Test zu Hatsune Miku: Project DIVA Mega Mix - Nintendo Switch

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Plattform
Nintendo Switch
Erscheinungsdatum
15.05.2020
Vertrieb
SEGA
Entwickler
SEGA
Genre
Musik
Spieleranzahl
Lokal: 1 - Online: 0
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Miku tanzt und singt sich auf die Nintendo Switch

Von Florian McHugh () Rhythmusspiele üben bereits seit Jahrzehnten einen ganz bestimmten Reiz auf viele Spieler aus und das besonders in den östlichen Gefilden. Dem einen oder anderen mögen da die Bilder von Arcadehallen in den Sinn kommen, in denen passionierte Spieler mit einer wahnsinnigen Reaktionsgeschwindigkeit zum richtigen Zeitpunkt auf die richtige Taste drücken. Wo unsereins oft beim Zusehen schon schwindelig wird, zuckt der geübte Spieler nur beiläufig mit der Schulter. Ein bisschen Arcade-Feeling bietet euch nun der Titel Hatsune Miku: Project DIVA Mega Mix. Wer mit dem Phänomen Hatsune Miku nicht vertraut ist: Dabei handelt es sich um eine virtuelle Sängerin, die mithilfe der Software Vocaloid2 diverse Lieder singt und bereits viele Alben produziert sowie ganze Tourneen abgehalten hat. Dadurch erlangte die virtuelle Schöpfung der Firma Crypton Future Media über den Globus hinweg an Bekanntheit und wurde zur weltweit ersten Pop-Ikone. Natürlich folgten mit der Zeit die entsprechenden Videospiele, die sich ganz um die japanische Sängerin mit den zwei langen Zöpfen drehten. Ob euer Rhythmusgefühl sowie eure Reaktionsfähigkeiten genug gefordert werden und ob dieser Ableger der Reihe auch Anfängern Freude bereiten kann, möchte ich euch in den folgenden Zeilen näherbringen.

Die Stars des Spiels sind Hatsune Miku und lauter weitere Charaktere aus dem Franchise © SEGA

Bei Project DIVA Mega Mix handelt es sich um ein ganz klassisches Rhythmusspiel, bei dem ihr zum richtigen Zeitpunkt eine entsprechende Taste auf eurem Controller oder Joy-Con drücken müsst, während im Hintergrund ein Lied von Hatsune Miku abgespielt wird. Die Auswahl der Songs kann sich dabei durchaus sehen lassen: Ganze 101 Lieder, von denen zehn brandneu sind, stehen euch von Anfang an zur Verfügung - ein separates Freischalten ist daher nicht notwendig. Der Schwerpunkt der einzelnen Titel liegt dabei ganz klar auf dem für die Sängerin bekannten J-Pop, bietet jedoch auch immer wieder Abwechslung in Form von Balladen, RNB, einem bekannten finnischen Folklore-Lied und sogar einem Stück, das tatsächlich in die Metal-Richtung geht. Es ist also für jeden etwas dabei, auch wenn völlig klar sein sollte, dass das Spiel hauptsächlich an Fans der virtuellen Sängerin gerichtet ist. Wer mit Hatsune Miku also bisher keinerlei Berührungspunkte hatte, dem sei eine kurze Recherche bei den gängigen Videoplattformen empfohlen, um festzustellen, ob die Musik euren Nerv trifft. Man kann den Entwicklern zumindest keine Faulheit vorwerfen, denn jedes der Lieder kommt mit einem individuellen Musikvideo daher, die mal mehr und mal weniger aufwändig gestaltet wurden. Zudem gibt es diverse Gastauftritte verschiedener anderer Sänger und Charaktere, die durch das Franchise bekannt sind. Dass neben den 101 Songs noch deutlich mehr drin gewesen wäre, zeigen übrigens die diversen DLC-Packs, die ihr euch separat im Nintendo eShop dazukaufen könnt und welche die Auswahl an verfügbaren Liedern noch deutlich vergrößert.

Fernab davon, ob euch die Musik zusagt oder nicht, bleibt letztendlich immer noch die Frage, wie sich Hatsune Miku: Project DIVA Mega Mix spielerisch schlägt und dahingehend kann ich jeden Fan von Rhythmusspielen beruhigen, denn der Titel gibt sich hier keine Blöße. Ihr habt zu Beginn die Wahl zwischen zwei Spielmodi, dem Arcade-Modus sowie dem Mix-Mode. Beim Arcade-Modus handelt es sich um das gklassische Spielprinzip, das man aus diversen Rhythmusspielen kennt: Passend zum jeweiligen Song müsst ihr im richtigen Zeitpunkt einen Knopf auf eurem Controller drücken. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad, von Einfach bis Extrem, müsst ihr mal mehr, mal weniger schnell reagieren, zudem steigt mit einem höheren Herausforderungsgrad die Anzahl an Knöpfen, die direkt hintereinander betätigt werden müssen. Die Eingaben reagieren dabei ziemlich akkurat und präzise, während meines Testdurchlaufs kam es zu keinen merkbaren Verzögerungen und ich hatte nie das Gefühl, dass eine Taste zu spät ausgelöst wird.

