Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

Test zu The Walking Dead: A New Frontier - Nintendo Switch

  • Deutschland Deutschland: The Walking Dead: A New Frontier
  • USA USA: The Walking Dead: A New Frontier
Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
21.01.2020
Vertrieb
Skybound Games
Entwickler
Telltale Games
Genre
Adventure
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
Besitzt du dieses Spiel?
Anmelden
Magst du dieses Spiel?
Jetzt kaufen und ntower unterstützen
eBay

Vier Jahre nach dem Ausbruch

Von Felix Kraus () Mit The Walking Dead: Season Two und The Walking Dead: A New Frontier hat man nun endlich auch auf der Nintendo Switch die Lücke zwischen der ersten und der letzten Staffel der beliebten Adventure-Serie aus dem Hause Telltale Games geschlossen. Seit einem knappen Monat sind die beiden Spiele erhältlich. Der dritte Teil bringt wie schon sein Vorgänger ein paar Neuerungen mit sich, birgt allerdings auch das ein oder andere Problem. Der nachfolgende Text soll euch verraten, was euch mit The Walking Dead: A New Frontier erwartet.

Aufgrund ihrer Herkunft nennen Javier und dessen Familie die zumeist als "Walker" bezeichneten Untoten "Muertos". © Skybound Games

Zwischen der Haupthandlung von The Walking Dead: A New Frontier und The Walking Dead: Season Two sind in etwa zwei Jahre vergangen. Der Ausbruch ist nun ungefähr vier Jahre her. Anders als vielleicht erwartet schlüpft ihr nicht wieder in die Rolle der tapferen Teenagerin Clementine, sondern übernehmt die Kontrolle von Javier Garcia, ein ehemaliger Baseballspieler, der mit den Überbleibseln seiner Familie ums Überleben kämpft. Letztere setzt sich aus seiner Nichte Mariana, seinem Neffen Gabe und Kate, der zweiten Frau seines verschwundenen Bruders David Garcia, zusammen. Diese geraten in einen Konflikt um gestohlenes Benzin mit einer Gruppierung namens Die Neue Grenze, deren Identifikationsmerkmal nicht selten ein Brandmal am Hals darstellt. Nachdem ihr glaubt, eurer prekären Situation entkommen zu sein, führt euch euer Weg in den zum Überlebendenlager umfunktionierten Flughafen Prescott. Dort sollt ihr allerdings nicht lange bleiben. Das Lager wird überfallen und nahezu alle darin lebenden Menschen getötet. Wieder auf der Straße entscheidet ihr euch, nach Richmond zu gehen – doch dort wird alles noch viel chaotischer.

In The Walking Dead: A New Frontier liegt der Fokus auf der Geschichte, deren Verlauf ihr durch eure Entscheidungen beeinflussen könnt. Wie schon bei den Vorgängern handelt es sich auch bei Teil drei nicht um ein klassisches Videospiel. Es ist viel mehr eine interaktive Serie. Ihr seid mehr Zuschauer als Spieler. Neben den bereits erwähnten Entscheidungen dürft ihr eure Reaktionsgeschwindigkeit in einigen Quick-Time-Events unter Beweis stellen. Es gibt zwar Momente, in denen ihr euch frei innerhalb eines vorgegebenen Bereiches bewegen dürft, allerdings geschieht das nicht häufig. Was allerdings nicht stört, denn die "The Walking Dead"-Spiele aus dem Hause Telltale Games wollen euch allen voran eine Geschichte erzählen und euch durch die interaktive Komponente in die Handlung hineinziehen. Dies hat bereits zweimal funktioniert und klappt auch ein weiteres Mal.

In solchen spannenden Momenten vergisst man gerne mal zu atmen. © Skybound Games

Wie bereits bei den Vorgängern empfiehlt es sich, The Walking Dead: A New Frontier mit reduzierten Hinweisen zu spielen, also ohne die kleinen Nachrichten am oberen Bildschirmrand, wenn eine eben getroffene Entscheidung sich auf die Beziehung eines Charakters zum Protagonisten Javier auswirken sollte. Allerdings verschwinden auch dieses Mal wieder die permanenten Markierungen von Objekten in der Spielwelt, mit denen ihr interagieren könnt. Ihr müsst zwar nicht Albert Einstein sein, um die sporadisch auftretenden Rätsel in The Walking Dead: A New Frontier lösen zu können, jedoch kann es gelegentlich nerven, den Bildschirm mit dem Cursor nach Gegenständen abzusuchen, mit denen ihr interagieren könnt. Hier hätte ein einfaches Splitten der Option Abhilfe schaffen können, welches beispielsweise erlaubt, die Hinweise zu Beziehungen aus- und zu Interaktionsmöglichkeiten anzuschalten.

