Ein Rätselspaß, der eure Wahrnehmung herausfordert

Optische Täuschungen gibt es in unserer Wahrnehmung zuhauf – sei es ein simpler Regenbogen oder eine Linie, die uns kürzer erscheint als sie es in Wirklichkeit ist. Superliminal nimmt dieses Konzept als Basis: Der Indie-Titel spielt mit eurer Wahrnehmung der Realität und verlangt, jegliche Rätsel aus einem anderen Blickwinkel aus zu lösen. Das Spiel ist bereits seit November 2019 für den PC im Epic Games Store erhältlich und hat erst kürzlich seinen Weg auf die Nintendo Switch gefunden. Warum das Spiel ein absolutes Highlight für Rätselfans darstellt, möchte ich euch im Folgenden darlegen.


Alles beginnt mit einem simplen Werbespot von SomnaSculpt – ein Anbieter sogenannter Traumtherapien:


Nicht alles, was man sieht, entspricht auch der Realität ...

© Pillow Castle LLC

„Leiden Sie unter Selbstzweifeln?


Neigen sie dazu, gigantische Zwickmühlen herunterzuspielen oder aus einer Mücke einen Elefanten zu machen?


Die patentierte SomnaSculpt-Technologie des Pierce-Instituts erlaubt Ihnen eine ebenso sichere wie effektive Traumtherapie, während Sie völlig komfortabel in der herausragendsten unserer Kliniken schlummern, die sich direkt neben dem zweiten Ausweichparkplatz beim medizinischen Universitätszentrum befindet.


SomnaSculpt: Wir machen Ihre Träume wahr!“


Schon kurz darauf beginnt die Reise durch die eigene Traumwelt. Augenscheinlich befindet ihr euch in den Räumen einer Klinik und tastet euch in der Egoperspektive langsam voran. Nach einer kurzen Einführung in die simple Steuerung stellt euch das Spiel auch prompt die wichtigste Spielmechanik vor: Ihr könnt vereinzelte Gegenstände aufnehmen und durch die Luft bewegen. Entfernt ihr euch nun vom aufgehobenen Gegenstand und lasst ihn anschließend los, ist er größer als zuvor. Nähert ihr euch und lasst ihn daraufhin fallen, wird er letztendlich kleiner. Der Clou: Solange ihr den Gegenstand nicht loslasst, sieht er stets so groß aus wie vor dem Aufheben – eine optische Täuschung eben. Diese Mechanik wird euch durch das gesamte Spiel begleiten und ist für das Lösen von so einigen Rätseln notwendig.


Eine der Knobelaufgaben besteht zum Beispiel darin, eine höher gelegene Tür zu erreichen. Glücklicherweise liegen ein paar Würfel im selben Raum herum, welche ihr aufnehmen und beliebig vergrößern könnt. So könnt ihr eine Art Treppe bauen, um an die Tür zu gelangen und in den nächsten Raum voranzuschreiten. Manchmal bestehen die Rätsel aber auch daraus, etwas einfach nur aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Beispielsweise sind verschiedene Teile eines Würfels an die Wände gemalt. Sobald ihr die einzelnen Elemente aus der richtigen Perspektive anseht, entsteht dadurch ein echter Würfel, den ihr sogar aufnehmen und auf einen Schalter stellen könnt. So gelangt ihr in den nächsten Raum.


Je nachdem wie ihr das Haus platziert, wird es euch größer oder kleiner erscheinen – dementsprechend passt sich auch dessen Inneres an.

© Pillow Castle LLC



Euch erwarten im weiteren Spielverlauf noch viele weitere Rätsel, welche sich unter anderem mit Schaltern oder dem Klonen von Gegenständen auseinandersetzen. Auch wenn die meisten Knobelaufgaben schnell gelöst sind, sorgen sie dennoch für einige „Aha!“-Momente, da das gesamte Konzept soweit einzigartig ist. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass ihr die Geschichte des Spiels bereits nach zwei bis drei Stunden durchgespielt habt. Durch diverse Errungenschaften kann noch ein wenig mehr Spielzeit herausgekitzelt werden, indem ihr zum Beispiel alle Feueralarme in den Leveln betätigt. Grundsätzlich ist eine kürzere Spielzeit für diese Art von Spiel definitiv nicht schlecht, da das Gameplay sonst schnell Gefahr läuft, monoton zu werden. Allerdings müsst ihr euch die Frage stellen, ob euch das Spiel die regulären 17,99 € wert ist oder ob ihr auf ein Angebot wartet.


Neben den Rätseln spielt auch die Geschichte eine erwähnenswerte und motivierende Rolle. Erzählt wird sie lediglich durch diverse Lautsprecherdurchsagen innerhalb der Klinik, die ihr im Traum besucht, und durch einige herumstehende Radios, die Nachrichten von Dr. Glenn Pierce – dem Erfinder der Traumtherapie – abspielen. Insbesondere das Ende des Spiels kann zum Nachdenken anregen. Ohne zu viel verraten zu wollen: Die Nachricht, die das Spiel vermitteln will, handelt – wie das Gameplay – davon, Probleme aus einer anderen Perspektive aus zu betrachten und zu lösen.


Von der technischen Seite kann Superliminal ebenfalls überzeugen. Der realistisch angehauchte Grafikstil ist in sich stimmig und auch die Bildrate bleibt in der Nintendo Switch-Verison stets stabil. Diese bricht selbst im späteren Spielverlauf nicht ein, obwohl ihr zum Beispiel dutzende Äpfel klont, welche allesamt durch die Gegend rollen. Musikalisch setzt das Spiel besonders auf Klavierklänge, welche allerdings abrupt aufhören, sobald ihr im Traum vom angedachten Pfad innerhalb der Klinik abkommt und durch dunkle Gänge schlendert. Dadurch wird eine etwas düstere Atmosphäre erzeugt – insbesondere, wenn ihr in einem Abschnitt immer mal wieder Blutflecken auf dem Boden findet.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Thomas Steidle

Wer ein Fan von Rätselspielen ist, der sollte sich Superliminal auf jeden Fall kaufen. Das grundlegende Konzept des Titels – das Spielen mit der Wahrnehmung – ist etwas sehr Innovatives und dazu auch noch gut umgesetzt. Die dutzenden Rätsel sind zwar oftmals schnell gelöst, können aufgrund der einzigartigen Mechaniken des Spiels aber stets begeistern. Leider ist die Geschichte nicht allzu lang: Bereits nach zwei bis drei Stunden ist der ganze Spaß auch wieder vorbei. Solltet ihr also ein Spiel suchen, das ihr spontan an einem Abend durchspielen könnt, dann ist der Titel genau das Richtige für euch.
Mein persönliches Highlight: Die vielen optischen Täuschungen, die in unterschiedlichsten Formen vorkommen

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 2

  • Daniel Kania

    Sternschnuppe

    Super einfallsreiches Konzept! Habe die Demo auf dem PC gespielt und wäre nicht abgeneigt, mal das ganze Abenteuer zu erleben. Aktuell stapeln sich die zu spielenden Titel bloß, weshalb Superliminal wohl etwas Glück braucht, ein gutes Timing zu erwischen bei mir. :/

  • Kabuki-Ende

    noch nicht ganz am Ende...

    gut es hat genau die richtige länge zeit ist schließlich knapp