Actiongeladenes Dreierpack feiert Debüt auf der Nintendo Switch

Beinahe elf Jahre hat es gedauert, bis die Borderlands-Reihe ihr Debüt auf einer Nintendo-Konsole feiert und das auf eine imposante Art und Weise. Mit der Borderlands Legendary Collection erhaltet ihr mit Borderlands, Borderlands 2 und Borderlands: The Pre-Sequel gleich drei Titel. Mit dabei sind auch alle bereits veröffentlichten DLCs bis auf den Zusatzinhalt Commander Lilith & der Kampf um Sanctuary für den zweiten Teil der Reihe. Um euch nicht mit einer Masse an Informationen zu erschlagen - mit jedem der drei Spiele könnte man etliche Seiten füllen -, bekommt ihr bei uns eine Übersicht über die jeweilige Handlung eines jeden Spiels, deren Besonderheiten und auch eine Einschätzung darüber, für wen sich diese Collection lohnt.


Drei Spiele, eine Geschichte!


Die Geschichte in Borderlands dreht sich um den Planeten Pandora und die dort versteckten Kammern, in welchen sich angeblich Artefakte einer uralten Alienzivilisation befinden. Geführt von einem geisterhaften Wesen namens Angel ist es eure Aufgabe, als Kammerjäger das Land zu erkunden und die Schätze der Aliens zu bergen. Borderlands 2 setzt am Ende des ersten Teils an und ist eine direkte Fortsetzung. Die Alien-Artefakte aus dem ersten Teil stehen hierbei im Vordergrund und sorgen für Unzufriedenheit und Kämpfe auf Pandora. Regiert vom machthungrigen Handsome Jack müsst ihr euer eigenes Überleben sichern, da Jack es auf alle Kammerjäger abgesehen hat. Hierbei verfolgt er noch seine eigenen Ziele, welche seiner Machtgewinnung dienen. In Borderlands: The Pre-Sequel spielt sich die Handlung zwischen den ersten beiden Titeln ab. Der im zweiten Teil gefürchtete Handsome Jack ist hier nicht mehr euer Feind, sondern ein stetiger Begleiter an eurer Seite. Ihr unterstützt ihn im Kampf, um die von der Militäreinheit Lost Legion eingenommene Raumstation Helios wieder zurückzuerobern und erfahrt so, wie sich der normale Jack zu dem aus dem zweiten Teil gefürchteten Handsome Jack entwickelt hat. Insgesamt werden innerhalb der drei Teile viele Fragen beantwortet, die einem als Spieler an mancher Stelle aufkommen dürften. Daher ist das Gesamtpaket der Story sehr unterhaltend!


Die Inszenierung neuer Charaktere ist durchgehend gelungen. © 2K Games

Bevor ich ausführlicher auf den Inhalt eingehe, lasst mich euch im Groben erklären, was für einer Art Genre die Borderlands-Reihe angehört. Zum einen handelt es sich um einen klassischen First-Person-Shooter. Das bedeutet, dass ihr aus der Egoperspektive durch die Lande zieht und eure Feinde mittels Schusswaffen, Granaten oder auch im Nahkampf ausschaltet. Hierbei steht euch nicht nur der stets bekannte Energiebalken zur Verfügung, sondern auch ein Schild. Erst wenn dieser komplett aufgebraucht ist, verliert ihr bei weiteren Treffern wertvolle Lebenspunkte. Schafft ihr es jedoch, über einen längeren Zeitraum nicht getroffen zu werden, lädt sich euer Schild wieder auf und euer Energiebalken ist aufs Neue geschützt. Daneben enthält Borderlands aber auch einige Rollenspielelemente. So erhaltet ihr für jeden ausgeschalteten Feind oder jede erfüllte Aufgabe Erfahrungspunkte, die euch im Level aufsteigen lassen. Dies erhöht nicht nur eure individuellen Werte, sondern verleiht euch auch Fertigkeitspunkte, welche ihr in Fähigkeiten investieren könnt. Jeder der spielbaren Charaktere hat dabei insgesamt drei verschiedene Talentbäume, welche beispielsweise eure Fähigkeiten mit bestimmten Schusswaffen verbessern oder individuelle Talente verstärken.


