuen Pokémon für den zweiten DLC-Neuzugang des Fighters Passes Vol. 2 rechneten, überraschte uns Masahiro Sakurai aufs Neue und enthüllte am 1. Oktober 2020 Steve sowie seine tollen alternativen Kostüme Alex, Zombie und Enderman aus Minecraft, dem bestverkauften Spiel der Welt. Seit dem 14. Oktober ist das Minecraft-Paket für Super Smash Bros. Ultimate erhältlich und nach etlichen Spielstunden werde ich in diesem kurzen Review der Frage nachgehen, ob sich der Kauf von Steve & Co. lohnt. Wenn ihr einen detaillierten Einblick in seine Moves, Fähigkeiten sowie Stage-Eigenheiten bekommen wollt, dann klickt auf das hier verlinkte, vor Release des Charakters veröffentlichte Spezial.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 7 freigeschaltet:

  • Neuer Kämpfer: Steve (alternative Kostüme: Alex, Zombie und Enderman)
  • Neue Stage: Minecraft-Welt
  • 7 neue Musikstücke aus diversen Minecraft-Spin-offs/Minispielen, darunter 6 neue Remixes
  • 5 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 11 neue Geister, 9 davon auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar


Zuallererst sind der markante Grafikstil und das pixelige sowie eckige Erscheinungsbild von Steve auffällig, das auf den ersten Blick überhaupt nicht zum Artstyle der anderen Charaktere passt. Doch so skurril dies auch wirken mag, hat Sakurai es tatsächlich geschafft, Steve so originalgetreu wie möglich in die Welt von Smash Bros. zu bringen und zugleich gut spielbar zu machen. Dies dürfte der erste Charakter im Spiel sein, der gegenüber seinem originalen Erscheinungsbild kaum verändert wurde und seinen Charme 1:1 aus Minecraft ins Kampfspiel übertragen hat. Aufgrund der körperlichen Limitierungen wirken alle Bewegungen sehr steif und ausnahmsweise ist dies in diesem Fall eine positive Sache: Sei es die total schräge Aufsteh-Animation vom Boden oder die starre Balancier-Animation am Rande der Stage – all seine animierten Moves sehen zum Brüllen komisch aus.


Steve und Alex genießen ihr Debüt in Super Smash Bros. Ultimate.

© Nintendo

Auch hinsichtlich des Movesets spielt sich Steve völlig anders als jeder vorherige Kämpfer in Super Smash Bros. Ultimate. Das markanteste Merkmal des Minecraft-Neuzugangs ist das Abbauen von Materialien, das Herstellen von Waffen und das Bauen mit den Blöcken. All diese Dinge könnt ihr mit dem B-Knopf (Spezial Standard) durchführen, abhängig davon, ob ihr euch gerade am Boden (Abbau), vor einer Werkbank (Waffenherstellung) oder in der Luft (Blockplatzierung) befindet. Dass die abbaubaren Materialien sich abhängig vom Stage-Untergrund unterscheiden, ist unglaublich clever und sorgt für eine große taktische Komponente bei der Stagewahl sowie beim Kämpfen. Spielt ihr beispielsweise auf einer holzigen Stage, so werdet ihr öfter Holz als Ressource erhalten, auf metallenem Untergrund findet ihr hingegen öfter das wertvolle Eisen, das ihr beispielsweise für eure Lore (Spezial Seite) oder den Amboss (Luftattacke Unten) benötigt.


Während Blöcke von einfachen Materialien wie Erde oder Holz sehr schnell zerbrechen und sich meist nicht so gut eignen, Gegner vom Zurückkommen auf die Stage abzuhalten, ist diese Taktik bei festeren Materialien wie Eisen schon effektiver. Ihr müsst jedoch bedenken, dass beim Platzieren von Blöcken automatisch die jeweils schlechtesten Ressourcen zuerst verwendet werden. Dank der einzigartigen Blockfähigkeit könnt ihr sogar Matches ohne Stageuntergrund austragen und in einem eigens kreierten Spielmodus beweisen, wer am besten mit den Blöcken umgehen und den Gegner in den Abgrund stoßen kann (eine entsprechende Stage und Anleitung hierzu findet ihr beispielsweise in diesem Video von den Beefy Smash Doods) – eine sehr spaßige Alternative zu den herkömmlichen Smash-Matches! Grabt ihr lange genug, findet ihr früher oder später Diamant, womit ihr das stärkste Schwert, die stärkste Axt und die stärkste Spitzhacke schmieden könnt. Es ist empfehlenswert, stets Ressourcen abzubauen, wenn der Gegner sich gerade nicht in Reichweite befindet, denn gute Ressourcen wie Gold (Goldwaffen sind die schnellsten Waffen im Spiel), Redstone, welches für die Zündschnur der TNT-Box (Spezial Unten) sowie für einen Boost beim Loren-Fahren genutzt wird, oder Eisen sind im Kampf sehr hilfreich. Bei hohen Prozenten ist es ratsam, einen Diamanten in der Hinterhand zu haben und sich diesen für später aufzuheben, sodass beim nächsten Stock sofort Diamantwaffen geschmiedet werden können, um sich einen schönen Startvorteil zu verschaffen.


Steve ist besonders gut gegen Charaktere, die nicht so schnell sind, da der Neuzugang ein wenig Verschnaufzeit braucht, um Materialien sammeln, Waffen schmieden und Blöcke bauen bzw. Fallen vorbereiten zu können. Doch auch abseits davon verfügt Steve über einige verdammt starke Fähigkeiten wie beispielsweise die Lore, den Amboss, den Lavablock (Smash Oben) oder das Feuer (Bodenangriff Unten), von welchen andere Charaktere nur träumen können. Interessant ist auch, dass die aus Super Smash Bros. Brawl bekannte Gleitmechanik dank der Elytren von Steve (Spezial Oben) nun auch in diesem Spiel wieder ein Comeback feiert. Wer viel Zeit in den Charakter investiert, kann zudem jede Menge spannende Combos lernen, welche sowohl den Einsatz von Blöcken als auch von Steves Nahkampfwaffen erfordern, um Gegnern das Leben schwer zu machen. Sakurai und sein Team haben allerlei tolle Elemente aus Minecraft in das Moveset von Steve, Alex & Co. gesteckt, sodass kaum Wünsche offenbleiben. Der Ultra-Smash ist ebenfalls sehr humorvoll und schickt den Gegner in den Bau der Bedrängnis, welcher von Creepern in die Luft gesprengt wird, während sich Steve ein Siegessteak gönnt.


Die Stage "Minecraft-Welt" bietet mehr als man sich hätte erträumen können und lässt euch zufällig in einem von sechs verschiedenen, wunderschön gestalteten Biomen wie im Felsküstenbiom oder in der verschneiten Tundra kämpfen, sodass euch quasi sechs Stages in nur einem Stageslot geboten werden. Bei Bedarf könnt ihr übrigens manuell via Tastenkombinationen zwischen den sechs Stages auswählen, welche jeweils einen dynamischen Tag/Nacht-Wechsel und verschiedene Blöcke zum Abbauen von Ressourcen bieten. Auch kompetitive Spieler dürfen sich freuen, denn die sechs verschiedenen Versionen der Minecraft-Welt ohne Stagekniffe eignen sich durchaus gut für ernsthafte Matches ohne Items. Das Kämpfer-Paket 7 beinhaltet leider lediglich 7 neue Musiktracks, die allesamt aus Spin-offs oder Minispielen, nicht jedoch aus dem originalen Minecraft-Spiel stammen – der ikonische Track "Sweden" sowie alle weiteren Songs von C418 fehlen somit schmerzlich in Super Smash Bros. Ultimate (mehr Infos dazu findet ihr in dieser News). Nichtsdestotrotz weiß die Musik sehr zu überraschen, denn 6 der 7 Tracks sind wirklich unerwartet schöne Remixe (jeweils von unterschiedlichen Komponisten arrangiert) und sogar für manch eingesessenen Minecraft-Fan völlig neu. Das Highlight stellt hierbei der Remix "Halland / Dalarna" aus Minecraft Dungeons dar, welcher bereits beim Steve-Enthüllungstrailer für Begeisterung sorgen konnte, doch auch Tracks wie "Toys on a Tear" und "Glide" sorgen für eine fantastische Hintergrundbeschallung.


