Hier unten hört niemand deine Schmerzensschreie ...

Mein Atem ringt schwer, als ich durch die düsteren Gänge des Verlieses renne, meine Lunge scheint in Flammen aufzugehen und jeder Atemzug ist eine kleine Qual, aber stehenzubleiben ist keine Alternative. Hinter mir ertönen die teils schlurfenden, teils schweren Schritte, die durch den Gang entlang hallen und sich so anhören, als ob mir eine kleine Armee auf den Fersen wäre und vielleicht ist sie das auch, ich habe mich bisher nicht noch einmal umgedreht. Fakt ist aber: Meine Feinde kommen näher und ich bin nicht schnell genug, ihnen auf Dauer zu entkommen. Ich biege um eine Ecke und muss meinen Lauf plötzlich abbremsen, denn vor mir stoßen mehrere Metalspitzen durch eine Bodenplatte, die sich nach einer Weile wieder einziehen – Na prima, eine Falle, DAS hat mir jetzt gerade noch gefehlt. Ich betrachte das Muster der Platte, präge es mir ein und mache einen Schritt vor, weiche den tödlichen Spitzen aus und tänzel zur anderen Seite, als dann auch meine Verfolger um die Ecke kommen. Im Gegensatz zu mir können sie gar nicht ermüden, denn sie sind allesamt untot – Skelette, Zombies und andere Abnormitäten, die sich nun klackernd und stöhnend auf mich zubewegen. Doch die hirnlosen lebenden Toten scheinen das Konzept von Bodenfallen nicht zu verstehen, denn bevor die ersten mich erreichen können, werden sie aufgespießt und endgültig ins Jenseits befördert. Doch es bleiben noch genug über und so zücke ich meine beiden Dolche und bereite mich auf den unvermeidlichen Angriff vor. Parade, zustechen, ich verfalle wie in einen Rausch und nutze all meine Kenntnisse und das bisschen Magie, das mir zur Verfügung steht, um die Angreifer abzuwehren. Und siehe da: es scheint zu gelingen! Die Angreifer werden immer weniger, triumphierend mache ich noch einen Satz nach hinten, um einem Schwerthieb auszuweichen, als es unter mir metallisch klickt. Es bleibt mir gerade noch genug Zeit, in Richtung Boden zu blicken, die dutzend Löcher, die sich darin befinden, zu bemerken und zu fluchen, da stoßen die schweren und tödlichen Metallspitzen durch meinen Körper und hauchen mir den Lebensfunken aus. Das nächste Mal …


