In den tiefsten Tiefen und höchsten Höhen

Im Jahr 2007 erschien das erste BioShock auf PC sowie Konsolen. Drei Jahre später kam die Fortsetzung BioShock 2, nochmals drei Jahre später dann auch der vorerst letzte Teil der Reihe, BioShock Infinite. Leider haben es diese Titel nie auf eine Nintendo Konsole geschafft. Ganze 13 Jahre nach der Veröffentlichung des Erstlings erreicht nun aber, wie durch ein Wunder, die von guten Rezessionen überhäufte Spielereihe auch endlich die Nintendo Switch. Hierbei bekommen wir die BioShock Collection, die die beiden Remastered Versionen von BioShock 1 + 2 sowie BioShock Infinite mitsamt allen bis dahin erschienenen DLCs enthält. Diese Collection ist nicht komplett neu, sondern wurde bereits 2016 für PC, PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht.


Akt 1: Flieg, meine kleine Motte – BioShock


Rapture - eine Stadt unter Wasser. Im ersten Moment mag man hier an Atlantis denken, jedoch wurde die Stadt in BioShock gezielt im Atlantik erbaut, während Atlantis nach den Sagen im Meer nach einer Naturkatastrophe versank. Der Gründer von Rapture, Andrew Ryan, hatte genug vom Kapitalismus, dem Kommunismus und der Weltanschauung der Kirchen. Er wollte einen Ort erschaffen, an dem jeder Mensch frei von äußeren Zwängen leben kann. Die Geburtsstunde der Stadt unter Wasser.


Ein Leuchtturm soll eigentlich den Weg erleuchten, doch wohin führt uns dieser hier? © 2K Games

Die Handlung spielt in den 60er Jahren, Jack, der Hauptprotagonist, sitzt in einem Flieger über dem Atlantik. Plötzlich stürzt das Flugzeug ab, als einziger Überlebender kann er sich zu einem Leuchtturm retten. Darin findet er eine Tauchkuppel, die er auch prompt besteigt. Was folgt, ist eine der atemberaubendsten Eröffnungsszenen eines Videospiels, die ich je gesehen habe, denn die Kuppel taucht hinab und dem Spieler wird Rapture präsentiert. Untermalt von einem atmosphärisch tollen Soundtrack, ertönt eine Botschaft von Andrew Ryan, der von seinen Ideologien und Träumen für Rapture berichtet. Was als super Stadt klingt, in der man gerne mal eine Wohnung beziehen und tief im Meer mit einer sagenhaften Aussicht die Unterwasserwelt begutachten möchte, entpuppt sich bei der Ankunft allerdings als blanker Horror. Die Stadt ist von drogensüchtigen und extrem aggressiven Splicern bevölkert. Durch die Wissenschaftlerin Tennenbaum wurde ADAM entdeckt, mithilfe dieses Mittels werden Plasmide hergestellt, die bei Einnahme Kräfte hervorrufen. Splicer sind durch den Gebrauch von Plasmiden abhängig nach ADAM geworden und lauern daher den Little Sisters auf, die dieses Zeug den Körpern der Toten entziehen. Die jungen Mädchen werden wiederum von Big Daddys beschützt, große Wesen in Taucheranzügen, bewaffnet mit mächtigen Waffen wie einem riesigen Bohrer oder Granatwerfern. Der Protagonist Jack findet sich nun inmitten dieses Chaos und von Zerstörung geprägten Rapture wieder, findet allerdings in dem mysteriösen Atlas einen Weggefährten, der über Funk Anweisungen gibt und versucht, ihm zu helfen. BioShock lebt von seiner Geschichte, überall in Rapture lassen sich alte Tonbänder finden, welche die verschiedenen Einwohner der Stadt noch näher durchleuchten. So fügt sich nach und nach ein Gesamtbild der Unterwasserstadt zusammen und es wird immer klarer, was die verschiedenen Personen antreibt, wobei immer die Frage bleibt, wem man vertrauen kann und wem nicht. Da das Spiel bereits vor vielen Jahren erschienen ist, wissen die meisten bestimmt um den ausgezeichneten Plot Twist, der sich im Laufe der Handlung offenbart. Insgesamt drei verschiedene Enden gibt es zu entdecken, was ein erneutes durchspielen fördert. Nach ca. acht Stunden ist zumindest ein Durchgang zu Ende. Als nettes Extra wurden Kommentare des Regisseurs mit eingebaut, die im Spielverlauf entdeckt werden können. Diese sind sehr interessant anzuhören, da sie einiges über die Hintergründe der Entwicklung und mehr offenbaren.