Na, wann müsst ihr zum ersten Mal auf die B-Taste drücken? © SEGA

Das ist wichtig, weil der Schwierigkeitsgrad bereits auf der normalen Stufe mitunter ziemlich knackig ausfallen kann und ihr stets aufmerksam sein müsst, um im richtigen Moment den passenden Knopf auf dem Controller zu drücken. Ein klein wenig Unterstützung erhaltet ihr in Form eines Zeigers, der sich auf dem jeweiligen Tasten-Symbol dreht und euch damit anzeigt, wann ihr diese zu drücken habt. Auch wenn der Schwierigkeitsgrad recht knackig ausfällt, gelingt es dem Spiel jedoch immer wieder, euch mit eher ruhigeren oder einfacheren Liedern genügend Erfolgsmomente zu gönnen, die euch gleichzeitig dazu motivieren, den nächst schwierigeren Song in Angriff zu nehmen. So entsteht eine Aufwärtsspirale, die zumindest mir genug Antrieb verschafft hat, mich stets verbessern zu wollen. Im Allgemeinen müsst ihr euch jedoch ziemlich gut auf das Geschehen auf dem Bildschirm konzentrieren, denn manche der Musikvideos, die im Hintergrund ablaufen, fallen ganz J-Pop typisch ziemlich schrill aus, was die Übersicht mitunter erschweren kann. Schafft ihr es, die jeweiligen Knöpfe im richtigen Moment zu drücken, steigt eure Fortschrittsleiste, die bis zu einem gewissen Prozentsatz gefüllt werden muss, damit ihr das jeweilige Musikstück erfolgreich abschließen könnt. Gelingt euch das allerdings nicht, sinkt eine Art Lebensbalken am linken oberen Rand, der sich allerdings mit jeder erfolgreichen Eingabe wieder füllen lässt. Sinkt eure Leiste allerdings auf null, heißt es letztendlich Game-Over und ihr müsst den Titel noch einmal angehen.

Etwas einfacher geht es im Mix-Modus vonstatten. Hier spielt ihr mit den beiden Joy-Cons der Nintendo Switch, die ihr von der Konsole lösen und in der Hand halten müsst. Anstatt zum richtigen Zeitpunkt einen passenden Knopf zu drücken, habt ihr nun zwei unterschiedlich gefärbte Balken vor euch, die ein bisschen an den Spielhallenklassiker Breakout erinnern. Diese müsst ihr nun durch das Neigen und Heben der Joy-Cons bewegen und sie dadurch zu den jeweils passenden Farben bewegen, um im richtigen Moment die ZL- oder ZR-Taste zu drücken. Dieser Modus spielt sich insgesamt etwas entspannter, da es auch nur drei Schwierigkeitsstufen gibt und ihr euch „nur“ auf eure beiden Balken konzentrieren müsst. Doch fühlt euch nicht zuuuu sicher, denn je nach Liedtitel kann das Ganze immer noch ziemlich herausfordernd werden. Hier zeigt sich das Spiel leider auch nicht ganz so gut in seiner technischen Umsetzung, denn ich hatte immer wieder das Problem, dass die einzelnen Joy-Cons entweder verzögert oder viel zu sensibel reagiert haben. Das hat sich zwar mit der Zeit gelegt, da ich zunehmend ein Gefühl dafür bekommen habe, wie ich die beiden Controller entsprechend zu bewegen habe, aber gelegentliche Ausreißer ließen sich trotzdem nicht vermeiden. Falls ihr euch in all der Hektik übrigens darüber ärgern solltet, dass ihr euch nicht auf die teils wirklich liebevoll gestalteten Musikvideos konzentrieren könnt, kann ich euch beruhigen. Denn das Spiel bietet euch natürlich auch einen extra Modus, in dem ihr euch die Videos in aller Ruhe anschauen könnt.

Der Mix-Modus ist zwar etwas einfacher zu bewältigen, kann aber mit der Zeit auch recht hektisch werden. © SEGA

Immer dann, wenn ihr einen Song erfolgreich absolviert habt, erhaltet ihr, abhängig von eurer Leistung, eine bestimmte Summe an V-Points. Mit diesen könnt ihr entweder Hatsune Miku oder eine ihrer Co-Stars ganz nach euren Vorlieben mit neuen Kleidungsstücken auszustatten oder diverse visuelle Elemente, wie die dargestellten Knöpfe auf dem Bildschirm, verändern. Wer sich all die Mühe nicht machen möchte, für den gibt es zudem die Möglichkeit, sich im Nintendo eShop ein entsprechendes Paket zu kaufen und alle Outfits und optischen Veränderungen freizuschalten. Ob und inwiefern das sinnvoll ist, muss dabei jeder von euch für sich beantworten. Mit den V-Points können auch nur kosmetische beziehungsweise optische Gegenstände erworben werden, da bereits alle Lieder von vornherein freigeschaltet sind.