Von eben diesen Charakteren, die ihr entweder selbst verkörpert oder auch im Spiel antrefft, lebt die Borderlands-Reihe. So müsst ihr euch zu Spielbeginn jeweils für einen Protagonisten entscheiden, welcher zwar meistens stumm bleibt, jedoch durch individuelle Fähigkeiten besticht. Habt ihr im ersten Teil der Reihe die Auswahl aus insgesamt vier Charakteren, stehen euch in den beiden folgenden Titeln dank der enthaltenen DLCs sogar jeweils sechs Helden zur Verfügung. Die richtige Wahl zu treffen, ist somit gar nicht so leicht. Seid ihr beispielsweise ein Freund von Scharfschützen-Gewehren, ist Mordecai der richtige Kandidat für euch, da seine Fähigkeiten auf den Umgang mit eben diesen Waffen ausgelegt sind. Gehört ihr zur Haudrauf-Truppe, kann ich euch Brick empfehlen. Er geht nämlich lieber in den Nahkampf über und ist der optimale Kandidat für den Kampf Mann gegen Mann. In Borderlands: The Pre-Sequel ist es sogar möglich, den charmanten Roboter Claptrap zu spielen, welcher euch durch die gesamte Reihe begleitet. Dieser hebt sich nochmals von allen anderen Charakteren ab, da sich seine Spielweise zufallsbedingt verändert, je nachdem, wie viele Feinde beispielsweise sich aktuell um euch herum versammelt haben. Fragt ihr mich jedoch nach meinem persönlichen Favoriten, kann ich euch nur Gaige aus Borderlands 2 empfehlen. Sie ist nämlich in der Lage, Deathtrap herbeizurufen. Hierbei handelt es sich um einen todbringenden Roboter, welcher euch für einige Zeit im Kampf unterstützt. Zusammen an seiner Seite zu spielen macht einfach unheimlich viel Spaß, da man in schweren Gefechten nie allein ist. Die Vielfalt an verschiedenen Klassen ist somit sehr groß und zugleich abwechslungsreich.


In den Großstädten warten viele Aufgaben auf euch. © 2K Games

Doch nicht nur die spielbaren Charaktere wissen zu überzeugen, sondern auch diejenigen, die ihr sonst so im Spiel antrefft. So werden alle neuen Bekanntschaften vor der ersten Kontaktaufnahme mit einer netten Sequenz hervorgehoben, um ihnen einen Hauch von Wichtigkeit zu verleihen. Ich sage bewusst nur einen Hauch, da es sich bei manch einem auch gut und gerne um den nächsten Endgegner handeln kann, der dann selbstverständlich ins Gras beißen muss. Die NPCs, welche jedoch die Story vorantreiben, zeichnen sich durch ihren individuellen Charakter aus, was sich auch in den Missionen wiederspiegelt, die ihr auf Pandora erledigen müsst. Man hat bei der Gestaltung der Aufträge genau darauf geachtet, dass sie zu ihrem jeweiligen Auftraggeber passen. Hinzu kommen die skurrilen Geschichten, welche jeder Charakter des Borderlands-Franchise mit sich bringt. All das rundet das Gesamtbild noch weiter ab, was für viel Spaß und Abwechslung sorgt. Toll ist auch, dass manch eine Bekanntschaft gleich in mehreren Teilen der Serie auftaucht. So kommt es unter anderem vor, dass ein spielbarer Charakter aus Borderlands plötzlich zu einem neuen Auftraggeber und Verbündeten in Borderlands 2 wird. Es entsteht somit ein roter Faden, welcher sich durch alle Spiele zieht und die Geschichten der einzelnen Charakter noch mehr abrundet und ihnen Leben einhaucht.


Kritisieren muss man jedoch, dass hinter der doch so tollen Fassade der Missionen häufig das immer gleiche Prinzip steckt. Entweder richtet man den nächsten Feind per Auftrag hin oder besorgt einen sehr wichtigen Gegenstand, welcher sich in den Lagern der Banditen oder unter Monstern befindet. Einige wenige Missionen, wie das Aufschneiden eines Patienten, stechen hierbei zwar positiv hervor und sind sehr unterhaltsam, im Großen und Ganzen wäre ein wenig mehr Tiefe aber wünschenswert gewesen. Nichtsdestotrotz macht es immer wieder einen Heidenspaß, gegnerische Gebiete auszukundschaften, aus der Entfernung die ersten Gegner auszuschalten und sich dann mittels roher Gewalt durch die Lager zu kämpfen. Hierbei steht euch in den teils großflächigen Gebieten auch immer wieder ein fahrbarer Untersatz zur Verfügung, welcher nochmals zusätzliche Action ins Spiel bringt. Etwas Abwechslung erwartet euch übrigens in Borderlands: The Pre-Sequel, da man durch die Verlagerung der Handlung in den Weltraum nicht nur mit einer geringeren Schwerkraft konfrontiert wird, sondern auch mit einer Knappheit an Sauerstoff. Sorgt dieses Erlebnis zu Beginn noch für eine angenehme Spannung, nervt es nach einiger Zeit tierisch, da ein unnötiger Druck entsteht, welcher dem Spielfluss nicht wirklich gut tut.