Fazit: Kämpfer-Paket Steve


Ich bin ganz ehrlich: Vor der Enthüllung des Charakters zählte Steve bei Weitem nicht zu meinen Wunschcharakteren, da ich ihn mir nur schwer in der Welt von Super Smash Bros. vorstellen konnte. Nun im Nachhinein muss ich zugeben, dass Steve einer der tollsten sowie innovativsten Charaktere ist, die das Spiel zu bieten hat und zudem mit der einzigartigen "Minecraft-Welt" auch das Stage-Roster sehr bereichert. Während Min Min trotz des neuartigen Konzepts für manche Smash-Spieler hinsichtlich des doch recht eintönigen Movesets ein bisschen enttäuschend gewesen sein könnte, strotzt Steve nur so vor kreativen, noch nie da gewesenen Movement-Optionen und bietet jede Menge Werkzeuge, die ihr miteinander kombinieren und mit denen ihr euch austoben könnt. Es ist gut möglich, dass von allen bisherigen DLC-Paketen in die Super Smash Bros. Ultimate x Minecraft-Kollaboration am meisten Liebe gesteckt und der meiste Aufwand investiert wurde, was sich alleine an der Tatsache zeigt, dass jede einzelne Stage im Spiel neu bearbeitet werden musste, um das einzigartige Konzept mit den Blöcken zum Funktionieren zu bringen. Zwar ist Steve nicht leicht zu meistern, dennoch macht der Charakter einen Riesenspaß und ich kann jedermann voll und ganz eine warme Kaufempfehlung aussprechen!


Kämpfer-Paket 8: Sephiroth aus Final Fantasy VII


Bei den The Game Awards 2020 wurde überraschend Sephiroth aus Final Fantasy VII als DLC-Kämpfer 8 für Super Smash Bros. Ultimate angekündigt. Der Einflüglige Engel konnte im Rahmen einer zeitbegrenzten, exklusiven Sephiroth-Challenge bereits seit dem 18.12.2020 freigespielt werden, der offizielle Release inklusive aller Inhalte erfolgt jedoch erst am 23.12.2020, pünktlich zu Weihnachten. Zwar ist Sephiroth ein ikonischer Schurke, doch er stammt aus einem Third Party-Spiel, das bereits in Smash Bros. mit einem Kämpfer und einer Stage vertreten ist. Zugegeben war ich also zunächst etwas skeptisch und erhoffte mir mehr Inhalte als beim mageren Cloud-DLC-Paket von Super Smash Bros. Ultimate, um der tollen Final Fantasy-Reihe gerecht zu werden. Inwiefern meine Hoffnungen in diesem DLC-Paket erfüllt wurden, erfahrt ihr im nachfolgenden Text.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 8 freigeschaltet:

  • Neuer Kämpfer: Sephiroth
  • Neue Stage: Nordhöhle
  • 9 Musikstücke aus Final Fantasy VII und Final Fantasy VII: Advent Children, darunter 4 neue Remixes
  • 2 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 16 neue Final Fantasy-Geister, 13 davon auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar


Das Charaktermodell von Sephiroth in Super Smash Bros. Ultimate sieht fantastisch aus und trotz seiner riesigen Größe ist der Bösewicht einer der leichtesten Charaktere im Spiel. Dies dürfte eine Balancing-Entscheidung sein, um den Vorteil durch die immense Reichweite seines schmalen Masamune-Schwertes ein wenig auszugleichen. Von der Spielweise kann Sephiroth ein wenig mit Byleth verglichen werden, er verfügt sogar über eine noch größere Reichweite und eine schnellere Bewegungsgeschwindigkeit, jedoch etwas langsamere und schwächere Schwert-Attacken. Sein Schwert hat die besondere Eigenheit, unterschiedlich stark zu sein, je nachdem, an welcher Schwertstelle der Gegner getroffen wird: Bei normalen Schwerthieben ist die Mitte des Schwertes am verheerendsten, während bei Schwertstichen die Spitze des Schwertes am stärksten ist, wodurch mehr Strategie und Genauigkeit beim Spielen gefragt ist. Genau umgekehrt zu vielen Schwertkämpfern wie Marth, Lucina, Chrom oder dem Dragon Quest-Helden ist der Bodenangriff nach oben von Sephiroth ein geradliniger Schwertstich, während der Smash nach oben einen Hieb mit großer Reichweite darstellt, was eine kleine Umstellung darstellt.


Zwei Schurken mit langen Schwertern in Smash: Ghirahim und Sephiroth

© Nintendo

Die Spezialattacken von Sephiroth sind einzigartig und durch die Bank sehr nützlich: Je nachdem, wie lange der Spezialknopf gedrückt wird, kann Sephiroth die explosiven Geschosse Flare, Mega-Flare und Giga-Flare abfeuern. Letzteres Geschoss kann Gegner sogar bei 0 % aus der Stage fegen und ist eine extrem starke Waffe, die besonders nach einem gebrochenen Schild oder beim Abhalten von Gegnern, die auf die Stage zurückkommen wollen, sehr effektiv ist. Auch die Spezial Seite (Schattenflamme) kommt in drei Stärken daher, abhängig von der Drucklänge auf den Spezialknopf: Maximal drei lila Flammen auf einmal, bzw. bei vermehrter Ausführung bis zu insgesamt fünf Flammen können den Gegner umkreisen und kurz darauf attackieren. Es kann zwar manchmal etwas knifflig sein, Gegner mit diesem Projektil zu treffen, doch falls dies gelingt, lassen sich allerlei spannende Follow-Ups damit anstellen, wie beispielsweise der mächtige Smash Unten, um das Schild von defensiven Gegnern zu zerbrechen.


Sephiroth besitzt, wie viele Schwertkämpfer, einen Konter namens Scintilla, der glücklicherweise nicht nur optisch toll aussieht, sondern sich dank einer automatischen Attacke am Ende der Ausführung auch stark von jedem anderen Konter im Spiel unterscheidet. Der schnelle Blitzstoß fungiert als seine Spezial Oben, die bei längerem Halten des Knopfes als Achtstreich ausgeführt werden kann, mit dem Gegner attackiert werden können. Verglichen mit vielen anderen Schwertkämpfern ist Sephiroths Rettungsattacke ziemlich gut und kann für Gegner aufgrund diverser Richtungs- und Verzögerungs-Optionen unberechenbar sein. Der Ultra-Smash von Sephiroth ist Supernova und bietet eine wunderschöne Zwischensequenz mit jeder Menge Liebe zum Detail: Sowohl die mathematischen Gleichungen als auch zufällige Statuseffekte am Ende des Angriffs gegen die Gegner wurden originalgetreu aus Final Fantasy VII adaptiert.


