Auf dem Weg zum Ruhm!

Die Serie Fairy Tail erfreut sich unter Manga- und Animefans großer Beliebtheit. Die Geschichten und Abenteuer rund um die namensgebende Magiergilde begeistern bereits seit 2006 immer mehr Menschen und so ist es nicht verwunderlich, dass nun auch ein Ableger seinen Weg auf die (noch) aktuelle Konsolengeneration findet. Fairy Tail, wie der Titel schlicht heißt, ist ein klassisches JRPG, welches in der sagenumwobenen Welt der Magier angesiedelt ist. Ob das Spiel mehr als ein reiner Fan-Service ist und auch Nichtkenner der Vorlage begeistern kann, das wollen wir im Folgenden klären.


Stets im Fokus: Lucy und ihre Freunde.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Für all diejenigen, die zum ersten Mal von der Serie hören, folgt eine kurze Zusammenfassung, worum es überhaupt geht: Die Welt von Fairy Tail ist eine, in der die Magie ein völlig normaler Bestandteil des Alltags ist. Während das Zaubern in anderen Welten teils als ein Wunder gilt, gibt es auf der Welt Earthland ein Überfluss an Magiern und ähnlichen Praktikern. Damit das Ganze jedoch möglichst geordnet zugeht, haben sich vielerorts Vereinigungen gebildet, in denen sich mehrere Magier zusammengeschlossen haben – die sogenannten Gilden. Eine dieser Gilden ist Fairy Tail und zum Beginn des Mangas bzw. Animes ist diese bereits ziemlich bekannt und berüchtigt. Die Geschichte folgt dabei einer jungen Magierin, Lucy Heartfilia, die sich der Gilde anschließen will und fortan diverse Abenteuer mit all ihren chaotischen Mitgliedern erlebt. Hierbei handelt es sich um eine sehr grobe Zusammenfassung, die euch jedoch einen ungefähren Überblick darüber verschaffen sollte, was eine Gilde ist und wieso es so viele Magiebegabte gibt.


Die Handlung von Fairy Tail spielt in etwa zur Hälfte des Animes und umfasst drei Story-Bögen, die allesamt auch in der Serie behandelt werden. Zu Beginn des Spiels werden die Magier der Gilde durch ein Ereignis auf einer Insel festgehalten. Was den Gildenmitgliedern nur wie ein kurzer Moment vorkommt, hat in Wahrheit ganze sieben Jahre an Zeit verschlungen. Als man wieder nach Fiore, dem Königreich, in dem das Hauptquartier der Gilde steht, zurückkehrt, muss die Truppe feststellen, dass die Bevölkerung den Namen Fairy Tail fast gänzlich aus der Erinnerung gestrichen hat und dass auch das einstige Gildengebäude mehr einem Schuppen denn einem prunkvollen Anwesen gleicht. Das vorläufige Ziel ist also klar: Fairy Tail soll wieder zu seiner einstigen Größe finden und zur angesehensten und mächtigsten Gilde in Fiore aufsteigen. Um das zu erreichen, müssen die Mitglieder allerdings wieder ganz bei null beginnen und die einfachsten Aufgaben für die Bevölkerung erledigen. Aber keine Sorge: Natürlich entspinnt sich mit der Zeit noch ein viel größerer Plot, bei dem es letztendlich um die Rettung des Königreichs und die Bewahrung der Magie an sich geht – epische Ereignisse und Kämpfe sind also garantiert. Und um für Kenner des Animes konkret zu werden (Achtung, wer sich bezüglich der Serienverknüpfung nicht spoilern will, liest jetzt am besten beim nächsten Absatz weiter!): Das Spiel behandelt die drei Story-Bögen rund um die Tenrou-Insel, das Große Magische Turnier sowie die Ereignisse rund um die dunkle Gilde Tartaros. Dabei lässt das Spiel ein paar Punkte aus, doch dazu später mehr.