Der neue Loot steht mir so gut!


Trotz der Kritik können die drei Titel auch auf lange Sicht motivieren, da es unheimlich viel zu entdecken gibt. Hierzu zählen nicht nur die vielen verschiedenen Waffen, welche von Scharfschützengewehren bis hin zu Laserpistolen reichen. Auch die Landschaften, so leblos sie an manchen stellen auch wirken, können mit Tankstellen, Türmen und anderen interessanten Orten glänzen, welche man als Spieler erkundet. Dabei schlägt das Spielerherz schon höher, wenn man nur etwas virtuelle Währung in einer ranzigen Toilette findet. Die Loot-Spirale funktioniert also auch bei Borderlands wunderbar. Solltet ihr jedoch selbst der Herr über euer Glück sein wollen, könnt ihr eure Schätze an Automaten verkaufen und euch mit neuen Gegenständen eindecken. Eines der Ziele ist es somit immer, die bestmögliche Ausrüstung zu finden und anzulegen, um in den actiongeladenen Kämpfen nicht die Oberhand zu verlieren.


Ein gezielter Schuss löst so manches Problem. © 2K Games

Eine der größten Stärken aller drei Teile ist jedoch die Mehrspieler-Erfahrung. Bereits zu Spielbeginn ist es nämlich möglich, die kompletten Kampagnen entweder lokal oder über das Internet mit einem Freund zu erleben. Dies hat zur Folge, dass eure Feinde an Stärke gewinnen und euch das Leben dadurch nochmals deutlich schwerer gestalten. Allerdings macht das Abenteuer zusammen aber einfach mehr Spaß, da so ein taktisches Vorgehen ermöglicht wird. So kann man beispielsweise eine feindliche Basis von mehreren Seiten infiltrieren, was im Einzelspieler-Modus so nicht möglich ist. Wenn dann noch ein jeder einen anderen Protagonisten spielt, steht einer spannende Absprache im Team nichts mehr im Weg, wer zum Beispiel lieber im Hintergrund bleibt oder wer die neuesten Waffen erhält. Online ist das Spielen sogar mit bis zu vier Spielern möglich, wodurch ihr das pure Chaos über die feindlichen Stützpunkte hereinbrechen lasst.


Technisch liefert die Borderlands Legendary Collection ein einwandfreies Bild auf der Nintendo Switch ab. Nicht nur grafisch weiß der Titel sowohl am Fernseher als auch mobil zu überzeugen, auch die Bildrate bleibt stets stabil. Zwar muss man mobil vor allem bei der Kantenglättung mit einer etwas unsauberen Darstellung leben, störend ist dieser Umstand jedoch nicht. Sogar im Mehrspieler-Modus konnte ich bislang keine Einbrüche feststellen, was man positiv vermerken muss. Wenn man jedoch bedenkt, dass der erste Titel nun schon einige Jahre alt ist, erfüllt die Reihe letztlich nur das, was stets von den Fans gefordert wurde. Euch erwarten hier keine technischen Meilensteine, aber ein insgesamt gutes Ergebnis. Auch in Bezug auf Ladezeiten kann ich ein positives Feedback vermelden, da diese zwischen den einzelnen Gebieten, meiner Meinung nach, in einem angemessenen Rahmen liegen. Hervorheben muss man zudem die deutsche Sprachausgabe, die heutzutage leider häufig Mangelware ist. Diese trägt zu der beschriebenen Individualität der Charakter angenehm bei und verleiht den Gesprächen durch Witz und Skurrilität einen hohen Unterhaltungswert. Kleinere Bugs sind jedoch möglich, sofern ihr versucht, unpassierbare Gegenden mit einem Sprung zu überwinden. Sofern ihr aber die vorgegebenen Pfade nicht verlasst, werden ihr hiervon verschont bleiben. Ein Lichtblick ist zudem die Steuerung. Diese ist sehr präzise und vor allem die Kombination aus Bewegungssteuerung und Analogsticks funktioniert sehr genau, was vor für Scharfschützen ein Segen ist.


