Ein Ausflug in die moderne Vergangenheit

Seit Anfang des letzten Jahres weiß The Eternal Castle Remastered Spieler auf dem PC zu begeistern. Die reduzierte Optik, die ausgeklügelte Geschichte und das klassische Gameplay mitsamt modernem Touch sorgen für ein durchweg sehr positives Feedback vonseiten der dortigen Zielgruppe. Nun kommen auch Nutzer einer Nintendo Switch in den Genuss des minimalistischen postapokalyptischen Abenteuers. Wie der Port ausgefallen ist, erfahrt ihr hier.


The Eternal Castle Remastered besticht durch sein stimmiges Level-Design.

© Playsaurus / TFL Studios

Ob es sich bei The Eternal Castle Remastered nun tatsächlich um ein Remaster eines alten MS-DOS-Titels handelt, daran scheiden sich die Geister. Die einen sagen, es gäbe kein Original, andere behaupten das Gegenteil. Letztendlich ist das auch völlig irrelevant. Selbst ohne Original scheint The Eternal Castle Remastered reichlich Nostalgie zu wecken, was nicht zuletzt am klassischen Spielprinzip und der nicht minder an die damalige Zeit erinnernden Optik liegt.


Das macht schon der Start des Spiels deutlich. Ein simuliertes Boot-Menü und ein schlichter Vier-Farben-Look hinterlassen schon einmal einen guten Ersteindruck darüber, was euch in den darauf folgenden Spielstunden erwartet. Im anschließenden Menü dürft ihr dann in den Optionen eure bevorzugten Einstellungen vornehmen oder in ein neues Spiel starten.


Mit einer leider ziemlich schwer zu entziffernden Zusammenfassung der Geschichte rund um das Universum von The Eternal Castle Remastered und dem Grund eures Ausflugs auf den mittlerweile desolaten Planeten Erde beginnt euer Abenteuer. Zu Beginn dürft ihr noch wählen, ob ihr als Mann namens Adam oder als Frau mit dem Namen Eva eure Reise antreten wollt. Die Wahl hat, bis auf das Aussehen eures Charaktermodells, keinen Einfluss auf das Spielgeschehen. Nachdem ihr eure Entscheidung getroffen habt, dürft ihr euch in einer kleinen Zwischensequenz ansehen, wie ihr auf dem Planeten Erde bruchlandet. Euer Flugvehikel wird beim Anflug abgeschossen und beschädigt. Ihr benötigt vier Teile, um es wieder instand zu setzen, damit ihr die namensgebende Eternal Castle anfliegen und euren Auftrag ausführen könnt.


Eternal Castle Remastered ist konsequent in seiner Ausführung


Davon findet ihr eines gleich zu Beginn. Den Rest müsst ihr aus drei unterschiedlichen Regionen bergen. Zwischen den drei Bergungsorten dürft ihr frei wählen. Ob ihr also zuerst das schaurige Labor, die Ruinen einer Stadt oder eine altertümliche Gebetsstätte aufsucht, bleibt euch überlassen. Die Orte sind allesamt liebevoll gestaltet und mit Liebe zum Detail ausgeschmückt. Zudem dürft ihr euch auf alternative Passagen und Geheimnisse freuen, was vor allem aufmerksame Spieler frohlocken lassen dürfte. Eine erkundungsfreudige Spielweise belohnt euch hierbei mit besserer Ausrüstung oder neuen Informationen zur Lore.


Wollt ihr die Geschichte vollständig verstehen, ist das Lesen solcher Einträge unerlässlich.

© Playsaurus / TFL Studios

Letztere ist nämlich alles andere als offensichtlich. The Eternal Castle Remastered bleibt bis zum Schluss mysteriös und spart für manch einen gelegentlich zu arg an Details bezüglich der Geschichte. Wer es gewohnt ist, mit der Kelle gefüttert zu werden, muss hier mit dem mickrigen Teelöffel vorliebnehmen. Das Prinzip ist nicht völlig neu und erinnert an die Zeiten, in denen die Fantasie auffüllen musste, was technisch noch nicht ausgegeben werden konnte.


