Ich mach mir die Welt, wie jung oder alt sie mir gefällt

Kennt ihr nicht auch das Gefühl, manchmal nicht zu wissen, wohin euch Leben euer führen wird? Ihr seid antriebslos und habt keine Ahnung, wie es weiter gehen soll? Ageless ist vielleicht die Medizin, die ihr braucht! Denn die Protagonistin weiß ganz genau, wie ihr euch fühlt und vielleicht hat sie ja den passenden Tipp für euch, um euer Leben in eine neue Bahn zu lenken!


Kiara auf der Suche nach dem Sinn des Lebens


In Ageless spielt ihr die Protagonistin und junge Frau Kiara, die sich irgendwie verloren und allein in der Welt fühlt. Schon seit drei Jahren sucht sie nach einer Lösung für ihr Problem und versucht nun, ihrem Leben endlich einen Sinn zu geben. Doch es ist für sie gar nicht so leicht herauszufinden, was das sein könnte. Daher macht sie sich auf den Weg zum Tor der Gaben, wo jeder Mensch eine Gabe erhält, die ihn erfüllt oder ihm und anderen Menschen helfen kann. Kiara, die zu Beginn des Spiels einsam und allein in einer dunklen Höhle hockt, sucht das Tor bereits seit einiger Zeit und erst nachdem sie kurze Zeit später einen Abgrund hinabstürzt und von Vi gefunden und gepflegt wird, findet sie endlich das Tor und erhält ihre Gabe. Mit ihrer neuen Fähigkeit kann sie das Alter der Flora und Fauna manipulieren und so Pflanzen wachsen lassen oder Tiere in verschiedene Altersstufen befördern. Was sie letztendlich damit tun kann und wie ihr das im Leben weiterhelfen soll, weiß Kiara noch nicht, aber sie begibt sich auf die beschwerliche Reise, um genau das herauszufinden. Auch auf Vi trifft sie nicht nur dieses eine Mal und findet bereits bei ihrer ersten Begegnung mit dem jungen Mann heraus, dass er seine eigene Gabe sucht, um seine sterbenskranke Schwester zu heilen. Neben den beiden werden euch viele weitere Charaktere in Ageless begegnen, welche die Story vorantreiben.


Kiara weiß noch nicht so ganz, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte...

© Team17

Ihr beginnt das Spiel mit einem längeren Tutorial, in welchem ihr, wie auch im restlichen Spiel, Rätsel für Rätsel lösen müsst, die mal kinderleicht, manchmal aber auch echt kompliziert sein können. Nicht umsonst wird im Hauptbildschirm ein Todes-Zähler angezeigt, denn in vielen Rätseln braucht ihr einige Versuche, um überhaupt zu verstehen, wie es weitergehen soll. Das Tutorial dient wie immer dazu, eure frisch gelernten Fähigkeiten zu perfektionieren und um zu beweisen, dass ihr die Gabe auch nicht umsonst erhalten habt. Jedes Rätsel besitzt seinen eigenen Speicherpunkt, der im Tutorial mit Lebenden Steinen, später aber auch mit anderen Gegenständen wie einem Brunnen, markiert sind. Solltet ihr also sterben, müsst ihr nicht von vorne beginnen. Zudem verfügt ihr über keinerlei Lebensanzeige, deren Verlust euch irgendwann komplett zum Game Over-Schirm versetzt, sondern es gibt nur eure eigene Geduld, die vielleicht irgendwann zur Neige geht. Es ist von Vorteil, einiges an Geschick mitzubringen, denn in den komplizierten Rätseln reicht es nicht, einfach nur von Plateau zu Plateau zu hüpfen. Während manche Herausforderungen sich mit einfacheren Spielmechaniken zufrieden geben, müsst ihr in anderen gefühlt alle Fähigkeiten auf einmal nutzen, dazu noch springen und Luft holen, sodass der Level nach einem tragischen Sturz nicht doch wiederholt werden muss.


Vor allem die Spezialfähigkeiten einzusetzen, erweist sich manchmal als nicht ganz so leicht. Während ihr mit einem Bogen ausgerüstet vom Tor der Gaben kommt, könnt ihr nun einerseits Pflanzen und Tiere in ein jüngeres Stadium versetzen, aber auch das genaue Gegenteil bewirken. Denn Pflanzen und Lebewesen haben verschiedene Altersstufen, die man entweder jünger oder älter werden lassen kann. Demnach wird aus einem Ei ein kleines Nashorn, dann ein großes, das durch Wände rennen kann oder ein altes, das schon sehr schwer ist, sodass marode Böden unter seinem Gewicht zusammenbrechen. Auf diese Weise können auch Pflanzen und Tiere werden, denn auch der Tod stellt eine Altersstufe dar. Kurz darauf erscheint das Lebewesen allerdings erneut an seinem ursprünglichen Platz im Level. Eine weitere Fähigkeit, die Kiara erhält, ist das Alterslos werden. Nutzt ihr diese Fähigkeit, wird die Pixelwelt um euch herum schwarzweiß und ihr könnt versteckte Relikte entdecken, die es zu sammeln gilt. Diese zu erreichen, ist natürlich nicht so einfach und ihr kommt nur mit Hilfe der Lebewesen an diese heran. Dazu könnt ihr euch, wenn ihr eine Pflanze oder Tier berührt, in verschiedene Richtungen wegstoßen, um so schnell eine größere Distanz zu überbrücken. Das hilft dabei, große Schluchten und hohe Wände zu überwinden oder aber auch einmal dann, wenn euch wieder irgendein Feind dicht auf den Fersen ist. Diese Fähigkeit ist auch nützlich, um im Level vorhandene Tiere zu transportieren, denn ihr könnt euch an einem Tier abstoßen und während ihr nach links fliegt, schießt das Lebewesen in die entgegengesetzte Richtung davon. Hier kann man viel herumprobieren und das sollte man auch, denn oft gibt es mehrere Möglichkeiten, um ans Ziel zu gelangen. Zusätzlich solltet ihr euch in jedem Level genau umschauen, da es mehrere Wege gibt, die ihr einschlagen könnt. Das ist vor allem spannend, wenn ihr Relikte sammelt!


