Die Karawane zieht weiter

Die Final Fantasy-Reihe hat eine Vielzahl an legendären Titeln. Gerade auf den PlayStation-Systemen entstanden großartige Titel wie Final Fantasy VII und X. Zur gleichen Zeit sah es düster aus für Besitzer von Nintendo-Konsolen. Als Ersatz erhielten Game Cube-Fans den Spin-off-Titel Final Fantasy Crystal Chronicles. Nun, etliche Jahre später, wurde dieser für Nintendo Switch und andere Systeme als Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition neu aufgelegt. Ob das Spiel heute noch begeistern kann, habe ich für euch herausgefunden.


In der düsteren Welt von Crystal Chronicles ist die Welt kontaminiert von hochgiftigem Miasma. Die Bewohner haben nur eine Chance, um sich zu schützen. Myrrhe ist in der Lage, den Effekt des Stoffes zu neutralisieren. Leider ist die Flüssigkeit extrem selten und wird nur von ausgewählten Bäumen produziert. Jedes Dorf hat daher eine Karawane, die die Welt bereist, um neue Myrrhe aufzuspüren, um ihre Heimat zu schützen. Da sich der Stoff mit der Zeit aufbraucht, ist dies ein ewig wiederkehrendes Muster, welches sich auch im Gameplay niederschlägt, wie ihr schon bald erfahren werdet.


Auf eurer Reise durch die Mine begegnen euch viele Gegner.

© Square Enix

Die meisten von euch kennen sicherlich das generelle Gameplay von Final Fantasy-Spielen. Ihr kämpft, erhaltet Erfahrungspunkte, steigt im Level auf und habt nebenbei eine epische Story vor euch – eine famose Einzelspielererfahrung. In Crystal Chronicles laufen die Dinge allerdings anders ab. Statt bereits festgelegten Charakteren habt ihr einen Editor, der es euch ermöglicht, einen eigenen Helden zu kreieren. Insgesamt vier Rassen stehen euch dabei zur Verfügung, die neben unterschiedlichen Designs auch Stärken und Schwächen haben. Manche von ihnen haben höhere Angriffswerte, andere sind Meister der Magie. Insgesamt acht Charaktere und damit acht „Spielstände“ lassen sich erstellen. Jedem von ihnen kann zudem eine Berufsklasse wie Schmied oder Alchemist zugewiesen werden. Dieser gehen die Eltern der Protagonisten nach. Zusammen leben sie in eurem Heimatdorf, das ihr frei benennen könnt. Habt ihr euren Helden erstellt, brecht ihr sofort auf und erkundet die Welt von Crystal Chronicles. Diese besteht aus einer Karte, auf der ihr euch bewegt. Neben Dörfern und anderen kleinen Gebieten liegt der Fokus dabei auf den Dungeons. In diesen könnt ihr die heißbegehrte Myrrhe finden, aber das Ganze ist natürlich nicht so einfach. In den verschiedenen Leveln wie einem Pilzwald oder einer „verlassenen“ Mine tummeln sich Monster, die anscheinend kein Problem mit dem Miasma haben. Ihr selbst müsst euch jedoch schützen. Das geht mit einem Kelch, der Myrrhe enthält. Diesen könnt ihr selbst tragen oder eurem fliegenden Kumpanen Mogu anvertrauen. Um den Kelch herum bildet sich ein schützendes Feld, welches ihr nicht verlassen solltet, da ihr sonst sofort Schaden erleidet. Seid ihr vorbereitet, geht das Erkunden der Level los. Trefft ihr auf Monster, kommt ihr in keinen separaten Kampfbildschirm, denn die Kämpfe laufen in Echtzeit ab. Neben normalen Angriffen, die sofort ausgeführt werden, gibt es auch Spezialangriffe, die aufgeladen werden müssen. Sind sie bereit, taucht ein Ring auf, den ihr auf die Gegner positionieren könnt, um sie mit einer deutlich stärkeren Attacke zu verwunden. Ähnlich läuft das Ganze mit Magie ab. Während ihr magische Angriffe auf Gegner richtet, solltet ihr den Kreis beim Anwenden von heilenden Zaubern natürlich auf euch positionieren. Vergesst jedoch nicht, dass die Gegner nicht warten. Ihr solltet also genau überlegen, wann es sich lohnt, Angriffe und Magie aufzuladen.


Erkundet eine Vielzahl an Dungeons auf der Jagd nach Myrrhe!


