Der Dämonenjäger und sein Bruder

Begeben wir uns in das Jahr 2005. Der Uhu ist der Vogel des Jahres, der neue Papst Benedikt XVI. wird gewählt und das Buch Harry Potter und der Halbblutprinz erscheint in Deutschland. Doch auch die Welt der Videospiele wird um eine Perle reicher, denn der gefeierte dritte Teil der Devil May Cry-Reihe kommt auf den Markt. Damals hätte sicherlich niemand geahnt, dass wir 15 Jahre später das Abenteuer in einer mobilen Fassung überall spielen können. Doch Capcom hat nun der Nintendo Switch eine Neuauflage mit ein paar netten Extras spendiert.


Die Umgebungen sind sehr abwechslungsreich. © Capcom

Wer schon einmal einen Ableger der Serie gespielt hat, der weiß, dass es die Reihe in sich hat. Gleich zu Beginn werdet ihr nach dem gewünschten Schwierigkeitsgrad gefragt, bei dem ihr zwischen normal und einfach wählen könnt. Außerdem bekommt ihr eine unkommentierte Auswahl, mit den Möglichkeiten „goldene“ und „gelbe“. Wer das Spiel schon einmal gespielt hat, weiß natürlich, welche Auswirkung die jeweilige Auswahl zu bedeuten hat. Danach geht es auch schon mit der ersten Introsequenz los, die euch in die Story einleitet. Die Geschichte spielt dabei vor den Geschehnissen der ersten beiden Teile und erzählt uns, wie unser Dämonenjäger Dante sein Dämonenjägerbüro eröffnet hat und wie es zu seinem titelgebenden Namen gekommen ist. Im Mittelpunkt steht dabei Dantes Bruder Vergil, der nicht ganz so gute Absichten hat. Denn im Gegensatz zu seinem Bruder möchte er das Tor zur Unterwelt öffnen und die Welt von Dämonen überrennen lassen. Doch dafür benötigt er Dantes Amulett. Der hat natürlich etwas dagegen und stellt sich gegen seinen Bruder. Doch bevor er seine Pläne durchkreuzen kann, muss sich Dante gegen viele Kreaturen der Unterwelt behaupten, die seinen Weg blockieren.


Und hier kommen wir zum Herzstück der Reihe: dem Kampfsystem. Denn hier hat die Nintendo Switch-Version ein paar sinnvolle Neuerungen im Gegensatz zum Original spendiert bekommen. Denn ihr könnt zu Beginn auswählen, ob ihr den klassischen oder den Freestyle-Modus nutzen möchtet. Der klassische Modus ist für diejenigen, die das gleiche Erlebnis wie vor 15 Jahren haben möchten. Der Freestyle-Modus hingegen gibt euch die volle Kontrolle über euer Waffenarsenal und euren Kampfstil. So müsst ihr euch nicht zu Beginn des jeweiliges Levels für etwas entscheiden, sondern könnt direkt im Kampf zwischen den Stilen und Waffen hin und her wechseln. Das bringt noch mehr Abwechslung und Spaß in das Kampfsystem. Ansonsten spielen sich die Kämpfe genauso wie in der Urversion. Mit Nah- und Fernkampfatacken prügelt ihr euch durch die Gegnerhorden und treibt eure Comboleiste nach oben. Mit den verschiedenen Stilen sichert ihr euch währenddessen ein paar Vorteile. So seid ihr als Trickster etwas wendiger, schlagt als Swordmaster ordentlich zu, am Royalguard beißt sich das Dämonenpack die Zähne aus und der Gunslinger-Stil ist für alle da, die lieber aus der Entfernung angreifen. Diese vier Stile sind von Anfang an freigeschaltet und werden nach Abschluss der Story um zwei weitere Stile ergänzt.


