Willkommen im Paradies

Die Burnout-Serie kann auf eine lange Geschichte auf den Konsolen der Welt zurückblicken. Der erste Teil erschien 2001 und entwickelte sich gleichzeitig zum Veteranen der Crash-Rennspiele, bei denen es nicht vorwiegend darum geht, als erster die Ziellinie zu überfahren oder realistisches Fahrgefühl zu vermitteln. Vielmehr geht es um Geschwindigkeit, verrückte Stunts und natürlich die Zerstörung der Umgebung und der Konkurrenz – und das um jeden Preis. Mit Burnout Paradise kam im Jahre 2008 der bereits fünfte Ableger der Serie auf den Markt, der im Gegensatz zu seinen Vorgängern vor allem durch seine frei befahrbare Stadt hervorsticht. Mit Burnout Paradise Remastered kommt das actionreiche Rennspiel nun in einer überarbeiteten Fassung und mit allen erschienenen Erweiterungen auf die Nintendo Switch. Schnallt euch an, es wird holprig!


Diese Stadt ist wie ein Paradies. © Electronic Arts

„Willkommen in Paradise City!“, so begrüßt euch die sympathische Radio Moderatorin DJ Atomica von Crash FM, dem lokalen Radiosender der fiktiven, sonnigen Insel. Sie führt euch aber nicht nur durch die musikalische Welt, sondern vermittelt euch auch den Einstieg in eure Rennkarriere. Doch bevor es losgehen kann, benötigt ihr noch euer essenziellstes Werkzeug: einen fahrbaren Untersatz. DJ Atomica gibt euch den heißen Tipp, dass ihr einmal auf dem Schrottplatz nachschauen sollt, denn da gibt es immer ein paar heiße Öfen für lau. Das Glück ist mit euch und ihr bekommt ein völlig zerbeultes, aber funktionstüchtiges Muscle-Car. So könnt ihr euch allerdings nicht in den Straßenschlachten blicken lassen. Glücklicherweise befindet sich gleich um die Ecke eine Werkstatt, die aus eurer Schrottmühle wieder ein ansehnliches Automobil macht. Nun geht es noch einmal an die Tankstelle, um eure Boostanzeige auf ein Maximum zu bringen und dann lässt euch DJ Atomica auch schon auf die Stadt los.


Nachdem ihr eure Anfänger-Lizenz erhalten habt, mit der ihr euch natürlich nicht zufrieden gebt, könnt ihr die Insel frei befahren und nach Herzenslust erkunden. Dabei werden alle Hotspots, die ihr mit eurem Fahrzeug ansteuern könnt, auf der Karte eingetragen. Dazu gehören beispielsweise die Werkstätten, die euer Auto wieder auf die Räder bringen, die Schrottplätze, auf denen ihr euren Fuhrpark verwalten könnt, oder auch die verschiedenen Rennveranstaltungen. Um eure Lizenz zu verbessern, müsst ihr die Events, die über die ganze Stadt verteilt sind, gewinnen. An so gut wie jeder Kreuzung in Paradise City erwartet euch ein bestimmtes Rennen, das euch dabei hilft, aufzusteigen und dabei neue Fahrzeuge freizuschalten. Sobald ihr an einer dieser Kreuzungen die Reifen durchdrehen lasst, geht es auch schon los.


Bei einem Takedown bleibt meist nicht viel von euch oder euren Mitstreitern übrig. © Electronic Arts

Die auf euch wartenden 120 Events teilen sich in fünf verschiedene Typen auf. Bei allen Events habt ihr aber zunächst weiterhin die volle Freiheit der Stadt und keine abgesteckte Strecke, die ihr verfolgen müsst. Für jeden Typ solltet ihr euer Fahrzeug allerdings mit Bedacht auswählen, denn die Wagen bringen euch verschiedene Vorteile. Bei „Race“ erwartet euch ein einfaches Rennen gegen die künstliche Intelligenz. Hier solltet ihr also ein schnelles Fahrzeug wählen. Damit ihr aber auch mit einem langsameren Wagen die Nase vorn haben könnt, gibt es viele Alternativrouten und Abkürzungen zu entdecken, um der Konkurrenz eure Rücklichter zu präsentieren. Natürlich könnt ihr sie auch nach guter Burnout-Manier mit einem Takedown von der Strecke befördern. Takedowns sind ein gutes Stichwort, denn genau um die geht es im Modus „Road Rage“, in dem ihr eine bestimmte Anzahl davon schaffen müsst. Ganz anders ist es dann im „Marked Man“-Modus, denn hier seid ihr das Ziel und müsst eure Gegner davon abhalten, euch über die Straßenbegrenzung zu befördern. Genau wie beim vorherigen Event solltet ihr hier mit einem massiven Fahrzeug antreten, damit ihr euch euer eigenes Überleben sichern könnt. Im Stuntrennen setzt ihr die Gesetze der Schwerkraft außer Gefecht, indem ihr über Rampen und Klippen fahrt, um halsbrecherische Sprünge zu vollführen. Zu guter Letzt gibt es noch die „Burning Route“. Hier müsst ihr in einer bestimmten Zeit von Punkt A zu Punkt B rasen. Die Strecke, die ihr fahren müsst, ist für jedes Fahrzeug unterschiedlich und erlaubt euch eine verbesserte Version des Vehikels freizuschalten, sobald ihr die Zeit bezwungen habt.


