Fruit Ninja mal anders

Boomerang Fu ist das allererste Videospiel des australischen Indie-Studios Cranky Watermelon und unterstützt bis zu sechs Spieler an nur einer einzigen Konsole. Wie der Name des brandneuen Partyspiels sowie des Entwicklers und Publishers bereits verrät, könnt ihr in Boomerang Fu Lebensmittel wie beispielsweise eine Wassermelone, eine Milchtüte, ein Toastbrot oder eine Aubergine steuern und müsst versuchen, eure Gegner mit Bumerangs zu zerteilen.


Ein chaotisches Partyspiel für zwischendurch


Insgesamt stehen euch drei Spielmodi zur Verfügung: In "Jeder gegen Jeden" sind alle Spieler auf sich alleine gestellt und versuchen, den alleinigen Sieg zu erringen. Im Team-Modus spielt ihr mit euren Teamkameraden zusammen und im Modus "Goldener Bumerang" gewinnt jener Spieler, der am besten den goldenen Bumerang verteidigen kann, ohne diesen an Gegner zu verlieren.


Mit Essen spielt man schon!

© Cranky Watermelon Pty Ltd

Ganz klar ist Boomerang Fu an Leute gerichtet, die gerne lokale Partyspiele daheim mit mehreren Freunden spielen – und je mehr Leute dabei sind, desto mehr Spaß machen die Wettkämpfe. Für Einzelspieler gibt es zwar die Option, gegen Bots anzutreten, was jedoch nicht für andauernde Unterhaltung sorgt. Leider gibt es keinen Onlinemodus und von den Entwicklern wurde bereits ausgeschlossen, Onlinefunktionen in Zukunft erwarten zu dürfen. Auch bei mehreren menschlichen Spielern können Bots zusätzlich eingestellt werden, beispielsweise um einen Teamkampf mit einer ungeraden Zahl an menschlichen Spielern auszugleichen oder um für mehr Action am Spielbildschirm zu sorgen.


Jede Spielrunde im regulären Spielmodus ist verdammt rasch wieder zu Ende, selten dauern Partien länger als eine Minute, oftmals sogar nur 10 Sekunden. Sollte sich das Spiel dennoch länger als geplant ziehen, so verengt sich der Spielbildschirm und es kommt zu einem Sudden Death. Der Grund für die kurze Spielzeit in den Boomerang Fu-Partien: Werdet ihr von einem Gegner getroffen (entweder durch den Bumerang oder durch einen Nahkampf-Schlag), so seid ihr sofort aus dem Spiel ausgeschieden und am Ende gewinnt, abhängig von euren Einstellungen, entweder die Person mit den meisten Kills oder wer bis zum Schluss überlebt. Auch die gesamte Match-Länge könnt ihr einstellen, also wie viele Siege oder Kill-Punkte über mehrere Partien auf verschiedenen Stages benötigt werden, um am Ende Gesamtsieger zu sein. Es ist etwas schade, dass es keine Einstellung gibt, um den Charakteren mehr Leben zu geben, sodass nicht jeder einzelne Treffer bereits den Tod bedeutet – dies hätte auf jeden Fall etwas mehr Spannung ins Spiel gebracht.


Neben dem gewöhnlichen Bumerang stehen euch zahlreiche weitere Items zur Verfügung, die auf den verschiedenen Stages spawnen und deren Effekte auch in die späteren Partien übertragen werden, sodass ihr langfristig davon profitieren werdet: So gibt es neben Bumerang-Upgrades (beispielsweise Extra-Bumerangs, Teleport-Bumerangs, explosive Bumerangs, Multi-Bumerangs, Feuer- oder Eis-Bumerangs) auch gänzlich andere Effekte wie einen Schild, die Möglichkeit, Bumerangs via Telekinese frei zu steuern, oder die Fähigkeit, wie ein Geist durch Mauern und Wände hindurchzugehen. Das Balancing der Items fühlt sich nicht wirklich ausgeglichen an, denn beispielsweise die "Durch Mauern Stürzen"-Fähigkeit oder die Multi-Bumerangs, welche eine große Fläche abdecken, sind ein derart großer Vorteil, dass Gegner ohne diese Fähigkeiten nur noch sehr geringe Chancen haben. Glücklicherweise könnt ihr zwar vor dem Spiel Items individuell an- bzw. ausschalten, dennoch wäre die Schwächung einiger dieser Effekte in einem zukünftigen Update wünschenswert.


Der Ergebnisbildschirm am Ende von hitzigen Wettkämpfen.

