Das Brücken-Einmaleins

Nachdem Bridge! 3 bereits letztes Jahr auf PC erschien, spendiert Aerosoft nun auch Nintendo Switch-Spielern die Brückenbau-Simulation. In der Kampagne bekommt ihr die Aufgabe, in 30 Level eine sichere Brücke über Abgründe und Flüsse zu schlagen. Hierbei habt ihr begrenzt Bauteile zur Verfügung, von normalen Straßen und Brückenpfeilern zu ausgefalleneren Teilen wie Beschleunigungs- oder Bremsstreifen, als auch Trampolinplatten und Ventilatoren. Letztere lassen die Brückenteile in der Luft schweben. Je nach Mission ändern sich hierbei die Anzahl sowie Art der verfügbaren Utensilien. Während die ersten Missionen noch ein Kinderspiel sind, müsst ihr bei späteren Level eure Brückenbauexpertise unter Beweis stellen.


Allerdings sei gesagt, dass ich oftmals katastrophale Brücken gebaut habe, die aller Logik nach niemals standgehalten hätten, aber dennoch stabil waren. Auf der anderen Seite sind Brücken, die meiner Meinung nach logisch und statisch korrekt gebaut wurden, eingestürzt. Das macht die späteren, schwierigeren Level teilweise zu frustigen und langatmigen Trial-and-ErrorAufgaben. Mit logischem Denken kommt ihr hier leider nicht immer weiter.


Das war wohl nichts mit dieser Brücke. © Aerosoft

Sobald ihr mit eurem Konstrukt fertig seid, das scheinbar ausreichend Stabilität besitzt, geht es in die Testphase über. Nun werden Autos über eure Brücke fahren, in der Hoffnung, ohne Kollateralschaden an das andere Ende der Karte zu gelangen. Neben PKW-Tests gibt es auch je nach Mission noch LKW-, sowie Schifftests. Um die LKWs tragen zu können, müsst ihr deshalb schon stärkere Gerüste ausfahren. Für das Schiff müsst ihr die Brücken hoch genug verlagern, damit der Frachter unbeschadet darunter durchschippern kann. In ein paar Missionen reicht es allerdings nicht, dass die Fahrzeuge ohne Unfall von links nach rechts brettern, sondern müssen zuvor noch Checkpoints durchschreiten. Manchmal sind diese Punkte etwas unkenntlich, so habe ich in einem Level erst nach Minuten gemerkt, warum andauernd ein „Mission Fehlgeschlagen“ auf meinem Bildschirm angezeigt wurde, obwohl die Fahrzeuge sicher am anderen Ende ankamen. Um die Checkpoints zu erreichen, müsst ihr deshalb spielerischer an eure Bauweise herangehen. Die Entwickler setzen auch gezielt auf Missionen, die mit der Realität nichts zu tun haben, unter anderem, wenn ihr die Fahrzeuge mit Beschleunigungsstreifen stuntmäßig über Schluchten fliegen lasst.


Neben der Kampagne könnt ihr im Editor eurem kreativen Geist freien Lauf lassen und die verrücktesten Brücken und Missionen selbst kreieren. Hierbei werden euch (scheinbar) keine Grenzen gesetzt. Natürlich bis auf die bereits erwähnten, oftmals fehlenden physikalischen Gesetze. Auch wenn das Brückenbauen trotz aller Logikschwächen Spaß gemacht hat, ist die Steuerung auf der Nintendo Switch leider das komplette Gegenteil. Um die einzelnen Verbindungspunkte zu erwischen, damit weitere Bauteile daran angebaut werden können, ist großes Fingerspitzengefühl und eine noch größere Geduld gefragt. Der Cursor bewegt sich manchmal nach dem Loslassen der Taste noch ein Stückchen weiter, genauso verhält es sich mit dem Rein- und Rauszoomen aus der Karte. Bewegt ihr die Kameraperspektive, verläuft die Bewegung nicht horizontal ab, sondern diagonal. Musikalisch sieht es ebenfalls sehr mau aus, so hat das Spiel insgesamt nur drei Musikstücke, die sehr schnell eintönig werden. Solltet ihr mit dem Gedanken spielen, euch Bridge! 3 zuzulegen, dann empfehle ich die PC-Version. Mit einer Maus ist das Bauen um einiges angenehmer und geht viel schneller von der Hand.

Unser Fazit

4

Erträglich

Meinung von Johannes Bausch

Bridge! 3 ist ein Brückenbau-Spiel, das euch in der Kampagne mit begrenzten Bauteilen eine Überquerung errichten lässt, um damit Fahrzeuge sicher ans andere Ende zu befördern. Die Missionen werden später recht knackig und haben dabei leider kaum physikalische Gesetze als Grundlage. So brechen stellenweise stabil gebaute Brücken ein, während Klappergerüste, die zum Scheitern verurteilt sind, standhalten. Im Editor habt ihr freie Hand und könnt munter fröhlich draufloswerkeln und dabei die verrücktesten Brücken erschaffen, die die Welt je gesehen hat. Leider hat die Nintendo Switch-Version massive Probleme mit der Steuerung. Diese kostet Zeit und Nerven und schmälert den Spielspaß ungemein. Habt ihr eine gewisse Faszination für Brücken und habt Lust, einmal selbst Hand anzulegen, dann greift besser zur PC-Version. Mit einer Maus ist es deutlich einfacher sowie angenehmer und bereitet dementsprechend auch mehr Spaß, sich mit dem Brückenbau zu beschäftigen.
Mein persönliches Highlight: Mein katastrophales Gebilde, das Konstrukteure die Haare zu Berge stehen lassen würde, aber dennoch standgehalten hat.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Gott ich kann mich noch an solche Flashgames erinnern mit Brücken bauen xD
    man war das manchmal grottig und schwer nachzuvollziehen