Habt ihr nun einen Gegner eliminiert, hinterlässt er verschiedene Dinge. Neben Geld können dies Anleitungen für neue Waffen, Rohstoffe oder aber Zaubersprüche sein. Diese lassen sich nur im jeweiligen Dungeon verwenden, ihr könnt euren Charakter also nur bedingt vorab vorbereiten. Eingesammelte Magie muss ausgerüstet werden. Habt ihr mehrere Zaubersprüche in eurem Besitz, könnt ihr sie zudem fusionieren, um sie noch mächtiger werden zu lassen. Starke Feinde hinterlassen zudem Artefakte. Löst ihr ein Level, dürft ihr eines der gefunden Artefakte behalten. Diese ersetzen das Level-up-System anderer RPGs und erhöhen Statuswerte wie Angriff oder die Gesamtzahl eurer Herzen dauerhaft.


Die Oberwelt von Final Fantasy Crystal Chronicles.

© Square Enix

Am Ende eines jeden Dungeons erwartet euch ein großer Boss. Dieser befindet sich in direkter Nähe zum Myrrhe-Baum, dem Ziel eurer Reise. Ein simples Draufhauen funktioniert spätestens bei den gigantischen Feinden nicht mehr. Stattdessen solltet ihr strategisch denken, euch frei durch die Arena bewegen, die Angriffsmuster studieren und die richtige Antwort finden, um sie zu bezwingen. Aufgrund des simplen Kampfsystems sind die Optionen natürlich limitiert. Nach eurem hoffentlich fulminanten Sieg könnt ihr euren Kelch mit Myrrhe auffüllen und weiterreisen. Jedes Level hat zudem eine spezielle Zusatzherausforderung wie das Ausführen von Spezialangriffen oder das Besiegen von vielen Monstern. Erfüllt ihr die Zielbedingungen, werdet ihr dafür belohnt. Diese Statistik ist vor allem im Mehrspielermodus wichtig, denn die besonders erfolgreichen Mitspieler dürfen sich als Erstes ein Artefakt aussuchen. Die anderen müssen sich mit dem zufriedengeben, was übrig geblieben ist.


Nach Abschluss eines Levels erhaltet ihr Post von eurer Familie mit Gegenständen oder zumindest aufbauenden Worten. Ihr könnt darauf antworten und Geld bzw. Items beilegen. Zwischen den Dungeons erkundet ihr verschiedene kleinere Gebiete wie Dörfer. Dort könnt ihr zum Beispiel neue Waffen oder Heilitems kaufen, die euch im Kampf helfen. Zudem lassen sich Rohstoffe, die ihr in Dungeons findet, zu Ausrüstungsgegenständen umwandeln, sollte die passende Anleitung gefunden worden sein.


Eine Mehrspielererfahrung in der Welt von Final Fantasy!


Die Welt von Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition besteht aus einzelnen Kontinenten. Um sie zu wechseln, müsst ihr durch ein tunnelartiges Gebiet laufen, welches hochkontaminiert ist. Habt ihr in den Dungeons das Element der Myrrhe geändert, könnt ihr den Weg beschreiten und neue Level aufspüren. Habt ihr genug des schützenden Rohstoffes gefunden, geht es zurück in euer Heimatdorf. Bei eurer Rückkehr wird ein großes Fest gefeiert und eure Erlebnisse in Textform nacherzählt. Habt ihr das Ganze abgeschlossen, könnt ihr eure Heimat erkunden, mit Bewohnern sprechen und eure Nebenjobs ausleben, um so beispielsweise neue Gegenstände zu erhalten. Verlasst ihr das Dorf, beginnt das Gleiche von vorne. Ein neues Jahr startet und die Jagd auf Myrrhe ist im vollen Gange. In den bereits erkundenden Gebieten tauchen neue Dungeons mit neuen Monstern und neuen Bossen auf, die euch das Leben schwer machen. Ab und an starten jedoch auch Zwischensequenzen beim Bereisen der Karte, bei denen ihr neue Charaktere trefft und etwas über andere Helden und Karawanen erfahren könnt. Bereits zu Beginn hört ihr beispielsweise Geschichten über den mysteriösen Schwarzen Ritter. Diesen trefft ihr später in einer dramatischen Szene selbst an. Es sind solche kleinen Nebengeschichten, die versuchen, die Welt von Crystal Chronicles lebendiger wirken zu lassen.


Große Bosse beschützen das wertvolle Myrrhe.

