Das DLC-Paket im Test

Bis September 2020 wird Cadence of Hyrule: Crypt of the NecroDancer um drei kostenpflichtige DLC-Inhalte bereichert. In diesem DLC-Test wollen wir auf die einzelnen Pakete, die entweder im Season-Pass für einen Preis von 14,99 € oder einzeln zum Preis von 5,99 € erworben werden können, eingehen und schauen, ob sich der Kauf lohnt.


DLC-Paket 1: Charakter-Paket


Das DLC-Paket 1 kommt mit insgesamt fünf neuen Charakteren daher. So könnt ihr nach dem Kauf in die Rollen von Impa, Aria, Schatten-Link, Schatten-Zelda und Frederick schlüpfen. Als mögliche Spielmodi stehen euch hierzu der 1-Charakter-Modus, der Labyrinth-Modus und der Alle-Charaktere-Modus zur Verfügung. In ersterem gilt es, das Abenteuer mit nur einem einzigen der Charaktere zu spielen. Im Labyrinth-Modus wird die Oberwelt durch ein Labyrinth ersetzt, sodass man sich vielen unbekannten Herausforderungen stellen muss. Der Alle-Charaktere-Modus entspricht ebenfalls dem Labyrinth-Modus, jedoch muss man diesen mit allen zur Verfügung stehenden Charakteren durchspielen. Vorab sei gesagt, dass die einzelnen Charaktere keine eigenen Storyinhalte für die Spielmodi spendiert bekommen haben, sodass ihr euch in dieser Hinsicht nicht auf neue Entdeckungen freuen könnt. Interessant dürfte für viele jedoch sein, was die einzelnen Charaktere zu bieten haben, worauf ich im Folgenden eingehen werde.


Impa gehört zu den besten Neuerungen des DLCs, macht das Spiel jedoch insgesamt sehr einfach.

© Nintendo / Brace Yourself Games / Spike Chunsoft

Schatten-Link und Schatten-Zelda spielen sich letztlich genau wie ihre farbigen Versionen. Es gibt zwar kleinere Anpassungen bei ihren Spezialattacken, man hat jedoch nicht wirklich das Gefühl, einen neuen Charakter erhalten zu haben. Link kann beispielsweise Feinde zu sich heranziehen, wenn er seine Attacke auflädt, was durchaus hilfreich ist, jedoch nicht zu den nennenswerten Neuerungen zählt. Somit sind beide eine nette Beikost, das gesamte Spiel erneut mit ihnen erleben, reizt mich persönlich jedoch wenig. Anders verhält es sich mit den übrigen drei Charakteren, welche durch ihre individuelle Spielweise durchaus interessant sind.


Mit der Wahl von Impa begibt man sich in ein vereinfachtes Abenteuer. Mit ihrer Lanze ist es von Beginn an möglich, Feinde zu attackieren, welche zwei Felder entfernt stehen, sodass diese teilweise keine Chance haben, euch zu treffen. Gerade zu Spielbeginn ermöglicht es Impa einem, sich mit den Spielmechaniken in Ruhe vertraut zu machen. Außerdem verfügt sie über eine besondere Spezialanzeige. Ist diese gefüllt, kann sie einmalig getroffen werden, ohne Schaden zu nehmen. Hierfür tauscht sie ihren Platz mit einem Duplikat von sich. Auffüllen könnt ihr die Anzeige anschließend wieder, indem ihr weitere Gegner besiegt. Insgesamt empfinde ich ihre Spielweise als etwas zu einfach, Spaß macht es trotzdem.


Mit Frederick darf man die eigenen Rubine nie aus dem Blick lassen.

© Nintendo / Brace Yourself Games / Spike Chunsoft

Ihr gegenüber steht Aria, die Großmutter von Cadence. Sie kommt lediglich mit einem halben Herz daher und ihre Spielweise ist nur etwas für wirkliche Hardcore-Spieler, da jeder Treffer euren direkten Bildschirmtod bedeutet. Darüber hinaus verliert sie dieses halbe Herz auch, wenn ihr euch nicht im Takt bewegt. Das bedeutet, dass vor allem in den mit Gegnern überfüllten Gebieten wirklich alles von euch abverlangt wird, um diese heil zu überstehen. Anders als bei den anderen Charakteren könnt ihr Arias Energie auch nicht erweitern, sodass das ganze Abenteuer zur Tortur werden kann. Auch neue Waffen werdet ihr mit Aria nicht finden, sodass ihr stets mit dem Dolch ausgerüstet seid. Ich hatte mit Aria eine Menge Spaß, musste jedoch aufgrund der Schwierigkeit irgendwann die Flinte ins Korn werfen.