Gestatten, Big Daddy, Beschützer der Little Sisters. © 2K Games

BioShock zählt zum Shooter Genre, wobei es zumindest in den ersten paar Minuten noch leichte Horrorelemente beinhaltet. Diese kommen aber wirklich nur zu Beginn des Spiels zum Tragen, bevor man sich richtig zur Wehr setzen kann. Während euch anfangs nur ein Schraubenschlüssel für Nahkampfangriffe zur Verfügung steht, findet ihr im Laufe des Spiels noch weitere Waffen, wie Revolver, Maschinengewehre oder Granatwerfer. Durch Plasmide erhält Jack spezielle Fähigkeiten, mit deren Hilfe zum Beispiel Feinde in Brand gesteckt oder elektrisiert werden. Neben den offensiven Plasmiden gibt es auch solche, die euch zum Beispiel stärkeren Schutz gegenüber Stromschaden bieten und im Hintergrund aktiv sind. Unendlich viele können davon aber nicht ausgerüstet werden, für jede Art gibt es eine begrenzte Anzahl an Slots. Neue Plasmide werden entweder an einem Shop mit ADAM gekauft oder können in der Spielwelt gefunden werden. Um an das wichtige ADAM zu kommen, müssen die Little Sisters aufgespürt werden. Wie bereits erwähnt, werden diese aber von den Big Daddys begleitet, die mit zu den stärksten Feinden des Spiels gehören. Sind die Blechpapas erst einmal beseitigt, wird euch eine Gewissensfrage gestellt: Die Little Sister ausbeuten, was ihren Tod bedeutet aber euch dafür eine ordentliche Menge ADAM beschert, oder das kleine Mädchen retten, was zwar weniger Stoff liefert, aber wenigstens könnt ihr nachts mit ruhigem Gewissen einschlafen. Big Daddys durchstreifen auch alleine ohne Begleitung die Gänge von Rapture und solange sie nicht angegriffen werden, stapfen sie auch friedlich umher. Daher sollte man allein umherziehende Daddys eher in Ruhe lassen, noch besser ist es aber, diese so zu manipulieren, dass sie zu eurem persönlichen Leibwächter werden. Mithilfe eines Plasmids können die Taucher nämlich hypnotisiert werden, woraufhin diese als persönliche Wachhunde agieren, die sich durch die Splicer Reihen metzeln. Aufgelockert wird das Geballer durch kleine Hacking-Spiele. Maschinen können gehackt werden, was stets verschiedene Boni mit sich bringt. Um erfolgreich zu hacken, müssen in einem kleinen Minispiel verschiedene Rohre miteinander verbunden werden. Dabei muss das jeweils passende Teil an die richtige Stelle gesetzt werden, damit ein durchgängiges Rohr entsteht. Auf Dauer wird das Spielchen allerdings etwas eintönig und man wird dadurch öfters aus dem Spielfluss gerissen. Feinde können nach ihrem Ableben geplündert werden, um wichtige Munition, Heilung oder Dollar zu finden. Letztere werden bei den großzügig verteilten Verkaufsautomaten auf den Putz gehauen. Auch Waffenupgrades sind in der Spielwelt versteckt, mit denen bestimmte Waffen dauerhaft verbessert werden. Nach einmaligen Verbrauch sind diese Automaten allerdings außer Betrieb und der Nächste muss aufgesucht werden.


