Unser Test zum Spiel: Medieval Games

Im Mittelalter ging es heiß her. Coole Ritter, große Tafelrunden und nahezu alltägliches Hexen-Barbeque auf dem Dorfplatz. Klingt doch nach einer riesigen, spaßigen Sause, oder? Nun hat sich dies ein kleines Entwicklerstudio als Vorlage für ein Party-Spiel genommen, welches der ganzen Familie Spaß bereiten soll. Mit Medieval Games kommt ein Mario Party-ähnlicher Titel auf die Wii, der schon auf der gamescom unter den Redakteuren für Aufregung gesorgt hat. Doch hier ist allerdings die Frage: WARUM hat der Titel eigentlich für Aufregung gesorgt? Nun ja...

Alles beginnt damit, dass der Sohn des Königs absolut unfähig ist, sich eine nette Prinzessin für den Nebenthron zu suchen. Das macht das Landesoberhaupt natürlich nicht besonders glücklich, zumal ihm die Zeit weg rennt. Doch was soll er tun, um eine geeignete Frau für den Prinzen zu finden? Er startet einen letzten, verzweifelten Versuch... und veranstaltet ein großes Fest, bei dem Jedermann (oder Jederfrau) gegeneinander antreten sollen. Der Gewinner darf dann entscheiden, wer des Königssohnes Braut wird. Ihr übernehmt die Rolle einer dieser Personen und tretet in einem Brettspielähnlichen Event gegeneinander an.

Zu Beginn einer Runde wird gewürfelt und somit festgelegt, wie weit ihr laufen dürft. Landet ihr auf einem Ereignisfeld, startet ein Minispiel. In denen könnt ihr entweder einfach nur Münzen oder Schätze gewinnen. Die Schätze sind insofern wichtig, dass ihr entweder Geld dafür bekommt oder es darum geht, wer am Ende die meisten gesammelt hat. Das alles klingt ein bisschen nach Mario Party, ist jedoch bei weitem nicht so spaßig. Vor jedem Minispiel bekommt ihr eine kleine Story zum jeweiligen Game. Diese sind beim ersten Mal sogar einigermaßen lustig, nerven aber danach nur noch. Einmal einblenden hätte völlig gereicht. Doch das Wichtigste ist ja, dass die Minispiele Spaß machen! Doch irgendwie hat man auch das versaut...

Allein die Steuerung hat man schon irgendwie nicht so richtig in den Griff bekommen. So muss man in einem der Spiele auf Äpfel schießen. Dies macht man, indem man per Pointer-Funktion zielt und dann mit dem A-Knopf schießt. Doch leider ist dies ungenau und sogar leicht zeitverzögert. Das ist besonders dann fatal, wenn auf sich bewegende Ziele geschossen werden muss. Dasselbe gilt für das Axtwurf-Minispiel. Zielen, Wiimote-schwingen und das bewegliche Ziel treffen. Klingt einfach, doch erst gute zwei Sekunden nach dem Schwingen wird die Axt geworfen. Nun könnte man sich streiten: Ist das ein gewollter Effekt, um den Titel schwerer zu machen oder hat man hier einfach gewaltig geschlampt? Doch am meisten Spaß haben mir die Spiele gemacht, in denen man die Figur durch Neigen der Wiimote bewegen musste. Denn dies funktionierte so unglaublich gut, dass ich regelrecht das Gefühl hatte, dieses Spiel wurde von Nintendo persönlich programmiert! ...Oh, Moment, halt. Das genaue Gegenteil ist ja der Fall! Hier hätte man wirklich einfach das Steuerkreuz nutzen sollen, denn auf diese Weise kommt man absolut nicht klar mit dem Bewegen der Figur. Es ist ungenau und macht absolut KEINEN Spaß! Nach einer Weile hatte ich langsam das Gefühl, man will mich einfach nur quälen.

Doch vielleicht macht der Titel ja im Multiplayer Spaß, schließlich ist es ein Party-Spiel. Mit bis zu drei Freunden könnt ihr euch aufs Spielfeld begeben. Allerdings solltet ihr das unterlassen, denn es könnte passieren, dass eure Freunde danach keinerlei Interesse mehr an euch hegen und einen puren Hass auf euch entwickeln, da ihr sie dazu getrieben habt, mitzuspielen. Denn möglicherweise fühlen sie sich beleidigt, dass ihr ihnen so etwas vorgesetzt habt. Ganz im Ernst, ein Partyspiel, welches mit Freunden sogar noch weniger Spaß macht als alleine ist schon merkwürdig. Warum es noch weniger Spaß macht? Nun ja, man regt sich gemeinsam über die Steuerung auf, streitet sich, hasst sich, schlägt sich gegenseitig zusammen und hasst sich dann für den Rest des Lebens. Okay, das war vielleicht etwas übertrieben, bis zu dem Teil mit der Steuerung stimmte aber noch alles.

Hässliche Grafiken, miese Charaktermodelle und schlechte Animationen sind nur ein kleiner Teil der Grafikwelt von Medieval Games. Die Umgebungen sind hässlich, die Spielfelder langweilig und ohne jegliches Leben. Ich empfehle jedem, das Spiel auf einem großen Fernseher zu spielen, denn wenn es schon auf meiner kleinen Röhre mies aussieht, will ich nicht wissen, wie es im Großformat ausschaut...

Wer hätte es gedacht... es gibt an diesem Spiel einen guten Punkt. Dieser ist der recht gute Sprecher, welcher die Story-Texte erzählt. Dieser spricht auf englisch und auf eine altmodische und britische Art die Geschichte und nimmt sich selbst wohl eindeutig nicht ernst. Ansonsten sind die kleinen Textpassagen, die manch Charakter so von sich gibt, langweilig, unlustig und einfach nur dämlich. Auch die Melodien und Soundeffekte sind billig und schlecht. Spielt lieber ohne Ton.

Unser Fazit

2

Enttäuschend

Meinung von Eric Sohr

Nachdem Holger und Pascal Medieval Games schon auf der gamescom angespielt hatten, saß die Angst bei beiden tief. Wer sollte es testen? Ich, der heldenhafte Ritter Eric, habe mich natürlich wagemutig bereitgestellt und die beiden vor diesem Ungeheuer bewahrt! Doch ich irrte mich! Selbst ich war nicht stark genug, um diesem Monster zu widerstehen! Darum seid gewarnt und lasst euch von dem Sticker "Der Familienspaß für die ganze Familie", welcher die Packung oft ziert, nicht täuschen und kauft euch lieber Mario Party 8. Das macht Spaß und führt zu keinen Streitigkeiten.

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