Ein Paket, das über Wochen beschäftigt


Insgesamt kann ich dank des Umfangs und dem damit verbundenen Spielspaß eine klare Empfehlung geben. Solltet ihr alle drei Titel mit allen enthaltenen DLCs spielen und dabei jegliche Mission erfüllen, werden etliche Spielstunden, -tage und -wochen ins Land ziehen. Die Fülle an Inhalten, die euch geboten wird, ist einfach riesig. Habt ihr dann auch noch die Möglichkeit, die drei Abenteuer mit einem Partner zu erleben, werdet ihr von den etwas monotonen Missionen auch nicht abgeschreckt, da man zusammen einfach sehr viel Spaß hat. Solltet ihr jedoch bereits mindestens einen oder sogar vielleicht zwei der drei Titel bis in den letzten Winkel erkundet haben, würde ich dazu raten, die Finger von der Borderlands Legendary Collection zu lassen und lieber auf die Einzelversionen zurückzugreifen. Diese enthalten ebenfalls alle zuvor veröffentlichten DLCs und ihr könnt so einige Euro sparen.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Die Borderlands Legendary Collection hat meine Erwartungen bestens erfüllt. Man erhält die klassischen First-Person-Shooter, die wirklich gut gealtert sind und auch heute noch eine Menge Spaß machen. Die überspitzt dargestellten Charaktere sind klasse in Szene gesetzt und die dazugehörigen Gespräche haben einen großen Unterhaltungswert. Über den Umfang, den man hier erhält, braucht man ebenso wenig streiten, da bereits die Hauptgeschichten über Stunden an den Bildschirm fesseln, ohne auch nur einen DLC ausprobiert zu haben. Trotzdem darf man nicht aus den Augen lassen, dass die Missionen trotz ihrer Kreativität in Sachen Erzählung einem sehr repetitive Schema folgen. Dies fällt dank des Mehrspieler-Erlebnissen häufig zwar gar nicht auf, sorgt im Einzelspieler-Modus jedoch das ein oder andere Mal für Monotonie.
Mein persönliches Highlight: Mit einem fahrbaren Untersatz die Landschaften unsicher zu machen

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

5 User haben bereits bewertet

Kommentare 9

  • wonderboy

    Turmbaron

    sind alle Spiele auf der Catridge oder muss das meiste heruntergeladen werden?

  • EdenGazier

    Prinzipal der Spiele

    @wonderboy


    nur der erste Teil ist auf Karte Rest muss gezogen werden

  • nikothemaster

    Turmbaron

    Geht gar nicht alles auf Cartridge nur bei Bioshock ginge es knapp, aber gab erst 512 gb SD Card für 90euro im angebot

  • Miriam-Nikita

    Bewohnerin

    Schön, dass es sauber läuft.

  • Helsing

    Turmknappe

    Eingendlich Day one kauf, aber der download schreckt mich ab.

  • Blackadder

    Turmheld

    Die Borderlands Reihe macht einfach immer wieder Laune. 1080p/720p mit stabilen 30fps und Gyro Aiming sind für die Switch das was machbar ist/sein sollte, bei den doch schon älteren Titeln. Borderlands 2 Coop hätte ich direkt Lust.

  • zig

    Turmritter

    @nikothemaster
    lieber die 400 gb für reguläre 50,- ;)

  • HAL 9000

    Mobbingbeauftragter

    Borderlands ist Borderlands. Die Spiele kennt eigentlich ja jeder, da sollte jeder wissen, was er kauft.


    Da ich auf dem PC alle Teile mit allem an Addons habe, was es gibt, werde ich hier auf der Switch verzichten. Der Hype ist eh irgendwie verflogen, schon der 3. Teil hat mich nur noch mäßig begeistert, obwohl er im Grunde ist wie alle anderen Teile. Evtl ist das auch das Problem, habe es zu oft und zu lange gespielt, vor allem Teil 2.

  • JahJah192

    Turmritter

    bockt richtig auf der Switch, sieht gut aus nutzt den 720p Screen und läuft top, was will man mehr!


    @zig die 400gb hab ich auch drin, macht für die meisten wohl mehr sin als für 100 gb mehr den doppelten Preis zu zahlen. Meine ist aber schon langsam voll :D 1tb bezahlbar wäre gut...