Rapture ist eine toll designte Stadt, aufgrund der Tatsache, dass sich diese allerdings unter Wasser befindet, spielt das gesamte Spiel nur in Innenbereichen ab. Die Grafik ist im Art-déco-Stil gehalten, was perfekt zu den 60er Jahren passt. Die Stadt ist in mehrere Bereiche aufgeteilt, die allesamt relativ weiträumig ausfallen. Ein Pfeil am oberen Bildschirmrand zeigt in der Regel das nächste Ziel an. In wenigen Fällen seid ihr allerdings auf euch alleine gestellt und das entsprechende Missionsobjekt muss selbst gefunden werden. Mit der Übersichtskarte wird ein etwaiges Verirren vermieden, wobei ich mich teilweise trotzdem in den verzwickten Gängen und Räumen ab und an mal verloren habe. Beim Ableben des Protagonisten kommt es manchmal zu kleineren Grafikfehlern, so versinkt ein Teil der Kamera im Erdboden. Einmal hat die Leiche eines frisch abgeknallten Gegners nach seinem Tod noch richtig schön auf dem Boden getanzt. Das empfand ich jetzt nicht wirklich als störend, sondern eher belustigend. Wenn das Spiel im Standby war und dann frisch gestartet wurde, hatte ich manchmal in den ersten ein, zwei Sekunden ein Tonproblem. So waren die Geräusche plötzlich viel lauter als sie ursprünglich sein sollten. Zu der Grafik an sich und der Umsetzung des Ports, komme ich im letzten Teil ganz am Ende des Tests. Dort befasse ich mich dann auch gleich allgemein mit allen drei Teilen. Nachdem ich nun viele Big Daddys auf dem Gewissen habe, wäre es eigentlich super, selbst mal in einen Taucheranzug zu schlüpfen...


Akt 2: Who’s your Daddy? – BioShock 2


Noch nicht genug von Rapture? Dann ab in die Tauchkugel und erneut in die Tiefen, denn BioShock 2 lädt erneut zum Erkunden der Unterwasserstadt ein. In der Fortsetzung steuert ihr Delta, einen Big Daddy Prototypen, der vor Ausbruch des Bürgerkriegs von Sofia Lamb vor den entsetzten Augen seiner Little Sister erschossen wird. Wie durch ein Wunder erwacht Delta acht Jahre nach der Handlung des ersten Teils wieder zum Leben. Seine Aufgabe ist es nun, seine einstige Little Sister, Eleanor, die sich zudem als Tochter von Lamb herausstellt, aus den Fängen ihrer Mutter zu befreien. Diese leitet nun Rapture und ist genauso ihren eigenen Idealen verfallen wie damals schon Andrew Ryan. Durch die sehr starke Bindung, die Delta zu seiner Little Sister Eleanor hat, muss er sie zügig finden, da er ansonsten erneut sterben wird. Manche Charaktere aus dem Erstling finden auch in der Fortsetzung ihre Wiederkehr, allen voran Andrew Ryan, auch wenn es nur in Form von Tonspuren geschieht. Auch bei BioShock 2 lebt das Spiel wieder von seiner ausgezeichnet geschriebenen Handlung. Welchen Charakteren kann man trauen, welchen nicht? Welche Figuren haben den Tod verdient? Oder lasst ihr trotz ihrer Taten Gnade walten? Je nachdem, wir ihr euch entscheidet, warten insgesamt sechs Enden auf euch. Wobei sich diese auf drei Hauptenden aufteilen, mit jeweils zwei Variationen.


