Verzweiflung im mysteriösen Garten

Bullet Hell Shooter werden oftmals mit dem Shoot ‘em up-Genre in Verbindung gebracht. Alienschiffe, die einen einzelnen Piloten in Bedrängnis bringen, sind schon zu Beginn der Videospielära beliebt. Eine etwas andere Interpretation eines Bullet Hell Shooters ist ITTA, welches ihr für die Nintendo Switch erwerben könnt. Wir haben uns den Titel für euch angeschaut.


Einer der zahlreichen Bosse! © Armor Games Studios

Nach einem langen Fall landet ihr in einer unterirdischen Höhle. Neben euch liegt der Großteil eurer Familie abgeschlachtet (und das ist nicht übertrieben) auf dem Boden, eure Mutter ist verschwunden. Der Geist eurer verstorbenen Katze erwacht auf einmal zum Leben und wird euer Ratgeber in der Welt des „Gartens“. Euer Ziel ist es, dieser Hölle auf Erden zu entkommen. Dafür müsst ihr einige der 18 Bosse vernichten. Nach jedem erfolgreichen Kampf leuchtet ein Auge in der Höhle eures Erwachsens auf. Was wird wohl passieren, wenn alle Augen aufleuchten …?


ITTA wird mit beiden Joy-Sticks der Nintendo Switch gesteuert. Der linke Stick bewegt euren Charakter, der rechte steuert die Richtung eurer Waffe, mit der ihr euch verteidigt. In den verschiedenen Gebieten des Gartens trefft ihr auf etliche Charaktere, die euch mit Tipps helfen oder eure Hilfe brauchen. Sie selbst haben sich damit abgefunden, dass sie „verstorben“ sind und für immer in den Katakomben herumwandern müssen. Der Garten selbst ist überraschend weitläufig und frei begehbar. Es gibt keine feste Reihenfolge an Dingen, die ihr erledigen müsst. Ab und an findet ihr Waffen, die ihr bei einem Schmied aktivieren könnt, oder Items, die eure Gesundheit dauerhaft oder temporär erhöhen.


Der äußere Bereich des Gartens. © Armor Games Studios

Der Kern des Spiels sind aber ohne Frage die Bosskämpfe. Anfangs haben wir von Bullet Hell Shootern gesprochen und diesem Genre fühlt sich ITTA ohne Frage verbunden. Betretet ihr einen der Bossräume, trefft ihr auf einen äußerst starken Gegner, der mit Schüssen, Lasern und mehr nicht geizt. Ihr selbst könnt rennen, schießen und ausweichen, um nach und nach die Kraftpunkte des Feindes zu eliminieren. Umso niedriger die KP, desto verzweifelter und unberechenbarer werden die Angriffsmuster. Zwar sind die Bosse selbst größer als ihr, aber immer noch nicht bildschirmfüllend. Da sie zudem mobil sind, müsst ihr nicht nur präzise zielen, sondern euch auch noch bewegen, um nicht nur den Kugeln, sondern auch den Gegnern selbst auszuweichen. Im Laufe des Abenteuers erhaltet ihr neben einer simplen Pistole auch andere Waffen wie ein Maschinengewehr oder eine Shotgun. Diese sind stärker, haben dafür aber Nachteile wie langsameres Nachladen. Nach dem Vernichten eines Bosses löst sich dieser auf und aktiviert eines der eben erwähnten Augen. Zudem wird das ein oder andere Event freigeschaltet. Ein Boss hat beispielsweise einen Freund eines NPCs getötet. Dessen Tod könnt ihr anschließend rächen. Ihr müsst jedoch nicht alle Gegner bezwingen, um den finalen Endboss zu erreichen. Auch müssen nicht alle Items gefunden werden. Um die Spielzeit etwas zu strecken, um nicht bereits nach einer Stunde den Abspann zu sehen, solltet ihr euch dennoch umschauen, denn auch auf die Story legten die Entwickler Wert. Aber auf diese möchte ich hier nicht weiter eingehen, sonst bleibt ihr wahrscheinlich mit mehr Fragen als Antworten zurück.


Grafisch nutzt ITTA einen für Indie-Spiele typischen Pixel-Look. Die Farben sind jedoch oftmals blass, was aber gut zum Design des Spieles passt. So lassen sich die Angriffe des Gegners deutlich besser erkennen. Musikalisch ist der Titel gutes Mittelmaß. Keiner der Tracks ist mir länger im Gedächtnis geblieben. Da Bullet Hell Shooter zu den schwersten Spielen überhaupt gehören, gibt es erfreulicherweise zwei Optionen, die Einsteigern helfen sollen. So könnt ihr den Schadensmultiplikator verdoppeln oder euch gleich unverwundbar machen. Übrigens: Wer die HD-Vibration mag, wird ITTA lieben. Selten haben die Joy-Con so intensiv vibriert.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Niels Uphaus

ITTA ist ein etwas anderer Bullet Hell Shooter. Statt futuristischer Umgebung befindet ihr euch im trostlosen „Garten“. Das Erste, was ihr seht, ist die tote Familie des Protagonisten. Auch im weiteren Verlauf des Spiels nutzt der Titel den Pixel-Look, um grausige Tatsachen zu visualisieren. Das Ganze wird mit einer mysteriösen und verwirrenden Geschichte untermalt. Der Kern des Spiels sind aber ohne Frage die Bosskämpfe. Diese sind fordernd, im Vergleich zu anderen Titeln des Genres aber durchaus machbar. Gerade auch dank der Unterstützungsfunktionen wie die Verdopplung des Schadens ist ITTA damit ein guter Einstiegskandidat für alle, die schon immer einmal einen Bullet Hell Shooter ausprobieren wollten.

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