Zuletzt haben wir noch Frederick. Dieser ist für mich der spannendste Charakter, den das DLC-Paket 1 zu bieten. Zum einen liegt das an seiner Fähigkeit Brüller. Mit Druck auf den R-Knopf gibt er einen Ausruf von sich, der umliegende Feinde zurückwirft und gleichzeitig verwirrt. Darüber hinaus verliert Frederick stets Rubine, bis diese auf null gesunken sind. Sollte es hierzu kommen, wird er zu einer geisterhaften Form, welche unabhängig von eurer Energieleiste mit einem Treffer besiegt ist. Erst wenn ihr neue Rubine sammelt, gelangt ihr zu eurer menschlichen Form zurück und haltet entsprechend eurer Herzen einige Treffer aus. Frederick lässt sich somit gut zwischen den normalen Charakteren und Aria ansiedeln, was die Schwierigkeit angeht. Für mich persönlich eine willkommene Herausforderung.


Außerdem haben es noch weitere Erfolge ins Spiel geschafft, welche ebenfalls motivieren, im Detail aber nur kleinere Nuancen des DLC-Pakets sind. Um mögliche Spoiler zu verhindern, lasse ich die genauen Herausforderungen unerwähnt.


Fazit: DLC-Paket 1: Charakter-Paket


Ohne Frage regt das erste DLC-Paket durchaus an, Cadence of Hyrule: Crypt of the NecroDancer ein weiteres Mal zu starten. Die Charaktere sehen alle toll aus und zumindest drei der fünf neuen Helden spielen sich auch sehr einzigartig. Gleichzeitig hat man es mit Impa, Frederick und Aria auch geschafft, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade in das Spiel zu integrieren, indem man ihre Fähigkeiten entsprechend gestaltet hat. Leider fehlt es mir für den angegeben Preis von 5,99 € für das einzelne Paket an neuen Inhalten. Gerade Schatten-Link und -Zelda enttäuschen, da sie wie ein einfacher Skin der Originale wirken. Auch das Fehlen von Storyinhalten, die auf die einzelnen Charaktere zugeschnitten sind, tut weh, sodass ich den DLC nur denjenigen empfehlen kann, die neue Herausforderungen suchen.


DLC-Paket 2: Melodie-Paket


Mit großer Freude habe ich der Veröffentlichung des Melodie-Pakets entgegengeblickt. Zwar war mir im Vorhinein bereits klar, dass mich die neuen Musikstücke nicht zu weiteren Durchgängen bewegen werden, nichtsdestotrotz empfand ich es als nette Dreingabe, dass man bei der Auswahl der Musik so viele Freiheiten bekommt. Dies suggerierte zumindest die Beschreibung des DLC-Pakets 2, laut dessen offizieller Beschreibung man jederzeit die Hintergrundmusik ändern kann. Bei genauerem Hinsehen musste ich jedoch feststellen, dass das nicht zu 100 % stimmt, sodass ich mich als Kunde etwas an der Nase herumgeführt gefühlt habe. Doch lasst es mich anhand des Spiels selbst erklären:


Solltet ihr den Wunsch haben, die aktuell abgespielte Musik zu ändern, müsst ihr dies über das Menü erledigen. Hier stellte sich für mich der erste Wermutstropfen ein, da ich den Weg bis zur Auswahl der Soundtracks als sehr nervig empfand. Öffnet ihr das Menü, müsst ihr euch nämlich durch die Optionen klicken und gelangt erst dann zur Auswahl der einzelnen Tracks. An dieser Stelle kam für mich dann jedoch die noch größere Enttäuschung. Ihr habt nämlich nicht jederzeit Zugriff auf alle 52 Musikstücke, sondern könnt je nach Gebiet nur aus einem von vier wählen. Das heißt, ihr sucht euch für die Oberwelt ein Stück aus, welches euch gefällt, eines für die Gerudo-Wüste, eines für die Eishöhle und so weiter. Für die Praxis bedeutet das, dass ihr beispielsweise die imposante Musik aus Schloss Hyrule nicht auf der Oberwelt abspielen lassen könnt. Eure Auswahl ist somit für jede der insgesamt dreizehn Kategorien auf vier Stücke beschränkt, wobei jeweils drei Stücke neu sind und per DLC hinzugefügt wurden.


Die 39 neuen Titel sind gut im Menü versteckt!

© Nintendo / Brace Yourself Games / Spike Chunsoft

Besonders nervig empfinde ich jedoch die Tatsache, dass ich mir die einzelnen Stücke nicht im Menü anhören kann. Das bedeutet, dass ihr das Menü komplett schließen müsst, um kurz in den Track, der nun an eurem aktuellen Ort spielt reinzuhören. Währenddessen attackieren euch die umherlaufenden Gegner und, sofern euch das Musikstück nicht gefällt, müsst ihr das Menü erneut öffnen und ein anderes auswählen. Dieses Vorgehen ist so extrem umständlich, dass ich bereits nach kurzer Zeit keine Lust mehr hatte, für jedes Gebiet individuelle Musikstücke einzustellen.