Spätestens bei diesem ersten Boss werdet ihr in Schwierigkeiten geraten. © Capcom

Doch auch der beste Dämonenjäger wird irgendwann scheitern und den Game-Over-Bildschirm sehen. Schon die normalen Monster können unerfahrenen Spielern zu schaffen machen, da alle von ihnen unterschiedliche Verhaltensweisen haben und sich nur mit verschiedenen Taktiken schneller wieder dahin bringen lassen, wo sie hergekommen sind. Aber vor allem die großen Bosse, deren Ableben euch neue Waffen bescheren und die meist den Weg zum nächsten Areal versperren, haben es nach wie vor in sich und fordern viel Konzentration, um nicht vor die Hunde zu gehen. Ist es dann doch passiert, wird nun die Auswahl am Anfang wichtig. Denn wenn ihr die „goldene“ Auswahl getroffen habt, werdet ihr direkt wiederbelebt, sofern ihr eine goldene Kugel im Inventar habt. Ansonsten steht ihr am letzten Checkpoint wieder von den Toten auf und müsst den Kampf noch mal in voller Länge über euch ergehen lassen.


Natürlich sieht und merkt man dem Spiel sein Alter an, jedoch macht es immer noch eine teuflisch gute Figur. Sowohl im Handheld-Modus als auch im TV-Modus läuft alles durchweg flüssig und kommt ohne Einbrüche der Bildrate aus. Auch das Bildformat ist von 4:3 auf 16:9 gewachsen und wirkt dennoch nicht gestreckt. Alte Schwächen, wie die klobige, teils störende Kamera und das damit verbundene Problem beim Anvisieren der Dämonen sind natürlich noch wie im Original vorhanden.


Dämonenjäger kämpfen nicht immer allein.


Natürlich enthält das Spiel auch abseits der Story Extras, die man schon vom klassischen Spiel kennt. So könnt ihr euch Zwischensequenzen nochmal anschauen, euch durch die Musik des Spiels klicken und Concept-Art des Spiels anschauen. Habt ihr euch erfolgreich durch die Kampagne geprügelt, könnt ihr sie erneut aus der Perspektive des bösen Bruders Vergil bestreiten. Und wenn euch das immer noch nicht reicht, könnt ihr euch im Bloody-Palace-Modus behaupten. Hier werden euch immer wieder Gegnerwellen entgegengeschickt, bis ihr scheitert. Und auch dieser Modus erhält auf der Nintendo Switch eine sinnvolle Erweiterung, denn anstatt sich alleine durch die Gegner zu prügeln, könnt ihr euch nun einen Freund schnappen und euch im lokalen Multiplayer gemeinsam durch die Gegnerhorden schnetzeln.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Thomas Kurth

Wie schon vor 15 Jahren kann Devil May Cry 3 auch heute noch überzeugen. Das Kampfsystem ist fordernd und macht immer noch viel Spaß. Die Gegner sind nach wie vor fordernd und schicken euch auch heute noch auf die Bretter, wenn ihr nicht aufpasst. Die Extras, die der Nintendo Switch-Version spendiert wurden, sind sinnvoll und erweitern das Spielerlebnis um ein paar spaßige Punkte. Vor allem der Couch-Coop im Bloody-Palace-Modus macht gemeinsam einfach noch mehr Spaß. Auch wenn alte Schwächen nach wie vor vorhanden sind und man dem Spiel grafisch das Alter ansieht, kann es dennoch optisch und spielerisch überzeugen.
Mein persönliches Highlight: Der Multiplayer-Modus

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 3

  • Flomo

    Turmheld

    Holt das Ding noch irgendjemand?

  • Sib

    Master of Desaster

    @Flomo
    Leute, die es nicht kennen oder es unterwegs spielen wollen. Hab es selbst für die Switch gekauft^^

  • Retrox

    Turmritter

    @Flomo Jo, ich habe es mir besorgt... in erster Linie, da man hier tatsächlich auch neue, nicht ganz unnötige Features geaddet hat.