Von dem einst großen Gildenanwesen ist nicht mehr viel zu erkennen.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Der erzählerische Kniff mit den sieben Jahren ist natürlich ein geschicktes Mittel der Entwickler, um euch einen sachten Einstieg zu ermöglichen, bei dem nicht nur Serienkenner, sondern auch Neulinge auf ihre Kosten kommen. Denn die lange Zeit hat auch körperlich und seelisch ihre Spuren hinterlassen und somit müssen die Magier erst wieder zur alten Stärke finden. Diese Variante, eigentlich ziemlich mächtige Charaktere wieder schwächer zu machen, empfand ich als deutlich kreativer als die häufig herangezogene Amnesie oder ähnliche Methoden. Sie birgt aber auch das eine oder andere Risiko, gerade für all diejenigen, die bisher keine Berührungspunkte mit der Vorlage hatten. Denn ihr werdet von Beginn an mit Namen und Bezeichnungen torpediert, sodass man anfangs noch das Gefühl hat, nie einen Überblick über all die Charaktere und ihre Beziehungen zueinander zu bekommen. Doch kann ich Entwarnung geben, das Spiel bietet euch trotz allem genug Exposition und ruhigere Momente, in denen euch die Spielwelt Stück für Stück nähergebracht wird. Nichtsdestotrotz werden Kenner des Animes bzw. des Mangas deutlich häufiger einen Aha-Moment haben und schneller verstehen, wieso manche Situationen nun so bedrohlich sind beziehungsweise worin der typische Anime-Humor liegt.


Um wieder den Status der besten Gilde in Fiore zu erlangen, müsst ihr in einem Rangsystem aufsteigen. Dies ist zu Beginn auch eure oberste Priorität und wird dadurch bewerkstelligt, dass ihr an einem Anschlagsbrett verschiedene Aufträge annehmt und diese mit euren Magiern ausführt. Dabei stehen euch zu Beginn nur ein paar wenige der bekannten Charaktere wie die bereits erwähnte Lucy oder der Drachentöter-Magier Natsu zur Verfügung. Im Laufe des Spiels schließen sich euch jedoch immer mehr Gildenmitglieder an, sodass ihr am Ende eine Party-Größe von fünf Magiern habt. Zur Stammtruppe gehören dann neben den zwei bereits erwähnten Magiern noch die Windmagierin Wendy, die Wassermagierin Luvia, der Eismagier Gray, der Drachentöter Gajeel sowie die S-Klasse-Magierin Erza. Daneben kann es auch passieren, dass sich euch im Zuge diverser Quests sogenannte Gast-Magier anschließen, die von der künstlichen Intelligenz übernommen werden und außerhalb eurer Kontrolle liegen. Dabei hat jeder Charakter seine eigene Spezialisierung, die bei bestimmten Gegnertypen mal mehr, mal weniger Schaden anrichtet. Während Natsu mit seiner Feuermagie ziemlich viel Schaden anrichtet, kann Wendy mit ihrer Windmagie zwar auch austeilen, ihre Stärke liegt jedoch eher in der unterstützenden Magie. Erza ist mehr der Haudrauf, die dem Gegner mit ihrem Schwert zusetzt und Lucy ist der Allrounder, die mit ihren Beschwörungszaubern weder Fisch noch Fleisch ist und von allem etwas, aber nichts wirklich gut kann. In der Theorie sorgt das dafür, dass ihr eure Gruppe zumindest anfangs gut abstimmen müsst, denn zu Beginn des Spiels habt ihr nur zwei, beziehungsweise früh bereits drei Party-Slots zur Verfügung. Da will gut überlegt sein, ob man nicht lieber etwas mehr Muskelkraft mit sich führen möchte oder lieber ein paar Heilzauber auf der eigenen Seite haben will. Im späteren Verlauf des Spiels, wenn ihr bis zu fünf Magier mit euch führen könnt, werden diese Überlegungen jedoch obsolet, da ihr zu diesem Zeitpunkt genug Platz für alle Eventualitäten habt.


Wendy bedient sich neben ihren Unterstützungszaubern auch der Windmagie.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd.

