Werdet Spieleentwicklerin und findet eure große Liebe

Die Nintendo Switch, nach dem PC momentan wohl die beliebteste Plattform für Visual Novels, konnte sich vor einiger Zeit über gleich zwei neue Spiele des Genres freuen. Bei beiden handelt es sich um ein Yumeutsutsu Re:-Spiel, die lange Zeit nur in Japan erhältlich waren, nun aber endlich lokalisiert wurden. Wir haben uns beide Titel angeschaut und wollen in diesem Artikel auf Teil 1, Master, eingehen.


Auch in einer Visual Novel-Welt, in der nur Frauen leben, sind Anspielungen dieser Art üblich. © Degica Games

Yumeutsutsu Re:Master spielt in einer Welt, in der nur Frauen leben und wo die Fortpflanzung mittels einer Chemikalie ermöglicht wird. Ansonsten hat sich die Gesellschaft kaum verändert, denn Kriege, Vergewaltigungen und andere Verbrechen sind auch unter Frauen weiterhin üblich. Ihr schlüpft in die Rolle von Ai, einem jungen Mädchen, welches mit ihrer jüngeren Schwester Kokoro und ihren beiden Müttern auf dem Land lebte. Die Beziehung beider Schwestern war sehr, sehr eng, doch eines Tages verschwand Kokoro. Durch glückliche Umstände findet Ai heraus, dass ihre Schwester in der Hauptstadt Japans (in dieser Welt nicht Tokyo) bei der Softwareschmiede Eureka Software an einem Remake der Doujin-Visual Novel NieMajo and the End oft he World arbeitet. Ai, die keine Ahnung bezüglich der Entwicklung von Spielen hat, wird von ihrer attraktiven Chefin Honoka zum Assistence Director des Projekts ernannt. Kokoro selbst ist der Director des Spiels. So sollen sich beide endlich wieder näherkommen, doch das Gegenteil ist der Fall. Die kleine Schwester, die vorher so eng mit Ai verbunden war, hasst sie von ganzem Herzen. Was ist passiert? Das werdet ihr im Laufe der Geschichte erfahren.


Eine Welt voller Liebe und Schmerz!


Neben Ai und Kokoro arbeiten auch andere Frauen an dem Projekt. Da wäre beispielsweise die bananenliebende Nana, die sich auch während der Arbeit als Maid verkleidet. Sie arbeitet jedoch nur Teilzeit bei Eureka und verfolgt nebenbei ihren Traum, Synchronsprecherin zu werden. Die 26-jährige Saki, die aussieht wie ein kleines Kind, ist für das Skript verantwortlich und hat am Original-Spiel mitgearbeitet. Die letzte Mitarbeiterin ist Marie Mahler, eine Soldatin aus einem fernen Land, die leidenschaftlich gerne zeichnet, von Ai entdeckt wurde und dann zur Designerin des Spiels ernannt wurde. Alle Charaktere haben ihre eigenen düsteren Geheimnisse, die ihr nach und nach aufdecken müsst. Jede der vier Frauen, Kokoro, Nana, Saki und Marie besitzen ihre jeweils eigen Storyroute, die ihr erreicht, wenn ihr bestimmte Antworten im Laufe des Spiels auswählt. Jeder Charakter hat ein schlechtes und gutes Ende, wobei die schlechten Abschlüsse zum Teil recht makaber ausfallen.


Ab und an steuert ihr auch andere Charaktere. Dies könnt ihr unter anderem an der Farbe des Textfelds erkennen. © Degica Games

Wie bei jeder guten Visual Novel üblich bietet auch Yumeutsutsu Re:Master etliche CG, die die wichtigsten Szenen visuell ansprechend darstellen. Das geht von normalen Bildern bis hin zu Kussszenen. Das Spiel selbst wartet mit einer japanischen Sprachausgabe auf, die durchaus gelungen ist. Selbiges lässt sich auch von der Musik behaupten, die euch zwar nicht im Kopf bleiben wird, aber das Geschehen im Hintergrund gut untermalt. Nach und nach schaltet ihr die Musik und CGs im Hauptmenü frei, um sie euch auch außerhalb des Gameplays anzuhören.


Die Story selbst konnte mich größtenteils überzeugen. Die Welt ohne Männer hat ihre ganz eigenen Vorzüge, aber auch Nachteile. Zudem wurde auch die Thematik der Spieleentwicklung recht akkurat aufgegriffen, wobei gerade die Probleme eines solchen Projekts im Mittelpunkt standen. Der größte Makel des Spiels ist jedoch der Preis. Mit gut 65 Euro gehört Yumeutsutsu Re:Master zu den teuersten Spielen im Nintendo eShop. Für eine Visual Novel ist der Titel zwar recht umfangreich, aber gerade auf dem europäischen Markt, der für das Genre ein hartes Pflaster darstellt, ist der Preis viel zu hoch. Da ist es auch nicht hilfreich, dass deutlich bessere Spiele wie Clannad viel günstiger zu erwerben sind.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Niels Uphaus

Hat mir Yumeutsutsu Re:Master Spaß gemacht? Ohne Frage. Die Geschichte rund um die Entwicklung eines Videospiels in einer Welt, in der nur Frauen leben, ist ungewöhnlich, wurde aber gut umgesetzt. Es ist interessant zu sehen, welche Probleme während der Entwicklung auftauchen können. Die Charaktere sind liebenswert, auch wenn gerade der extreme Fokus von Ai auf ihre Schwester zum Teil unpassend ist. Den hohen Preis ist das Spiel jedoch nur für all diejenigen wert, die knallharte Fans von Visual Novels und dem speziellen Bereich der Yuri-Spiele sind. Alle anderen sollten mit einem anderen Titel des Genres beginnen.
Mein persönliches Highlight: Die vier individuellen und emotionalen Geschichten von Saki, Nana, Marie und Kokoro.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Kabuki-Ende

    noch nicht ganz am Ende...

    na klar nicht mehr lange switch... || wobei ein punkt wirklich extrem lustig ist