Achtung, die fürchterlichen Menschen kommen!

Vor einigen Tagen veröffentlichte Konami – ohne vorherige Ankündigung – das Jump 'n' Run Skelattack als digitale Version im Nintendo eShop für die Nintendo Switch. Wir haben unsere sieben Sachen gepackt und uns in die Unterwelt begeben, um Skully und Ember für einige Tage durch die vielen verschiedenen Dungeons zu begleiten. In den folgenden Zeilen verraten wir euch, ob uns der Ausflug in die finsteren Abgründe der schrägen, aber humorvollen Welt überzeugen konnte oder ob das japanische Unternehmen Skully und seine beste Freundin Ember lieber im Untergrund hätte verrotten lassen sollen.


Ein ziemlich (un)gleiches Duo: Skully und seine beste Freundin Ember


Im Mittelpunkt von Skelattack stehen das knochige Skelett Skully und seine stets treue Begleiterin Ember – eine quietschlebendige und manchmal überdrehte Fledermaus. Die Reise beginnt in Aftervale, dem wohl tiefsten Punkt der Welt und Hauptstadt in Underground. In Aftervale spielt sich das berühmt berüchtigte Leben nach dem Tod ab, denn durch die mysteriöse und magische "Blue Flame" finden die in der "lebendigen" Welt gefallenen Krieger und gestorbenen Tiere eine untote Wiedergeburt und damit auch ein neues Zuhause. Eines grauen Tages begeben sich Menschen aus der lebendigen Welt in die Tiefen der Unterwelt, allerdings nicht, um nach den wertvollen Schätzen zu suchen, sondern um König Elzedon in Gefangenschaft zu nehmen – dem König der Underworld.


Kuriose Dialoge stehen in Skelattack an der Tagesordnung. © Konami

Doch die Gefangenschaft von König Elzedon ist nicht das primäre Ziel der Menschen, diese verfolgen einen anderen, viel abscheulicheren Plan, welcher die Existenz der gesamten Underworld eliminieren würde: Das Löschen der sagenumwobenen Blue Flame – immerhin gäbe es ohne die magische Quelle keine Chance auf eine Wiedergeburt nach dem Tod und damit keine Bedrohungen mehr für die Schatzsucher und Plünderer der lebendigen Welt. Natürlich möchten die Untoten diesen grausamen Plan verhindern und so schlüpft ihr fortan in die Rolle von Skully und seiner besten Freundin Ember. Nach dem absolvieren eines kurzen Tutorials, in welchem euch die Grundlagen der Steuerung erklärt wird, begebt ihr euch auf die Reise durch die unzähligen Dungeons, stets auf der Suche nach König Elzedon und dem Drang, die Blue Flame mit allen Mitteln vor den niederträchtigen Absichten der Menschen zu beschützen.


Im Grunde erfindet Skelattack das Rad der verwendeten Genres nicht neu – eher im Gegenteil. Das Spiel beinhaltet alle üblichen Elemente und beruht sich auf schon bewährte Spielemechaniken aus Videospielveteranen wie Hollow Knight, Yooka-Laylee oder eines der unzähligen anderen Spiele des gleichen Genres. Ein Spiel muss aber auch nicht immer mit den neuesten und verrücktesten Innovationen auftrumpfen, um die Spieler zu überzeugen – und oftmals auch mit diesen zu überfordern. Der schräge Humor und die unzähligen witzigen Dialoge zwischen den Charakteren verleihen Skelattack definitiv einen eigenen Charme und sorgen mit einem gewohnten Spielprinzip sowie einer erfrischenden, wenn auch relativ kurzen, Geschichte für eine durchaus erfrischende Kombination.


Die kurzweilige Reise und Suche nach der blauen Flamme


Euer Ziel ist es, mit Skully und Ember die vielen unterschiedlichen Areale und Dungeons der Underworld zu erkunden – stets begleitet von kurzen Zwischensequenzen, durch welche die (englischsprachige) Geschichte von Skelattack erzählt wird, sofern ihr die versteckten Buchseiten in der Welt gefunden habt. In den Dungeons selbst kämpft ihr mit Skully, seinem Schwert und einzigen Angriff hauptsächlich gegen die Menschen aus der lebendigen Welt. Die verschiedenen Kampftechniken eurer Gegner – Äxte, Schwerter sowie Pfeil & Bogen sind keine Seltenheit – sorgen mit den knackigen Kämpfen gegen die Endgegner der Dungeons und kleinen Nebenaufgaben für reichlich Abwechslung. Dennoch hätten ein paar vielfältigere Angriffe sowie Bewegungs- und Ausweichmanöver dem Spiel sicherlich einen Gefallen getan und die Standardkämpfe noch etwas abwechslungsreicher gestaltet.