Wie die meisten DLC-Charaktere besitzt auch Sephiroth ein besonderes Gimmick, nämlich seinen Einflügligen Zustand: Wenn Sephiroth in Gefahr ist, wächst ihm automatisch ein Flügel, wodurch er schneller und stärker wird, Superrüstung für seine Smash-Attacken erhält sowie auf einen zusätzlichen Luftsprung zugreifen kann. Comeback-Mechaniken in Smash Bros. sind nichts Neues, doch diese Flügelmechanik ist durchaus besonders, da der Flügel nicht bei einer vorgegebenen Prozentzahl aktiviert wird, sondern auch von der Lebensanzahl abhängig ist: Besitzt man selbst noch drei Leben, der Gegner jedoch nur zwei, so aktiviert sich der Flügel weit nach 100 %, ist man selbst jedoch ein oder gar zwei Stocks hinten, so kann der Einflüglige Zustand bereits ab ca. 30 % herbeigeführt werden. Der Flügel kann wieder verloren werden, wenn sich das Match wieder ausgleicht oder wenn Sephiroth ein Leben verliert. Diese zweite Form mit Flügel lässt Kämpfe gegen Sephiroth so wirken, als würde man tatsächlich gegen einen Boss spielen. Übrigens sind auch zwei Kostümvarianten oben ohne verfügbar, so wie er im finalen Kampf in Final Fantasy VII teils auftritt. Die anderen Kostümvarianten sind zugegebenermaßen leider etwas unspektakulär, ähnlich wie bereits bei Cloud.


Die Stage Nordhöhle ist ein optisch faszinierender Augenschmaus, der euch im Hintergrund durch die Endgeschehnisse von Final Fantasy VII führt. Bei der Stage merkt man deutlich, wie viel Liebe zum Detail Masahiro Sakurai und sein Team in die Inszenierung gesteckt haben. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist jedoch das bereits öfters im Spiel vertretene Layout der Stage, welches aus einer flachen Kampffläche mit jeweils zwei kleinen Plattformen besteht: Für kompetitive Spieler ist die Stage zwar prima geeignet (sofern der Hintergrund nicht als zu störend empfunden wird), dass sich die Kampffläche mit Stagekniffen jedoch überhaupt nicht von der Version ohne Stagekniffe unterscheidet, ist etwas schade. Wer mehr Action haben will, kann allerdings auf die ebenfalls aus Final Fantasy VII stammende Midgar-Stage zugreifen, auf welcher auch alle neuen Musiktracks abspielbar sind.


Kommen wir schlussendlich zur Musikauswahl, die im Vorhinein sehr ungewiss war: Wird Sephiroth wie bereits Cloud wieder lediglich 2 Songs (One-Winged Angel und Jenova) bekommen oder konnten dieses Mal mehr Songs und vielleicht sogar neue Remixes verhandelt werden? Die gute Nachricht: Ja, die Musikauswahl hat die Erwartungen übertroffen und neben den beiden vorhin genannten, ikonischen Bosstracks (übrigens sind dies die einzigen Originaltracks im Spiel), haben es 4 tolle Remixes (Opening - Bombing Mission, das Final Fantasy VII-Main Theme, das besonders herausragend gesungene Aerith's Theme und Überraschungswahl Cosmo Canyon) sowie drei Musikstücke aus dem Advent Children-Film von Final Fantasy VII, darunter der aus dem Enthüllungstrailer bekannte One-Winged Angel-Remix ins Spiel geschafft. Auch wenn natürlich Songs aus Final Fantasy VII Remake und weitere Musikstücke aus anderen Final Fantasy-Spielen schön gewesen wären, so kann ich mich über die Musikwahl nur schwer beklagen und bin von den neuen Remixes begeistert.


Fazit: Kämpfer-Paket Sephiroth


Sephiroth als Kämpfer in Super Smash Bros. Ultimate ist ein rundum gelungenes Paket, das nahezu alle Hoffnungen, die ich im Anschluss an die Kämpferenthüllung hatte, erfüllt hat: Ein spaßiges Moveset, das neue Elemente wie die Schattenflamme (Spezial Seite) und mit Scintilla eine neue Kontermechanik einführt, jede Menge schöne Referenzen im Hintergrund der Stage und im Ultra-Smash, eine zufriedenstellende Geister- und Musikauswahl mit tollen Remixes, welche endlich für die angemessene Repräsentation von Final Fantasy VII in Smash sorgt, die Einführung eines Boss-Rush-Modus in Form des Klassischen Modus mit Sephiroth, die erhoffte Siegesanimation im Nibelheim-Feuer (zusammen mit Joker wohl die tollste Siegesanimation im Spiel) und der fantastische Sieges-Jingle mit dem "Sephiroth"-Chorgesang am Ende. Anders als die bisherigen beiden Charaktere im Fighters Pass Vol. 2 ist Sephiroth zudem leicht zu spielen und leicht zu verstehen, wodurch er auch für Anfänger sehr empfehlenswert ist. Einzig ein wenig schade ist, dass die Stage abgesehen von der Optik nicht viel Neues mit sich bringt und dass keine der tollen Musiktracks aus dem Final Fantasy VII Remake verfügbar sind.


Kämpfer-Paket 9: Pyra & Mythra aus Xenoblade Chronicles 2


Bei der ersten großen Nintendo Direct-Präsentation seit 2019 wurden am 17. Februar 2021 nicht nur ein, sondern sogar zwei Charaktere in einem für Super Smash Bros. Ultimate enthüllt. Um genau zu sein, wurde das legendäre Klingenduo bestehend aus Pyra und Mythra aus Xenoblade Chronicles 2 enthüllt, das von Sakurai gegenüber dem Protagonisten Rex den Vorzug erhalten hat. Ähnlich wie früher bei Zelda und Shiek könnt ihr während des Matches frei und beliebig oft zwischen den beiden Charakteren wechseln, wodurch eine spannende taktische Komponente hinzukommt.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 9 freigeschaltet:

  • Neue Kämpferin: Pyra/Mythra
  • Neue Stage: Wolkenmeer von Alrest
  • 16 neue Musikstücke aus Xenoblade Chronicles 2, darunter 3 neue Remixes
  • 4 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 7 neue Geister, 5 davon auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar (inklusive der alten Geister insgesamt 11 Geister auf der DLC-Tafel bekämpfbar)


Pyra und Mythra teilen ähnliche Grund-Moves, unterscheiden sich jedoch stark in ihren Spezial-Attacken sowie den Grundeigenschaften wie Geschwindigkeit, Gewicht und Persönlichkeit. Kaum ein anderer Charakter im Spiel verfügt über derart viele Sprüche und Stimmen wie Pyra und Mythra, die auch von Rex und dem Titanen Azurda angefeuert werden. Sakurai hat jede Menge schöne Referenzen eingebaut, die das Herz von Xenoblade Chronicles 2-Fans höher schlagen lassen. Bis ins kleinste Detail sehen die Charaktermodelle der beiden Kämpferinnen fantastisch aus und lassen Serien-Veteran Shulk in dieser Hinsicht sehr alt aussehen. Insgesamt 16 tolle Kostüme stehen euch zur Verfügung, die zum Teil an Charaktere aus Xenoblade Chronicles 2 gelehnt sind. Nintendo hat auf ein entschärftes Charakter-Design zurückgegriffen, das allerdings gut zum Spiel passt – die schwarzen Leggins von Mythra, die bereits 2018 für ihren Geist in Smash Bros. verwendet wurden, stehen der Blondine durchaus gut.


Pyra und Mythra machen es sich auf dem Titanen Azurda gemütlich.