© Square Enix

Kommen wir nun zum Herzstück von Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition: dem Mehrspielermodus. Während das Grundspiel gerade für ein Final Fantasy eher schwach ist, liegt der Fokus eindeutig auf dem Zusammenspielen mit anderen. Bis zu vier Personen können gemeinsam Dungeons erkunden. Der Mogu, der euren Kelch trägt, ist dann nicht mehr dabei. Stattdessen ist es die Aufgabe von einem der Spieler, diesen zu tragen. Die anderen Charaktere müssen diesen Helden beschützen, weil er selbst nichts anderes mehr machen kann. Die Items wie Zaubersprüche, die ihr nach dem Besiegen von Gegnern auffinden könnt, lassen sich auch nicht teilen. Ihr müsst also entscheiden, wer was aufnimmt. Hattet ihr zu Game Cube-Zeiten drei Freunde, die genau wie ihr einen Game Boy Advance sowie ein Game Cube-Game Boy Advance-Link-Kabel hatten, war dies ein absoluter Partykracher. Ich selbst konnte es damals nicht ausprobieren, doch meine Kollegen schwärmen bis heute davon. Das Absprechen mit seinen Verbündeten ist ein elementarer Bestandteil des Gameplays gewesen. Diesen Aspekt haben wir mit Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition verloren. Aus absolut unerfindlichen Gründen bietet der Titel keinen lokalen Mehrspielermodus und selbst das direkte Verbinden von zwei Nintendo Switch-Konsolen funktioniert nicht. Um mit Freunden zu spielen, müsst ihr über das Internet Lobbys mit Freundescodes erstellen. Wer auf eine Voice Chat-Option hofft, wird ebenfalls enttäuscht. Stattdessen habt ihr diverse vorgefertigte Nachrichten, deren Nutzen bei den zum Teil komplexen Entscheidungen zweifelhaft sind.


Eine Stärke von Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition ist jedoch die Crossplay-Funktion. So könnt ihr mit Besitzern der PlayStation- und Xbox-Version, sowie Smartphone-Spielern zusammen spielen. Da erwartet man eigentlich, dass man zusammen relativ zügig fremde Spieler findet, doch zumindest ich hatte damit meine Probleme. Lediglich einmal habe ich zufällig eine Person gefunden, mit der ich die Story zusammen vorantreiben konnte. Die einzige andere Option ist das Auswählen eines bereits gelösten Dungeons. Das gemeinsame Durchspielen der Hauptstory funktioniert aber so oder so nicht, da man für jedes Level eine neue Lobby eröffnen muss. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, wie man einen Mehrspielermodus so unnötig kompliziert machen muss. Es gibt heutzutage genug Spiele, darunter sogar von Indie-Entwicklern, die das deutlich besser umsetzen.


Am Ende eines Jahres wird die Rückkehr der Karawane gefeiert.

© Square Enix

Eine weitere Schwäche ist das Gameplay an sich. Wie bereits erwähnt ist das Ganze extrem simpel. Es war schwer für mich, im Einzelspielermodus motiviert genug zu bleiben, um weiterzuspielen. Wäre dies kein Testspiel für ntower gewesen, hätte ich das Spiel zügig beiseitegelegt. Selbst im Mehrspielermodus, sollte alles funktionieren, macht der Titel auf Dauer nur bedingt Spaß. Das heißt nicht, dass das Spiel grundlegend schlecht ist. Das Gameplay schränkt jedoch die Zielgruppe mehr ein, als es eigentlich müsste. Ein Mehrspieler-Final Fantasy klingt großartig und Crystal Chronicles erschien zur gleichen Zeit wie die Four Swords-Spiele der Zelda-Reihe. Doch die Magie von damals wird heute hauptsächlich von Nostalgie aufrechterhalten.


Fans von Final Fantasy Crystal Chronicles dürften sich jedoch freuen, dass Square Enix mehr als ein Dutzend neue extrem schwere Dungeons nach Abschluss der Story hinzugefügt hat. Zudem wurde eine englische Sprachausgabe spendiert. Die größte Neuerung dürfte aber sicherlich die verbesserte Grafik sein. Der Sprung vom Game Cube auf die Nintendo Switch ist gewaltig. Die überarbeiteten Charaktermodelle und sonstige grafischen Elemente setzen zwar keine neuen Standards, bringen den Charme des Originals dafür aber gekonnt ins Jahr 2020.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Niels Uphaus

Ich habe viel von Final Fantasy Crystal Chronicles gehört, bevor ich es selbst spielen konnte. Meine Erwartungen waren daher wahrscheinlich höher, als es eigentlich gerechtfertigt war. Der Titel macht gerade zu Anfang Spaß, doch man merkt schnell, dass das Spiel für den Mehrspielermodus ausgelegt ist. Gerade deshalb kann ich einfach nicht nachvollziehen, warum ein lokaler Mehrspielermodus fehlt. Natürlich kann man sich zuhause mit Freunden hinsetzen und über das Internet zusammenspielen, aber gerade mit dem Lobbysystem ist dies unnötig kompliziert. Das ist schade, denn eigentlich macht es Spaß, die Dungeons in Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition zu erkunden. Das zu simple Gameplay sorgt jedoch dafür, dass nur wenige Spieler auch nach vielen Stunden Spielzeit noch begeistert auf der Jagd nach Myrrhe sind.