Rasante Flugmanöver mit Ember und Skully © Konami

Im Laufe des Spielgeschehens steuert ihr hauptsächlich das klapprige Skelett Skully, allerdings kommt es des Öfteren einmal vor, dass ihr für kurze, aber teils ziemlich knifflige (Rätsel-)Passagen auch die Hilfe seiner Begleiterin Ember in Anspruch nehmen müsst. Beispiel: In einem Abschnitt müsst ihr Ember durch ein Labyrinth aus tödlichen Stacheln navigieren. Durch die zusätzliche Last von Skully sinkt natürlich auch die Ausdauer und so müsst ihr zwischendurch Pausen einlegen. Für den höchstwahrscheinlichen Fall, dass ihr nach ein paar gegnerischen Treffern einmal das Zeitliche segnet, erwacht ihr an dem zuletzt erreichten Checkpoint. Diese sind insgesamt großzügig in den Dungeons verteilt. Allerdings verliert ihr mit jedem Sterben ein paar eurer erkämpften und gesammelten Münzen, mit denen ihr bei den Händlern in der Hauptstadt oder in den Dungeons zum Beispiel eure Lebensleiste erweitern könnt.


Durch das ständige Scheitern und dem damit verbundenen Verlust der wertvollen Münzen kann das altbekannte Trial & Error-Prinzip schnell auf die Stimmung und Spiellust schlagen, denn mehrere Versuche stehen in Skelattack an der Tagesordnung. Zusätzlich können weder der streckenweise doch ziemlich hohe Schwierigkeitsgrad noch die Steuerung individuell an den Spieler angepasst werden. Besonders die Steuerung ist manchmal etwas ungenau und sorgt mit den spiegelverkehrten Wandsprüngen auch nach ein paar Spielstunden noch für Verwirrung und Sprünge in den Abgrund. Dafür gibt es aus technischer und grafischer Sicht keine nennenswerten Beanstandungen, denn Skelattack läuft sowohl im Handheld- als auch im Dockmodus der Nintendo Switch zu jeder Zeit ohne Probleme. In der heutigen Zeit ist das zumindest schon einmal die halbe Miete – ganz gleich, bei welcher grafischen Leistung.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Krispin Berndt

Skelattack hinterlässt durchaus gemischte Gefühle, denn es handelt sich im Grunde um einen grundsoliden Platformer – mit einem Hauch Metroidvania – sowie einer tollen Geschichte mit erfrischenden Dialogen und Interaktionen zwischen den Protagonisten. Überschattet wird dieses Spielkonzept aber durch zu wenige Innovationen, einem schwankenden – und teils unfairen – Schwierigkeitsgrad sowie von den ziemlich gewöhnungsbedürftigen Wandsprüngen. Zusätzlich kann die Spielzeit von ca. 5 bis 6 Stunden nicht durch ihre Länge überzeugen, was aber bei einem aktuellen Preis von 19,99 € für mich wohl den kleinsten der Kritikpunkte darstellt – immerhin handelt es sich hierbei noch immer um ein Spiel aus der Feder eines kleinen Entwicklerstudios. Ich hatte durchaus meinen Spaß mit Skelattack, denn es ist ein nettes und kurzweiliges Spiel für eine kurze Auto-, Bus- oder Bahnfahrt und entfaltet einmal mehr das Potenzial der Portabilität der Nintendo Switch. Liebhaber und Fans der hier verwendeten Genres und Spielemechaniken werden hier für ein mittleres Budget aber auf ihre Kosten kommen.
Mein persönliches Highlight: Die flotten Gespräche und Diskussionen zwischen Skully und Ember

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 3

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Autsch das ist irgendwie eine Enttäuschung. Hätte echt mehr von dem Titel erwartet X/

  • Krispin Berndt

    Redaktionsleiter

    Autsch das ist irgendwie eine Enttäuschung. Hätte echt mehr von dem Titel erwartet

    Skelattack ist keinesfalls schlecht, aber war für mich eben nichts "besonderes". Geschmäcker sind da natürlich noch immer verschieden und ich möchte nicht ausschliessen, dass es am Ende deine Erwartungen doch erfüllen kann. Für einen Preis von 20 € kann man aber auch nicht sehr viel verkehrt machen, alternativ einfach bis zu einem Sale warten.

  • Fabinho84

    Turmbaron

    Also je nach Geschmack durchschnittlich bis überdurchschnittlich und nicht all zu lang. Da ich den Artstyle klasse finde , nehme ich es dann für die Hälfte mal im Sale mit.