© Nintendo

Ohne Frage ist Pyra für Anfänger die einfachere Kämpferin und vermutlich für den Großteil der Spieler auch der bessere Charakter, um erfolgreich zu sein: Pyra ist schwerer als Mythra, kann somit länger überleben und hat deutlich stärkere, jedoch etwas langsamere Moves, die einfach zu steuern sind. Ihr Flammenschwert hat eine enorme Wucht und kann Gegner sehr früh aus der Stage befördern. Ihre aufladbare "Brandnova" (Spezial Standard) ist ein feuriger Tanz, bei dem Pyra ihr Schwert um sich kreisen lässt und Gegner sich ihr keinesfalls nähern sollten: Setzt diesen Move auf jeden Fall in der Luft neben der Stage ein, um Gegner davon abzuhalten, von der Seite auf die Stage zurückzukommen. Nicht außerhalb der Stage solltet ihr hingegen das "Flammenfinale" (Spezial Seite) einsetzen, bei dem Pyra ihr Schwert nach vorne schleudert und eine Fläche abdeckt, die Gegner meiden sollten, um nicht getroffen zu werden: Setzt diesen Move am besten auf bzw. am Rand der Stage ein, um Gegner davon abzuhalten, von der Kante hängend aufzustehen. Pyras "Revolte" (Spezial Oben) ähnelt Ikes "Aithir", hat eine gute vertikale, jedoch schlechte horizontale Reichweite und eine enorme Durchschlagskraft, die manche Gegner bereits bei unter 100 % aus der Stage befördern kann.


Mythra ist wiederum die agilere der beiden Charaktere und kann sich nicht nur überdurchschnittlich schnell bewegen, sondern verfügt auch über schnellere Angriffe als Pyra, die jedoch merkbar weniger Schaden und Knockback verursachen. Auf einem hohen Level dürfte Mythra aufgrund des besseren Combo-Potenzials und der speziellen Fähigkeit "Schicksalsblick", bei dem Gegner im Moment des perfekten Ausweichens verlangsamt werden können, die bessere der beiden Kämpferinnen sein – jedoch nur, wenn sehr viel Energie und Übung in den Charakter reingesteckt wird. Ihr "Blitzbrecher" (Spezial Standard) ist ein aufladbarer Angriff, der nur mit Vorsicht oder im Rahmen von Combos eingesetzt werden sollte, denn Gegner können die Schwerthiebe abwarten und euch daraufhin hart bestrafen. Ihre "Photonenschneide" (Spezial Seite) ähnelt dem "Achtstreich" von Sephiroth und kann sowohl am Boden als auch in der Luft eingesetzt werden, um beispielsweise horizontal wieder auf die Stage zurückzukommen. Besonders nützlich ist der Move am Boden in Richtung Stagekante, denn die zahlreichen Schwerthiebe ragen über den Stagerand hinaus und können Gegner, die von der Seite auf die Stage zurückkommen wollen, davon abhalten. Sowohl den Blitzbrecher als auch die Photenenschneide solltet ihr auf keinen Fall außerhalb der Stage einsetzen, sofern ihr daraufhin nicht mehr die Stagekante erreichen könnt. Als Spezial Oben hat Mythra sowohl das "Licht der Strafe" als auch den "Regenbogenstaub" aus Xenoblade Chronicles 2: Torna – The Golden Country, abhängig davon, wie lange ihr die Spezialtaste gedrückt haltet: Diese Aufwärtsschwertbewegung inklusive Lichtblitz-Projektil kann sowohl zum Retten auf die Stagekante als auch als Angriff, beispielsweise aus dem eigenen Schild heraus, eingesetzt werden. Beachtet jedoch, dass die Lichtblitze Plattformen nicht durchdringen können, wodurch möglicherweise Stages wie die Letzte Station eine bessere Wahl sein könnten. Während Pyras Ultra-Smash "Flammenschwert" für K.O.s geeignet ist, solltet ihr Mythras "Geweihten Pfeil" einsetzen, wenn Gegner bei niedrigen Prozent sind, um ihnen zusammen mit Rex besonders viel Schaden mitzugeben.


Die Stage "Wolkenmeer von Alrest" spielt sich auf dem Rücken vom kleinen Titanen Azurda ab, der als Beschützer von Rex bekannt ist und gerne als Opa bezeichnet wird. Wirklich schön ist die Tatsache, dass im Hintergrund der Stage nicht nur verschiedene Charaktere aus Xenoblade Chronicles 2 Gastauftritte haben, sondern, dass auch einige der auf den Titanen gegründeten Länder wie Gormott, Uraya oder Mor Ardain auftauchen. Ab und zu bewegt Azurda seinen Kopf, wodurch die Kämpffläche verkleinert wird – auch vertikal ist die Sicht unterhalb der Stage durch den dichten Wolkennebel stark eingeschränkt, was eine kleine Besonderheit der Stage darstellt. Etwas schade ist jedoch, dass die Unterschiede zwischen der Stage mit Stagekniffe und der Stage ohne Stagekniffe erneut recht gering ausgefallen sind und vielleicht werden manche Spieler ein wenig mehr Abwechslung vermissen, was die spielerische Komponente anbelangt. Wie schon bei der Sephiroth-Stage wurde auch hier wieder der größte Fokus auf die Optik gelegt.


Zu guter Letzt ein paar Worte zur Musik: Aus neutraler Sicht ist das neueste DLC-Paket mit 16 neuen Tracks (darunter 3 Remixe) eine absolute musikalische Bereicherung, denn Xenoblade Chronicles 2 hat zweifelsohne einen der besten Videospiel-Soundtracks aller Zeiten. Wer Xenoblade-Fan ist, wird jedoch vielleicht ein bisschen gemischte Gefühle haben, denn außerhalb vom zweiten Ableger wurden keine weiteren Xenoblade-Stücke hinzugefügt. Ein paar herausragende Xenoblade 2-Songs wie beispielsweise "Tantal" oder "Monster Surprised You" haben es nicht ins Spiel geschafft bzw. im Falle von Tantal ist lediglich ein kleiner Ausschnitt im Medley zu hören. Apropos Medley: Das von ACE arrangierte Titanen-Mashup klingt großartig und ist als besonderer Remix hervorzuheben. Auf der anderen Seite ist der Remix zu Counterattack eher auf der durchschnittlichen Seite anzusiedeln: Der von Nobuko Toda arrangierte Track hat ein paar gelungene Stellen, wie beispielsweise eine Transposition um 2 Töne höher im Mittelpart, wirkt jedoch im Vergleich zum Original größtenteils blass, energielos und zudem gekürzt, sodass es sehr schade ist, dass der Originaltrack nicht zusätzlich ausgewählt wurde. Überraschend ist zudem der Tiger! Tiger!-Remix von Yuzo Koshiro, der vom Stil an alte Mega Drive-Spiele angelehnt ist. Trotz der kleinen Kritikpunkte bietet das aktuelle DLC-Paket einige der tollsten Musik-Neuzugänge wie beispielsweise "Mor Ardain - Roaming the Wastes", "Battle!!/Torna" und "Gormott", die bislang sehr in Smash Bros. gefehlt hatten.


