Der Rätselspaß geht in die nächste Runde

Es gibt diese Spiele, die im jährlichen Turnus erscheinen und jedes Jahr aufs Neue von den Fans der Serie gekauft und anschließend verschlungen werden. Sie bieten zwar nicht immer wirkliche Neuerungen, aber machen trotzdem einfach unheimlich Spaß, da bereits kleine Nuancen das Spielerlebnis verbessern oder man einfach neue Herausforderungen erhält. Um so einen Titel handelt es sich auch bei Picross S4. Mit dem vierten Teil der Reihe auf der Nintendo Switch wagt man zwar nichts Überraschendes, nichtsdestotrotz hatte ich viele Stunden Spaß mit dem Titel. Meine Erlebnisse hierzu habe ich in den folgenden Zeilen festgehalten.


Rätselspaß ohne Ende!


Für die Neulinge unter euch schiebe ich eine kleine Erklärung voran, worum es sich bei Picross eigentlich handelt. Einfach ausgedrückt, dreht sich alles um Logikrätsel, welche auf einem Spielfeld aufbauen. Dieses Spielfeld ist auf der Oberseite und der linken Seite mit Zahlen versehen und in viele kleine Quadrate eingeteilt, ähnlich einem Schachbrett. Die Zahlen an den Rändern sagen euch, wie viele Quadrate einer Zeile bzw. Spalte nebeneinander eingefärbt werden müssen. Hierin besteht letztlich auch das Spielziel. Um welche Felder genau es sich handelt, müsst ihr als Spieler herausfinden, indem ihr euch mittels der angegebenen Zahlen über das gesamte Spielfeld entlang hangelt. So entsteht nach und nach ein Gesamtkunstwerk aus euren Einfärbungen.


Es wird farbenfroh in Picross Color. © Jupiter

Die einfachen Spielfelder gehen bei einer Größe von 5 x 5 los, die schwierigsten haben eine Größe von 30 x 30. Hierbei gilt stets die Devise: Je größer das Spielfeld ist, desto komplizierter wird es, diese richtig auszufüllen. Lasst es mich anhand eines Spielfeldes mit der Größe 5 x 5 noch einmal im Detail erklären: Findet ihr bei einer Spalte eine 5 am Rand, wisst ihr, dass fünf nebeneinanderliegende Quadrate ausgemalt werden müssen, das heißt, man färbt die gesamte Spalte ein. Anschließend richtet man seinen Blick auf die Zeilen. Sollte dort eine Zeile mit einer 1 auftauchen, hat man diese durch die Spalte mit den fünf Quadraten bereits erledigt und muss sich dieser nicht mehr widmen. Nach diesem Vorgehen springt man immer wieder von den Zeilen zu den Spalten und zurück, um nach und nach alle nötigen Felder mit Farbe einzudecken. Sobald eine Zeile mit den nötigen Farben ausgefüllt ist, erblassen die Zahlen am Rand, bis keine mehr übrig sind.


Insgesamt durchstöbert ihr nach diesem Schema vier verschiedene Spielmodi. Diese bauen alle auf dem Grundprinzip auf, unterscheiden sich jedoch im Detail. So erstrecken sich im Modus Mega Picross die angegebenen Zahlen auf mehrere Spalten bzw. Zeilen, was für eine angenehme Abwechslung sorgt. Etwas Farbe kommt bei Color Picross ins Spiel. Hier müssen die Felder nicht nur einfach eingefärbt werden, sondern euch stehen dieses Mal gleich mehrere Farboptionen zur Verfügung, welche ebenfalls am Spielfeldrand dargestellt sind. Im Vergleich zu den klassischen Varianten müssen hier auch keine Lücken zwischen den einzelnen Färbungen vorhanden sein. Unterschiedliche Farben dürfen nebeneinanderstehen.


Clip Picross lässt euch ein Gesamtkunstwerk zusammenstellen. © Jupiter

Beim Lösen dieser drei Spielmodi erhaltet ihr immer mehr Rätsel für den Modus Clip Picross. Diese Rätsel tauchen in unterschiedlichen Größen auf und ergeben allein kein ganzes Bild. Erst das Gesamtwerk aus mehreren Picross führt zur endgültigen Lösung bzw. zu einem großen Gesamtbild. Dieses Freischalten von immer neuen Rätseln und das Zusammenstellen des großen Bildes motiviert ungemein, alle anderen Spielmodi zu bewältigen. Somit greifen die einzelnen Picross-Varianten sehr schön ineinander und stehen nicht für sich allein. Zuletzt gibt es noch fünf extragroße Rätsel, von denen zwei direkt zur Verfügung stehen. Drei weitere könnt ihr erhalten, wenn ihr Speicherdaten der vorherigen Nintendo Switch-Titel auf eurer Konsole habt.