Die Unterwasserstadt Rapture ist ein beeindruckender Ort. © 2K Games

Spielerisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Ihr steuert nun einen wuchtigen Big Daddy mit dementsprechend größeren Wummen, wovon ein riesiger Bohrer die wohl furchteinflössendste Waffe darstellt. Der größte Unterschied ist, dass ihr nun beide Hände gleichzeitig benutzen könnt, während ihr in BioShock stets entweder nur die Plasmid-Hand oder die Waffen-Hand auf dem Bildschirm gesehen habt. Damit muss nicht erst zwischen den Angriffs-Modi hin- und hergewechselt werden, was euch im Vorgänger teils wichtige Zeit zum Angreifen raubte. Feindtechnisch lauern wieder Splicer sowie andere Big Daddys darauf, Bekanntschaft mit dem einzig wahren Daddy zu machen. Neu hinzugekommen ist die Big Sister, die ab und an im Verlauf des Spiels erscheint. Diese kündigt sich mit einem lauten, schrillen Schrei an und zeigt sich gleich viel agiler und schneller als ihre männlichen Artgenossen. Weiterhin dürft ihr Little Sisters entdecken, die wieder mit ihren Wachhunden umherstreunen. Sobald ihr den Leibwächter ausgeschalten habt, fängt das Mädchen an zu weinen und trauert um ihren frisch verlorenen Daddy. Die Trauer ist jedoch schnell verflogen, denn Delta, der Vorzeige-Papa hat nun die Wahl, die verwaiste Little Sister zu adoptieren. Liebevoll packt er sie auf seine Schultern und sie weist ihm fortan den Weg zu Leichen mit besonders viel ADAM. Sobald das Mädchen anfängt, das Zeug herauszuziehen, greifen euch besonders viele Gegner an. Jede Sister kann zwei Leichen bearbeiten, danach muss sie zu einem Lüftungsschacht gebracht werden. Hier setzt nun wieder die Gewissensfrage ein, das Mädchen retten, oder kaltblütig töten, um noch mehr ADAM zu erhalten?


Die Gänge von Rapture sind teils düster und bedrückend. © 2K Games

Das Hacken ist ebenfalls wieder mit von der Party, diesmal jedoch mit einem anderen Geschicklichkeitstest. Ein Pfeil läuft von rechts nach links über den Bildschirm, die Bereiche sind in verschiedenen Farben eingeteilt. Der Pfeil muss stets auf grün oder blau landen, damit das Hacken erfolgreich abgeschlossen wird. Wenn der Blaue Balken erwischt wurde, gewährt es je nach Gerätschaft einen besonderen Bonus. Beim Hacken wechselt das Spiel nicht mehr in einen separaten Bildschirmabschnitt, sondern läuft gleichzeitig mit dem Spielfluss ab. Im ersten Teil wurden Gefechte dadurch einfach unterbrochen und ihr musstet keinen Schaden von Gegnern fürchten, bei BioShock 2 werdet ihr jedoch auch während des Hackens angegriffen. Das gestaltet den Spielfluss deutlich rasanter. Beim zweiten Durchstreifen von Rapture werden neue Areale der Stadt erkundet, alte Bereiche des Vorgängers sind nicht enthalten. Auch hier lohnt sich wieder das gründliche Erkunden der Areale, um etwaige Waffenverbesserungen zu finden oder Tonspuren aufzusammeln, um optionale Hintergrundinformationen über die Spielwelt zu erhalten. Dadurch, dass ihr ein Big Daddy in einem Taucheranzug seid, sind diesmal sogar Abschnitte außerhalb im Wasser möglich. Zwar fallen diese Expeditionen meistens relativ kurz aus und sind auch nicht allzu häufig vertreten, dennoch stellt das Umherstapfen auf dem Meeresgrund eine nette Abwechslung dar. Die Fehler des Erstlings (Grafikfehler nach dem Ableben, Soundprobleme nach Standby) sind mir in BioShock 2 nicht aufgefallen. Das einzige waren allerdings die Todesschreie mancher Feinde. Wenn ihr diesen ein Freifahrschein in den Himmel beschert, schreien sie teils noch lange Zeit nach ihrem Ableben weiter. Die Schreie dauern teils so lange, dass die Seele schon zweimal an Petrus‘ Himmelspforte eingecheckt haben müsste. Apropos Himmelspforte...