Abgesehen von den gelegentlichen Problemen mit den Joy-Cons im Mix-Modus, schlägt sich Hatsune Miku: Project DIVA Megamix leistungstechnisch gut. Während der Musikstücke kommt es zu keinerlei Rucklern oder Leistungseinbrüchen, die Animationen laufen allesamt flüssig. Die Menüs und Tutorials sind vollständig in englischer Sprache gehalten. Wer allerdings über einfache und grundlegende Englischkenntnisse verfügt, dürfte kein Problem damit haben. Die Tonqualität der einzelnen Lieder kann sich hören lassen, zumindest mir kamen keine übertriebenen Höhen oder Tiefen zu Ohren und wem die Musik an sich nicht gefällt, der wird eh nicht zugreifen.

Redaktionswertung

7

Spaßgarant

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Unser Fazit zu Hatsune Miku: Project DIVA Mega Mix

Meinung von Florian McHugh
Ohne Zweifel: Hatsune Miku: Project DIVA Mega Mix richtet sich an die absoluten Fans des japanischen Synth-Popstars. Wer mit der Musik der virtuellen Sängerin nichts anfangen kann, der wird einen großen Bogen um den Titel machen. Alle anderen, die der grundsätzlichen Musikrichtung hingegen nicht abgeneigt sind, bekommen ein Rhythmusspiel der alten Schule, in dem ihr angenehm gefordert werdet und auch trotz des hohen Schwierigkeitsgrades immer wieder Erfolgsmomente für euch verbuchen werdet. Als kleine Erleichterung wird zudem exklusiv auf der Nintendo Switch der sogenannte Mix-Modus angeboten, bei dem ihr mithilfe von zwei Joy-Cons und der Motion Control versuchen müsst, die richtigen Knöpfe im richtigen Moment zu drücken. Während das im klassischen Modus ohne jegliche Probleme von Statten geht, macht gerade der Mix-Modus eine nicht ganz so gute Figur, denn immer wieder reagieren einzelne Eingaben und Bewegungen mit deutlicher Verzögerung oder Ungenauigkeit. Mit seinen 101 Songs bietet euch der Titel eine enorme Vielfalt an Liedern, sodass für jeden etwas dabei sein sollte und für alle hardcore Fans besteht noch die Möglichkeit, dass ihr den virtuellen Avatar von Hatsune Miku ganz nach euren Vorlieben anpassen könnt. Ich selbst hatte mit dem Titel durchaus meinen Spaß, auch wenn mir die Musikrichtung zuweilen dann doch etwas zu abgedreht war – aber wenigstens gab es ja mit Tengaku einen wenigstens etwas Metal-anmutenden Song.
Mein persönliches Highlight: Levan Polka!

Kommentare 3

  • Kabuki-Ende noch nicht ganz am Ende... - 23.05.2020 - 15:48

    ich würde mich über ein neues EBA oder zumindest ein remake davon mehr freuen ||
  • Pascal Hartmann Ta da da daaaaaaa - 25.05.2020 - 09:40

    Ich habe mir das Megapack geholt und bin bisher ganz zufrieden. Zwar mag ich das Spielprinzip von Mirai auf dem 3DS immer noch viel lieber, aber auch hier habe ich meinen Spaß. Und obwohl ich dachte, dass ich niemals mit diesen wild auftauchenden Symbolen mitkommen würde, ist der Lerneffekt doch deutlich größer, als ich mir vorgestellt hatte. Trotzdem finde ich es persönlich immer noch nicht intuitiv, wenn ich nicht einem festen Muster folgen kann und einfach alles passieren kann...

    Durch den DLC ist immerhin Sing & Smile mit dabei (mein Lieblingssong in Mirai), aber Invisible fehlt leider weiterhin :(
  • JuliusAmmelung Turmknappe - 25.05.2020 - 10:49

    Super Review!
    Ein kleiner Schreib/Lesefehler (den ich übrigens beim Lesen des Song-Titels im Hatsune-Miku-Spiel auch gemacht habe):
    ,, Mein persönliches Highlight: Levan Ievan Polka! "

    Tatsächlich heißt der Song eigentlich ,,Ievan Polkka". (mit ,,I" wie Ida, Igel, Internet). ^^

    Bei serifenlosen Schriften hat das aber auf den ersten Blick auch für mich wie ein ,,L" ausgesehen.
    Wikipedia verwendet in den Überschriften Serifenschriften, da kann man das ganz gut sehen: en.wikipedia.org/wiki/Ievan_polkka

    (Ich weise nur auf entscheidende Rechtschreibfehle hin; nicht auf jedes vergessenes ,,S" oder so.
    ,,Ievan" und ,,Levan" ist aber doch ein starker Unterschied bei der Aussprache.) ;)