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Test zu Heroland - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: Heroland
  • USA USA: Heroland
  • Japan Japan: Work x Work
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
31.01.2020
Vertrieb
Marvelous
Entwickler
FuRyu
Genre
RPG
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Welche Dungeon-Tour darf es denn sein?

Von Julia Kischkel-Fietz () Habt ihr es nicht auch manchmal satt, in Rollenspielen immer der Held sein zu müssen, stets im Mittelpunkt zu stehen und die Verantwortung allein zu tragen? Könnt ihr es nicht mehr hören, dass die Welt untergeht, Krieg und Verderben drohen und ihr – nur ihr! – die gesamte Menschheit davor bewahren müsst? Dann werdet doch einfach Tourguide in einem Freizeitpark, in dem nur so getan wird, als ob. In Heroland ist euer größtes Problem, was ihr mit dem neuen seltenen Plüschtier machen sollt – und das ist gut so.

Die humorvollen Dialoge sind das eigentliche Herzstück des Spiels. © Marvelous

Der Freizeitpark Heroland befindet sich auf einer Insel und ist der Mittelpunkt des Spiels. Lucky, der seinem Namen eher keine Ehre macht, wird dort als Tourguide für die Dungeons angestellt. Unterstützung bekommt er dabei unter anderem von einer Fee und Otterman, angeblich ein Mensch, der nur wie ein Otter aussieht, aber eine verdächtige Vorliebe für Steine und Muscheln hat. Die Hilfe hat Lucky auch bitter nötig, denn schon an seinem ersten Tag landet auch Prinz Elric, 18. in der Thronfolge, auf der Insel, um dort den ominösen Dark Lord zu besiegen und dadurch in der Thronfolge aufzusteigen. Es scheint, der Blaublüter hat nicht ganz verstanden, dass es sich nur um einen Freizeitpark handelt und die Monster in den Dungeons Mitarbeiter sind, aber Lucky muss diesen wichtigen VIP-Kunden bei Laune halten, denn er braucht den Job und das Geld dringend. Und so entwickelt sich eine etwas abstruse, aber dafür umso unterhaltsamere Story, die in der RPG-Welt wohl ihresgleichen sucht. Kein Wunder, ist doch kein Geringerer als Nobuyuki Inoue, der auch für Mother 3 und Legend of Mana verantwortlich war, der Kopf hinter der charmanten Geschichte.

Wie die Story ist auch das Gameplay im Vergleich zu klassischen Rollenspielen ungewöhnlich, wenn auch keine Innovation. In der Lobby könnt ihr eine Tour mit vier Freizeitparkbesuchern auswählen. Diese vier sind die Helden, die im Dungeon ihr Bestes geben, die Monster zu vermöbeln, das heißt, sie kämpfen zunächst automatisch. Da sie Laien sind, machen sie das aber nicht immer gut, und da kommt ihr als Lucky ins Spiel. Ihr habt verschiedene Möglichkeiten, das Team zum Sieg zu führen. Zum einen könnt ihr eine allgemeine Strategie vorgeben, zum Beispiel, besonders viele Zauber und Spezialattacken zu verwenden, in die Defensive zu gehen oder sich auf ein bestimmtes Monster zu konzentrieren. Zum anderen könnt ihr Items verwenden, um etwa zu heilen oder Unterstützung herbeizurufen, und die Teammitglieder auch einzeln coachen, ihnen also sagen, was genau sie als Nächstes machen sollen. Damit ihr auf diese Weise nicht doch den ganzen Kampf selbst bestimmt, gibt es einen Haken: Um eingreifen zu können, muss euer „Assistance“-Balken voll aufgeladen sein. Bis dahin schaut ihr mehr oder weniger hilflos dem Geschehen zu.