Akt 3: Bringen Sie uns die Kleine und tilgen Sie die Schuld – BioShock Infinite


Booker DeWitt, ein Privatdetektiv der stark verschuldet ist, bekommt den Auftrag, eine Frau namens Elisabeth zu retten. Schafft er dies, werden all seine Schulden getilgt. Ein dubioses Pärchen schippert ihn daraufhin in einem kleinen Boot zu einem Leuchtturm. Dieser bringt ihn jedoch nicht in die Unterwasserstadt Rapture, sondern in eine Stadt über den Wolken – Columbia. Comstock, der Gründer der Stadt, der wie ein Prophet von seinen Leuten vergöttert wird, hält Elisabeth in einem Turm gefangen. Dieser wird von einem riesigen, mechanischen Vogel, dem Songbird, beschützt. Booker wird derweil als „falscher Hirte“ bezeichnet und heftig gejagt. Während die Handlung anfangs nach einem typischen "Held rettet die Dame in Not"-Stereotypen klingt, entwickelt sie sich gegen Ende hin zu einer unfassbar komplexen Geschichte. Das Ende ist so unbegreiflich gut, dass ich es in Worte nicht zusammenfassen kann. Ein Mindblow der absoluten Extraklasse, der die Komplexität eines Videospiels in eine andere Dimension befördert. Im Vergleich zu Teil eins und zwei gibt es allerdings nur ein Ende, im Spiel kommen zwar Entscheidungen vor, jedoch ändern diese nichts am Verlauf der Handlung.


Columbia, die Stadt über den Wolken. Atmosphärisch steht diese Rapture in nichts nach. © 2K Games

Spielerisch hat sich im Vergleich zu den Vorgängern einiges getan. Plasmide gibt es in Columbia nicht, jedoch sind ebenfalls Fähigkeiten enthalten, die der Einfachheit halber nur „Kräfte“ genannt werden. Hiervon gibt es acht an der Zahl, unter anderem können Feinde in die Luft gewirbelt, Brandgranaten geschmissen oder Gegner elektrisiert werden. Eine weitere Änderung ist, dass gleichzeitig nur noch zwei Waffen mitgeführt werden können. Dadurch entsteht ein reger Austausch der Schießkolben, die erneut an Automaten verbessert werden können. Sobald Elisabeth befreit wird, schließt sie sich Booker an. Wenn es jetzt bereits viele mit der Angst zu tun bekommen, dass die Dame wie Ashley bei Resident Evil 4 beschützt werden muss, dem kann ich Entwarnung geben: Elisabeth kann sehr gut auf sich selbst aufpassen, im Gegenteil, sie erweist sich im Kampfgeschehen als überaus nützlich. Geht die Munition oder Gesundheit zur Neige, wirft sie euch des Öfteren Nachschub zu. Abseits der Kämpfe findet sie immer wieder Geld, das sie euch zusteckt. Das Hacken entfällt bei Infinite, durch eine Kraft werden Maschinen ganz einfach zu Verbündeten gemacht. Neu hingegen ist ein Schild, der sich nach einer kurzen Zeit wieder auflädt. Insgesamt ist BioShock Infinite vom Gameplay her deutlich schneller, die Schwierigkeit ist im Vergleich aber auch deutlich einfacher geworden. Columbia ist eine atemberaubend designte Stadt. Während Rapture noch sehr düster und bedrückend wirkte, erstrahlt die Wolkenstadt in prallen Farben. Somit bildet es einen immensen Kontrast zur beklemmenden Unterwasserstadt, wobei jedoch beide Städte in ihrer Ganzheit einzigartig sind. Den Soundtrack hat wie bereits für die beiden ersten Teile Garry Schyman komponiert, wobei er bei Infinite auf ein kleines Ensembles mit bis zu zehn Instrumenten gesetzt hat. Daher hebt sich der Soundtrack etwas ab.