Aber auch abseits der Rennen gibt es einiges in der Stadt zu entdecken. So sind überall in der Stadt Schanzen und Klippen verteilt, über die ihr mit Vollgas springen und dabei waghalsige Stunts vollführen könnt, die dabei auch noch schön in Szene gesetzt werden. Außerdem gibt es hin und wieder spezielle Fahrzeuge, die ihr nur freischalten könnt, indem ihr sie in der Stadt aufspürt, verfolgt und mit einem ordentlichen Crash auf den nächsten Schrottplatz befördert. Hier steht euch das Auto dann in eurem Fuhrpark zur Verfügung.


Auch wenn das Ganze irgendwann vielleicht sehr monoton wirkt, macht genau das den Reiz der Serie aus. Ihr könnt, auch wenn ihr gerade nicht viel Zeit habt, problemlos und schnell wieder einsteigen, um ein paar Events zu meistern. Sobald ihr eine gewisse Anzahl an Events gefahren und gewonnen habt, erhaltet ihr die Showtime-Fähigkeit, die Kenner der Serie bis zu diesem Punkt vermisst haben werden. Hier habt ihr alle guten Manieren abgelegt, die noch übrig waren, und stürzt einen Streckenabschnitt ins Chaos, indem ihr so viel Schaden wie möglich anrichtet. In Burnout Paradise könnt ihr mithilfe dieser Fähigkeit nun jederzeit die Stadt aufmischen. Denn sobald ihr nun die Reifen durchdrehen lasst, startet ihr in den Showtime-Modus, der den altbekannten Crash-Modus ablöst. Hier verwandelt sich euer Fahrzeug in einen Flummi, den ihr mithilfe der Boostanzeige durch die Straße springen lassen könnt und damit eine Schneise der Verwüstung hinterlasst. Jede Zerstörung bringt euch dabei Punkte und treibt euren Highscore in die Höhe, den ihr immer wieder überbieten könnt.


Take me down to the Paradise City where the road is grey and the cars are pretty!


Nachdem ihr genug Events abgeschlossen und eure Lizenz verbessert habt, schaltet ihr nach und nach neue Fahrzeuge frei. Alle der über 130 Fahrzeuge sind fiktiv, orientieren sich aber natürlich optisch an realen Automobilen oder bekannten Fahrzeugen aus Film und Fernsehen. Darunter befinden sich unter anderem schnittige Muscle-Cars, bullige SUVs oder auch alte Hot Rods, die alle über ein detailliertes Schadensmodell verfügen. Durch die integrierten DLCs erweitert sich dieser Fuhrpark allerdings noch um so manche Perle. So bringt die „Burnout Bikes“-Erweiterung Motorräder ins Spiel, mit denen ihr noch mehr Geschwindigkeit erleben könnt. „Cops and Robbers“ erweitert die vorhandenen Fahrzeuge wiederum um Polizei-Varianten. Und durch „Burnout Paradise Toys“ bekommt ihr, wie der Name schon verrät, Spielzeug-Varianten von vorhandenen Autos. Insgesamt erwarten euch acht Add-ons und DLCs im Spiel, die euch noch mehr Spaß bereiten werden. Neben den schon erwähnten Autos und Motorrädern erwarten euch hier ebenfalls neue Events, Herausforderungen und neue Gebiete.