Jede Welt erstrahlt in einem wunderschönen Pixel-Design

© Team17

Während die Steuerung an sich relativ selbsterklärend und keine Wissenschaft an sich darstellt, machen euch gerade die Spezialfähigkeiten, die das Spiel erst ausmachen, das Leben schwer. Es gibt bei Weitem keine komplizierte Mechanik, die ihr auswendig lernen müsst, trotzdem stellt besonders das Zielen mit dem Bogen, auf den ihr dauerhaft angewiesen seid, eine mittlere Katastrophe dar. Das ist aber leider den begrenzten Möglichkeiten einer Konsole geschuldet, denn während ihr in der PC-Version ein Fadenkreuz habt und einfach die linke oder rechte Maustaste drücken könnt, je nachdem, was ihr tun wollt, ist das bei der Nintendo Switch-Version alles andere als einfach. Man gewöhnt sich mit der Zeit zwar etwas an die ungenaue und beinahe klobige Steuerung, aber die Tatsache, dass unzählige Pfeile neben das Ziel schießen, bevor man letztendlich trifft, lässt den Spielspaß unnötig trüben. Denn so erhöht sich der Frustlevel viel zu schnell, da man von Anfang an nicht einmal die Chance bekommt, ein Rätsel galant zu lösen. Da das nicht die einzige Aktion ist, die ihr in vielen Rätseln zeitgleich vollziehen müsst, kommt es zu unnötig vielen Fehlern. Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass genau dieser Umstand mich vom Weiterspielen abhält, da diese Mechanik für einen zu hohen Frustfaktor sorgt.


All das, was die Steuerung leider etwas kaputt macht, kann die Pixelgrafik sehr schnell wieder wett machen. Die verschiedenen Welten, die ihr während eurer Reise besucht, sind farbenfroh gestaltet und in jeder neuen Welt kommt man erst einmal ins Staunen. Aber nicht nur die Level selbst kommen sehr schick und ausgearbeitet daher, sondern auch die Zwischenwelten, in denen ihr mehr von der Handlung erfahrt. Wenn ihr diesen Stil liebt, ist das Spiel definitiv etwas für euch. Auch der Soundtrack passt sich super an das Spiel und auch an die Geschichte an, ohne dabei beim zwanzigsten Versuch eines Rätsels zu nerven. Zudem werden sämtliche Bewegungen von Mensch, Tier und Pflanze mit passenden Geräuschen untermalt, sodass alles zusammen ein stimmiges Gesamtkonzept ergibt. Alles in allem ist Ageless ein gutes Pixelspiel mit einer tollen Story und man hat mit über 10 Stunden Spielspaß einiges zu tun. Wenn man alle Relikte sammeln möchte, was kein Muss ist, kann man aber sicher noch einige Stunden mehr ins Spiel investieren. Dadurch, dass man insgesamt drei Spielstände anlegen kann, kann man sich entweder selbst herausfordern und im nächsten Anlauf versuchen, mit weniger Toden ans Ziel zu kommen oder einem Freund dabei zusehen, wie er oder sie selbst an den kniffligen Rätseln verzweifelt. Einen Multiplayer-Modus bringt das Spiel nicht mit sich, doch vor allem an der Konsole schadet es manchmal nicht, den Controller weiterzureichen, sodass sich ein Freund die Zähne an dem aktuellen Rätsel ausbeißt, dass man vor zehn Versuchen eigentlich schon aufgegeben hatte.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Kerstin Steiner

Auch wenn die Steuerung mir manchmal einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, fand ich vor allem die Idee super, die Natur manipulieren zu können. So kann man nicht nur kreativ sein, da es oft mehr als nur eine Lösung gibt um ans Ziel zu kommen, sondern auch ein bisschen die Level verändern, um neue Wege freizuschalten. Letztendlich hat mich aber die Handlung überzeugt, die einem anfangs etwas an das eigene Selbst zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben erinnert. Die Geschichte entfaltet sich über das Spiel hinweg und wird tiefgehender, als ich zuvor angenommen hatte. Aber auch sonst verspricht Ageless alles, was ein Spiel dieses Genres haben sollte!
Mein persönliches Highlight: Der Humor mancher Charaktere, der mir manchmal ein bisschen zu absurd wurde.

Die durchschnittliche Leserwertung

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