Insgesamt erhaltet ihr so Zugriff auf rund 480 Logikrätsel, was etliche Stunden an die Konsole fesseln kann. Zwar dauern die kleineren nur wenige Minuten, für ein Picross der Größe 30 x 30 kann man aber gut und gerne 30 Minuten einplanen, sofern man genug Erfahrung gesammelt hat. Der Zweispieler-Modus hat es leider nicht in den neuesten Teil geschafft. Zwar bot dieser keinen wirklichen Mehrwert, da er häufig mehr verwirrte als half, schade ist die Kürzung trotzdem. Auch wäre es wünschenswert gewesen, dass die Extra-Rätsel auch auf andere Weise freigeschaltet werden können, um sie auch neuen Spielern, die erst mit dem vierten Teil einsteigen, zu ermöglichen. Ich persönlich habe zum Beispiel noch keinen Nintendo Switch-Teil, sondern die Reihe nur auf dem Nintendo 3DS intensiv gespielt. Somit schaue ich jetzt in die Röhre. Weitere Neuerungen im Vergleich zum dritten Teil der Reihe sind ebenfalls nicht mit dabei. Hier hätte ich mir zumindest Kleinigkeiten gewünscht, die die Spieler zur aktuellsten Version greifen lassen und nicht zur älteren, welche einige Euro günstiger im Nintendo eShop zu bekommen ist.


Was die Grafik angeht, ist das Spiel schön anzusehen. Vor allem am TV ist Picross S4 gestochen scharf und lässt sich wunderbar spielen. Die Eingabe per Tasten funktioniert dabei sehr schnell, unkompliziert und treffsicher. Eine Steuerung per Touchscreen ist leider nicht möglich, aber meiner Meinung nach längst überfällig. Mittlerweile gibt es Touchpens von Nintendo und auch Drittanbieter verkaufen diese, sodass diese Funktion einfach in das Spiel gehört. Vor allem für ruhigere Momente im Bett oder auf dem Sofa wäre diese Möglichkeit des Spielens ein Segen gewesen. Nichtsdestotrotz ist Picross S4 mit seinem Repertoire an Rätseln und den verschiedenen Spielmodi ein Titel, den jeder Rätselfreund einmal ausprobiert haben sollte.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Picross S4 macht genau so viel richtig wie die vorherigen Teile auch. Unzählige Rätsel, vier verschiedene Spielmodi, die nicht nur motivieren, sondern zugleich abwechslungsreich sind, und die präzise Steuerung machen viel Spaß und greifen wunderbar ineinander über. Etwas schade finde ich, dass man nicht versucht hat, etwas mutig zu sein und einen neuen Spielmodus zu integrieren, auch wenn das natürlich nicht ganz so einfach bei der bereits vorhandenen Fülle an Rätseln ist. Die fehlende Steuerung per Touchscreen ist jedoch ein nicht von der Hand zu weisendes Manko und auch das Streichen des Zweispieler-Modus finde ich persönlich schade, da ich ein Neuling auf der Nintendo Switch bin. Alles in allem macht Picross S4 aber auch so eine Menge Spaß und hat mich bereits jetzt unzählige Stunden an den Bildschirm gefesselt.
Mein persönliches Highlight: Das gute Gefühl, ein Picross der Göße 30 x 30 zu lösen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 5

  • Antiheld

    Turmbaron

    Ich fand Picross 3D noch viel besser als das reguläre Picross, daher würde ich mir einen Nachfolger davon wünschen.

  • Fafarus Urungus

    Turmknappe

    Ich finde Nonogramme einfach klasse. Bin schon seit dem Mario Picross für den GB angetan. Das hier werd ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.

  • Hoschi

    Turmknappe

    Ich sehe das so wie Antiheld!
    Picross 3d war meiner Meinung nach wirklich viel besser und hat mich gefesselt!
    Vielleicht kommt ja da nochmal was...

  • megasega2

    Turmbaron

    Ich verstehe die im Fazit erwähnte Streichung der Touch-Funktion auch nicht. Es sollte doch möglich sein, dass die Switch erkennt, ob sie im Dock steckt oder nicht und dann in den Handheld-Modus umschaltet. Picross ohne Touch ist halt Semi-Geil, ich hab die Demo gespielt und fand es zwar okay, habe die Touch-Funktion auf Dauer aber echt vermisst.

  • heart_of_chrome

    Turmritter

    Hab auch hier wieder zugeschlagen, ich liebe Picross. Wobei mich der niedrigere Schwierigkeitsgrad seit dem 3DS/der WiiU schon stört. Auf dem SNES durfte man nicht mal ein falsches Quadrat anklicken, ohne dass das Spiel verloren war. Das hat mich am allermeisten gefesselt.