Moment, da war ich doch schon.

Der Snaefell Mountain Course sollte jedem Motorrad-Fan ein Begriff sein. Denn auf der legendären Strecke auf einer Insel in der irischen See findet einer der bekanntesten aber auch einer der gefährlichsten Wettbewerbe statt, die der Motorsport zu bieten hat. Schon zahlreiche Fahrer haben hier schwere Verletzungen oder auch den Tod gefunden. Zum Glück gibt euch Entwickler Kylotonn Games mit TT Isle of Man: Ride on the Edge 2 nun schon zum zweiten Mal die Chance, das Rennen ganz ohne Blessuren virtuell zu erleben. Erfahrt, was euch dabei erwartet und sich im Gegensatz zum ersten Teil verändert hat.


Die neue Helmansicht bringt euch noch näher ins Geschehen. © Bigben Interactive, Nacon

Natürlich ist, wie auch schon im ersten Ableger, die namensgebende Strecke der Veranstaltung das Herzstück des Spiels. Auf der über 60 Kilometer langen Strecke gibt es eine Vielzahl an herausfordernden, gefährlichen Abschnitten, die dem Fahrer und seinem Gefährt das Leben schwer machen. Vor allem die engen Straßen in den Städten und die langen Geraden, die euch über Land führen und in gefährlichen Kurven enden, sind Hotspots für Unfälle mit schlimmen Folgen. Im Gegensatz zur realen Strecke, gibt es auf der virtuellen Kopie eine ganze Menge Fahrhilfen für ungeübte Fahrer und Neueinsteiger. Diese lassen sich in mehreren Stufen anpassen oder komplett abschalten, um jedem Spieler, ob nun blutiger Anfänger oder Simulationsprofi, gerecht zu werden. Doch selbst mit den ganzen Hilfen werden es Einsteiger nicht sehr leicht haben, denn die Rennmaschinen reagieren sehr realistisch auf jeden noch so kleinen Fahrfehler oder jede noch so kleine Unebenheit, die ihr überfahrt und ihr landet unsanft abseits der Strecke.


Die Anzahl der verfügbaren Strecken hat sich im Gegensatz zum Vorgänger um sieben auf insgesamt 17 erhöht, jedoch bleibt auch hier der Snaefell Mountain Course die einzige offizielle Strecke. Alle anderen sind nach wie vor der Fantasie der Entwickler entsprungen und wiederholen sich auch abschnittsweise. Dafür könnt ihr aber die Isle of Man-Strecke im freien Modus nach Herzenslust erkunden. Zwar gibt es hier und da ein paar Herausforderungen zu entdecken – wie beispielsweise Zeitrennen – jedoch wirkt die Strecke an sich sehr trist und leer und wird dadurch auch schnell langweilig.


Jetzt mach ich Karriere!


Ein wenig spannender sollte es im Karriere-Modus zugehen. Hier ist der Großteil gleich geblieben. In einer Art Veranstaltungskalender wählt ihr euer nächstes Event aus. Hier könnt ihr meist zwischen verschiedenen Veranstaltungen gleichzeitig wählen, je nachdem, ob ihr mehr Lust auf ein Rennen oder ein Zeitfahren habt. Anders ist es hier schon bei der Individualisierung eures Fahrers beziehungsweise eures fahrbaren Untersatzes. Hier wurde auf die negativen Reaktionen des Vorgängers reagiert und an ein paar Schrauben feinjustiert. Nun habt ihr nicht nur die Möglichkeit, euer hart verdientes Preisgeld in neue Motorräder oder Lackierungen zu investieren, sondern ihr könnt diese nun auch deutlich umfangreicher modifizieren, um euch diverse Vorteile zu verschaffen. Diese Modifikationen könnt ihr ebenfalls zusätzlich zum Preisgeld nach einem Rennen erhalten. So könnt ihr unter anderem die Zeit verkürzen, die ihr nach einem Sturz benötigt, um wieder auf dem Bike zu sitzen oder ihr bekommt einen Bonus auf euer Preisgeld, was grundsätzlich keine schlechte Sache ist. Die Preise im Shop sind nämlich durchaus hoch und benötigen einige Siege, um euren Boliden ordentlich zu modifizieren.


Schatten und Texturen sind im Handheld-Modus sehr verwaschen. © Bigben Interactive, Nacon

Doch ein Sieg ist gar nicht so leicht, denn die künstliche Intelligenz ist, wie schon im Vorgänger, ziemlich unfair und setzt sich vor allem in späteren Rennen sehr schnell nach vorn ab, sodass man kaum noch eine Chance hat. Auch kommt es oft vor, dass einer der anderen neun Fahrer problemlos mit deutlich höherer Geschwindigkeit an euch vorbei rauscht, während ihr beispielsweise in einer Kurve stark abbremsen müsst, damit ihr nicht von der Strecke abkommt. Wenigstens sind die anderen Fahrer nicht mehr so aggressiv wie zuvor und werfen euch nicht ständig vom Motorrad, wenn ihr ihnen nur ein wenig zu nahe kommt.


Was sich im Gegensatz dazu gar nicht geändert hat, ist die optische Umsetzung. Die Performance und die grafische Darstellung sind im Handheld-Modus noch immer kein Augenschmaus. Zwar kommt auch hier das Geschwindigkeitsgefühl gut zur Geltung und auch die Bildwiederholrate geht nicht mehr so oft in die Knie, jedoch bilden matschige, verwaschene Texturen und sehr unschöne Schatten auch in diesem Teil ein sehr negatives Gesamtbild. Im TV-Modus hingegen kann sich das Spiel durchaus sehen lassen und alles wirkt ein wenig schärfer und stabiler. Nett sind vor allem die verschiedenen Effekte des Wetters. In der neuen Helmansicht wird euch bei Regen schnell ein Teil der sowieso schon sehr eingeschränkten Sicht genommen.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Thomas Kurth

TT Isle of Man: Ride on the Edge 2 ist, wie auch schon sein Vorgänger, ein Spiel für Freunde und Fans des Motorradsports, die selbst einmal die irische Strecke erleben möchten. Im Gegensatz zum Vorgänger findet man hier einen verbesserten Karriere-Modus, einen einfacheren Einstieg für Anfänger sowie leichte Performanceverbesserungen vor. Die freie Erkundung der Insel ist ein netter Bonus, der jedoch schnell trist und langweilig und dadurch fast überflüssig wird. Somit ist das Spiel eher ein Update als ein völlig neuer Ableger. Im Gegensatz zum TV-Modus, der optisch deutlich besser aussieht, ist das Spiel im Handheld-Modus noch immer nicht schön anzusehen.

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