Nach viel Kritik muss ich jedoch positiv hervorheben, dass mir die breite Auswahl und vor allem die Neuinterpretation bekannter Stücke unheimlich gut gefallen. Sie gehen wunderbar ins Ohr und bereichern das Spielerlebnis, sofern man sich einmal durch die fummelige Menüführung gewagt hat. Sie unterstreichen den Charme von Cadence of Hyrule wunderbar, sodass man mit viel Geduld den musikalischen Aspekt seines Abenteuers auf die persönlichen Bedürfnisse zuschneiden kann. Ein klein wenig Komfort bietet das Menü nichtsdestotrotz, ihr habt nämlich die Möglichkeit, für jeden der spielbaren Charaktere eine eigene kleine Playlist zu erstellen, in welcher ihr definiert, welche Musikstücke in welchen Gebieten abgespielt werden sollen. Das macht die Sache wieder etwas runder, kann über die größeren Probleme des DLC-Pakets aber nicht hinwegtäuschen.


Fazit: DLC-Paket 2: Melodie-Paket


Auch wenn meine negativen Punkte überwiegen, hat das Melodie-Paket mit den neuen Musikstücken echt etwas zu bieten. Sie sind allesamt super umgesetzt und passen perfekt zum Spiel. Wieso man sich jedoch für eine solch umständliche Menüführung entschieden hat und es keine Möglichkeit gibt, unkompliziert alle Stücke anzuhören, bleibt mir schleierhaft. Auch verstehe ich nicht, wieso man damit wirbt, dass man jederzeit Zugriff auf 39 neue Stücke hat. In der Praxis hat man das zwar im gesamten Abenteuer, je nachdem, wo ich mich gerade im Spiel befinde, stehen mir jedoch nur jeweils drei neue Tracks zu Verfügung. Ich als Kunde fühle mich an dieser Stelle etwas hinters Licht geführt. Insgesamt ist das Melodie-Paket ein netter Zusatz, welcher seine Vorzüge wohl erst entfalten kann, wenn wir das DLC-Paket 3: Symphonie der Maske spielen dürfen.


DLC-Paket 3: Symphonie der Maske


Mit dem DLC-Paket 3: Symphonie der Maske ist endlich auch der letzte Teil des Season Pass von Cadence of Hyrule verfügbar. Gespannt blickte ich diesem entgegen, da mit dem Horror Kid nicht nur ein neuer Charakter mit einzigartigen Fähigkeiten das Spiel bereichert, sondern auch eine neue Story und eine neue Karte in Aussicht gestellt wurden. Obendrauf finden mit dem Rätsel- und dem Arenamodus zwei weitere Spielmodi ihren Weg ins Rhythmus-Abenteuer. Doch fangen wir noch mal ganz von vorne an:


Die unterschiedlichen Masken bieten eine Fülle an taktischen Möglichkeiten.

© Nintendo / Brace Yourself Games / Spike Chunsoft

Als Horror Kid erwacht ihr in der eigens für Cadence of Hyrule entwickelten Geschichte im Dorf der Deku und euer erster Gang führt euch zum berühmten Deku-Baum. Dieser erklärt euch, dass mit Ganon eine große Bedrohung das Land heimsucht und ihr ihn mit Hilfe der Schädel-Maske aufhalten müsst. Also besucht ihr den ersten kleineren Dungeon und stellt euch den dort heimischen Gegnern, welche es bereits in sich haben. Bereits zu Spielbeginn bekommt man nämlich auf die harte Tour zu spüren, dass der Schwierigkeitsgrad im Vergleich zum Hauptspiel durch die neuen und zugleich vielfachen Gegner rapide angestiegen ist. Wichtiger denn je ist es daher, die Fähigkeiten des Horror Kids schnellstmöglich zu verinnerlichen.


Das Besondere am Horror Kid ist nämlich, dass ihr diesem per Schultertaste unterschiedliche Masken aufsetzen könnt, sofern ihr mehrere besitzt. Jede Maske bestimmt dann nicht nur darüber, mit welcher Waffe ihr angreift, sondern auch über eure Spezialattacken. So schiesst ihr als Deku die bekannten Deku-Nüsse oder als Zora Eisgeschosse. Darüber hinaus haben die Masken noch weitere Fähigkeiten, sodass ihr beispielsweise als Zora auch tiefe Gewässer überqueren könnt. Insgesamt erinnert das Variieren und Ausprobieren der Masken sehr an The Legend of Zelda: Majora's Mask, wobei völlig neue Varianten ihren Weg in Cadence of Hyrule gefunden haben. Insgesamt gefällt mir Horror Kid in Kombination mit den Masken unheimlich gut. Die Möglichkeit jederzeit die Maske und dadurch auch mehr oder weniger den Charakter zu wechseln, bietet neue taktische Finessen. Dadurch ist das Horror Kid der für mich mit Abstand beste neue Charakter des Season Pass.


