Werde zum Dämon und suche Darkestville heim!

Schon seit geraumer Zeit wird das düstere Städtchen Darkestville immer wieder von fiesen Streichen und skurrilen Plagen erschüttert. Verantwortlich dafür ist Cid, der selbsternannte Dämon von Darkestville, der tagein, tagaus in seinem Schloss neue finstere Pläne schmiedet, mit denen er die Bewohner von Darkestville in Schach halten kann. Doch als eines Tages Cids Erzfeind Dan Teapot genug von dessen Streichen und Abscheulichkeiten hat, sperrt er ihn in seinem eigenen Schloss ein und engagiert eine Gruppe von drei Dämonenjägern, die Gebrüder Romero, um ihm ein für alle Mal den Garaus zu machen.


Noch ist die Welt in Ordnung: Domingo schwimmt friedlich in seinem Aquarium.

© Buka Entertainment Enterprises

Zu dumm nur, dass die Dämonenjäger nicht gerade die hellsten Köpfchen sind und anstatt Cid, den sie für ihren Auftraggeber halten, seinen geliebten Fisch Domingo einfangen und in ihre interdimensionale Dämonenfangtruhe sperren. Als Cid bemerkt, was seinem armen Haustier angetan wurde, macht er sich auf, um die Gebrüder Romero auszutricksen und Domingo aus ihrer Truhe zu befreien. Leider ignoriert er dabei sämtliche Warnungen der Dämonenjäger, dass beim Öffnen besagter Truhe auch jede Menge anderer Dämonen aus ihr entfliehen könnten. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf und Cid bekommt alle Hände voll zu tun, um den dadurch entstehenden Schlamassel wieder auszubügeln …


Darkestville Castle ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure mit dämonischem Twist. Hier geht es nämlich ausnahmsweise nicht darum, mit sorgfältiger Detektivarbeit einen Mord aufzuklären, eine verschollene Person aufzuspüren oder einen Schatz zu finden – zumindest nicht ausschließlich. Cid, von Hauptberuf Dämon und gemeiner Streichespieler, lässt es sich nämlich nicht nehmen, auf seiner Mission für ordentlich Chaos zu sorgen. Wie von Point-and-Click-Adventures gewohnt, kann Cid mit seiner Umgebung interagieren und diverse Gegenstände aufsammeln, die sich an anderer Stelle einsetzen lassen. Die Rätsel sind hierbei meist nicht sonderlich kompliziert, der Spieler muss sich jedoch manchmal in die Rolle eines Dämons versetzten, um diese zu lösen. So begegnet man beispielsweise recht früh im Spiel einem blinden Touristen, der sich darüber beschwert, dass seinem Cocktail etwas frische Minze fehlt. Hier wittert Cid direkt die Gelegenheit für einen fiesen Streich und „verfeinert“ den Drink des Mannes mit etwas Toilettenpapier mit frischem Minzgeruch. Ansonsten kommt es gelegentlich vor, dass verschiedene Gegenstände zuerst im Inventar miteinander kombiniert werden müssen, bevor sie in der Umwelt eingesetzt werden können. Zusammengefasst sind die Rätsel aber allesamt auch für Nicht-Point-and-Click-Erfahrene gut lösbar.


Kleine Sticheleien gegen Vegetarier konnten sich die Entwickler an mehreren Stellen des Spiels nicht verkneifen.

© Buka Entertainment Enterprises

Die Umgebungen des Spiels sind, genau wie die verschiedenen Charaktere, liebevoll gezeichnet und verleihen dem Titel einen gewissen Halloween-Charme. Nennenswert ist auch, dass sämtliche Dialoge mit Sprachausgabe daherkommen, wenngleich diese aber nur in Englisch und Russisch verfügbar ist. Wer nicht alle auf die eine oder andere Weise verwendbare Objekte in der Umgebung aufspüren kann, der kann sich diese per Knopfdruck hervorheben lassen. Die Nintendo Switch-Version profitiert außerdem vom Touchscreen der mobilen Konsole, denn der Spieler kann nicht nur mittels Analogstick und Buttons mit der Spielwelt interagieren, sondern im Handheld-Modus auch direkt den Bildschirm berühren.


Die Handlung von Darkestville Castle umfasst insgesamt drei größere Kapitel und unterhält Spieler inklusive Prolog, Finale und zwei kurzen Zwischenkapiteln insgesamt für etwa vier bis fünf Stunden – je nachdem, wie geschickt man sich beim Lösen der Rätsel anstellt. Leider bietet das Spiel abgesehen davon keinen wirklichen Wiederspielwert. Das Adventure kommt neben dem normalen Schwierigkeitsgrad noch mit dem sogenannten „Katzenmodus“ daher. In diesem sind sämtliche Dialoge sowie Item-, Orts- und Personennamen durch Katzengeräusche ersetzt worden, was das Spiel offenbar schwieriger gestalten soll. Ein kurzer Blick in diesen Modus wirkte auf mich aber eher albern und wie ein verzweifelter Versuch der Entwickler, dem Spieler nach dem erstmaligen Durchspielen einen Anreiz für eine zweite Runde zu setzen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Philipp Pöhlmann

Darkestville Castle erschien bereits 2017 für den PC via Steam und hat es nach fast drei Jahren endlich auch auf die Konsolen geschafft. Schon damals konnte es durch sein erfrischend anderes Storytelling begeistern. Auch ich erwischte mich beim Spielen immer wieder dabei, wie ich wegen einiger gut platzierter Gags schmunzeln musste. Das Spiel durchbricht die vierte Wand regelmäßig, indem Cid die Auswahl bestimmter Dialogoptionen durch den Spieler kommentiert, und beinhaltet auch diverse Anspielungen auf andere Videospiele. Die Rätsel mögen nicht sonderlich anspruchsvoll sein, aber genau das und die Tatsache, dass die Charaktere und die Handlung durch ihren dämonischen Charme begeistern können, machen Darkestville Castle zu einer witzigen Erfahrung für zwischendurch – nicht nur für Point-and-Click-Adventure-Fans.
Mein persönliches Highlight: Die gelegentlichen Anspielungen auf andere Videospiele zeigen, dass die Entwickler selbst auch begeisterte Gamer sind.

Die durchschnittliche Leserwertung

1 User hat bereits bewertet