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Test zu Horse Farm - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Horse Farm
  • USA USA: Horse Farm
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
29.01.2020
Vertrieb
Upjers
Entwickler
Independent Arts, Upjers
Genre
Simulation
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Euer Pferdehof-Paradies

Von Kevin Becker () Der Erfolg und Einfluss der Nintendo Switch ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen. Mit der einzigartigen, flexiblen Spielweise gelingt es Nintendo nicht nur, außergewöhnliche Erlebnisse zu erschaffen, sondern auch gleichermaßen Entwickler zurückzuholen, die der Wii U einst den Rücken kehrten. Dabei sollte es wohl niemanden verwundern, dass diese Attraktion auch unbekanntere Spiele mit an Bord zieht und es mitunter auch schwierig werden kann, in manchen Titeln tatsächliche Qualität zu entdecken. Horse Farm feierte 2018 sein Debüt als Browsergame und lässt euch euren Hof ganz nach den eigenen Vorstellungen errichten. Normalerweise eignen sich Browsergames gerade für zwischendurch, weswegen eine Portierung auf die dynamische Hybrid-Konsole mehr als sinnvoll erscheinen sollte. Ob dies der Fall ist, finden wir in den folgenden Zeilen heraus.

Anfangs mag die Farm noch klein sein, mit der Zeit lässt sich das Feld jedoch ausweiten. © Upjers

Ohne einen wirklichen Startbildschirm oder kurzen Einstieg zu präsentieren, schmeißt euch Horse Farm direkt ins Geschehen – oder besser gesagt: Auf eine leere, grüne Fläche. Ganz getreu dem Spieletitel ist es zunächst eure Aufgabe, einen Pferdestall inklsuive dem dazugehörigen Tier aufzustellen. Selbstverständlich will der Vierbeiner auch versorgt werden und braucht stets Wasser sowie Nahrung, um zufrieden zu sein. Abhilfe schafft hier eine Scheune, die dafür spezialisiert ist, Ressourcen für eure Pferde bereitzuhalten. Es dauert nicht lange, bis die ersten Gäste Interesse an eurem Hof zeigen und ein wenig auf der Fläche verweilen möchten. Um für ihr Wohlsein zu sorgen, lässt sich ein Imbiss errichten, der hungrige Besucher aufnimmt und für einen zufriedenstellenden Aufenthalt sorgt. Im Grunde genommen endet hiermit auch das fundamentale Tutorial des Spiels. Womöglich lässt sich schnell erahnen, dass jede Komponente in irgendeiner Weise mit einer anderen harmoniert. Verlassen Gäste euren Hof glücklich, erhaltet ihr nicht nur Geld, sondern es wird auch euer Rang erhöht, damit ihr weitere attraktive Lokalitäten aufbauen könnt. Zudem lassen sich mit den Einnahmen weitere Pferdeställe erwerben, womit mehr Platz für neue Huftiere bereitsteht, die wiederum neue Besucher anlocken können.

Dieses Zusammenspiel ist gleichermaßen die größte Stärke und Schwäche von Horse Farm. Dabei zuzusehen, wie jedes Element ineinandergreift und ein Teil eines Ganzen ist, erzeugt ein befriedigendes Spielgefühl, dass einem letztendlich nur vor Augen führt, wie unheimlich simpel das Gameplay ist und bis zum Ende auch bleibt. Natürlich kommen mit der Zeit weitere Ideen hinzu, die der Farm ein wenig Leben einhauchen – wie eigenes Personal beispielsweise – trotzdem kommt nie auch nur der Funke einer Herausforderung auf. Vermutlich liegt dies am Fehlen einer richtigen Bestrafung, solltet ihr nicht aufmerksam auf die Bedürfnisse einzelner Figuren achten. So hat es praktisch keine Folgen, wenn eure Pferde ewig nach Wasser betteln oder fremder Müll nicht aufgesammelt wird. Diese Diskrepanz zwischen strategischer Erfüllung und der fehlenden Motivation, etwas mit spielerischem Talent zu erreichen, lässt einen immer wieder überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, auf eine farblose Wand zu starren, anstatt monoton auf einen Bildschirm zu blicken, der euch durch auffällige Symbol jederzeit vorgibt, was ihr zu drücken habt.

Nur die passende Dekoration macht euren Hof erst richtig gemütlich. © Upjers

Damit verbunden, fällt die Steuerung ebenfalls äußerst unkompliziert aus. Mit dem linken Stick bewegt ihr eine Art Maus-Cursor und der rechte Stick bedient die Kamera. Wem das zu träge ist, kann auch ganz einfach per Touchscreen das komplette Spielgeschehen beeinflussen. Die anderen Tasten werden hingegen als Schnellkommandos für unterschiedliche Menüs eingesetzt, was schnell und effizient funktioniert. Die generelle Übersichtlichkeit des Gameplays ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es darum geht, das eigens kreierte Ökosystem auf dem Laufenden zu halten. Angenehmerweise schafft es das Spiel stets, durch markante Icons und klaren Farben Hervorhebungen zu betonen, um so eure Aufmerksamkeit immer auf die jeweils pflegebedürftigen Elemente zu lenken. Obwohl die organisierte Ordnung für Horse Farm spricht und ein eigentlich lobenswerter Punkt ist, fällt auch diese Errungenschaft gewissermaßen ins Wasser, weil erneut die fehlende Herausforderung den Anspruch eines strukturierten Gesamtbilds obsolet macht.

Von der technischen Perspektive her dürfte jeder wissen, was ihn bei solch einem Titel erwartet. Der knallige Grafikstil schreit förmlich das Wort „Browsergame“, der Soundtrack bietet Platz für nur ein Musikstück und ein möglicher Multiplayer, der euch andere Höfe besuchen lassen hätte können, ist nicht vorhanden. Nichtsdestotrotz kann man dem Spiel zu Gute halten, dass der Fortschritt stets zügig abläuft. Ihr werdet nicht vor Wartezeiten zur Wiederherstellung von Ressourcen gesetzt, seid niemals von ernsthaftem Grinding abhängig und verfügt fortdauernd über völlig ausreichende Finanzen, um euren Hof auszubauen. Dies ist mehr auf den Ursprung als Browsergame zurückzuführen, die nicht mit Smartphone-Spielen verwechselt werden sollten.

Redaktionswertung

2

Enttäuschend

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Unser Fazit zu Horse Farm

Meinung von Kevin Becker
Horse Farm bietet in keinster Weise auch nur irgendeine Idee, die nicht schon in anderen, ähnlichen Spielen bessert umgesetzt wurde. Durch die Abstinenz einer wirklichen Herausforderung fehlt der Ehrgeiz, sich ernsthafte Gedanken über die eigene Farm zu machen. Die Übersichtlichkeit mag sortiert und gegliedert sein, spielt aber aufgrund des geringen Anspruchs absolut keine Rolle. Kleine Browsergames mögen zwar nicht wirklich auf einen vernünftigen Anspruch ausgelegt sein, trotzdem ist dies keine Ausrede, stumpf auf bunte Symbole zu drücken, ohne jemals auch nur ein wenig Nachdenken zu müssen. So verkommt der Aufenthalt auf dem Reiterhof vollkommen zu einem Tripp, den man schnell vergisst– erst recht, wenn sich das Spiel auf anderen Plattformen kostenlos erwerben lässt.

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