In Fairy Tail könnt ihr zwischen zwei Arten von Quests unterscheiden: Den besagten Aufträgen, die euch dabei helfen, im Rang aufzusteigen, sowie die Story-Quests, welche die Handlung vorantreiben. Meistens müsst ihr einen gewissen Rang erreicht haben, ehe die Geschichte auf ihren nächsten Höhepunkt zusteuert. Bei den Aufträgen handelt es sich dabei um einfache Genrekost: Mal sollt ihr eine gewisse Anzahl an Monstern erledigen, dann sollt ihr wiederum einen Gegenstand besorgen und manche der Aufträge bestehen tatsächlich einfach nur darin, dass ihr in einer Stadt verschiedene Leute ansprecht. Dafür werdet ihr in eines der verschiedenen Gebiete entsandt, von denen im Laufe des Spiels immer weitere freigeschaltet werden. Die einzelnen Areale sind allesamt schlauchartig und minimalistisch aufgebaut, das Erkunden abseits der Wege ist eigentlich kaum möglich und wenn, dann findet man vielleicht eine vereinzelte Truhe. Ansonsten sind die einzelnen Gebiete hauptsächlich dafür da, den verschiedenen Gegnern einen Platz zu bieten. Hier wäre eindeutig mehr drin gewesen, denn die Spielwelt wirkt so recht lieblos und dahingeklatscht, was übrigens auch auf die Gegnervielfalt zutrifft. Die meisten humanoiden Widersacher, wenn sie denn keine handlungsrelevanten Bösewichte sind, haben oft dasselbe Grafik-Modell, nur in einer anderen Farbe und selbst die Monster kommen später immer häufiger nur in einer anderen Farbgebung vor.


In den meisten Fällen beinhalten eure Aufgaben zumindest einen Kampf. Dann geht es auch ans Eingemachte, was eines der zentralen Spielelemente von Fairy Tail ist. Denn neben den vielen Dialogen, die sich während der Handlung ergeben, werdet ihr einen Großteil eurer Zeit dem Kämpfen widmen. Die Scharmützel spielen sich dabei in ganz klassischer JRPG-Manier: Eure Gruppe steht diversen Gegnern gegenüber und es wird nacheinander angegriffen bzw. Aktionen durchgeführt, ehe eure Feinde an der Reihe sind. Dabei ist das Spielfeld in verschiedene Felder unterteilt und die verschiedenen Attacken eurer Charaktere können eine unterschiedliche Anzahl eben dieser Felder abdecken. So kann Gray mit einer seiner stärkeren Eisattacken einen großflächigen Bereich attackieren, während Erza mit ihren Schwertangriffen meistens nur sehr eingeschränkt agieren kann. Eure einzelnen Attacken haben zudem oft die Chance, einen zusätzlichen Effekt auszulösen oder eure Gegner ein Feld nach vorne oder hinten zu schieben, sodass ihr auch die Möglichkeit habt, eure Widersacher schön in eine Reihe zu schieben und mehrere von ihnen mit einem Angriff zu treffen. All dies erfordert ein gewisses taktisches Maß, denn je mehr Gegner ihr mit einem gut platzierten Angriff erwischen könnt, desto besser. Da es sich bei euren Charakteren ausnahmslos um Magier handelt, sind die einzelnen Zauber auch quasi euer Angriffsstandard. Ihr habt zwar in der Theorie die Möglichkeit, auch einfach nur einen einfachen physischen Angriff zu starten, doch dieser macht so wenig Schaden, dass er sich nur lohnt, um einem Gegner den Gnadenstoß zu verpassen und um so Magiepunkte zu sparen. Letztere sind neben euren Lebenspunkten auch die einzige Ressource, auf die ihr ein Auge werfen müsst, denn die einzelnen magischen Attacken kosten unterschiedlich viel an Magiepunkten. Es wird nicht oft vorkommen, dass diese knapp werden, doch gerade im späteren Verlauf des Spiels gewinnen manche eurer Charaktere sehr mächtige, dafür aber auch immens teure Fähigkeiten, von denen eine einzelne schon die Hälfte eures Magievorrats aufbrauchen kann. Und gerade bei längeren Bosskämpfen solltet ihr auch haushalten, sofern ihr noch nicht in den Erwacht-Zustand übergehen konntet oder einen verheerenden Kettenangriff starten könnt.


Im Verlauf des Spiels schaltet ihr auch ziemlich mächtige Zauber frei.

© Koei Tecmo Games Co., Ltd.