Vom Scheitern und Aufbauen - ein Rogue-like mit Extras


Zugegeben, wären wir nun selbst in einer solchen Lage, würden wir wahrscheinlich nicht an „nächstes Mal“ denken, doch unseren Helden in Heroes of Hammerwatch: Ultimate Edition geht es da zum Glück etwas anders. Denn die Recken erwachen im Falle ihres Ablebens wieder zum Leben und wagen einen erneuten Versuch, die gefährlichen Verliese und Gemäuer zu erforschen. Doch kommen wir erst einmal zu der Frage, worum es sich bei diesem Titel handelt. Bei Heroes of Hammerwatch handelt es sich um ein ganz klassisches Rogue-like, in dem es euer Ziel ist, in der Rolle eines namenlosen Helden in einer Fantasywelt den namensgebenden Turm zu besteigen, der vom Bösen heimgesucht wurde. Dabei werdet ihr, wie für das Genre üblich, eine Vielzahl an Bildschirmtoden erfahren und das Spiel immer wieder von vorne beginnen, wobei ihr im Idealfall mit jedem Durchlauf neue Fertigkeiten freischaltet, euch besser ausrüstet oder einfach gelernt habt, wie ihr mit bestimmten Gegnern, Fallen oder sonstigen Besonderheiten umzugehen habt. Storytechnisch reißt der Titel keine Bäume aus, das ist aber gerade in diesem Genre nichts ungewöhnliches, denn hier wird der Fokus eindeutig auf die Spielmechaniken und die verschiedenen Durchgänge gelegt. Anders als bei mancher Genre-Konkurrenz wie Binding of Isaac oder Neon Abyss, geht Heroes of Hammerwatch etwas anders an die repetitiven Dungeon-Metzeleien heran. Bevor ihr euch nämlich ins Getümmel stürzen könnt, müsst ihr euch eine von neun verschieden Klassen auswählen, von denen anfangs noch nicht alle freigeschaltet sind. Dazu zählen unter anderem die klassischen Fantasy-Stereotypen wie der Paladin, der ein Bollwerk im Nahkampf darstellt, den Ranger, der seine Feinde mithilfe seines Bogens aus der Ferne aufs Korn nimmt oder dem Thief, der mit zwei Dolchen bewaffnet ist und mit seinen Attacken feindliche Geschosse abwehren kann. Zudem gibt es noch ein paar spielerische Exoten wie den Warlock, der mit seinen magischen Nahkampfangriffen sein Leben und Mana auffrischen sowie Monster beschwören kann, den Priester, der andere Gruppenmitglieder heilen kann – was besonders im Multiplayer ein Segen ist – oder der Witch Hunter, der dem üblen Schergen mit seiner Armbrust und seinen Bomben an die Gurgel geht. Habt ihr euch für eine Klasse entschieden, startet ihr gleich in einem kleinen Stützpunkt der Heldengilde. Dieser blühte einst vor lauter Leben, wurde dann aber fallen gelassen. Nun liegt es an euch, das Areal wieder zu befestigen und die einzelnen Gebäude neu zu errichten, was zeitgleich auch den spielerischen Kniff von Heroes of Hammerwatch darstellt.


Nach und nach wächst euer Gildengelände.

© BlitWorks

Denn anstatt bei jedem neuen Anlauf komplett bei Null zu beginnen, könnt ihr mithilfe von Gold und Erzen, die ihr in den einzelnen Verliesen und Minenschächten findet, euer Gildengelände Stück für Stück ausbauen und dadurch Boni und Fertigkeiten freischalten, die euch bei jedem Durchlauf von Beginn an zur Verfügung stehen. Errichtet ihr zum Beispiel eine Schmiede und verbessert diese Stück für Stück, könnt ihr fortan Upgrades für eure Waffen, Rüstung sowie eure kritische Trefferchancen und das Lauftempo erwerben. Oder ihr investiert eure Ressourcen lieber in den örtlichen Heldentrainer, der fortan eure Fertigkeiten verbessert und euch auch den einen oder anderen neuen Kniff beibringt – ein entsprechend hohes Level vorausgesetzt. Damit ihr in den dunklen Gewölben nicht vorschnell das Zeitliche segnet, könnt ihr außerdem einen Apotheker einstellen, der euch je nach Ausbaustufe bessere und effektivere Tränke anbietet oder ihr wollt euren Fokus auf bestimmte Aspekte des Spiels setzen und euer Geld auf den Kopf hauen? Dann bietet sich eine Taverne an, wo ihr an Glücksspielen teilnehmen könnt und die Möglichkeit habt, bestimmte Getränke zu euch zu nehmen, die euch passive Boni und Mali verpassen, wie zum Beispiel den Umstand, dass ihr 100 % mehr Erz erhaltet, wenn ihr auf euren Abenteuern auf einen Erzbrocken stoßt – der Nachteil daran? Ihr erhaltet dafür kaum noch Gold. Daneben gibt es noch einige andere Gebäude wie einen Händler, der euch temporäre Items für euer jeweils aktuelles Abenteuer verkauft oder eine Kirche, oder, oder, oder ... Die Gebäude, in die ihr investieren könnt, sind vielfältig, aber nicht erschlagend. So werdet ihr jedoch bereits relativ früh dazu gezwungen, sehr genau abzuwägen, worin ihr eure spärlichen Ressourcen investiert. Auf diese Art und Weise gelingt es Heroes of Hammerwatch etwas, das frustrierende Element des totalen Zufalls auszuklammern, denn egal wie viel Pech ihr letztendlich bei der zufälligen Generierung der Level habt, ihr könnt euch immer darauf verlassen, dass ihr mit gewissen Vorteilen in die Dungeons geht und so auch spürbar mächtiger werdet, je länger ihr spielt. Das sorgt für eine ungemein steil ansteigende Motivationskurve, die ich in diesem Ausmaß persönlich selten in einem Rogue-like erleben durfte.