Who you gonna call? Takedowners! © Electronic Arts

Optisch und technisch hat das verantwortliche Studio Stellar Entertainment ganze Arbeit geleistet. Allen voran stehen die butterweichen 60 Bilder pro Sekunde, die nicht nur für ein ordentliches Geschwindigkeitsgefühl sorgen, sondern auch dann stabil bleiben, wenn gerade viel auf der Strecke passiert. Die Texturen wirken sowohl im Handheld-Modus als auch im TV-Modus scharf und hochauflösend und auch bei hohen Geschwindigkeiten sind keine störenden Pop-ups aufgefallen. Die Schadensmodelle sind sehr detailliert und Unfälle sowie Takedowns werden durch viele Effekte schön in Szene gesetzt. Die Steuerung ist eingängig und jeder, der schon einmal ein Rennspiel gespielt hat, wird sich schnell zurechtfinden. Fans von Rennsimulationen werden hier allerdings schnell unterfordert sein, denn die Fahrzeuge lassen sich durchweg auch bei hohen Geschwindigkeiten gut kontrollieren. Als kleinen Bonus kann man auf der Nintendo Switch in den Menüs und auf der übersichtlichen Karte auch über den Touchscreen navigieren. Dazu gesellt sich der fantastische Soundtrack, der sich zwischen rockigen und elektronischen Musikstücken bewegt und einfach wunderbar zur Inselkulisse passt. Wer nur bestimmte Stücke hören möchte, der kann sich seine Playlist auch individuell anpassen. Einzig die Moderatorin kann mit der Zeit etwas nervig werden, vor allem wenn Events mehrfach gestartet werden.


Habt ihr die Nase voll von den Offline-Rennen oder der recht dümmlichen künstlichen Intelligenz der computergesteuerten Mitfahrer, könnt ihr euch auch mit echten Spielern messen. Sowohl lokal als auch online bietet euch das Spiel eine Menge an Events und Herausforderungen, die ihr gemeinsam oder gegeneinander bestreiten könnt. Mit bis zu acht Spielern könnt ihr online gleichzeitig die fiktive Stadt unsicher machen und die bekannten Eventtypen auch hier erleben. Alternativ könnt ihr das Spiel auf der Couch mit Freunden in einem Party-Modus erleben. Hier könnt ihr zwischen verschiedenen Modi wählen, in denen ihr nacheinander gegeneinander antretet, indem ihr den Controller oder die Nintendo Switch weitergebt. Im Tempo-Modus geht es darum, die schnellste Zeit zu fahren. Wer mit seinen Freunden lieber durch die Lüfte segelt, der kann sich gegen sie im Stunt-Modus messen. Und wer meint, dass er sein Fahrzeug perfekt beherrscht, der sollte den Fähigkeitsmodus auswählen, denn hier werden euch verschiedene Aufgaben auferlegt. So müsst ihr beispielsweise die meisten Beinahe-Crashs provozieren, indem ihr ganz nah an anderen Autos vorbeirast.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Thomas Kurth

Burnout Paradise Remastered ist wirklich ein sehr guter Vertreter unter den Arcade-Rennspielen auf der Nintendo Switch, bei dem der Spaß auf der Pole-Position steht. Die vielen Einzelevents, die über die ganze Stadt verteilt sind, laden immer und überall dazu ein, sich einer Herausforderung zu stellen. So weiß das Spiel ständig zu motivieren und euch eure Lizenz weiter nach oben schrauben zu lassen, auch wenn es keine filmreife Story gibt. Die grafische Präsentation ist gut gelungen und die versprochenen 60 Bilder pro Sekunde werden auch bei viel Chaos durchweg gehalten. Dazu kommen viele spaßige Events, bei denen ihr euer Können und eure Orientierung in Paradise City unter Beweis stellen könnt, indem ihr Abkürzungen nutzt oder die anderen Fahrer einfach von der Straße pustet. Die vielen fahrbaren Untersätze, die ihr nach und nach freischalten könnt, lassen sich durchweg angenehm steuern und verfügen über ein detailliertes Schadensmodell, das regelrecht dazu einlädt, das Auto zu zerstören. Auch wenn die virtuellen Mitfahrer nicht die hellsten sind und auch keine Abkürzungen benutzen, sind die Events dennoch fordernd, vor allem wenn ihr ein falsch gewähltes Fahrzeug verwendet. Und seid ihr trotzdem unterfordert, könnt ihr euch mit Freunden oder Fremden im umfassenden Mehrspieler-Modus messen, in dem ihr mindestens noch einmal genau so viel Zeit verbringen könnt.
Mein persönliches Highlight: Die große Freiheit in der Stadt und der Multiplayer-Modus.

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

9 User haben bereits bewertet

Kommentare 17

  • Tomaru

    M&M - Minish Mage

    Jetzt fehlt nur noch die Info wie viel Gigabyte das Spiel frisst, für mich als Downloader sehr interessant :P
    Könnte auch ruhig bei den generellen Informationen unter dem Erscheinungsdatum oder so stehen :thumbsup:

  • Irves | Julian

    Moderator

    @Hakurymon
    Wenn du das Spiel aus dem eShop lädst, werden ca. 4 GB benötigt.