Moment, Erwacht-Zustand? Kettenangriff? Ja, dabei handelt es sich um weitere Spielelemente, die letztendlich kampfentscheidend sein können. Da wären zum einen die Kettenangriffe, welche immer dann ausgelöst werden können, wenn sich ein Kreis im rechten, unteren Teil eures Bildschirms gefüllt hat. Mit einem Druck auf die R-Taste startet der jeweils aktive Charakter einen Angriff und von nun an müsst ihr immer schnell entscheiden, ob der nachfolgende Magier sich an dem Angriff beteiligen und die Kette fortsetzen soll oder sie verfrüht mit einem mächtigen Abschluss-Zauber beendet. Was anfangs noch recht simpel ist, bedarf später einiger Überlegungen, denn ihr erhaltet immer mehr Möglichkeiten, spezielle Angriffe auszuführen, wenn ihr die Kette vorzeitig unterbrecht. Es gilt dann also abzuschätzen, ob es mehr Sinn macht, die restlichen Mitglieder weiter angreifen zu lassen oder ob der einmalige Extra-Schaden das Ganze wett macht. Diese Angriffe sind mitunter so mächtig, dass sie selbst Bosskämpfe recht schnell zu einem Ende bringen können. Daneben gibt es noch den Erwacht-Zustand, den eure Charaktere erreichen können, wenn sie eine gewisse Menge an Schaden erlitten haben. Letztendlich sorgt dieser Zustand dafür, dass ihr etwas mehr Schaden anrichtet und sich ein Teil eurer Lebens- und Magiepunkte zu Beginn einer jeden Runde regeneriert. Die Drachentöter-Magier hingegen haben zusätzlich die Möglichkeit, einen speziellen Drachenmodus zu aktivieren, in dem ihre Attacken noch einmal eine gehörige Portion an zusätzlichen Schaden anrichten. Insgesamt verleihen diese beiden Spielelemente den Kämpfen einiges an Dynamik, wobei sie gleichzeitig dafür sorgen, dass sie mitunter auch zu leicht werden. Ich hatte erst deutlich später im Spiel zum ersten Mal wirklich herausfordernde Kämpfe, bis dahin kam ich meistens ohne größere Probleme voran und selbst Bosskämpfe konnten dank der Kettenangriffe, die sich mitunter auch schnell wieder aufladen, binnen weniger Runden gewonnen werden. Wer also schwierige und extrem herausfordernde Kämpfe erwartet, der wird während der erste Hälfte des Spiels leider enttäuscht.


Dadurch, dass eure Gilde in ihrem Rang aufsteigt, werden im Laufe des Spiels diverse Räumlichkeiten freigeschaltet, die ihr aufwerten und verbessern könnt. Neben dem Anschlagsbrett sind das anfangs noch ein Item-Shop sowie die Möglichkeit, Kristalle herzustellen, die euch passive Boni verleihen. Später kommen weitere Räume dazu, wie zum Beispiel eine Bibliothek, die den Mitgliedern, die ihr nicht in eurer Party habt, einen bestimmten prozentualen Anteil an eurer gewonnenen Erfahrung gibt, eine Bar, deren Drinks euch temporäre Boni auf bestimmte Werte verpassen oder eine Küche, welche die maximale Gesundheit eurer Charaktere erhöht und viele weitere. All diese Räumlichkeiten könnt ihr stufenweise ausbauen und verbessern, wofür ihr jedoch ganz bestimmte Materialien braucht, die ihr in der Welt verstreut finden könnt. Zudem habt ihr noch die Möglichkeit, den Rang eurer Charaktere zu erhöhen, wodurch diese nicht nur verbesserte Kettenangriffe ausführen, sondern auch mehr Kristalle ausrüsten können oder neue Fähigkeiten erhalten. Um die Magier jedoch überhaupt erst aufsteigen lassen zu können, müsst ihr diverse Freundschaftsquests erledigen, die allesamt mit einer kleinen Alltags-Problematik des jeweiligen Helden daherkommen und oft einen eher leichteren und humorvollen Hintergrund haben. Abschließend könnt ihr noch Aufgaben für die Gemeinschaft erledigen, das heißt, für die Bewohner von Fiore. Diese benötigen bestimmte Reagenzien, die sie gegen verschiedene, nützliche Items eintauschen. All diese Dinge sind auch nötig, um die optionalen Gildenziele zu erfüllen, die immer dann aktualisiert werden, wenn eure Gilde einen neuen Oberrang erreicht und die mit mächtigen Gegenständen als Belohnung locken. All dies verpasst Fairy Tail zusätzlich einen gewissen Management-Anteil, der im ersten Moment ziemlich motivierend erscheint, sich jedoch recht früh als pure Grind-Mechanik entpuppt. Die meiste Zeit seid ihr unterwegs, um irgendwelche Gegenstände zu besorgen, die irgendein Monster in einem der bereits besuchten Areale mit sich führt. Und selbst die Freundschaftsquest nutzen sich mit der Zeit ab, da ihr ab einem gewissen Zeitpunkt förmlich davon erschlagen werdet, diese aber gleichzeitig spielerisch nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Während mich die Geschichten rund um die Hauptakteure wenigstens noch inhaltlich motivieren konnten, ist das Interesse spätestens dann erloschen, als selbst der letzte Nebencharakter mit einer mehrstufigen Freundschaftsquest aufwartete und ich immer mehr das Gefühl bekam, dass die Spielzeit hier künstlich noch etwas gestreckt werden sollte. Somit artet das Gilden-Management meiner Meinung nach leider in langweiliger und grindlastiger Arbeit aus – schade.