Doch ganz zu Beginn besitzt ihr weder Erz noch Gold, also müsst ihr euch wohl oder Übel ohne irgendwelche Hilfen ins Ungewisse wagen. Das Spiel hat einen festen Aufbau und ist teilweise auch linear aufgebaut. Ihr startet in den Minen des Turms und müsst euch Stück für Stück zu dessen Spitze durchschlagen. Jedes Gebiet umfasst dabei drei Level, ehe ihr euch einem Bossgegner stellen müsst. Die einzelnen Level sind prozedural generiert, unterscheiden sich aber im Aufbau nur marginal und weisen immer mehrere Räume auf, mit Gegnern, Fallen, Schätzen oder auch mal mit Wasser-Quellen, an denen ihr eure Heiltränke auffüllen oder Händlern, bei denen ihr euer sauer verdientes Geld für temporäre Ausrüstung ausgeben könnt. Zudem gibt es immer wieder sogenannte Lastenzüge, die ein weiteres spezielles Spielelement darstellen. An diesen Aufzügen könnt ihr nämlich all euer bisher verdientes und gesammeltes Erz und Gold zu eurem Gildengelände schicken, wodurch es dann sicher ist und auch nach eurem Ableben verbleibt. Denn in Heroes of Hammerwatch endet das Spiel entweder damit, dass ihr die Turmspitze erklimmt oder ihr sterbt, eine Rückkehr in euer Hauptquartier ist nicht möglich. Damit ihr nun aber nicht komplett sorglos jeden noch so kleinen Betrag sichert, haben sich die Entwickler zwei Kniffe ausgedacht: Zum einen kostet euch das Zurückschicken von Gold einen gewissen prozentualen Betrag an Steuern, zum anderen könnt ihr den Lastenaufzug nur ein einziges Mal pro Level verwenden. Das hat in meinem Fall dazu geführt, dass ich oft mit mir haderte, ob ich nun meine drei Erz zurückschicke oder den aktuellen Level lieber erst noch fertig erkunde, ob ich nicht noch mehr finde – nur um dann zu sterben und alles auf einmal zu verlieren. Auf der anderen Seite kann ein zu sicheres Spielen dazu führen, dass man zu wenig Gold und Erz hochschickt und auf der nächsten Ebene plötzlich feststellt, dass hier kein Aufzug vorhanden ist und man nun definitiv überleben sollte, um wiederum nicht alles auf einmal zu verlieren. Hier will taktisch überlegt werden und gerade in neuen Gebieten, die man noch nicht kennt, empfiehlt es sich oft, eher vorsichtig vorzugehen.


Solche Gegnermassen sind keine Seltenheit, stellen später aber keine große Gefahr dar.

