Mein Name ist Fury und ich schnetzel mich hier kurz durch

Das fünfköpfige Entwicklerstudio Awesome Games liefert uns mit Fury Unleashed ein knüppeldickes Rogue-like Actiongame, das es in sich hat. Der Titelgebende Fury ist im Spiel eigentlich eine Comicfigur, die vor 20 Jahren sehr bekannt und beliebt war. Über die Jahre sanken die Verkaufszahlen der Reihe allerdings drastisch und das komplette Aus des Comics droht nun. Von diesen Aussichten bleibt der Autor natürlich nicht verschont und er zweifelt immer mehr mit sich selbst und stellt sich die Frage, ob er diese Karriere nie hätte einschlagen und er Fury nicht endlich beerdigen sollte. Die mysteriöse Figur „Herr Kritzel“ erscheint nun dem Comichelden Fury und rät diesem, sich durch diverse Gegnerhorden zu kämpfen und dadurch dem „Schöpfer" zu zeigen, wie sehr er seine eigenen Kreationen einmal geliebt hatte. Fury bahnt sich von nun an seinen Weg durch insgesamt vier Comicbücher und Massen an Feinden. Im Laufe des Spiels schaltet ihr weitere Charakterdesigns frei, jedes davon könnt ihr mit verschiedenen Accessoires anpassen wie zum Beispiel Kriegsbemalungen. Ganz im Sinne der Rogue-like Games ist der Schwierigkeitsgrad prügelhart. Die Entwickler haben allerdings auch an alle Neulinge gedacht und einen Easy-Mode implementiert. Dort können eigene Anpassungen vorgenommen werden, unter Anderem, wie viel die Feinde aushalten oder wie viel Schaden ihr selbst einsteckt. Solltet ihr nicht im leichtesten Modus spielen, erwarten euch in der nächst höheren Stufe bereits viele virtuelle Tode.


Die Bossgegner stellen stets kleine Highlights dar. © Awesome Games

Obwohl ich selbst unzählige Male die Schwelle zum Reich der Toten überschritten habe, wurde meine Motivation dadurch nie getrübt. Durch das Töten von Gegnern hinterlassen diese schwarze und goldene Tinte. Die Schwarze dient nach dem Ableben dazu, Fähigkeitspunkte freizuschalten. Mit diesen könnt ihr im Skillbaum verschiedene Fähigkeiten ausrüsten, beispielsweise um mehr Zeit zu erhalten, um Kombos auszuführen, höheren kritischer Schaden auszuteilen oder schneller nachladen zu können. Diese Freischaltungen bleiben von nun an permanent bestehen und erleichtern so zumindest etwas jeden neuen Versuch. Solltet ihr mit euren vergebenen Punkten nicht mehr zufrieden sein, könnt ihr diese ganz leicht wieder entfernen und für andere Skills verwenden. Somit bleibt euch eine „Verskillung“ des Charakters erspart. Mit der goldenen Tinte wiederum werden im aktuellen Spielablauf diverse Boni gekauft wie neue Ausrüstungsgegenstände, die hauptsächlich temporär ausgerüstet bleiben und Fury stärken. Die Steuerung habt ihr nach einer kurzen Eingewöhnung schnell im Blut. Es gibt einen Sprintknopf, mit dem ihr auch kurzzeitig in der Luft über Abgründe dashen könnt. Außerdem ist Fury mit einer Nah-, und Fernkampfwaffe, als auch einer Granate bewaffnet. Neue Waffen bzw. Rüstungen findet ihr auf der Map verteilt. Diese könnt ihr entweder ausrüsten oder, falls euch der Gegenstand nicht zusagen sollte, auch für schwarze Tinte eintauschen. Die jeweiligen Waffen unterscheiden sich teils stark voneinander: Vom normalen Maschinengewehren zu Sägeblatt-Werfern über Eiskanonen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Bei einem Ableben verschwinden die meisten Ausrüstungsgegenstände allerdings wieder. Das wichtigste Element des Spieles ist, eine möglichst hohe Komboleiste zu erzielen sowie zu halten. Für jeden erledigten Feind steigt diese Leiste, die sich allerdings bei erlittenem Schaden wieder leert. Dabei gilt: je weiter ihr die Kombo in die Höhe treibt, desto mehr Tinte erhaltet ihr. Im Talentbaum sind viele Fähigkeiten extra darauf ausgelegt, die Komboleiste möglichst lange oben zu halten. Dieses Prinzip setzt deshalb einen schnellen Spielfluss voraus, bei dem ihr euch in hohem Tempo von Karte zu Karte metzelt und dabei in einem wundervollen Flow, fast schon wie in Trance, die Kombo ins Unermessliche treibt. Das funktioniert auch hervorragend und macht ungemein Laune.