Fazit: Kämpfer-Paket Pyra & Mythra


Bei derart viel Diskussionsstoff habe ich den wichtigsten Aspekt des neuesten DLC-Pakets noch gar nicht erwähnt: Mit Pyra und Mythra zu kämpfen macht unheimlich viel Spaß! Es sind erst wenige Tage seit Release vergangen und tatsächlich habe ich bislang mit keinem anderen Charakter aus dem Fighters Pass Vol. 2 derart viel und oft gespielt wie mit Pyra und Mythra. Dem nicht genug, sind die beiden Klingen unfassbar gute Charaktere und kein anderer DLC-Kämpfer aus dem aktuellen Kämpferpass ist für Anfänger derart gut geeignet wie Pyra/Mythra: Während ich mit Min Min und Steve aufgrund der Komplexität auch nach vielen Matches große Probleme hatte, gute Ergebnisse zu erzielen, war es für mich mit Pyra und Mythra sehr leicht, bereits nach kurzer Zeit etliche Siege gegen starke Gegner einzufahren. Ich denke nicht, dass ich mich weit aus dem Fenster wage, wenn ich behaupte, dass das Duo Pyra/Mythra aufgrund etlicher fantastischer Moves und Eigenschaften einer der, wenn nicht sogar der stärkste Charakter im Spiel ist und in der Tier-Liste ganz weit oben landen wird. Es ist ohne Probleme möglich, mit nur einer der beiden Kämpferinnen erfolgreich zu sein, doch es ist trotzdem empfehlenswert, das geschickte Wechseln zwischen den Klingen zu üben, um in den richtigen Situationen die Stärken der jeweils passenden Kämpferin voll ausschöpfen zu können. Für mich persönlich steht fest: Das Kämpferpaket Pyra/Mythra ist aufgrund der tollen Musik und den spaßigen Kämpferinnen im Doppelpack bislang der lohnenswerteste DLC aus Fighters Pass Vol. 2 und ich kann eine eindeutige Kaufempfehlung aussprechen!


Kämpfer-Paket 10: Kazuya aus Tekken


Im Rahmen der E3 2021 wurde etwas überraschend Kazuya Mishima als DLC-Kämpfer 10 für Super Smash Bros. Ultimate enthüllt – nachdem Heihachi zuvor schon als DLC-Mii-Kostüm veröffentlicht wurde, rechneten nämlich nur die wenigsten Fans mit einem Tekken-Neuzugang. Ähnlich wie Terry Bogard aus dem ersten Fighters Pass stammt auch Kazuya aus einer zuvor noch nicht vertretenen japanischen Fighting-Reihe, dreht sich bei 1 vs 1-Duellen stets in Richtung des Gegners und kommt mit einem komplexen Moveset, einer Stage mit durchbrechbaren Wänden und einer Fülle an Musiktracks daher. Erfahrt hier, ob sich das vorletzte DLC-Kämpferpaket lohnt und wie sich der Kämpfer im Praxistest schlägt.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 10 freigeschaltet:

  • Neuer Kämpfer: Kazuya
  • Neue Stage: Mishima Dojo
  • 39 Musikstücke aus der Tekken-Reihe, darunter 8 neue Remixes
  • 3 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 13 neue Tekken-Geister, 10 davon auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar


Bereits für die letzten beiden Ableger wollte Masahiro Sakurai Heihachi aus Tekken als Kämpfer einbauen, jedoch fiel es ihm zu schwer, das Movement möglichst originalgetreu in die Welt von Super Smash Bros. zu übertragen. Anders als beispielsweise Ryu aus Street Fighter oder Terry aus King of Fighters wird Tekken in einer 3D-Umgebung gespielt und besitzt Mechaniken, um sich auch nach vorne und hinten bewegen zu können. 7 Jahre später konnte der Smash-Schöpfer nun doch seinen Plan in die Tat umsetzen und hat sich für Kazuya Mishima entschieden, da er anders als sein Vater Heihachi das Devil Gene besitzt und dies für ein noch abwechslungsreicheres Moveset sorgt. Sakurai hat es geschafft, den Kämpfer inklusive der Beibehaltung zahlreicher seiner Eigenschaften aus Tekken in Smash zu übertragen, ihn zugleich aber auch an die Spielweise anderer Smash-Charaktere und an das höhere Spieltempo im All-Star-Prügler anzupassen. Kazuya ist einerseits ein leicht zu spielender Charakter mit enorm starken Attacken, die vergleichbar mit den stärksten Angriffen von Fanlieblingen wie Captain Falcon oder Ganondorf sind, und zugleich ein schwer zu meisternder Combo-Kämpfer mit einer bisher nie dagewesenen Anzahl an Optionen.


Ihr könnt Kazuya wahlweise auch ganz in Gold oder Silber spielen.

© Nintendo

Dank des Devil Genes kann sich Kazuya jederzeit während des Kampfes in seine furchterregende Teufelsform verwandeln – diese aktiviert sich sowohl bei seinen Spezial-Attacken als auch bei seinen Smash-Attacken automatisch. Kazuyas Spezial Standard ist der Devil Blaster, ein schneller Strahl mit großer Reichweite, der auf- und abwärts gerichtet werden und auch gegen Charaktere außerhalb der Stage eingesetzt werden kann. Bei diesem verheerenden Strahl handelt es sich ohne Zweifel um eine der besten neutralen Spezialattacken im Spiel, die sowohl leicht auszuführen als auch leicht zu treffen sind. Etwas schwieriger ist der Umgang mit der Devil Fist, seiner Spezial Seite: Hierbei handelt es sich um eine Stoßfaust, mit der Kazuya in Gegner rammt, die daraufhin entweder leicht Schaden nehmen oder, falls in der Nähe eingesetzt, sogar paralysiert werden und zu Boden fallen, woraufhin weitere Combos fortgesetzt werden können. Auch zur horizontalen Rettung auf die Stage kann Devil Fist genutzt werden – für die vertikale Rettung ist wiederum der Spezial Oben-Move Devil Wings nützlich, mit dem Kazuya nach oben schnellt und dabei sogar Gegner treffen sowie vertikal aus der Stage katapultieren kann. Trotz seines schweren Gewichts und seiner Stärke im Austeilen harter Schläge verfügt Kazuya über durchaus gute Rettungsmanöver. Seine Spezial Unten ist die gefürchtete Heaven's Door – ein Bowsers Wrestlingattacke ähnelnder Griff, der Gegner in die Luft reißt und anschließend auf den Boden oder in den Abgrund stürzen lässt. Nicht nur sind alle seiner Spezialattacken äußerst stark und nützlich, auch sein Ultra-Smash gehört zu einem der besten im Spiel: Der Final Blaster ist ein verheerendes Lasergewitter, das aus dem Storymodus von Tekken 7 bekannt ist und Gegner am Rand der Stage bereits bei 0 % horizontal aus dem Bildschirm fegen kann.


Habt ihr mehr als 100 % Schaden erhalten, so beginnt Kazuya rot zu leuchten und kann vom aus Tekken bekannten Rage-Zustand profitieren: Nicht nur erhöht sich eure Angriffskraft um 10 %, auch könnt ihr den einmaligen Rage Dive einsetzen, eine besonders mächtige Version seiner Heaven's Door, was zu einem frühen Stockverlust des Gegners führen kann. Den Rage Dive könnt ihr entweder mit einem normalen Griff, der Spezial Unten oder (als noch stärkere Version) mit dem Shoryuken-Input + einem Angriffsknopf ausführen. Habt ihr den Rage Dive erfolgreich eingesetzt oder habt ihr 6 Mal vergeblich versucht, Gegner zu greifen, verliert ihr den Rage-Zustand wieder und auch wenn ihr zu viel Schaden erhaltet oder ein Leben verliert, verschwindet der Rage-Zustand wieder. Je öfter ihr daneben greift, desto weniger Prozent Schaden muss der Gegner euch hinzufügen, damit ihr den Rage-Zustand wieder verliert. Was Kazuya einzigartig macht, sind eine Hülle und Fülle an Tilts, also starke Angriffe, die durch den A-Knopf und das Lenken des Controlsticks in eine von 8 verschiedenen Richtungen ausgeführt werden können. Insgesamt besitzt Kazuya über 40 verschiedene Moves, die teils durch verschiedene Richtungseingaben ausgeführt werden und die ihr euch in der verlinkten News mit übersichtlichen Grafiken ansehen und einprägen könnt. Eine einfache, jedoch wirksame und besonders bei Gelegenheitsspielern sehr effektive Combo, die jeder auf Anhieb beherrschen sollte, ist die 10 Hit Combo, welche durch wiederholtes Drücken oder Halten des A-Knopfes ausgeführt werden kann und amüsanterweise in Smash Bros. extra einfach umgesetzt wurde. Auch erwähnenswert ist, dass viele Moves von Kazuya wie Smash-Attacken und Duck-Angriffe/-Manöver über Superrüstung, starke Rüstung oder vorrübergehende Unverwundbarkeit verfügen und Gegner somit den Tekken-Neuzugang im Kampf noch mehr respektieren müssen. Auf alle besonderen Eigenschaften (wie die Combo mit der Verspotten-Taste, die aufwendige, tolle Kirby-Verwandlung oder den Meteoreffekt bei der neutralen Luftattacke sowie dem Smash Unten) näher ins Detail zu gehen, würde wohl den Rahmen dieses Reviews sprengen, doch zumindest die animierten Würfe von Kazuya, der einen zusätzlichen fünften Wurf mit Inputeingaben besitzt, haben ein Extralob verdient, denn diese wurden besonders schön animiert, inklusive einer dynamischen Kamera, um das Gefühl von Tekken noch stärker zu rekreieren.


