Die Zukunft liegt in der Vergangenheit

Die Zukunft ist düster.

© Drageus Games

Die Apokalypse hat die Menschen schon seit jeher fasziniert. Wie wird das Ende wohl aussehen? Wird uns ein Asteroid auslöschen? Oder sind es doch Kernwaffen? Doch eine Frage ist wohl noch interessanter. Was passiert nach dem Ende der Zivilisation? Eine Antwort darauf versucht The Great Perhaps zu liefern, ein 2D-Adventure mit Puzzle-Elementen. Ich habe mir den Titel für euch angeschaut.


Kosmos (nicht zu verwechseln mit KOS-MOS), ein Astronaut auf einer Raumstation im All, wacht nach 100 Jahren im künstlichen Schlaf auf. Er weiß zwar nicht, was in dieser Zeit genau passiert ist, doch er ahnt schon, dass die Erde zugrunde gegangen ist. Um herauszufinden, wie die Welt nun aussieht, macht er sich mit der künstlichen Intelligenz L9 und einer kleinen Raumkapsel auf den Weg zur Wiege der Menschheit. Unten, im ehemaligen Russland angekommen, muss er feststellen, dass nicht nur die Zerstörung allgegenwärtig ist, sondern auch Monster wie mutierte Insekten auf Beute lauern. Kurz bevor er seinem Schöpfer gegenübertritt, findet er eine Lampe mit einer besonderen Eigenschaft. Aktiviert er sie, kann er in die Zeit vor der Apokalypse zurückreisen. Das funktioniert allerdings nur zeitlich begrenzt, bevor sich das magische Gerät aufladen muss. Zusammen mit der Lampe und L9 versucht Kosmos nun herauszufinden, was damals geschehen ist.


Eine Reise zur Erde nach dem Ende der Zivilisation!


Auch in der Psychiatrie wollen euch alle töten.

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Die Geschichte von The Great Perhaps spielt sich in etwas mehr als einem Dutzend kompakten Kapiteln ab, die in verschiedenen Gebieten stattfinden. So erkundet ihr eine Psychiatrie, eine U-Bahn-Station oder einen Jahrmarkt. Ist in der Gegenwart alles zerstört, könnt ihr mit der Lampe die Welt im intakten Zustand erkunden und mit Menschen sprechen. Das Wechseln zwischen beiden Zeitepochen ist der Schlüssel zum Erfolg, um die Geheimnisse zu entschlüsseln. Ein Beispiel: Kosmos und L9 sind unter der Erde in einem U-Bahn-Tunnel und einer dazugehörigen Station. Geröll in der Gegenwart verhindert, dass ihr voranschreiten könnt. Also wechselt ihr in die Vergangenheit. Dann ist der Tunnel zwar frei, doch kommen euch regelmäßig U-Bahnen entgegen. Da ihr in einer 2D-Welt von links nach rechts und umgekehrt lauft, könnt ihr ihr nur entkommen, indem ihr zurück in die Zukunft bzw. Gegenwart reist. Dort können aber auch Monster lauern, die euch ebenfalls ausschalten können. Die Lampe hat daher noch eine zweite Funktion. Bevor ihr reist, könnt ihr innerhalb des Lichtkegels eine Art Vorschau der jeweils anderen Epoche sehen. Die Lösung ist damit einfach. Lauft in der Vergangenheit nach rechts bis ihr seht, dass es in der Zukunft sicher ist. Dann wechselt ihr und nutzt die Vorschaufunktion der Lampe, um zu sehen, wann der Zug vorbeigefahren ist, um wieder zurückzureisen. Kosmos kann auch Items aus den verschiedenen Epochen mitnehmen. So braucht einer der Clowns auf dem Jahrmarkt Alkohol, um seine Sorgen zu ertränken. Diesen findet ihr jedoch nur in der Zukunft. Gegenstände können zudem geworfen werden, um Ereignisse auszulösen. Das ist im Großen und Ganzem das Gameplay von The Great Perhaps. Die Rätsel sind meistens gelungen, manchmal sind sie jedoch zu abstrakt. Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass manche Gegenstände sehr klein sind, sodass man sie im Handheld-Modus nicht richtig erkennen kann.


Bei einem Spiel dieser Art ist es natürlich wichtig, dass eine düstere Atmosphäre vorherrscht. Das gelingt dem Indie-Titel fast durchgehend. Der Grafikstil ist ansprechend und das Spiel hat eine englische Sprachausgabe. Die Gespräche zwischen Kosmos und L9 glänzen mit Sarkasmus und schwarzem Humor. Es werden jedoch auch sensible Themen angesprochen, die für manche Spieler unangenehm werden könnten, wie beispielsweise Suizid. Der Titel hat das Ganze gut gelöst, aber ich möchte trotzdem hier darauf hinweisen. The Great Perhaps bietet zudem Achievements. Manche von ihnen könnt ihr nicht übersehen, andere sind versteckt. Im Hauptmenü könnt ihr die Voraussetzungen jedoch jederzeit einsehen. Ihr habt zudem die Möglichkeit, bereits gelöste Level erneut zu spielen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Niels Uphaus

The Great Perhaps ist ein melancholisches Abenteuer in einer Postapokalyptischen Welt. Die Option, durch die Zeit zu reisen, um so Herausforderungen zu lösen und nebenbei zu sehen, wie sich die einzelnen Gebiete verändert haben, ist ohne Frage das Highlight des Indie-Spiels. Auch die Dialoge zwischen den Hauptcharakteren helfen dabei, eine düstere, aber dennoch humorvolle Welt zu erschaffen. Die größte Schwäche des Titels ist die kurze Spielzeit. Nach gut zwei Stunden solltet ihr alle Level erkundet und jedes Achievement gefunden haben. Danach gibt es keinen Grund mehr, das Spiel erneut zu starten.

Die durchschnittliche Leserwertung

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