  • Ande

    Meister des Turms

    @Hakurymon
    Laut Nintendos Webseite sind es 4091MB, also nicht ganz 4.1GB.

  • Pascal Hartmann

    Ta da da daaaaaaa

    Ich habs auf PS4 gespielt, und das auch länger, als ich erst dachte. Es wird nämlich doch recht schnell repetitiv, weil man andauernd dieselben geraden Straßen entlangfährt. Der Geschwindigkeitsrausch zieht aber doch und vor allem als zerstörtes Wrack die halbe Stadt zu durchqueren und auf dem Weg immer weitere Zerstörung zu hinterlassen macht schon Laune. Wie aber die Rennen in Paradise nicht mit denen der Vorgänger mithalten können, war der Crash-Modus früher ebenfalls besser. Immerhin kann man viele Stunden im Spiel verbringen, wenn man wirklich alles machen will. Auch wenn das schlussendlich aufs Checkliste abarbeiten hinausläuft.

  • Uriniert

    Turmheld

    Alter Schwede, wie lang ich dieses Spiel gezockt habe.


    Wenn das zum angemessenen Preis im eshop angeboten wird, werde ich es mir zulegen.
    Ein voller Preis ist mir der Titel, so gut er auch ist, nicht mehr wert. :ddd:

  • Tomaru

    M&M - Minish Mage

    @Irves | Julian, @Ande, oh, weit weniger als ich erwartet hatte, vielen Dank! :)

  • Switchy

    Turmritter

    Habe es jetzt ne gute Stunde im Handheld Modus gespielt und hatte sofort wieder dieses Feeling wir damals. Bereue nichts. Klasse Port.

  • KarniMarc

    Turmbaron

    @Switchy Läuft es im Handheld-Modus genauso flüssig, wie es laut Tests für die gedockte Spielweise angegeben wurde?

  • Switchy

    Turmritter

    @KarniMarc


    Kann das absolut bestätigen. Egal wie viel los war, das Spielgeschehen blieb durch weg flüssig.

  • AlexWoppi

    Turmheld

    Asphalt 9 hat Pause, jetzt ist Burnout angsagt. Werde heute Abend endlich loslegen.

  • Seymour

    Turmheld

    Für 20 Euro hol ich's mir, aber den Mondpreis von 50€ kann EA sich stecken ^^

  • Shikan Raider

    World Pro

    Ich mag die Burnout Reihe wirklich gerne, vor allem Teil 2, 3 und Revenge. Mit Paradise konnte ich überhaupt nichts anfangen, da es sich nicht wie ein klassisches Burnout spielt.

  • alfalfa

    Turmfürst

    60 FPS sind toll, aber die Grafik an sich ist sowas von altbacken...
    Und dafür noch 50 € - nö, bei mir hat Asphalt 9 nicht Pause. Ich werde es das ganze Wochenende spielen und hoffentlich alle Events meistern.


    Für nen 10er im Sale irgendwann vielleicht mal.

  • Pascal Hartmann

    Ta da da daaaaaaa

    @Shikan Raider
    Gut zusammengefasst, es ist kein klassisches Burnout. Wobei ich darunter immer noch den ersten Teil verstehe, der mir am meisten Spaß gemacht hat. Werden aber wohl viele anders sehen, die Teil 2 & 3 mehr mögen. Schon mit Burnout 2 wurde sich ja schon ordentlich vom ersten Spiel entfernt, wie ich finde. Aber hey, wer weiß, was ihn mit Burnout Paradise erwartet, wird schon seinen Spaß haben. Persönlich mag ich aber den ersten Teil immer noch am liebsten.

  • Eisblauer Wolf

    Wölfin des Nordens

    Klingt alles sehr vielversprechend, irgendwann hol ich mir diesen Teil auch, ob für Switch oder doch lieber eine andere Platform mal schauen. Aber für 50€ definitiv nicht und danke für den Test :)

  • ThisIsRusko

    that's Hot

    hab es mir geholt. bin total verwirrt... ich fahre rum und weiß nicht so richtig was ich tun soll... weiß nicht wie ich die farbe meines autos ändere... weiß nicht wie online funktioniert... wtf lol

  • Shikan Raider

    World Pro

    @Pascal Hartmann


    Teil Eins finde ich auch ganz gut, habe den aber erst nachträglich mal von einem Kumpel ausgeliehen als ich schon Teil 2, 3 und Revenge gespielt hatte.