Wie ein Fiebertraum

Bereits im September 2018 erschien Paratopic für den PC via Steam. Nun, knapp zwei Jahre später, veröffentlicht man das Horror-Mystery-Abenteuer in früher 3D-Optik auch für die Nintendo Switch. Ob der Titel einen Blick wert ist, verraten euch die nachfolgenden Zeilen.


Solche versteckten Kleinigkeiten wie dieses Videoband hinter dem Spiegel wecken die Entdeckerlaune!

© Arbitrary Metric

Bei Paratopic handelt es sich um kein komplexes Spiel. Es ist vielmehr ein kurzes Abenteuer mit subtiler Entscheidungsfreiheit. Ihr schlüpft in die Rolle dreier Personen – eines Schmugglers, eines Auftragsmörders und eines Fotografen – mit jeweils eigenem Handlungsstrang. Die drei kurzen Geschichten sind stellenweise miteinander verknüpft und drehen sich im Kern um sonderbare Videokassetten. Letztere scheinen etwas zu enthalten, wonach manche Personen trachten und was eine große Gefahr birgt. Ihr verbringt die meiste Zeit damit, herumzulaufen und Dialoge zu führen, wobei euch zumeist mehrere Gesprächsoptionen offenstehen, deren Auswahl gelegentlich die weitere Handlung beeinflusst. Zwischendurch dürft ihr etwas zu lange und spielerisch wenig anspruchsvolle Autofahrten absolvieren. Dabei solltet ihr gelegentlich einen Blick auf euren Beifahrersitz werfen – vielleicht fällt euch etwas auf.


Das Spiel startet ohne Tutorial. Wer sich die Steuerung aneignen möchte, muss herumprobieren oder im Optionsmenü nachsehen. Darüber hinaus ist Paratopic nur in englischer Sprache verfügbar. In den Einstellungen könnt ihr festlegen, ob die Texte in grammatikalisch korrekter Groß- und Kleinschreibung oder in reinen Großbuchstaben ausgegeben werden.


Nicht umsonst erhielt Paratopic eine Auszeichnung für seinen Soundtrack auf dem Independent Games Festival 2019. Dem kann man nicht

widersprechen. Der düstere Ambient-Sound korreliert wunderbar mit der bizarren Handlung und deren größtenteils finsterer Visualisierung.

Startet ihr das Spiel, wird euch dazu geraten, Kopfhörer zu verwenden, da diese die tiefen Bässe und nuancierten Höhen am besten und möglichst verlustfrei transportieren. Gespräche sind nur stellenweise vertont. Sporadisch bekommt ihr englische Satzfetzen zu hören, ehe diese wieder merkwürdig verzerrt werden, was für einen traumähnlichen Effekt sorgt. Das kann man mögen, muss man aber nicht.


Mangelnde Liebe zum Detail oder Stilmittel? Sagt ihr es mir!

© Arbitrary Metric

Die Optik von Paratopic lässt sich als charmant nostalgisch beschreiben, ist allerdings auch Geschmackssache. Als jemand, der mit der ersten PlayStation aufgewachsen ist, genieße ich den Grafikstil. Das kantige, verschwommene Bild unterstreicht bravourös die seltsame Geschichte und trägt somit zu deren Inszenierung bei. Jedoch hätte hier und da etwas mehr Liebe zum Detail nicht geschadet. So werden die Besucher im Diner nur als nebulöse Schatten dargestellt. Vielleicht verbirgt sich dahinter ein Stilmittel, subjektiv hätte ich aber normale Charaktermodelle, wie sie im Spiel auch zu finden sind, bevorzugt. Insgesamt ließe sich die Optik aber auch über längere Zeit ertragen.


Apropos Zeit, die Spieldauer eines Durchgangs beträgt eine knappe Stunde – mehr nicht. Paratopic verzichtet daher auch auf eine Speicherfunktion, worauf zu Beginn hingewiesen wird. Einmal angefangen, müsst ihr das Spiel beenden. Lediglich die freigeschalteten Erfolge zum Ende eines jeden Durchgangs werden gesichert und laden zum erneuten Durchlauf ein. Beim ersten Mal werdet ihr sowieso mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen. Bis man alle Erfolge freigeschalten, jedes Geheimnis gefunden und die Bildsprache verstanden hat, können trotz der insgesamt kurzen Spieldauer einige Stunden ins Land gehen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Kraus

Paratopic ist kein Spiel für jedermann. Dafür ist es vermutlich zu eigen in seiner Präsentation und in seinem Inhalt. Die Geschichte ist mysteriös und erfordert mehrfaches Durchspielen, um vollends verstanden zu werden. Der spielerische Anspruch ist gering, ebenso die Spieldauer. Wer sich jedoch von alldem nicht abschrecken lässt, der kann durchaus seinen Spaß daraus ziehen und die Zeit mit dem Spiel genießen.
Mein persönliches Highlight: Als jemand, der mit der ersten PlayStation aufwuchs: Der Grafikstil.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 1

  • Zettes

    Turmheld

    Sieht witzig aus und landet mal auf meiner Wunschliste, aber da bin ich selbst bei 5,50 Euro noch zu geizig bei nicht mal einer Stunde Spielzeit.