Die einzelnen Charaktere fallen mitunter ziemlich detailliert aus.

© KOEI TECMO Games

Optisch hinterlässt Fairy Tail einen gemischten Eindruck. Ich hatte ja bereits die recht schmucklosen und weniger schön ausgearbeiteten Umgebungen erwähnt, die sich durch das gesamte Spiel ziehen. Dem gegenüber stehen die sehr schön ausgearbeiteten und wirklich detaillierten Charaktermodelle, die sich durchaus sehen lassen können. Man merkt auch an, dass von grafischer Seite aus der Fokus dort gesetzt wurde, denn in Verbindung mit der eher kargen und schmucklosen Spielwelt stechen die Charaktermodelle ziemlich hervor. Dabei sieht Fairy Tail jedoch nicht schlecht aus, denn auch die Kampf- und Angriffsanimationen können sich sehen lassen, auch wenn das Spiel grafisch nicht an andere Konkurrenten heranreichen kann. Der optische Unterschied macht sich auch in den beiden Modi bemerkbar: Während die Umgebungstexturen im Docked-Modus noch als passabel durchgehen, kann man das im Handheld-Modus nicht mehr behaupten – zumindest die Charaktermodelle können sich auch hier immer noch sehen lassen. Von der Bildrate und der allgemeinen Performance her macht das Spiel allerdings einen guten Eindruck, es kam während meiner Testphase zu keinerlei Rucklern oder Hängern. Einzig die Ladezeiten waren mitunter etwas lang, da hilft dann auch nicht die nette Spielerei, dass man mit der Katze Happy die „Loading“-Buchstaben durch die Luft schlagen kann.


Wie auch beim Anime kann die Spieladaption von Fairy Tail mit einem tollen Soundtrack punkten. Die mittelalterlich-rockigen Töne während der Kämpfe drücken die Kampflust in die Höhe und auch allgemein weiß die musikalische Untermalung zu gefallen. Selbiges gilt für die Sprachausgabe, denn man konnte auf die originale Besetzung aus dem Anime zurückgreifen. Und hier kommt auch der nächste Wermutstropfen für alle, die auf eine deutsche Lokalisation gehofft haben: Fairy Tail gibt es nur im japanischen O-Ton mit englischen oder französischen Untertiteln – deutsche Fans gehen leider leer aus.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Florian McHugh