Obwohl es zunächst danach klingt, ist The Walking Dead: A New Frontier ebenso wenig wie die beiden vorherigen Teile kein Spiel für den gemütlichen Feierabend. Die Geschichte ist durchweg spannend erzählt und lässt kaum Zeit zum Durchatmen. Die meisten Entscheidungen wollen innerhalb eines vorgegebenen, nicht selten kurzen Zeitlimits getroffen werden. Versäumt ihr dieses, schweigt ihr, was wiederum in manchen Fällen die Beziehung zu anderen Charakteren beeinflussen kann. Gelegentlich werdet ihr gezwungen, Entscheidungen zu treffen, damit die Geschichte voranschreiten kann. Weigert ihr euch, werdet ihr mit einem Game-Over-Bildschirm konfrontiert.

Wie bereits in den Vorgängern trefft ihr wieder auf die unterschiedlichsten Charaktere mit nicht weniger verschiedenen Ansichten und Motiven. Bei meinem Durchlauf erwische ich mich immer wieder dabei, wie mir die Personen, mit denen ich unterwegs bin, ans Herz wachsen und ich ungewöhnlich viel Wert auf deren Reaktionen in Form von Mimik und Gestik lege. Wie üblich gelingt es euch maximal über die ersten beiden Episoden hinweg, das Gleichgewicht in der Gruppe zu halten. Irgendwann werdet allerdings auch ihr Farbe bekennen müssen. So viel sei verraten: Ohne Opfer werdet ihr dieses Abenteuer nicht überstehen können.

Selten dürft ihr euch auch mal frei in einem bestimmten Gebiet bewegen und zur Ruhe kommen. © Skybound Games

Grafisch macht The Walking Dead: A New Frontier eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Figur. Das liegt daran, dass die Engine für den dritten Serienteil überarbeitet wurde. Alles wirkt nun etwas plastischer und dadurch realer als noch in den sehr cartoonesken Vorgängern. Natürlich hat man sich nicht vollständig vom Comic-Look verabschiedet, dieser beherrscht nach wie vor das Bild, wirkt allerdings insgesamt weniger grob und detaillierter. Der grafische Sprung ist einerseits lobenswert, andererseits resultiert dies auch in einer durchwachsenen Texturqualität. Das lässt die visuelle Präsentation häufig unnötig chaotisch erscheinen. Alles in allem aber ein Schritt in die richtige Richtung. Obwohl ihr das Spiel auch problemlos im Handheld-Modus der Nintendo Switch durchspielen könnt, empfiehlt sich der Betrieb im Dock. Ihr dürft zwar in beiden Varianten mit einer durchweg stabilen Bildrate rechnen, jedoch ist die Auflösung im Handheld-Modus nicht ideal und sorgt für ein leicht verschwommenes Bild.

Über den Sound lässt sich auch nicht meckern. Wie gewohnt dürft ihr euch auf den nuancierten Einsatz von Musik freuen, was das Geschehen auf dem Bildschirm noch einmal deutlich aufwertet und Emotionen weckt. Das Spiel wurde wie seine Vorgänger ausschließlich auf Englisch vertont, verfügt allerdings über deutsche Sprachunterstützung in Form von Untertiteln. Selten kommt es vor, dass dieser nicht komplett mit der Vertonung übereinstimmt. Es wird dann mehr Text ausgegeben, als letztendlich gesprochen wird.

Leider ist mir das Spiel während der Rückblende zwischen Episode zwei und drei sehr häufig abgestürzt. Eine kurze Internetrecherche hat ergeben, dass es sich hierbei um keinen Einzelfall handelt. Ein erneutes Herunterladen der Software brachte nichts, ebenso wenig das Durchprobieren verschiedener Einstellungen. Letzten Endes klappte es doch. Vielleicht lag es am aktivierten Flugmodus der Nintendo Switch, sicher bin ich mir jedoch nicht. Viele raten dazu, einfach penetrant zu bleiben und es immer wieder zu versuchen. Danach blieb ich allerdings von weiteren Abstürzen verschont.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

Zum Wertungssystem

Unser Fazit zu The Walking Dead: A New Frontier

Meinung von Felix Kraus
Wer schon mal einen Ableger der "The Walking Dead"-Reihe aus dem Hause Telltale Games gespielt hat, der weiß, worauf er sich einlässt. Wenn ihr bisher nichts mit dem Spielprinzip anfangen konntet oder euch die Entscheidungen zu aufgesetzt wirken, wird auch dieses Mal nicht damit warm werden. Die Geschichte von The Walking Dead: A New Frontier ist durchweg spannend und setzt die Handlung gekonnt fort. Für mich persönlich hätten es ein paar ruhige Passagen mehr sein können, aber das ist wohl Geschmackssache. Technisch hat sich die Serie mit Teil drei weiterentwickelt, wenn auch nicht immer zum Positiven. Die durchwachsene Texturqualität plus gelegentliche Abstürze vermiesen zwar nicht das Spielvergnügen, hätten aber definitiv vermieden werden können.
Mein persönliches Highlight: Das Wiedersehen mit Clementine, deren toughe Art mich wie ein stolzer Elternteil fühlen ließ.

Kommentare 0

  • Noch keine Kommentare verfasst :(