Schlussakt: Ist der Port auf der Nintendo Switch gelungen?


Die Framerate läuft stabil mit 30 Bildern pro Sekunde. Auf den Konkurrenzplattformen läuft das Spiel hingegen mit 60FPS. Angedockt an den Fernseher liegt die Auflösung bei 1080p, im Handheldmodus 720p. Alles in allem sieht BioShock trotz seines Alters auf der Nintendo Switch dennoch sehr gut aus, was wohl nicht zuletzt an dem einzigartigen Stil der Reihe liegt.


Mithilfe von Sky-Lines bewegt ihr euch in Columbia fort. © 2K Games

Egal ob am Fernseher oder im Handheldmodus, das Spiel sieht gut aus. Natürlich werden im mobilen Modus Abstriche gemacht, aber nichtsdestotrotz hatte ich an beiden Varianten meinen Spaß. Bis auf manche Tonprobleme beim ersten Teil, wenn nach dem Standby-Modus manchmal der Ton für kurze Zeit etwas lauter ist als sonst, läuft der Sound bei der Collection perfekt ab. Die Soundkulisse ist atmosphärisch perfekt in Szene gesetzt. Etwas nervig ist jedoch der Umstand, dass wenn die Konsole aus dem Standby-Schlaf geweckt wird, eine Fehlermeldung erscheint, dass keine Verbindung mit dem 2K-Konto hergestellt werden kann. Diese Meldung tauchte bei allen drei Spielen auf. Fans der Gyrosteuerung müssen leider auf eine solche verzichten, diese findet in keinem der drei Spiele Ihren Einsatz. Mit der Collection wird euch allerdings die volle BioShock Dröhnung geboten. Alle herunterladbaren Inhalte/DLCs sind direkt enthalten. Währen das im Erstling noch verschiedene Herausforderungen sind, besitzen BioShock 2 sowie BioShock Infinite noch zusätzliche Story-Inhalte. Besonders die beiden „Seebestattung“ Episoden sind absolut spielenswert. Was es jedoch nicht in die Collection geschafft hat, ist der Multiplayer des zweiten Teils, der jedoch bereits auf den Konkurrenzkonsolen fehlte. Alle drei Spiele sind komplett auf deutsch lokalisiert mit deutschen Synchronsprechern. Nach meiner persönlichen Einstufung der Reihe gefiel mir BioShock 2 etwas besser als Teil eins, obwohl dieser einen fantastischen Plot Twist hat. Das Ende hat mich dort insgesamt emotional mehr mitgenommen. BioShock Infinite zieht allerdings in meinem Ranking auf Platz eins. Die Geschichte um die Wolkenstadt Columbia ist ein wahres Meisterwerk, mit einem Ende, das euch noch Tage später im Kopf bleibt. Es bleibt dennoch zu sagen, dass alle drei Teile unbedingt gespielt werden sollten, denn jedes ist eine Klasse für sich.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Johannes Bausch

Ich hätte niemals damit gerechnet, dass die BioShock Reihe jemals auf einer Nintendo Konsole erscheinen wird. Die Ankündigung kam für mich deshalb sehr überraschend und stimmte mich sofort freudig. Alle drei Titel der Collection sind unglaublich gute Shooter, die alle durch die Bank hindurch eine grandiose Handlung besitzen. Besonders BioShock Infinite sticht hierbei heraus. Jeder, der diese Reihe noch nicht gespielt hat, sollten dies nun spätestens mit der Nintendo Switch-Version nachholen. Der Port ist sehr gut umgesetzt worden, egal ob am Fernseher oder im Handheld-Modus, die Reihe macht eine gute Figur. Bis auf den Multiplayermodus des zweiten Teils ist in der Collection alles enthalten, was über die Jahre an zusätzlichen Inhalten erschienen ist. Insgesamt wird dadurch ein Gesamtpaket von ca. 50 Spielstunden geboten. Die Reihe ist zwar schon etwas älter, dennoch haben mich die Spiele wieder wie damals sofort abgeholt. Sowohl die Unterwasserstadt Rapture als auch die Wolkenstadt Columbia sind zwei hervorragend designte Städte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Eine unvergessliche Reise in die Tiefen bzw. in die Höhen, die ich jedem nur empfehlen kann. Wärt ihr so freundlich und testet einmal die BioShock Collection aus?
Mein persönliches Highlight: Das Ende von BioShock Infinite