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Nachdem wir nun geklärt haben, wie sich Heroes of Hammerwatch von der Konkurrenz abhebt, werfen wir einmal einen Blick auf die eigentlichen Spielmechaniken, um die sich letztendlich dann doch alles dreht. Ihr steuert euren Helden aus der Vogelperspektive durch die verschiedenen Räume eines jeden Dungeon. Dabei stehen euch anfangs zwei Attacken zur Verfügung, ein Primärangriff sowie eine Fertigkeit, deren Einsatz jedoch Mana kostet, quasi die einzige Ressource, die ihr neben eurer Lebensenergie verlieren könnt. Im Laufe des Spiels könnt ihr noch zusätzliche aktive sowie passive Fertigkeiten erlernen. Je nach gewählter Klasse fallen die Kämpfe gegen die Schergen des Bösen gerade anfangs unterschiedlich schwer aus; wer sich für eine eher herausfordernde Klasse wie den Warlock entscheidet, wird wahrscheinlich öfter das Zeitliche segnen als all diejenigen, die den Ranger wählen und die Feinde aus sicherer Entfernung attackieren. Dieses Prinzip dreht sich dann im Verlauf des Spiels, wenn man als Fernkämpfer selbst immer häufiger Fernangriffen ausweichen und gleichzeitig Nahkämpfer abwehren muss, während die anfänglich schwachen Klassen mit mächtiger Magie oder Spezialfertigkeiten um sich werfen. Doch ganz gleich, mit welcher Klasse ihr beginnt, ihr werdet zu Beginn sehr häufig das zeitliche segnen, denn das Spiel bombardiert euch mit Gegnern. In keinem anderen Rogue-like musste ich mich mit solchen Massen an Feinden konfrontiert sehen wie bei Heroes of Hammerwatch und auch wenn viele der Monster und Untoten kaum etwas aushalten, kann es anfangs einfach nur die schiere Menge an Gegnern sein, die euer Ende bedeutet. Dabei bleibt das Spiel mit der Art von Feinden dem Genre an sich treu, denn abseits der typischen Nah- und Fernkämpfer finden sich nur vereinzelt ein paar Exoten, die zum Beispiel die übrigen Monster um sich herum verstärken oder als Geister durch Wände schweben. Neben den Monstern machen euch noch die erwähnten Fallen das Leben schwer, denn die eingangs beschriebene Situation fand so tatsächlich auch in einem meiner Durchläufe statt.


Die einzelnen Level sind immer wieder gespickt von tödlichen Bodenplatten, Schussvorrichtungen oder herabfallenden Trümmerstücken, die euch gerade anfangs massiven Schaden zufügen können. Manche Räume im Spiel sind speziell designte Fallenräume, an deren Ende euch eine Schatztruhe erwartet. Um diese jedoch erst einmal zu erreichen, müsst ihr teils ziemlich geschickt mit eurem Helden manövrieren können und euch zudem oft verschiedene Bewegungsmuster der einzelnen Fallen einprägen. Gelegentlich findet ihr auch Rätselräume vor, die mit typischen Schalter- und Logikrätseln aufwarten und das etwas hektische Spielprinzip etwas entschleunigen. Es lohnt sich jedoch fast immer, sich die Zeit zu nehmen und das Risiko einzugehen, diese speziellen Herausforderungen zu meistern, denn die Schatztruhen enthalten neben Diamanten oder Erz oft spezielle Ausrüstung, die euch passive Boni – wie zum Beispiel mehr Schaden, eine höhere Ausweichrate oder zusätzlichen magischen oder physischen Schaden – verleihen. Diese Ausrüstung verliert ihr zwar bei eurem Ableben, sie kann euch aber eine ziemlich große Hilfe sein, wenn es darum geht, immer weiter voranzukommen. Nach jeweils drei Level eines Gebietes trefft ihr zudem immer auf einen Bossgegner. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenztiteln ist dieser immer fest vorgegeben und variiert nicht. Jeder der Oberbösewichte wartet dabei mit unterschiedlichen Taktiken auf, die jedoch allesamt schnell erlernbar sind – was nicht bedeutet, dass ihr beim ersten Anlauf wahrscheinlich doch das Zeitliche segnen werdet. Während ihr euch den Turm immer weiter hinaufarbeitet, erhaltet ihr nach und nach immer mehr Erfahrungspunkte. Habt ihr genug erreicht, steigt euer Charakter im Level auf und erhält eine gewisse Anzahl an Sternen, die ihr später in der Gilde beim Heldentrainer für neue Fertigkeiten austauschen könnt. Der Clou dabei: Euer Sterne-, Erz- und Goldkonto wird nicht für jeden Helden separat gespeichert, sondern unter allen aufgeteilt. Das führt dazu, dass ihr zum Beispiel euren Lieblingshelden, durch das anfangs schnellere Aufleveln von Zweit- oder Dritthelden, schneller spezialisieren könnt oder neu erstellte Charaktere mit einem gut gefüllten Goldkonto schon von Beginn an etwas boosten könnt. Dies führt vor allem dazu, dass die Hemmschwelle, eine neue Klasse auszuprobieren, anfangs gesenkt wird, weil man nicht gänzlich bei Null beginnen muss und ständig sofort das Zeitliche segnet.