Mit Fairy Tail haben die Entwickler KOEI TECMO Games und Gust ein solides JRPG abgeliefert, dass Fans des Animes und Mangas sicher gefallen dürfte. Neben der Standardkost, die man in den meisten Spielen dieses Genres schon als gegeben ansehen darf, wartet Fairy Tail noch mit einigen interessanten Kampfmechaniken sowie einem Gilden-System auf, das etwas Abwechslung ins Spiel bringt. Doch gerade Letzteres entpuppt sich im Laufe des Spiels als eine ziemlich zeitfressende Grindmechanik, die jedoch allen, die die Zeit darin investieren wollen, auch handfeste Vorteile bringt. Die Handlung orientiert sich an drei verschiedenen Storybögen des Animes, bringt jedoch auch einige frische Geschichten mit sich – sodass auch Serienveteranen nicht nur in komplett vertrautem Terrain unterwegs sind. Das hat seine Vor- und Nachteile, als dass Neulinge trotz allem behutsam in die Welt eingeführt werden, ohne den kompletten Überblick zu verlieren, all diejenigen jedoch, die mehr wollen als beliebte Ereignisse des Animes nachzuspielen, vielleicht etwas ernüchtert zurücklässt. Die Kämpfe an sich fallen anfangs noch etwas leicht aus und ziehen erst ab Mitte der Handlung spürbar an, können jedoch dank der Kettenangriffsmechanik sowie den verschiedenen Gruppenmitgliedern durchaus mit einer taktischen Note aufwarten. Untermalt wird das Ganze zudem mit einem Soundtrack, der noch lange in den Ohren nachhallt und den japanischen Synchronsprechern aus dem Anime, die eine tadellose Arbeit abliefern. Eine deutsche Lokalisierung gibt es leider nicht, die Texte wurden nur ins Englische übersetzt. Fairy Tail ist also ein JRPG mit seinen Ecken und Kanten, das aber durchaus Spaß macht und euch mehrere Stunden an den Schirm eurer Nintendo Switch fesseln kann. Fans der Vorlage werden sicher etwas mehr Spaß und deutlich mehr Aha-Momente haben, doch selbst all diejenigen, die nicht mit dem Manga oder dem Anime vertraut sind, werden ihr Vergnügen finden.
Mein persönliches Highlight: Die einzigartigen Magier der Gilde sowie der typische Anime-Humor.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet

Kommentare 13

  • Draces

    Geistiges Eigentum

    "Von der Bildrate und der allgemeinen Performance her macht das Spiel allerdings einen guten Eindruck, es kam während meiner Testphase zu keinerlei Rucklern oder Hängern."


    Kann mir keiner erzählen, dass (stabile) 20fps in Cutscenes und starke Framedrops in Kämpfen einem gefallen. Selbst die Overworld kann gröstenteils keine 30fps halten. Selbst einfache Texteinblendungen ruckeln. Für mich technisch eine Katastrophe auf der Switch. Da läuft ja Attack on Titan flüssiger.



  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Draces Ich kann nur darüber schreiben, wie es bei mir war. Und selbst größere und längere Kampfanimationen haben bei mir nicht geruckelt, auch nicht im Handheld Modus, mit dem ich einen Großteil des Spiels verbracht habe. Einzig die echt langen Ladezeiten sind mir dahingehend enorm aufgefallen.

  • Holzkerbe

    sammelt <3 in moon

    Zunächst mal vielen dank für den ausführlichen und sehr informativen Test :thumbup:
    Ich kannte Fairy Tail bislang noch nicht, bei der Recherche eben konnte ich aber online keine legale Quelle finden, wo ich mir den Anime ansehen könnte. Kann mir da wer einen Tipp geben, wo ich da mal reinschnuppern könnte?

  • Sorainthy

    Turmritter

    Holzkerbe

    Klar keine Legale Quelle.


    Sei wenigstens ehrlich: „Keine Legale kostenlose Quelle“ und damit hat sich die Unterstützung schon erledigt.


    Kostenpflichtige Quelle samt kostenloser erster Folge ist nämlich durchaus legal verfügbar.

  • Holzkerbe

    sammelt <3 in moon

    Sorainthy Ich weiß ja nicht, was du mir da gerade unterstellst, aber ich nutze tatsächlich ausschließlich legale Quellen. Bin seit 2014 Netflix-Abonnent, außerdem haben wir Amazon Prime, Disney+ und Apple TV+ :P

    Konnte Fairy Tail nirgends finden. Crunchyroll scheint was dazu zu haben, da steht auf der Webseite aber "Nicht in deiner Region verfügbar".


    Also beim nächsten mal schreibst du bitte etwas hilfreiches in Bezug auf meine Frage oder lässt es einfach gut sein. Danke.

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Holzkerbe Anime on Demand sollte einzelne Folgen oder ein monatiges Abo zur Verfügung haben. Die erste Folge ist zudem kostenlos.


    https://www.anime-on-demand.de/anime/258

  • HAL 9000

    Mobbingbeauftragter

    Holzkerbe


    Wie hier erwähnt hat Anime On Demand alle bisherigen Deutschen Folgen (müssten um die 190 sein) im Angebot.


    Ich meine, die haben ein Probeabo, wenn auch nur einige Tage. Reicht um reinzuschnuppern, wenn es gefällt ist AoD beim Abo auch recht günstig. Leider haben die 0 Apps für irgendwelche Plattformen, die laufen nur im Browser.