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

4 User haben bereits bewertet

Kommentare 19

  • Ralf74

    Turmheld

    Danke für den Test und jetzt wünsche ich mir noch die Collection auf einer Cartridge.

  • Caramarc

    Turmbaron

    Habe mich auch wahnsinnig gefreut als ich die Ankündigung gelesen habe.
    Das ist jetzt das dritte oder vierte Mal, dass ich mir die Spiele kaufe (GOG, Xbox360, XBO). Auch wenn das etwas ältere Spiele sind, sind es eben hervorragende Games die man einfach haben und spielen sollte. Toll, dass der Port auf die Switch so gut geklappt hat.

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    Nachdem ich nach vielen Jahren des Wartens letztes Jahr endlich Kingdom Hearts 3 bekommen habe, fehlen mir nur noch ein neues Fable und ganz, ganz dringend ein neues BioShock, damit meine videospielverwandten Wunschträume wahr werden. BioShock hat mich damals gefesselt, verblüfft und überrascht. Mir fällt die Entscheidung schwer, ob der Erstling oder Infinite mein Liebling ist. Vielen Dank für den Test und auch von mir eine beinahe fast unvoreingenommene Empfehlung an alle, die noch nie mit BioShock in berührung gekommen sind. Außerdem eine Empfehlung auch an alle anderen, weil eine Rückkehr nach Rapture (und Columbia) irgendwie doch immer mal wieder geht. Der Port ist extrem gut gelungen. Tadellose Arbeit.

  • Rainer Hohn

    Der erste und dritte Teile sind eigentlich Gamer - Allgemeinbildung. Das sollte für keinen Spieler Neuland sein. Kann dem Test zustimmen. Toller Port - richtig gelungen.
    Wer noch nie in Rapture war schließt spätestens jetzt die Tauchglocke, die anderen legen es sich auf den Wiedervorlagestapel. Drei zeitlose Klassiker wo vor allem Teil 1 und 3 herausstechen. Preislich im salzigen Bereich angesiedelt - es lohnt aber definitiv.

  • Sib

    Master of Desaster

    Der Port ist wirklich gelungen, was mich überrascht. Zudem auch Spiele, die wirklich klasse sind und keine Titel, die man gerne übersehen kann^^

  • Icefox

    Turmbaron

    Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich mir die Trilogie oder erstmal Teil 1 kaufen soll, weil die so viel Speicherplatz frisst. Teil 2 soll ja etwas schwächer sein.

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Icefox
    Teil 2 ist schwächer als die anderen beiden, aber ein schwaches Spiel ist es nicht. Bei Müller gibt es die Collection online gerade immer noch für immerhin 40€, was ein Ersparnis von zehn Talern wäre. Das löst natürlich das Speicherproblem nicht, weil Downloads möglich sind. Es könnte aber sein, dass man einzelne Titel temporär löschen (und später wieder installieren) kann, weil ja jedes Spiel ein eigenes Spiele-Icon bekommt.