Im Koop-Modus macht das Spiel umso mehr Spaß.

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Der heimliche Star des Spiels ist jedoch der kooperative Mehrspielermodus. Darin könnt ihr euch mit einigen Spielern entweder im lokalen LAN mit mehreren Nintendo Switch-Konsolen oder per Online-Modus zusammen aufmachen, um den Turm zu erklimmen. Dabei gelten dieselben Regeln wie auch im Einzelspielermodus, bis auf die Tatsache, dass euer Gold- und Erzkonto gemeinsam geführt wird, ihr müsst euch also nicht darum sorgen, dass für euch nichts abfällt. Verliert ein Spieler seine Lebenspunkte, ist das Spiel für ihn jedoch noch nicht komplett verloren: Eure Mitstreiter können euch wiederbeleben und ihre Seele mit eurer verknüpfen. Der Nachteil daran? Wenn der Spieler, der euch wiederbelebt hat, selbst stirbt, wird der wiederbelebte Held automatisch ebenfalls ins Jenseits befördert. Das führte in unseren Testpartien dazu, dass eine ziemlich interessante Dynamik entstand und man umso mehr aufeinander aufpassen musste. Die Mehrspielerpartien machen unglaublich Spaß und motivieren ziemlich, vor allem unter der Prämisse, dass ihr euer gesammeltes Erz auch mit in eure Einzelspielerpartien nehmen könnt. Davon ab bietet Heroes of Hammerwatch euch auch inhaltlich einiges, denn bei der Nintendo Switch-Version handelt es sich um die Ultimate Edition, die neben dem Witchhunter als zusätzlicher Klasse noch zwei weitere Gebiete in Petto hat, die sich vor allem an erfahrenere Helden richtet, sowie einen Arena-Modus, bei dem ihr euch gegen mehrere Gegnerhorden behaupten müsst, bei Erfolg jedoch auch satte Belohnungen einstreichen könnt.


Optisch macht Heroes of Hammerwatch leider nicht allzu viel her. Selbst unter dem Gesichtspunkt, dass wir es hier mit einem Spiel in Pixel-Look zu tun haben, ist der Titel keine Schönheit. Das zeigt sich bereits zu Beginn bei der Charaktergenerierung, wo man theoretisch diverse Details an seiner Spielfigur individualisieren kann, diese aber optisch im Spiel so gar nicht erkennbar sind. Im Allgemeinen wirkt die Präsentation recht winzig und man braucht etwas Eingewöhnungszeit, ehe man tatsächlich alles auf dem Bildschirm erkennt – wer dazu noch auf einer Nintendo Switch Lite spielen sollte, wird es doppelt schwer haben. Davon ab ist die Grafik zweckdienlich und verlangt der Nintendo Switch keine große Leistung ab, was bedeutet, dass das Spiel durchgehend flüssig lief und die Bildrate konstant stabil blieb. Die Steuerung ist etwas gewöhnungsbedürftig, gerade das Zielen mit dem rechten Analogstick gestaltet sich in besonders hektischen Momenten anfangs noch zu einer kleinen Glückssache, nach kurzer Zeit hat man jedoch den Dreh raus und kann präzise agieren. Die musikalische Untermalung kommt mit guten Fantasy-Stücken daher, die sich leider recht schnell wiederholen, da jedes Gebiet nur ein einziges Musikstück umfasst. In meinem Fall war das ganze jedoch nicht so schlimm, sodass ich die Musik deaktivieren musste, was wiederum für den Komponisten spricht. Bugs hatte ich kaum welche, einzig, wenn man während eines Ladevorgangs per Home-Button ins Switch Menü springt, kann es passieren, dass das Spiel abstürzt. Davon ab ergaben sich keinerlei Probleme. Das Spiel wurde nicht ins deutsche lokalisiert, was jedoch verschmerzbar ist, da die Dialoge vernachlässigbar sind und die Itembeschreibungen auch mit sehr rudimentären Englischkenntnissen zu verstehen sind.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Florian McHugh

