Arcade-Fußball für die Nintendo Switch

Super Soccer Blast ist eines von zahlreichen Fußball-Spielen, zwischen denen Nintendo Switch-Besitzer in diesem Jahr wählen können. Entwickler und Publisher Unfinished Pixel hat das flotte Sportspiel im Arcade-Stil am 19. Juni 2020 unter anderem für Nintendo Switch veröffentlicht – erhältlich ist es zu einem Preis von 7,99 €. Das Spiel lässt sich einfach steuern und erfordert keine komplizierte Regelkunde: Ihr habt zwei Knöpfe zum Passen, einen Knopf zum Schießen, einen Knopf zum Flanken, die rechte Schultertaste zum Sprinten, die linke Schultertaste zum Wechseln des Spielers und zwei Tasten zum Foulen. Karten gibt es in dem Spiel nicht, jedoch werden Abseitsstellungen geahndet, genauso wie Fouls, die einen Freistoß oder Elfmeter zur Folge haben – auch Eckbälle und Einwürfe sind selbstverständlich möglich.


Kurzweilige Fußballpartien für zwischendurch


Die Präsentation von Super Soccer Blast ist extrem simpel: Weder gibt es eine Eröffnungssequenz vor dem Spielstart, noch gibt es Wiederholungen oder animierte Zwischensequenzen. Habt ihr ein Tor geschossen, so kommt eine kurze Einblendung des Spielstands und anschließend geht es sofort mit dem Abstoß des Gegners weiter. Insgesamt gibt es im gesamten Spiel nur zwei Musiktracks, einen im Hauptmenü und einem im Charakter-Editor. Die Entwickler von Super Soccer Blast haben sich wirklich auf das Mindeste beschränkt und das Gameplay in den Fokus gestellt.


Ihr könnt auch Nationalmannschaften auswählen. © Unfinished Pixel

Das Spiel läuft in einem relativ flotten Spieltempo, wirkt wie eine stark vereinfachte Version von FIFA und ihr werdet euch schnell zurechtfinden. Besonders das Flanken funktioniert prima und ihr könnt je nach Spielposition Volley, via Kopf oder sogar via Fallrückzieher das Runde ins Eckige befördern. Dennoch wird das Gameplay durch einige Problemchen negativ beeinflusst: Bugs sind keine Seltenheit und so kann es beispielsweise passieren, dass plötzlich während der regulären Spielzeit ein dauerhafter Ladescreen auftritt, den man nicht beenden kann und der einen Neustart des Spiels erforderlich macht. Auch im Menü können Bugs auftreten, die nur mit dem Aufrufen des Home-Menüs und dem Beenden des Spiels behoben werden können. Ein anderes Mal wurde wiederum meinem Gegner ein Freistoß zugesprochen, doch ich konnte unerlaubterweise nach dem Pfiff zum Ball laufen, woraufhin plötzlich niemand mehr den Ball berühren konnte, weder ich noch mein Gegner, sodass wir beide im Spielscreen gefangen waren. Auch kann es passieren, dass ein Freistoß zugesprochen wird, sich jedoch die Position des Balles nach der Freigabe durch den Schiedsrichter plötzlich spontan ändert.


Zwar fühlt sich Super Soccer Blast recht flüssig an, aber es treten zwischendurch leider immer wieder Framerate-Einbrüche auf, die zwar den Spielspaß nicht stark trüben, aber dennoch auffällig sind. Die KI des Torwarts ist ebenfalls zu kritisieren – es ist oft passiert, dass der Goalie aus dem Tor hervorspringt, um ohne Erfolg dem entgegenlaufenden Stürmer den Ball abzuluchsen, was zu billigen Toren führt. Generell ist es ziemlich leicht, Tore zu erzielen und ist man erstmal alleine vor dem Tor, so ist ein Torerfolg nahezu garantiert. Insgesamt gibt es 3 Kamera-Perspektiven, die allesamt relativ statisch sind und unterschiedlich stark in das Spielfeld hineinzoomen. Ich empfehle, die höchste Zoom-Stufe auszuwählen, da die Spieler bei den anderen beiden Perspektiven nur schwer erkannt werden können.


Dortmunds frecher Neuzugang: Der Brecher mit dem Babyface. © Unfinished Pixel

Neben den kurzen Quick Matches habt ihr auch die Möglichkeit, entweder aus ausgewählten Turnieren wie einem europäischen Turnier sowie einer League of Champions oder aus selbst erstellten Turnieren, bei denen ihr die Teilnehmer bestimmt, zu wählen. In der League of Champions könnt ihr beispielsweise mit Club-Mannschaften spielen und könnt in der Ligatabelle auf Punktejagd gehen. Natürlich sind die Clubmannschaften und Spieler nicht offiziell lizenziert, jedoch sind die Wappen und die Farben der Trikots, sowie zum Teil auch die Spieler, den echten Äquivalenten nachempfunden. Auch ein paar Ländermannschaften stehen zur Auswahl, so unter anderem Deutschland, Niederlande und Kroatien. Obwohl Elfmeter im Spiel möglich sind, gibt es leider keine Option für das Elfmeterschießen, was ich sehr schade finde. Bei Knockout-Matches steht euch lediglich die Option des Golden Goals zur Verfügung, während bei Quick Matches das Spiel sofort nach den 90 Minuten endet.


Ihr könnt insgesamt 16 Achievements erreichen, wenn ihr beispielsweise eine gewisse Anzahl an Toren erzielt, oft Aluminium trefft oder einen Hattrick mit einem Spieler erzielt. Auch ein gut gelungener Charakter-Editor steht euch zur Verfügung, bei dem ihr eure Charaktere vom Aussehen her anpassen und sogar euer eigenes Team zusammenstellen könnt. Super Soccer Blast lässt sich mit bis zu 4 Spielern spielen und es können mehrere Spieler in einem Team spielen – einen Online-Modus gibt es jedoch nicht. Etwas merkwürdig ist, dass bei einem Spiel gegeneinander nur der erste Spieler Teams auswählen kann, nicht jedoch der Mitspieler. Übrigens habt ihr sogar die Wahl, bis zu 90 Minuten als Spielzeit einzustellen, sofern irgendjemand die Geduld dafür haben sollte. Spielen könnt ihr sowohl mit Pro Controller, mit zwei Joy-Con als auch mit jeweils einem einzelnen Joy-Con. Im Mehrspielermodus macht das Spiel trotz der Schwächen kurzweilig Spaß, langfristig kann Super Soccer Blast jedoch nicht unterhalten.

Unser Fazit

5

Für Genre-Fans

Meinung von Felix Eder

Die Trailer des Fußball-Arcarde-Spiels hinterlassen zwar einen recht guten Eindruck, doch in der Praxis kann es die aufgebauten Erwartungen nicht ganz erfüllen. Super Soccer Blast ist sicherlich kein schlechtes Spiel, jedoch stellt es aufgrund zahlreicher Glitches, einem geringem Umfang und limitierten Gameplay-Optionen leider nicht eine günstige Alternative zu FIFA dar. Seid ihr Genre-Fans, so könnt ihr dem Spiel eine Chance geben, jedoch solltet ihr lieber nicht zu viel erwarten.
Mein persönliches Highlight: Der Charakter-Editor.

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