  • Sib

    Master of Desaster

    @bubisaurus
    Das ist nämlich die Frage, da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
    Bei Final Fantasy X war ein Spiel drauf, dass andere musste geladen werden. Da war es aber der Fall, dass man FFX spielen konnte, ohne dass man FFX-2 geladen hatte, dies war aber auch als digitaler eShop Titel verankert.
    Bei Spyro mussten die Spiele glaube ich geladen werden, damit man überhaupt das eine auf der Karte befindene Spiel nutzen konnte, da bin ich mir aber selbst nicht mehr sicher

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Sib
    Okay, das ist doch gut, dass es wen gibt, der schon (unterschiedliche) Erfahrungen mit der Sache gemacht hat. Auf der Xbox konnte ich einzelne Titel der BioShock Collection von der Festplatte löschen und die verbliebenen ohne Probleme spielen. Ich werde es einfach mal für die Switch-Version testen und mich dann nochmal hier melden. Jetzt interessiert es mich nämlich (und vielleicht ist die Information für ein oder zwei Interessierte ja sogar hilfreich).

  • Sib

    Master of Desaster

    @bubisaurus
    Richtig, so lief es auf der PS4 ebenfalls, dass man diese ebenfalls separat löschen konnte und die anderen dennoch zocken konnte.
    Ist wahrscheinlich hier auf der Switch wahrscheinlich auch so

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @Sib
    So schaut es tatsächlich aus. Ich habe jetzt gerade nur den ersten Teil installiert und müsste, wenn ich Teil 2 oder Infinite starten möchte, erst Daten runterladen. Das bedeutet für @Icefox, dass die Retailversion eventuell doch eine Überlegung wert wäre. Die würde sogar theoretisch etwas Speicherplatz sparen, nehme ich an, weil auf der Cartridge offenbar der Anfang jedes Spiels steckt, wie man auch dieser News entnehmen kann.

  • Disstroyer.Rabi

    Leiter für Kundenzufriedenheit

    Toller Test danke!
    Hab nur den dritten Teil gespielt, der mir viel Spaß gemacht hat.
    Wahrscheinlich werde ich dann für den ersten Teil zugreifen müssen :D

  • aveiro23

    Thx4 Switch, Iwata-san!

    Ego-Shooter sind zwar so gar nicht meins, aber ich werd dem Spiel dann mal eine Chance geben, weil es doch wirklich sehr gut sein soll :D

  • bubisaurus

    Turmsaurier

    @aveiro23
    Mir ging es total ähnlich. BioShock war mein erster Shooter. Ich konnte der Optik und Atmosphäre einfach nicht widerstehen. Seitdem zählt die Reihe für mich zu den wichtigsten überhaupt. Der Tag, an dem ein neues BioShock angekündigt wird, wird der Tag sein, an dem die Bild-"Zeitung" über einen Verrückten berrichten wird, der glücklich durch Erfurt tanzt.

  • aveiro23

    Thx4 Switch, Iwata-san!

    @bubisaurus
    Genau, die tolle Atmosphäre und Story sind auch das was mich daran reizt :)

  • Shulk meets 9S

    Meister des Turms

    Hab es damals am PC recht weit gespielt und hatte dann extrem Stress mit diesen Big Daddies, ist aber schon lange her.
    Mal gucken, wenn es reduziert ist, werde ich vermutlich auch zuschlagen

  • LostScorpion

    Züchtet Pikmins im Garten

    @Johannes Bausch Vielen Dank für den sehr schönen Test.
    Das Spiel gibt es als Retailtitel und Downloadtitel, zumindest habe ich das aus der Übersicht zu der BioShock: Collection entnommen. Kann man dieser Übersicht auch entnehmen, ob eine Cartridge beiliegt oder nicht?

  • Johannes Bausch

    Redakteur

    @LostScorpion Sehr gerne :)


    Genau, als Retail gibt es die BioShock Collection zu holen. Eine Cartridge liegt dort bei, soweit ich weiß sind die Anfänge der drei Titel auf dieser enthalten mit insgesamt 16GB. Zusätzlich kommen dann aber noch 31GB als Extradownload hinzu.