© Cranky Watermelon Pty Ltd

Boomerang Fu bietet zwar nicht viel Umfang, doch die wenigen Spielmodi, die zur Verfügung stehen, machen durchaus sehr viel Spaß! Das Gameplay ist simpel, funktioniert jedoch prima und ist für jedermann leicht zu verstehen. Besonders bei Partien ab vier Spieler beginnt das Spiel so richtig lustig zu werden und für Partyabende vor der Konsole ist die Lebensmittelschlacht sehr zu empfehlen.


Optisch ist Boomerang Fu sehr gut gelungen – dies fängt bereits bei den niedlich gestalteten Charakteren, wie der Sushi-Rolle, dem Donut-Mädchen oder dem Avocado-Kämpfer, an und auch die Stages und Umgebungen sind abwechslungsreich gestaltet. Abhängig von der Stage gibt es auch jede Menge Hindernisse und Interaktionsmöglichkeiten wie beispielsweise Wasser, in das ihr nicht fallen dürft, Schalter, die ihr betätigen könnt, um Gegner zu zerquetschen oder Warp-Portale, die ihr für Überraschungsangriffe nutzen könnt. Auch die Musik bietet mehr als viele vergleichbare Partyspiele und kann mit einem einzigartigen Stil punkten, der ordentlich Stimmung in die hitzigen Gefechte bringt. Eine deutsche Textsprache wird übrigens lobenswerterweise unterstützt und am Ende der Schlachten gibt es sogar kleine Achievements, die individuell den jeweiligen Spielern zugeordnet werden.


Weniger schön sind gelegentliche Lags, die im Mehrspielermodus sehr störend sein können. Ist zu viel Action am Bildschirm, so läuft das Spielgeschehen nicht mehr flüssig und Eingaben werden erst mehrere Zehntelsekunden später ausgeführt. Hinzu kommt die Eigenheit, dass nach einem Kill ein kurzer Zeitlupeneffekt auftritt, der alle Spieler betrifft und auf Dauer sehr irritierend ist. Besonders im Modus "Goldener Bumerang" ist bei vielen Spielern ein flüssiges Spielerlebnis kaum möglich, da – anders als bei den anderen beiden Modi – hier die Spieler nach einem Treffer wieder respawnen und somit der durch Treffer ausgelöste Zeitlupeneffekt fast im Sekundentakt den Spielfluss stört. Es bleibt zu hoffen, dass die Entwickler das Problem mit dem Zeitlupeneffekt auch auf der Nintendo Switch beheben (in der Steam-Version wurde hinsichtlich dessen bereits nachgebessert).

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Eder

Boomerang Fu ist ein durchwegs gelungenes Partyspiel, das mit witzigen Charakteren in Form von Lebensmitteln und spaßigen Wettkämpfen mit bis zu sechs Spielern punkten kann. Einzelspielern ist das fruchtige Wettkampfspiel hingegen nicht zu empfehlen und in Zeiten der Coronakrise ist es natürlich etwas schade, dass das Onlinespiel nicht unterstützt wird. Habt ihr Freunde und genügend Joy-Con parat, dann könnt ihr euch direkt in die Schlacht stürzen, denn die Steuerung ist selbsterklärend und für alle Mitspieler innerhalb von weniger als einer Minute leicht zu verinnerlichen. Lediglich die gelegentlichen Lags, die besonders bei vier oder mehr Spielern mit vielen Items ein flüssiges Spielerlebnis verhindern, sind ein Ärgernis, das hoffentlich durch ein Update behoben werden wird. Trotz des geringen Umfangs hatte ich bislang bereits knapp 10 Stunden mit spannenden Schlachten gegen Freunde verbracht, die für viel Lachen und Fluchen zugleich gesorgt haben.
Mein persönliches Highlight: Der kompetitive Aspekt des Spiels und die Liebe zum Detail, wie beispielsweise das Herausfallen des braunen Kerns beim Zerschneiden der Avocado.

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 3

  • Irves | Julian

    Moderator

    Ein lustiges Partyspiel für Zwischendurch, auch wenn ich mir etwas mehr Content gewünscht hätte.

  • Luigis_bruder

    Turmknappe

    Wäre super wenn die Entwickler noch eine online Multiplayer nachliefern würden

  • BlauerBowser

    Falscher Bowser

    Schöner Bericht! Ich werde das Spiel auf meiner Merkliste setzen.


    Im Allgemeinen: Auf der WiiU fand ich die Partyspiele deutlich interessanter als auf der Switch. Beispiel: Nintendo Land.