Pixelige Arcade-Action

Indie-Spiele mit Pixeloptik erfreuen sich auf der Nintendo Switch großer Beliebtheit. Mit Jet Lancer gibt es im Nintendo eShop jetzt einen weiteren Ableger dieser Art, der versucht, aus der Masse herauszustechen. Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich bei Jet Lancer alles um den Luftkampf. Ihr übernehmt die Rolle der Söldnerin Ash, die ihre Brötchen damit verdient, dass sie Aufträge des Militärs annimmt und in schnellen Gefechten gegen Luftpiraten und andere Gauner antritt. Ash wird dabei von Cap, dem Kommandanten ihres Flugzeugträgers, der euch als Basis dient, begleitet. Relativ schnell stößt auch der Ingenieur Lem zu den beiden, der das Schiff und Ashs Kampfjet mit Verbesserungen ausstatten kann. Lem ist dabei nicht nur ein ausgezeichneter Mechaniker, sondern auch eine Katze. Klingt schräg? Ist es auch.


Zwischen den Missionen wird die Handlung durch solche Dialoge vorangetrieben. © Armor Games Studios

Die Welt von Jet Lancer ist bewusst skurril gehalten und die Dialoge strotzen vor platzierten Witzen. Ob der Humor aber auch überzeugen kann, ist eine andere Frage. Zumindest mich haben die Gags weitgehend kaltgelassen, weshalb ich mit den Charakteren und der übergreifenden Erzählung auch nicht besonders warm geworden bin. Das ist aber auch nicht so tragisch, denn die Geschichte ist ohnehin zweitrangig und dient nur dazu, den Luftkämpfen überhaupt einen Rahmen zu bieten.


In den einzelnen Missionen zeigt Jet Lancer auch erst richtig, was in dem Spiel steckt. Die Kämpfe sind nicht nur schön inszeniert, sondern spielen sich auch gut. Euer Flieger wirkt dabei schon fast winzig und stellt sich ganzen Geschwadern oder größeren Boss-Gegnern entgegen. Euch stehen insgesamt drei unterschiedliche Angriffsarten zur Verfügung. Euer Standardangriff ist dabei unbegrenzt abrufbar, teilt dafür aber auch relativ wenig Schaden aus. Eure Sekundärangriffe sind nur begrenzt verfügbar und benötigen nach dem Einsatz eine gewisse Zeit, um sich wieder aufzuladen. Die Zusatzattacken reichen dabei von zielsuchenden Raketen bis zu Fässern mit Sprengstoff, die ihr in Richtung eurer Feinde schleudern könnt. Darüber hinaus steht euch ein ebenfalls modifizierbarer Spezialangriff zur Verfügung, den ihr durch das Gedrückthalten der L-Taste aufladen müsst. Die richtige Bewaffnung kann euch das Leben in den Kämpfen dabei deutlich leichter machen. Gegen größere Gruppen kleiner Feinde bietet sich eine Ladung zielsuchender Raketen beispielsweise deutlich besser an als der Ultrastrahl, der dafür gegen die großen Bosse sehr effektiv ist.


Die Bosskämpfe, wie hier gegen eine mechanische Seeschlange, sind das Highlight des Spiels. © Armor Games Studios

Jet Lancer gibt sich dabei Mühe, die Missionen möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Mal müsst ihr einen verbündeten Tanker gegen Angriffe verteidigen, bei einem anderen Einsatz wiederum müsst ihr euren Jet in der Nähe von Funkstationen halten, um diese hacken zu können. Das Highlight von Jet Lancer sind aber zweifellos die Bosskämpfe. Die verschiedenen Endgegner, denen ihr euch jeweils nach einer bestimmten Anzahl von Missionen stellen könnt, bieten euch abwechslungsreiche Herausforderungen und verschiedene Phasen, die es zu meistern gilt. Mehr noch als in den einfachen Missionen, ist die richtige Bewaffnung hier Gold wert. Insgesamt ist Jet Lancer ein durchaus anspruchsvolles Spiel, das nicht allzu nachgiebig mit euch ist und Unachtsamkeit schnell mit dem Bildschirmtod quittiert. Eure Bewaffnung könnt ihr im entsprechenden Menü an Bord eures Schiffs ändern. Die einzelnen Verbesserungen schaltet ihr durch das Absolvieren von Missionen frei, die ihr wiederum auf einer 3D-Umgebungskarte mit eurem Basisschiff ansteuert. Die Welt von Jet Lancer ist dabei in mehrere Areale gegliedert, die recht linear aufeinander aufbauen. In der Regel benötigt ihr zur Freischaltung des nächsten Gebiets eine Schiffsverbesserung, die euch erst zur Verfügung steht, wenn ihr euch erfolgreich einem Bosskampf gestellt habt.


In technischer Hinsicht liefert das Team von Code Walkers hier saubere Arbeit ab. Jet Lancers Pixeloptik kann sich durchaus sehen lassen und weiß mit gut gesetzten Effekten zu überzeugen. Die Bildwiederholrate ist absolut stabil und die Steuerung ist präzise. Darüber hinaus kann das Spiel mit schnellen Ladezeiten und einer flinken Menübedienung überzeugen. Der schnellen Arcade-Action sind damit keine technischen Hürden gesetzt. Einen etwas durchwachsenen Eindruck hinterlässt dagegen der Soundtrack. Die einzelnen Melodien sind eigentlich stimmig, wiederholen sich aber doch sehr häufig und lassen insgesamt Abwechslung vermissen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Adis Selimi

Jet Lancer ist ein spaßiger und schön inszenierter Arcade-Flug-Shooter, der euch spannende und anspruchsvolle Luftkämpfe bietet. Auch wenn die einzelnen Elemente überzeugen können, fehlte mir beim Spielen das gewisse Etwas, das den Titel von anderen Spielen deutlich absetzen würde. Gerade in der Kategorie der pixeligen Indie-Spiele ist der Konkurrenzkampf mittlerweile groß, weshalb Jet Lancer hier doch etwas unterzugehen droht. Trotzdem kann ich für das Spiel – gerade auch wegen des vergleichsweise günstigen Preises – eine Kaufempfehlung aussprechen. Wer Lust auf ein nettes Arcade-Spiel für zwischendurch hat, sollte Jet Lancer deshalb eine Chance geben.
Mein persönliches Highlight: Die schön inszenierten Boss-Kämpfe.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Rye

    GBA-Freak

    Vielleicht nicht Iridion oder Nanostray/Assault, aber solange Shin'en keinen Switch SHUMP rausbringt, wahrscheinlich das bis jetzt vertretbarste in Sachen Shootern..


    Cloudbase Primer war z.B. auch eher ein Experiment als einechter Shooter Ableger.


    Multiplayer wär mal fein.