Im Vergleich dazu hinkt die Story hingegen. Zu Beginn wird noch sehr schön mit einer kleinen aber feinen Einführung das Spiel eröffnet, jedoch spätestens wenn man das Dorf der Deku verlässt, ist die Geschichte nur noch in Nuancen spürbar. Natürlich ist es falsch, mit einer Erwartungshaltung heranzutreten wie bei einem Hauptteil der The Legend of Zelda-Reihe. Wenn man jedoch mit einer neuen Story im Vorfeld wirbt, muss diese auch eine gewisse Tiefe haben. Stattdessen springt man über die neue Karte, schaltet unzählige Gegner aus und freut sich über jedes Herzteil oder jede neue Maske, die man zufällig findet. Je nachdem wie gut euer Rhythmus-Gefühl ist, habt ihr auch bereits nach wenigen Stunden alle Neuerungen gesehen.


Der Arena- und der Rätselmodus bieten darüber hinaus zwar noch weitere Spielstunden, jedoch nur für diejenigen, die sich durch diese auf ein Neues motivieren lassen. Beide Varianten sind außerdem in ähnlicher Form im Story-Modus des DLC-Pakets 3 enthalten, sodass es keinen wirklichen Mehrwert gibt, diese unabhängig der Geschichte erneut zu spielen. Hier wäre es schön gewesen, mehr Zeit und Mühe in die eigentliche Geschichte zu stecken, anstatt möglichst vielfältige Spielmodi zu gewähren.


Fazit: DLC-Paket 3: Symphonie der Maske


Ohne Frage ist das DLC-Paket 3 von Cadence of Hyrule das stärkste des Season Pass. Horror Kid als Charakter ist nicht nur durch seine Erscheinung eine meiner liebsten Figuren des Zelda-Universums, sondern kann durch die verschiedenen Masken und den damit verbunden Fähigkeiten vollends überzeugen. Hinzu kommen die neue Story und die neue Karte, welchen es zwar an Spieltiefe fehlt, nichtsdestotrotz sind sie ein wirklicher Grund, Cadence of Hyrule erneut zu starten. Die beiden weiteren Spielmodi sind ebenfalls nettes Beiwerk, mehr aber auch nicht. Insgesamt handelt es sich dennoch um eine runde Sache und für Fans des Genres um einen Pflicht-DLC.

Unser Fazit

Meinung von Maik Styppa-Braun

Leider ich weiß ich nicht so recht, was ich vom Season Pass von Cadence of Hyrule halten soll. Zwar bekommt man für etwa 15 € eine Menge geboten, wirklich lohnenswert ist jedoch nur das DLC-Paket 3. Die beiden anderen DLCs bieten zwar nette Neuerungen wie die zusätzlichen Musik-Titel oder die weiteren spielbaren Charaktere: An den Bildschirm fesseln diese jedoch nur bedingt. Dies liegt vor allem an dem Fehlen wirklicher Aufgaben, welche mit diesen in Verbindung stehen. Dafür kann das DLC-Paket 3 in Kombination mit dem zugleich traurigen als auch charmanten Horror Kid in jeglicher Form überzeugen, auch wenn ich mir eine ausgefeiltere Geschichte gewünscht hätte. Die neuen taktischen Möglichkeiten, die ihren Weg in Form von Masken in das Spiel gefunden haben, sind klasse und könnten ebenso als nächster Charakter in Super Smash Bros. Ultimate integriert werden.
Mein persönliches Highlight: Horror Kid mit seinen einzigartigen Fähigkeiten

Die durchschnittliche Leserwertung

19 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • _Mallymkun_

    Turmknappe

    Danke für den Test! Ich habe bisher nur die Demo von Cadence of Hyrule gespielt und - sagen wir mal so- da es mein erstes Rhythmus-Spiel ist, brauche ich wohl noch etwas Übung bis das Spielprinzip so richtig Spaß macht. 8o

    Schade ist es natürlich schon, dass es zu den neu spielbaren Charakteren oder zumindest für Horror Kid im DLC-Paket 3 nicht noch ein bisschen mehr Story gibt (darauf hatte ich ehrlich gesagt gehofft), aber der Soundtrack ist einfach klasse und ich werde mir deshalb Ende Oktober wohl trotzdem die Retail-Version holen.