Die dunkle Stage Mishima Dojo stammt aus Tekken 7 und gehört eigentlich Kazuyas Vater Heihachi Mishima, welcher im Stage-Hintergrund zu sehen ist und bei einem K.o. Reaktionen von sich gibt. Das Mishima Dojo hat sowohl eine Decke als auch Wände, die zerstört werden können, wenn Gegner mit genügend Wucht dagegen geschleudert werden. Anders als beim King of Fighters Stadium können sich Gegner auch nach dem Durchbrechen der Wände noch zurück auf die Stage retten, jedoch sind die Blastzones außerhalb der Stage sehr gering, sodass nicht viel Spielraum neben dem Dojo vorhanden ist. Falls man sich wieder über eine halbzerstörten Wand zurück ins Dojo retten will, wird man wie durch Magie wieder zurück in die Stage gezogen. Die Stage ist vor allem für Leute geeignet, die auf actionreiche Kämpfe stehen, die nicht viel Spielraum zum Weglaufen bieten. Die Omega- und Schlachtfeldformen des Mishima Dojos sind besonders schön und bieten einen Tempel-Look, der sich von anderen Stages im Spiel abhebt.


Hinsichtlich der Musik bringt der neueste Kämpfer eine tolle Auswahl an insgesamt 39 Stücken aus der gesamten Tekken-Reihe mit. Charakteristisch für Kazuya ist der Track "Kazuya Mishima, Devil Kazuya", der sowohl in Originalform von Tekken 2 als auch als Remix auswählbar ist, sowie die abgewandelte Variante "Emotionless Passion". Weitere besonders erwähnenswerte Tracks sind "Snow Castle" aus Tekken 5: Dark Resurrection, der einzigartige Jodel-Song "Yodeling in Meadow Hill" aus Tekken 6 sowie "DUOMO DI SIRIO 1st" und "Heat Haze Shadow" aus Tekken 7. Ebenfalls aus Tekken 7 stammen die beiden wohl besten Remixes im Kazuya-Paket, "Moonsiders 1st" (von Yoko Shimomura arrangiert) sowie "Aloneless" (Arrangement durch Yu Sugimoto).


Fazit: Kämpfer-Paket Kazuya


Habt ihr bereits Terry aus dem ersten Fighters Pass gekauft, dann werdet ihr ungefähr wissen, was euch mit Kazuya erwartet: Ein sehr technischer Kämpfer mit einem schwer zu meisternden Moveset, das jedoch bei Weitem nicht zur Gänze erlernt werden muss, um Spaß mit dem Charakter haben zu können, wie Masahiro Sakurai bereits in seiner Präsentation sagte. Die ganze Bandbreite an Attacken zu beherrschen ist jedoch ein beeindruckender Bonus, der Kazuya zu dem Smash-Charakter mit dem umfassendsten Moveset macht und richtiges Tekken-Feeling in die Welt von Smash bringt. Man hat beim Kazuya-Paket das Gefühl, wirklich viel Inhalt für sein Geld zu bekommen, sowohl was Moves, Referenzen, einzigartige Elemente als auch die Musik angeht. Einzig wer mit ähnlichen Fighting-Charakteren wie Ryu, Ken oder Terry wenig anfangen kann, sollte sich überlegen, ob sich der Kazuya-Kauf lohnt.


Kämpfer-Paket 11: Sora aus Kingdom Hearts


In der Nintendo Direct am 24. September 2021 machte Nintendo es besonders spannend, denn Smash-Fans wurden auf eine finale Smash-Präsentation mit Masahiro Sakurai verwiesen, die knapp zwei Wochen später, am 5. Oktober ausgestrahlt wurde. Mit großer Erwartung und Ungewissheit fragten sich Fans, wer wohl der allerletzte Kämpfer für Super Smash Bros. Ultimate sein würde und Nintendo enttäuschte nicht, im Gegenteil. Mit Sora aus Kingdom Hearts wurde der unter Millionen Fans offiziell meistgewünschte Charakter enthüllt, der Nintendos Fighters Ballot aus dem Jahre 2015 gewinnen konnte. Viele Fans hatten den enthüllten Kämpfer im Vorhinein aufgrund der schwierigen Verhandlungen mit Disney, das die Rechte an Sora hat, für kaum möglich gehalten, doch Nintendo machte das schier Unmögliche möglich und am 19. Oktober wurde der Held mit dem Schlüsselschwert für Smash Bros. veröffentlicht.


Folgende Spielinhalte werden mit dem Erwerb des Kämpfer-Pakets 11 freigeschaltet:

  • Neuer Kämpfer: Sora
  • Neue Stage: Hollow Bastion
  • 9 Musikstücke aus Kingdom Hearts sowie Dearly Beloved -Swing Version- als Bonussong für Besitzer von Kingdom Hearts: Melody of Memory
  • 3 neue Bilder für eure Smash-Marke
  • 13 neue Kingdom Hearts-Geister, 8 davon auf der DLC-Geistertafel bekämpfbar


Sora wurde bereits für Super Smash Bros. for Nintendo 3DS und Wii U in Erwägung gezogen, doch damals war der von Fans gewünschte Kämpfer anders als Bayonetta noch nicht realisierbar. Es ist dem glücklichen Zufall eines erfolgreichen Treffens zwischen Masahiro Sakurai und einem führenden Kopf von Disney bei einer japanischen Award-Show zu verdanken, dass die Verhandlungen tatsächlich erfolgreich begonnen und später abgeschlossen werden konnten. Da nicht nur Disney, sondern natürlich auch Nintendo und Square Enix involviert waren, dürfte Sora der bislang am schwierigsten umsetzbare Charakter in der Smash-Geschichte sein, der den magischen Abschluss des meistverkauften Beat 'em up aller Zeiten darstellt


Sora ist nicht nur der letzte Charakter, sondern auch die letzte Verwandlung von Kirby.

