Kompakt, kurzweilig und vergeudet

Beschreibt man die Prämisse von Super Destronaut: Land Wars, klingt der überschaubare Ego-Shooter recht unspektakulär. In einer Arena schießt ihr gegen immer wieder auftauchende Wellen von Gegnern und erreicht entweder hohe Punktzahlen oder sammelt Geld für neue Ausrüstungen oder bessere physische Attribute. Der Reiz liegt jedoch in der farbenfrohen, markanten Polygon-Optik, die fast schon das Spiel ausmacht und trotz der Einfachheit einen atmosphärischen VR-Eindruck erzeugt.


Highscore-Jagd ohne viel Abwechslung


Während scheinbare Dekorationen, wie Grasbüsche oder Bäume eher als Alibi-Details fungieren, um die Arena nicht ganz so leer erscheinen zu lassen, passen zweidimensionale Gegner wesentlich besser ins Geschehen und dienen nicht nur dem optischen Zweck sich dem Ambiente zu fügen. Durch die fehlende dritte Dimension steht euch jeder Feind stets frontal gegenüber und kann dementsprechend genau ins Visier genommen werden. Damit das ähnelnde Erscheinen der unterschiedlichen Gegnertypen für keine Verwirrung sorgt, differenzieren sich die Kontrahenten hauptsächlich in ihrer Farbe und ihren Verhaltensmustern. So kann sich ein Gegenspieler teleportieren, nimmt die Verfolgung aggressiv auf oder springt hektisch in die Luft. Am Ende konnte ich mich überraschenderweise an nicht ein einziges Design erinnern, wusste aber allein durch die Farbgebung welche Angriffstechniken mich erwarten.


Trotz der knalligen Farben verliert ihr im Spielgeschehen nie die Übersicht. © Ratalaika Games

Mit jedem besiegten Feind lassen die Monster Geld fallen, womit sich noch in der Arena weitere Items erwerben lassen. So schön auch spielerische Abwechslung sein kann, verfügt jede Schusswaffe über einen eigenen Standardschuss ohne jegliche besondere Techniken. Der Raketenwerfer schießt Raketen, die Schrotflinte feuert einen Streuschuss aus – keine Waffe ist im Vorteil gegenüber einer anderen oder muss mit Munition versorgt werden. Per Knopfdruck lässt sich das Arsenal schnell austauschen und schafft ihr es erst mal genug Gegner ohne Gegentreffer zu erledigen, verfügt ihr für ein kurzes Zeitfenster über eine Doppelkanone für beide Hände und könnt mit extrem schnellen sowie starken Schüssen weitere Punkte erlangen. Wichtig kann diese Fähigkeit werden, wenn sich eure Energie dem Ende zuneigt und ausschließlich durch das Besiegen von Kontrahenten wiederhergestellt wird. Weitere Steuerungoptionen, wie die Fähigkeit zu Rennen oder Nahangriffe auszuführen, entfallen aufgrund des einfachen Spielprinzips, womit sie zu keinem Zeitpunkt wirklich fehlen.


Wie es das arcadeartige Gameplay vermuten lässt, stellt ihr euch insgesamt 30 Herausforderungen mit verschiedenen Zielen. Entweder muss eine bestimmte Anzahl von Gegnern erledigt oder eine gewisse Punktzahl erreicht werden. Unglücklicherweise wiederholen sich die Aufgaben mit der Zeit und erhöhen den Schwierigkeitsgrad auf plumpe Art und Weise. Dass sich die Arena niemals auch nur ein wenig verändert, trägt weiterhin nicht zu einem spannenden Erlebnis bei und unterstreicht die Monotonie des Gameplays. Eine kleine Auswahl von Endlos-Modi sorgen immer wieder dafür kurze Runden zu starten, fassen jedoch das grundlegende Problem von Super Destronaut: Land Wars zusammen: Unerfülltes Potenzial. Hinter jeder Idee, hinter jedem Konzept verbirgt sich ein simples, aber spaßiges Schema, das für die ersten zehn Minuten Hoffnung auf mehr entstehen lässt, nur um schnell klarzumachen, dass fast niemals über den Tellerrand geschaut wird. Dies ist insofern schade, weil die abwechslungsreichen Feinde beweisen, dass der Wille für mehr vorhanden ist, dieser insgesamt aber leider zu kurz kommt.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Kevin Becker

Weniger ist manchmal mehr. Was auf viele Aspekte eines Spiels zutreffen kann, wurde in Super Destronaut: Land Wars leider ein wenig zu wortwörtlich genommen. Mit nur einem Level, einer Handvoll Waffen und inhaltlich viel zu ähnlichen Herausforderungen untergräbt der kleine Ego-Shooter seine eigenen Qualitäten und ruht sich – möglicherweise auch bewusst – auf wenigen Eigenschaften aus, die das Spiel auf dem ersten Blick zu einem Hingucker machen. Die Ästhetik weiß zu überzeugen, unterschiedliche Gegnertypen tauchen in Mengen auf und der Soundtrack passt zum Geschehen. Wer kein Problem damit hat nach ungefähr 15 Minuten im Prinzip alles vom Spiel gesehen zu haben oder Highscores hinterherzujagen, ohne sie mit anderen Spielern vergleichen zu können, bekommt ein relativ substanzloses Erlebnis, das mit ein wenig Ausarbeitung zu einem unglaublich motivierenden Spiel für zwischendurch hätte werden können.
Mein persönliches Highlight: Die Ästhetik

Die durchschnittliche Leserwertung

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