    Das geht zwar z.B. auch mit Browsern auf irgendwelchen Geräten wie dem FireTV, ist aber sehr hakelig und unschön. Daher abonniere ich das auch max 1 bis 2 mal im Jahr für nen Monat und suchte kurz alles was ich sehen will am PC oder Tablet durch und melde mich wieder ab, hätten die endlich ne brauchbare App auf dem Fire TV hätte ich ja auch da ein Dauer-Abo.


    Edit: Wenn du gerne Mangas ließt, kauf dir die. Ist viel entspannter. :D

  • Holzkerbe

    sammelt <3 in moon

    Florian McHugh HAL 9000

    Danke für die Infos, werd mal direkt reinschauen :)

  • Trungel

    Turmritter

    Holzkerbe Also um bis zur Story vom Spiel zukommen muss man "nur" bis einschließlich Folge 122 anschauen oder den Manga bis Volume 30/Chapter 253. Theoretisch fängt das Tutorial mit Episode 117/Volume 29 Chapter 243 an, aber zum besseren Verstehen lohnt es sich den Arc zuende zuschauen/lesen. Soweit ich gesehen habe scheint der englischsprachige Manga bei Crunchyroll im Premium genau bis einschließlich Volume 30 enthalten zusein.


    Hab heute morgen Volume 30 fertig gelesen und dann mal angefangen mit dem Spiel. Hatte die Mangas noch aus einem Humble Bundle vom März. Was mich aber dann doch etwas stört, ist dass sie beei der Lokalisation sich nicht an den vorhandenen englischen Benennungen gehalten haben. Aus dem im engl. verwendeten Namen einer Figur Cana wurde Kanna. Wäre es wenigstens Kana wie es auch eigentlich vom japanischen her richtig wäre, ok, aber dann nochmal falsch zu übersetzen...


    Da ich noch nicht soweit gespielt habe, kann ich auch noch nicht wirklich sagen in wieweit es besser ist, wenn man die ganze Backstory schon kennt oder wie einsteigerfreundlich die Story ist.


    Leider halt insgesamt ein typischen Koei Tecmo Game (Zu hoher Preis, Boden/Hintergründe etc. schlecht, technisch naja, Lokalisierung nur das nötigste Minimum und zuerwarten: massig teure DLCs und eigentlich nie gute Angebote der digitalen Version). Zumindest wie es mit DLCs aussehen wird, hab ich bisher noch nicht nachgeschaut.

  • Ziz_

    Champignon der Dunkelheit

    Zitat

    Einzig die Ladezeiten waren mitunter etwas lang, da hilft dann auch nicht die nette Spielerei, dass man mit der Katze Happy die „Loading“-Buchstaben durch die Luft schlagen kann.

    Exceed. Happy ist ein Exceed, keine Katze! 8o Und als großer Happy-Fan freue ich mich auf das Feature. :D


    Aber ernsthaft zum Test: Klingt mittelmäßig. Also schon spaßig und für einen Lizenztitel wahrscheinlich gar nicht schlecht, aber da wäre so viel mehr möglich gewesen. Und dann dieser DLC Mist, der sich gerade ankündigt. :(


    Naja, ich bin immer noch ein bisschen gehyped – und freu mich auf Zweisamkeit mit Happy auf dem Ladebildschirm – aber entweder schlag ich mal gebraucht zu oder warte auf nen Angebot im eShop. Dazu habe ich zu viel Zeug offen als dass ich da 60€ rauspulvern muss. X/

  • Draces

    Geistiges Eigentum

    Gust/TK's Preispolitik in Sachen DLC/Season Pass wird sich auch nach Jahren nie ändern. Immer wieder für einen Lacher gut :dk: Der Inhalt ist auch Meh~

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Exceed. Happy ist ein Exceed, keine Katze!

    Soweit war ich beim Anime noch nicht, dass das thematisiert wurde. Schande über mich!

  • Ziz_

    Champignon der Dunkelheit

    Soweit war ich beim Anime noch nicht, dass das thematisiert wurde. Schande über mich!

    Oh Nein! Hab ich Idiot gespoilert. Vergiss es! Happy ist eine Katze mit Flügeln. Hier gibt es nichts zu sehen! Niemand hat die Absicht nach Edolas zu reisen.