© Nintendo

Der luftig-leichte Sora spielt sich sehr anders als jeder andere DLC-Charakter, denn ähnlich wie Kirby und Pummeluff brilliert er mit einer guten Luft-Mobilität und kann mit hohen, langsamen Sprüngen über die Köpfe der Gegner gleiten. Wie bereits Kazuya, Steve und Min Min, wurde auch Sora so originalgetreu wie möglich aus der entsprechenden Ursprungsspielreihe in das Smash-Universum übertragen und zahlreiche Eigenschaften und Angriffe aus der Kingdom Hearts-Reihe lassen sich auch in Smash Bros. wieder finden: Durch den Spezialangriff zur Seite, dem Perforieren, kann Sora Gegner anvisieren und bis zu drei Mal in frei wählbare Richtungen vorpreschen. Die tornadoartige Spezial Oben ähnelt jener von Link, jedoch mit dem Unterschied, dass direkt danach das Perforieren eingesetzt werden kann, um daraufhin Feinden auszuweichen oder die Stage zu erreichen, wodurch Sora hervorragende Tools hat, aus fast jeder erdenklichen Lage wieder zurück zur Kante zu gelangen. Charakteristisch für Sora ist sein Schlüsselschwert, mit dem er nicht nur seine normalen Angriffe ausführt, sondern auch die Magie-Angriffe Feuga, Blitzga und Eisga, die mit seiner Spezial Standard aktiviert werden und in dieser vorgegebenen Reihenfolge durchwechseln. Mit Feuga können wiederholt kräftige Feuerbälle abgefeuert werden, bei Blitzga erscheinen drei Blitze, die beispielsweise gut gegen Gegner außerhalb der Stage genutzt werden können, und bei Eisga feuert Soras Schlüsselschwert einen kleinen Eis-Streuschuss ab, der Gegner einfrieren, jedoch leider nicht gehalten oder mehrmals hintereinander eingesetzt werden kann. Wie viele Schwertkämpfer besitzt auch Sora einen Konter, jedoch ist dieser auch einzigartig, da dadurch Angriffe von Gegnern abgebrochen werden können, wodurch mit seiner Spezial Unten sogar der vermeintlich unbezwingbare Wunderflügel-Sturmlauf von Banjo und Kazooie gekontert werden kann.


Etwas schade, aber aufgrund der schwierigen Verhandlungen verständlich, ist die Tatsache, dass kaum charakteristische Disney-Inhalte im Sora-Paket enthalten sind: Weder Donald Duck, Goofy oder Mickey Mouse haben im Stage-Hintergrund oder auf der Geistertafel, geschweige denn im Moveset von Sora oder seinem cinematischen Ultra-Smash „Schlüssellochsiegel“ einen Auftritt. Die tollen Remixe aus den Disney-Filmen sind genauso wenig vertreten wie andere Inhalte, die mit Figuren aus dem Disney-Universum in Verbindung stehen, wodurch ehrlicherweise doch ein wenig die Magie verloren geht, die Kingdom Hearts ausmacht. Nichtsdestotrotz wurde viel Liebe zum Detail in das Sora-Paket gesteckt, so besitzt Sora sowohl Kostüme aus Kingdom Hearts, Kingdom Hearts II, Kingdom Hearts III als auch aus Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance. Ganz besonders sticht das cartoonartige schwarz-weiße Fluss-der-Nostalgie-Design heraus, bei dem Sora sogar veränderte Gesichtsausdrücke besitzt. Ein weiteres nettes Detail, das die Herzen von Kingdom Hearts-Fans höherschlagen lässt: Hält Sora ein weiteres Schwert als Item, so hält er sein eigenes Schlüsselschwert in derselben Haltung auf der Schulter wie bei seiner Helden-Form in Kingdom Hearts II. Wird im Ausdauer-Modus gespielt, so dürfen sich Fans von Sora auf einen besonderen Effekt freuen, der das Match mit dem finalen Treffer so enden lässt, wie es im Ursprungstitel der Fall war. Wohl auch aus diesem Grund wird der Klassische Modus zur Gänze im Ausdauer-Modus gespielt.


Soras Stage heißt Hollow Bastion, jedoch spielt ihr nicht direkt auf dem ikonischen Schloss, sondern auf einem Smash-Stadt ähnelnden, schwebenden Podest, das im Vordergrund des detaillierten Schlosses herumschwebt. Im Hintergrund könnt ihr unter anderem die Kaskade der Irre, das Eingangsportal, den Liftschaft und die Außenwand der Gewinde von Hollow Bastion bestaunen. Spielt ihr mit Stagekniffen, dann aktiviert sich gegen Ende des Kampfes der Effekt „In die Tiefe der Herzen“, wo sich der Stageuntergrund sowie der Stagehintergrund in einen atmosphärischen Raum voll von schillerndem Buntglas verwandelt und jeweils ein Gemälde von einem von sieben Charakteren aus dem Kingdom Hearts-Universum (Sora, Riku, Roxas, Xion, Terra, Ventus oder Aqua) zu bestaunen ist. Hollow Bastion bietet ähnlich wie Sephiroths Stage Nordhöhle optisch schöne Hintergründe und ist geeignet für kompetitive Matches, andererseits ist das Stage-Layout nichts Neues und bietet in Spaß-Matches nicht so viel Abwechslung wie beispielsweise die Stages von Joker, Terry oder Min Min. Übrigens ist Hollow Bastion wie die meisten DLC-Stages auch mit dem VR-Modus kompatibel.


Insgesamt enthält das Sora-Paket 9 Musikstücke, die allesamt im ersten Kingdom Hearts-Ableger zu hören waren, darunter die herausragenden Tracks „Fragments of Sorrow“ und „Destati“, die E3-Trailer-Musik für Kingdom Hearts aus dem Jahre 2001. Der bekannteste und wohl auch schönste Song „Dearly Beloved“ ist immerhin in Form der Swing-Version für alle Besitzer von Kingdom Hearts: Melody of Memory freischaltbar – ein teurer, aber marketingtechnisch cleverer DLC-Song, der sicherlich den ein oder anderen Smash-Spieler dazu verleiten wird, sich das Rhythmus-Spiel für die Nintendo Switch zu kaufen. In Anbetracht der tollen Soundtracks, die die Kingdom Hearts-Reihe zu bieten hat, ist die Musikauswahl dennoch ein wenig enttäuschend und es ist sehr schade, dass Nintendo, Square Enix und Disney nicht mehr Musikstücke aus den neueren Ablegern oder neue Remixes ausverhandeln konnten.


Fazit: Kämpfer-Paket Sora


Anders als so manch anderer DLC-Kämpfer fühlt sich Sora im Kampf nicht „overpowered“ an und viel Übung ist erforderlich, um mit dem Schlüsselschwertkämpfer erfolgreich zu sein. Mit der Mischung aus Magie und Schwert ähnelt Sora zunächst ein wenig dem Dragon Quest-Helden, jedoch spielt er sich aufgrund seines leichten Gewichtes und des Fokus auf den Luftkampf dennoch anders als jeder andere bisherige Kämpfer. Aufgrund dieser Eigenschaften wird nicht jeder etwas mit dem Kingdom Hearts-Charakter anfangen können, doch unbestritten ist, dass kaum jemand sich den letzten Roster-Platz so sehr verdient hat wie der Fanliebling Sora. Auch hinsichtlich der Stage, der Kostüme und der Moves steckt das Sora-Paket voller Kingdom Hearts-Referenzen. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass hinsichtlich der dünnen Musikauswahl und der fehlenden Disney-Inhalte Kompromisse eingegangen werden mussten, die den Gesamteindruck leicht trüben. Dies ist jedoch kein Vorwurf an die Entwickler und geht mit der Tatsache einher, dass es sich hierbei um einen Charakter handelt, der sowohl von vielen Fans als auch vom Entwicklerteam anfangs als kaum realisierbar eingestuft wurde. Dass Sakurai diesen Traum letztlich doch noch erfüllen konnte, ist die Krönung auf dem nun vollendeten Magnum Opus der Super Smash Bros.-Reihe.