Der Dungeon-Verlauf ist meist sehr simpel gehalten. © Marvelous

Die Dungeons an sich sind sehr linear aufgebaut, das heißt, ihr lauft einzelne Stationen namens Event, Battle und Treasure eine nach der anderen ab, wobei die Events lediglich Gespräche zwischen den Protagonisten darstellen, die zwar lustig sind, die Action aber regelmäßig unterbrechen. Dadurch ist der Ablauf leider wenig spannend und auf Dauer wiederholend. Hier hätte mehr Abwechslung gutgetan. War die Party, nicht zuletzt dank euch, erfolgreich, werdet ihr am Ende des Dungeons reichlich belohnt, allerdings nicht unbedingt so, wie man es vielleicht erwartet. Denn für das Besiegen der monsterspielenden Freizeitpark-Kollegen gibt es vor allem eines: Plüschtiere und Möbel. Richtig gelesen, als Souvenir bekommt ihr meist in bester Rummelbudenmanier ein oder mehrere Kuscheltiere überreicht. Diese könnt ihr selbst behalten und wie die Möbel dazu nutzen, eure Unterkunft zu dekorieren, oder an die Partymitglieder weiterreichen, was ihre Zufriedenheit mit dem Ausflug steigern kann. Ebenso wird die Zufriedenheit auch davon beeinflusst, wie gut die Kämpfe abliefen und ob sie währenddessen kampfunfähig wurden. Je zufriedener die Kunden, desto mehr Geld bekommt ihr ganz zum Schluss des Dungeons für eure Führung. Dieses könnt ihr wiederum dafür verwenden, Hilfsmittel wie Tränke, neue Waffen für die nächsten Besucher oder Kapseln zu kaufen. Letztere rufen zur Unterstützung einen Kollegen heran, der zusammen mit der Party kämpft. Um sie freizuschalten, benötigt ihr seltene Varianten der jeweiligen Monsterplüschtiere.

Viel zu erkunden gibt es im Freizeitpark leider nicht. © Marvelous

Abseits der Dungeon-Touren bietet das Spiel leider nicht allzu viel. Auf der Weltkarte könnt ihr zum einen euer Haus ansteuern, das ihr mit den in den Dungeons gewonnenen Plüschtieren und Möbeln dekorieren könnt, was für den Spielverlauf jedoch keinen Unterschied macht. Im Office werden Mitarbeitergespräche gehalten, die euch Hinweise und Tipps für neue Dungeons geben, die wirklich so explizit sind, dass ihr im Grunde nichts selbst herausfinden müsst. Hier wird es einem etwas zu leicht gemacht. Zu guter Letzt könnt ihr an bestimmten Punkten auf der Karte manchmal mit Hauptcharakteren des Spiels Gespräche führen, was eure Freundschaft verbessert und Nebenquests freispielt. Alles in allem ist das Spiel in seinem Ablauf sehr übersichtlich, um nicht zu sagen spartanisch, und bietet nur wenig Abwechslung.

Die Grafik des Spiels ist ebenfalls einfach gehalten, was in dem Fall allerdings nicht unbedingt schlecht sein muss. Die Charaktere sind flach gestaltet, als wären sie aus Pappe, ähnlich wie bei Paper Mario, und haben entsprechend wenig Spielraum – pun intended. Dieser Stil macht dafür den Charme des Spieles aus und trägt mit dazu bei, dass Heroland sich insgesamt nach einer frischen Abwechslung innerhalb des RPG-Genres anfühlt.

Redaktionswertung

6

Überzeugend

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Unser Fazit zu Heroland

Meinung von Julia Kischkel-Fietz
Man merkt dem Spiel schnell an, wo der Fokus in der Entwicklung lag: Der teils etwas ausufernde Storyverlauf und die Dialoge sind ganz klar das Herzstück des Spieles. Umso bedauerlicher ist es, dass das Spiel nur auf Englisch spielbar ist. Wer der Sprache nicht ganz so mächtig ist, wird an den vielen Gesprächen voll mit Anspielungen und Wortwitzen weniger Freude haben. Wer keine Probleme damit hat, auch mal minutenlang nur den A-Knopf zu drücken, und kein komplexes RPG erwartet, kann sich diesen unterhaltsamen Titel auf die Wunschliste packen und für den nächsten Sale vormerken. Für den vollen Preis ist in meinen Augen dann doch zu wenig Substanz vorhanden, denn das Spiel ist in erster Linie das, worauf es selbst immer wieder anspielt – eine Teilzeitbeschäftigung.
Mein persönliches Highlight: Luckys Antwortmöglichkeiten in den Dialogen

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