Ich hätte es ja nicht gedacht, aber Heroes of Hammerwatch: Ultimate Edition hat doch tatsächlich das Zeug dazu, zu meinem neuen top Rogue-like zu werden. Während die Kernelemente des Gameplays dem Genre treu bleiben, stellt das System, dass ihr euer Gildengelände Stück für Stück aufbauen und -rüsten könnt, eine erfrischende Neuerung dar, die mich langfristig ziemlich motivieren konnte. Denn die Jagd nach Erz und Gold, um neue Gebäude zu bauen und alte zu verbessern, ist ungemein antreibend und bietet gleichzeitig auch die Möglichkeit, eure Helden dauerhaft zu verstärken, sodass ihr euch Stück für Stück besser auf zukünftige Durchgänge vorbereiten und ausrüsten könnt. Das ist auch bitter nötig, denn das Spiel schenkt euch nichts, wenn es euch Massen an Feinden entgegenschleudert und diverse Fallen all euer Geschick fordern. Da verzeihe ich den Entwicklern auch, dass die einzelnen Level sich doch einmal wiederholen und das Spiel auch optisch keinen Preis gewinnen wird. Die absolute Krönung stellt jedoch der mehr als gelungene Mehrspielermodus dar, in dem ihr mit mehreren Helden auf die Monsterhatz gehen könnt und euer Können beweist. Wer dem Genre nicht völlig abgetan ist und nach motivierendem Futter sucht, der kann hier bedenkenlos zugreifen, denn Heroes of Hammerwatch: Ultimate Edition spricht sowohl Genreprofis als auch Neulinge gleichermaßen an.
Mein persönliches Highlight: Der Koop-Modus sowie das Ausbauen meiner Gilde.

Awards

Spiele-Hit Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

2 User haben bereits bewertet

Kommentare 11

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Danke für den Test! Klingt super! :)

  • StormRider49010

    Turmritter

    Klingt wirklich sehr gut! :-) Was ist der Unterschied zum normalen Hammerwatch?

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    StormRider49010 Die Ultimate Edition enthält die bisher erschienen DLCs, falls du das meinst

  • Rob64

    何か

    " Spielern entweder im lokalen LAN mit mehreren Nintendo Switch-Konsolen oder per Online-Modus zusammen aufmachen, um den Turm zu erklimmen." - Bedeutet KEIN lokaler Multiplayer, nur LAN? Also 2 Konsolen, 2x das Spiel?


    Wenn ja / dropped. Auf Steam spielen wir das immer mal wieder sowohl online, als auch an einem PC mit kabel im großen TV. Vielleicht ist es im Review hier aber auch nur missverständlich ausgedrückt?

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Rob64 Ne, du hast das richtig verstanden. Entweder online ODER mit mehreren Switches in einem LAN. Leider kein lokaler Multiplayer

  • StormRider49010

    Turmritter

    " Spielern entweder im lokalen LAN mit mehreren Nintendo Switch-Konsolen oder per Online-Modus zusammen aufmachen, um den Turm zu erklimmen." - Bedeutet KEIN lokaler Multiplayer, nur LAN? Also 2 Konsolen, 2x das Spiel?


    Wenn ja / dropped. Auf Steam spielen wir das immer mal wieder sowohl online, als auch an einem PC mit kabel im großen TV. Vielleicht ist es im Review hier aber auch nur missverständlich ausgedrückt?