Unser Fazit

Meinung von Felix Eder

Der erste Fighters Pass hatte bereits einige Überraschungen zu bieten, der zweite Fighters Pass legt nun sogar noch eine kleine Schippe drauf, denn mit Steve, Sephiroth und Sora wurden drei richtig große Charaktere aus der Videospielwelt hinzugefügt, die wohl Millionen von Fans zufriedengestellt haben. Auch Nintendo-Fans kommen mit dem Fighters Pass Vol. 2 dank der Kämpferinnen Min Min, Pyra und Mythra, die eine schöne Bereicherung darstellen, noch mehr auf ihre Kosten. Erneut hat das Team rund um Masahiro Sakurai aufgezeigt, wie Kämpfer-DLCs ausschauen müssen, die ihr Geld voll und ganz wert sind und eine tolle Hommage an die Ursprungstitel darstellen. Insbesondere Min Min und Steve, aber auch Kazuya bringen etliche völlig neue Elemente in Smash hinein und repräsentieren ARMS, Minecraft und Tekken auf hervorragende Weise. Endlich wurden auch mehr ikonische Final Fantasy VII-Songs wie „One-Winged Angel“ oder ein toller Remix zu „Aerith's Theme“ hinzugefügt und generell sind die fast 100 neuen Songs zu ARMS, Tekken, Xenoblade 2 & Co. im Fighters Pass Vol. 2 ein wahrer Ohrenschmaus. Einzig was die Stages angeht, hatte der erste Fighters Pass wohl etwas mehr Abwechslung zu bieten, denn beispielsweise die optisch schönen Stages von Final Fantasy VII und Kingdom Hearts sind vom Layout her nichts Neues und lediglich die Minecraft-Stage mit 6 verschiedenen Versionen sticht besonders positiv hervor. Super Smash Bros. Ultimate ist, wie Masahiro Sakurai so schön sagt, wahrlich eine Zelebrierung des Gamings, die mit Sora ihren krönenden Abschluss gefunden hat: Ich bin mir sicher, dass wir auch noch Jahrzehnte später auf dieses Spiel inklusive der 12 DLC-Charaktere zurückblicken werden, die den Abschluss für dieses einmalige Meisterwerk darstellen.
Mein persönliches Highlight: Mit Pyra und Mythra habe ich am meisten Spaß, doch auch die Liebe zum Detail im Steve-Kämpfer-Paket hat mich sehr begeistern können.

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Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit NTA 18 - Bestes Spiel des Jahres NTA 18 - Bestes Mehrspielerspiel NTA 18 - Bester Soundtrack

Die durchschnittliche Leserwertung

121 User haben bereits bewertet

Kommentare 12

  • Ch3ck3rM0n

    Turmknappe

    Ich würde so gern mal die DLC Charaktere spielen aber 50€ ist mir für das bissel Content definitiv zuviel. Hoffentlich kommt da endlich Mal Rabatt 😖

  • Darkseico

    Turmbaron

    Ch3ck3rM0n

    Seh es mal so. Einzeln zu holen ist sogar noch teurer als über den Fighter Pass. ;)

    Kann es aber verstehen wenn es einem zu teuer ist. Smash ist wirklich ein teures Hobby. Ob jemals für die DLCs nen Rabatt kommt, halte ich es für unwahrscheinlich. Ist Nintendo. Da kann man lange warten. Denke aber um nicht komplett die Hoffnung zu verlieren, wenn die nächste Generation kommt und Ultimate als Auslaufmodell gilt, da wohl eher zuzuschlagen. War auf der Wiiu auch so. :thumbup:

  • Kindra

    read this

    Ich würde so gern mal die DLC Charaktere spielen aber 50€ ist mir für das bissel Content definitiv zuviel. Hoffentlich kommt da endlich Mal Rabatt 😖


    "Das bisl Content"? Für 5€ bzw. 6€ ist da ziemlich viel drin pro Charakter:

    • 1 Charakter
    • 1 Stage
    • etliche Musikstücke
    • Classic Mode für den Charakter
    • Spirit Board für den Charakter

    Für Charaktere wie Steve steckt dann auch noch gesondert Extra-Arbeit drin, weil die für den alle Stage-Variationen umprogrammieren mussten, damit er seine Blöcke setzen kann. Wenn du in SFV einen Charakter einzeln kaufst, bekommst du "nur" den Charakter und nen Kostüm (vll auch nen kurzen Story-Mode - also ein Classic Mode äquivalent in diesem Vergleich -, das weiß ich nicht mehr), wobei ich da fairerweise sagen muss, dass man die einzeln auch mit ingame-Währung kaufen kann.


    Ich will dir nicht vorschreiben, was dir zu teuer zu sein hat, das ist ja jedem selbst überlassen, wie viel wert einem etwas ist. Ich will nur die Perspektive schaffen, dass die Preispolitik bei Smash-DLC-Charakteren wirklich gut ist. Selbstverständlich ist das viel, wenn man jetzt nachträglich alle gleichzeitig kauft.

  • Sib

    Master of Desaster

    Ch3ck3rM0n

    Komplett im Vergleich zu anderen Spielen ist das ganze recht günstig. Okay, wenn du Smash nur alle paar Wochen mal spielst, lohnt sich das nicht.


    Aber ansonsten auf einen einzelnen Char bekommst du viel mehr als Paket als bei anderen Spielen mit Kaufladen Chars

  • Darkmariopanther

    Nintendo Freak

    Ich find es schade, daß es vorbei ist mit neuen Kämpfer. Hätten ja doch auf 100 gehen können. Ja okay, es sind jetzt schon sehr viele. Aber die Eko Fighter finde ich, sollten nicht zählen. Aber die größte Frage ist eigentlich, wie wird es mit der Serie nun weitergehen? Soll das jetzt das Ende von Smash sein?

  • Kindra

    read this

    Smash ist ne Gelddruckmaschine. Das wird in Zukunft auch ohne Sakurai weitergehen. Sowas wie Ultimate wird man aber nicht mehr erwarten können.

  • Darkmariopanther

    Nintendo Freak

    Kindra Ich glaube dadurch werden sie dann viele Fans verlieren. Weil von ihm merkte man einfach die Liebe zu dem Spiel.

  • Danitendo62

    Turmritter

    Toll geschriebene Reviews! Schade dass es mit Smash Bros Ultimate nun zu Ende ist, eines der besten Spiele der letzten Jahre von Nintendo. Vielleicht kommt ja irgendwann ein weiterer Fighters Pass oder gar ein neues Smash Bros, wer weiß. In diesem Fighters Pass 2 waren Pyra/Mythra und Sephiroth meine Lieblinge, der Rest war in Ordnung...

  • BlueWhiteWizard

    Turmritter

    Naja Smash ist eher kein teures Hobby. Da sollte man den Blick mal auf andere Hobbys legen. Allein im Gamingbereich sind 50 Euro bspw. im FIFA-Universum nichts!

  • Darkmariopanther

    Nintendo Freak

    Danitendo62 Kazuja war mein großes Highlight.

  • Rincewind

    SR388

    Ch3ck3rM0n


    Ein Charakter in einem Fighting Game ist immer eine komplexe Arbeit. Man muss zudem auch berücksichtigen, dass für 8 Charaktere mit Sicherheit Lizenzgebühren anfallen. Der Preis ist also schon angemessen. Muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, ob man bereit ist den Preis zu bezahlen. bezogen auf die investierte Arbeit und finanziellen Aufwendungen dürfte es aber ein fairer Preis sein.

  • nailujx

    Hollow Knight Fanatic

    Es kommt dann wahrscheinlich ein 60€ Port von Smash Ultimate à la Smash Ultimate Deluxe für die Switch 2. :D