Um die Comicreihe von Fury steht es derzeit nicht gut, die Rezensionen sind zerschmetternd. © Awesome Games

Die Grafik ist in schöner Comicoptik gehalten. Jede Welt ist als Comic aufgebaut und ihr kämpft euch von einem Panel zum nächsten. Hierbei startet ihr jeweils links oben und müsst stets das Ende rechts unten erreichen, um in den nächsten Bereich zu kommen. Der Weg dahin ändert sich aber jedes Mal in Form neuer, zufallsgenerierter Karten. Die Comics unterscheiden sich anhand der Thematik sowie der darin vorkommenden Feinde. Während ihr im ersten Comic in einem Dschungel unterwegs seid und gegen Pflanzen und Skelettkrieger kämpft, landet ihr im zweiten in der Militärbasis von Neo-Nazis, die anhand einer Zeitmaschine den Lauf des Zweiten Weltkrieges ändern möchten. Jeweils drei Kapitel gibt es pro Comic zu bewältigen, dabei könnt ihr zwischendrin immer an Zwischenbosse geraten. Am Ende der drei Kapitel erwartet euch außerdem ein besonders großer Endgegner, den ihr bezwingen müsst. Sterbt ihr, müsst ihr wieder vom Anfang der Themenwelt beginnen. Insgesamt gibt es 40 toll designte Bossgegner, die dem Helden die Hölle heiß machen. So erwarten euch unter anderem Riesenspinnen, Aliens und Kampfhelikopter. Die Obermotze fordern euch euer gesamtes Kampfgeschick ab und bieten so eine immense Abwechslung. Darüber hinaus winkt besonders viel Tinte, sobald sie abtreten. Ein weiteres Highlight ist der lokale Koop-Modus, womit das komplette Spiel mit einer zweiten Person durchgezockt werden darf. Zu zweit macht das Meucheln nochmals mehr Spaß, allerdings leidet die Übersichtlichkeit manchmal darunter. In seltenen Fällen habe ich Frameeinbrüche festgestellt, vor allem dann, wenn einmal richtig viel auf dem Bildschirm los war. Der Soundtrack wurde von Adam Skorupa and Krzysztof Wierzynkiewicz erstellt, die auch an der Musik von The Witcher, Bulletstorm sowie Shadow Warrior 2 beteiligt waren. Dementsprechend bietet auch Fury Unleashed einen herrlichen Genuss für die Ohren.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Johannes Bausch

Fury Unleashed ist ein Rogue-like Actiongame, das genretypisch bockschwer ist. Solltet ihr nicht den Easy-Mode spielen, werdet ihr sehr häufig das Zeitliche segnen. Dennoch empfand ich mein Ableben nie demotivierend. In jedem Durchlauf sammelt ihr Tinte, die ihr am Ende gegen neue Fähigkeiten eintauschen könnt, dadurch wird jeder neue Durchlauf ein Stückchen einfacher, was für genug Motivation sorgt, den Kampf erneut anzutreten. Ein Kindergeburtstag wird Fury Unleashed dennoch nicht werden. Das Spielprinzip setzt darauf, einen möglichst hohe Kombo zu erzielen, wodurch ein regelrechter Kampf-Flow durch die Feindmassen entsteht. Das Rad der Rogue-like-Games wird der Titel allerdings nicht neu erfinden, denn dafür sind die Mechaniken Kennern bereits zu geläufig. Fans dieses Genres kann ich den Titel aber bedenkenlos empfehlen. Auch Neueinsteiger können durch den selbst einstellbaren Easy-Modus Fuß fassen. Ein lokaler Koop-Modus wird obendrein geboten, um mit einem Kumpel gemeinsam ordentlich auf den Putz zu hauen.
Mein persönliches Highlight: Die Komboleiste in ungeahnte Höhen schnellen zu lassen

Die durchschnittliche Leserwertung

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