The Eternal Castle Remastered ist kein Spiel für jedermann. Dafür ist es in seinen Wurzeln zu klassisch, wobei es sporadisch mit der Tradition bricht. So sind innerhalb der Level großzügig Rücksetzpunkte verteilt, an denen ihr im Falle eines Ablebens – und ihr werdet häufig sterben – wiederbelebt werdet. Doch von der Optik bis hin zum Spielgefühl spricht man primär Spieler der alten Schule an. Euer Charakter steuert sich träge, was die toll inszenierten Kämpfe erschwert und so manche Sprungpassagen zur Geduldsprobe werden lässt. Die visuelle Präsentation ist zwar stimmig, allerdings durch den mangelnden Kontrast aufgrund der wenigen Farben stellenweise etwas unübersichtlich. All diese Dinge sind zwar konsequent in ihrer Durchführung, drängen jedoch das Endprodukt in eine Nische.


Hinzu kommen ein paar kleinere technische Mängel, die gelegentlich für Frust sorgen können. So wirkt der Port insgesamt etwas unsauber. Trotz der minimalistischen Grafik stellen sich hier und da ein paar Ruckler ein. Zudem sind die Ladezeiten unerklärlich lang, was vor allem dann nervt, wenn man sich mit einer der wenigen Trial-and-Error-Passagen konfrontiert sieht. Ansonsten gibt es allerdings nichts zu meckern. Trotz der begrenzten Mittel zaubert man eine fantastische, detailreiche Welt auf den Bildschirm, die von einem nicht weniger minimalistischen, aber tollen Soundtrack untermalt wird. Und obwohl euer Charakter nicht mehr als ein träger Haufen Pixel ist, fällt seine Motorik realistisch und nachvollziehbar aus.


Was die Spieldauer betrifft, so darf man bei The Eternal Castle Remastered keinen Langläufer erwarten. Die Hauptkampagne hat man in ein bis zwei Stunden durchgespielt. Danach darf man sich der Herausforderung noch einmal mit allen zuvor erhaltenen Upgrades und nur einem Leben stellen. Um dabei dennoch für ein bisschen Abwechslung zu sorgen, hat man sich für eine Mischung aus zufallsgenerierten und vordefinierten Levelabschnitten entschieden. Darüber hinaus schaltet ihr nach dem ersten Durchgang ein zusätzliches Kapitel zur Hintergrundgeschichte und die PvP-Arena frei, was dem Titel zusätzlichen Mehrwert verleiht.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Felix Kraus

The Eternal Castle Remastered liefert eine Menge Punkte, an denen man sich stören könnte. Allerdings handelt es sich hierbei offenbar um keine Design-Patzer, sondern um bewusste Entscheidungen vonseiten der Schöpfer. Das Spiel will gar nicht allen gefallen und bereitet vor allem der entsprechenden Zielgruppe viel Freude. Wer einen kurzweiligen Abstecher in die moderne Vergangenheit sucht und über kleinere technische Mängel hinwegsehen kann, wird hier gut bedient.
Mein persönliches Highlight: Die minimalistische und dennoch detailreiche Präsentation

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 4

  • Zarathustra

    😴

    Ich hab es schon gekauft und auch Mal kurz reingespielt, allerdings muss man für dieses Spiel definitiv in der richtigen Stimmung sein , deswegen werde ich das intensive spielen des Titels erst irgendwann hinbekommen.


    Der erste Eindruck war aber gut,vor allem stilistisch ist es einfach etwas Besonderes.

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Werde ich auf jeden Fall spielen, aber erst später. Vielleicht liefern die Hersteller ja einen Patch nach, der die technischen Defizite verbessert. Könnte mir gut vorstellen, dies allein unterm Weihnachtsbaum sitzend gegen Mitternacht zu zocken.

  • Holzkerbe

    sammelt <3 in moon

    Der erste Trailer hat mich direkt abholen können. Danke für euren Test, das Ding ist definitiv was für mich. 1-2 Stunden Spielzeit sind mir aber aktuell keine 15 Euro wert, daher greife ich zu, wenn es mal im Angebot ist.

  • Kabuki-Ende

    noch nicht ganz am Ende...

    die grafik erinnert mich an den guten altem gb color herrlich