    Also beim "normalen" Hammerwatch, können 4 Spieler an einer Konsole zocken, also Couch-Coop!

    https://www.co-optimus.com/gam…o-switch/hammerwatch.html


    Bei der Ultimate Edition laut Co-Optimus, scheinbar nicht, oder es fehlt der Eintrag...Das wäre aber ultra seltsam und fatal, wenn der couch coop fehlen würde!!!


    https://www.co-optimus.com/gam…tch-ultimate-edition.html


    Rob64 Ne, du hast das richtig verstanden. Entweder online ODER mit mehreren Switches in einem LAN. Leider kein lokaler Multiplayer

    Unfassbar, ein riesengroßer Schritt in die falsche Richtung, zumal die normale Version das ja alles bietet...:diddy:

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Ich habe gerade noch einmal das Spiel gestartet und es gibt den Online Modus sowie den lokalen Modus, bei dem aber keine zwei Spieler an einer Konsole spielen können, man kann nicht einmal zwei Controller gleichzeitig anmelden. Sollte ich mich also nicht wie der hinterletzte Mensch angestellt haben, bietet die Ultimate Edition tatsächlich keinen Couch-Koop - nur Online oder im Netzwerk.


    Ich habe die Entwickler diesbezüglich mal kontaktiert und nachgefragt. Ich gebe mal ein Update wenn ich eine Antwort erhalten habe :)

  • StormRider49010

    Turmritter

    Ich habe gerade noch einmal das Spiel gestartet und es gibt den Online Modus sowie den lokalen Modus, bei dem aber keine zwei Spieler an einer Konsole spielen können, man kann nicht einmal zwei Controller gleichzeitig anmelden. Sollte ich mich also nicht wie der hinterletzte Mensch angestellt haben, bietet die Ultimate Edition tatsächlich keinen Couch-Koop - nur Online oder im Netzwerk.


    Ich habe die Entwickler diesbezüglich mal kontaktiert und nachgefragt. Ich gebe mal ein Update wenn ich eine Antwort erhalten habe :)

    Super, danke für deine Mühe!:thx: Ich bin gespannt!

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Vielleicht würde der Modus einfach vergessen? :ugly:


    Hoffentlich wirklich nur ein Fehler. Wäre sehr schade, wenn es keinen lokalen Mehrspielermodus geben würde.

  • Florian McHugh

    Tellerrandwäscher

    Der Entwickler hat nun schriftlich bestätigt, dass es in Heroes of Hammerwatch vorerst keinen Couch-Koop geben wird, man wird aber beobachten, ob und wie sehr das Interesse und Verlangen an solch einem Modus vorhanden ist. Das "normale" Hammerwatch ist auch nicht identisch mit Heroes of Hammerwatch, sondern stellt quasi den Vorgänger dar.


    Also wenn das entsprechende Interesse da ist, lasst es die Entwickler wissen, in naher Zukunft sollte jedoch nicht darauf gehofft werden. Es muss also mit dem Online- oder Lan-Modus vorlieb genommen werden, die aber beide auch ziemlich viel Spielspaß garantieren.

  • StormRider49010

    Turmritter

    Der Entwickler hat nun schriftlich bestätigt, dass es in Heroes of Hammerwatch vorerst keinen Couch-Koop geben wird, man wird aber beobachten, ob und wie sehr das Interesse und Verlangen an solch einem Modus vorhanden ist. Das "normale" Hammerwatch ist auch nicht identisch mit Heroes of Hammerwatch, sondern stellt quasi den Vorgänger dar.


    Also wenn das entsprechende Interesse da ist, lasst es die Entwickler wissen, in naher Zukunft sollte jedoch nicht darauf gehofft werden. Es muss also mit dem Online- oder Lan-Modus vorlieb genommen werden, die aber beide auch ziemlich viel Spielspaß garantieren.

    Danke für die Info. Echt schwach von den Entwicklern! :-/ Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!