Meinung von Maik Styppa-Braun

Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition ist für mich eine kleine Zeitreise. Ich weiß noch ganz genau, wie meine Freunde und ich uns damals mit dem GameBoy Advance bewaffnet vor den Nintendo GameCube versammelten, um zusammen auf die Jagd nach neuen Artefakten zu gehen. Diese Möglichkeit heute mit der Nintendo Switch zu haben – dank Online-Anbindung auch unabhängig davon, ob man sich treffen kann –, ist fantastisch für mich. Wieso man sich jedoch gerade gegen die Stärke des lokalen Miteinanders entschieden hat, ist für mich trotz aller Argumente fragwürdig. Ebenso hinterlässt es einen sehr negativen Beigeschmack, dass bei diesem sonst grundsoliden Spiel so wenig Neues mit dabei ist. Stattdessen darf man direkt zu Spielbeginn nochmals zur Geldbörse greifen, um weitere Inhalte per DLC zu erwerben. Schafft ihr es, über die vielen kleinen Schönheitsfehler hinwegzusehen, werdet ihr vor allem mit Freunden oder der Familie viele tolle Stunden in der Welt von Final Fantasy Crystal Chronicles verbringen können. Solltet ihr hingegen auf der Suche nach der nächsten Einzelspieler-Perle sein, könntet ihr enttäuscht werden.

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 16

  • Rekkeni

    Sweet Flower Project 9

    Ich bin so enttäuscht von dem Remastered, versteh nicht, warum man den Coop Modus so kaputt macht :/

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Ich bleibe bei der GameCube Version. Dieses Fazit hat mich in meiner Entscheidung nur bestärkt.

  • Zegoh

    Feuer ♥ Eis

    Habs nach 15 Stunden durchgespielt.

    Nostalgie super.

    Der Rest schlecht.

    Online ist ne Katastrophe. Zusammen mit anderen Kumpels gespielt und wir mussten jeden Dungeon vier mal machen, da nur der Host Fortschritt hat. Zudem muss man jedes Mal neue Lobby öffnen, neu joinen, Dungeon machen, Lobby verlassen, usw.

    Einfach nur traurig.

    Dazu kommt das die beste Waffe ne DLC Cash Waffe ist (5€), besser als jede ingame...


    Traurig was Square da abgeliefert hat

    Rate jeden vom Kauf ab.

  • Linnea

    △○╳□

    Tja, Square Enix... man erntet was man sät.

    Das Spiel wird vollkommen zurecht überall abgestraft.


    Unbegreiflich, wie nach dem überaus imposanten Final Fantasy 7 Remake so ein Müll von dieser Firma kommen kann.

  • Kindra

    Puh, echt ein Jammer. Man hatte mir das Spiel echt schmackhaft gemacht und ich hatte echtes Interesse.


    Schade, dass die das so gegen die Wand gefahren haben.

  • Darklink666

    Turmheld

    Die Switch - Version ist ja die einzig wirklich spielbare, da es leichter ist, mehrere Switch-Konsolen zusammenzubringen, als playstations.

    Für mich ist dennoch das Weglassen des lokalen coops zugunsten von Crossplay ein Grund, dieses Remaster zu ignorieren.

  • Kindra

    Hauptsächlich schuldig für dieses grauenhafte Remaster sind wahrscheinlich ... die Handy-Versionen ....

  • Mamagotchi

    Zieht 2020 mit der Karawane

    Insgesamt guter Test, nur das ankreiden des zu einfachen Gameplays... Ich weiß nicht. Dann müsste man Kirby ja auch niedriger bewerten. Es gibt eben die Basics mit Angreifen und Verteidigen und den Spezialangriff. Und die Magie bietet im Multiplayer dann nochmal zusätzliche Optionen, durch die Kombination. Und mit einfach drauf losstürmen und hemmungslos raufkloppen haben es meine Frau und ich auch nicht all zu weit geschafft.


    Aber der Multiplayer ist wirklich komisch. Das nur der Host den Fortschritt bekommt ist ärgerlich, aber ich kann damit leben, weil ich es von anderen Spielen auch schon so kenne (z. B. Heroes of Ruin). Aber für jede Düngen eine extra Lobby... Puuuh das haben sie ja mit FF:CC Echoes of Time besser hinbekommen (auch wenn es hier lokal war). Das Lobby-System stört jedenfalls erheblich den Spielfluss und nimmt den Spieler jedes Mal wieder raus aus der Welt. Wirklich schade.

  • Antiheld

    Turmfürst

    Ich kann allem im Test und in den Kommentaren nur zustimmen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es keinen lokalen Multiplayer-Modus gibt und der fehlende Voice-Chat macht den Online-Multiplayer auch weniger spaßig.


    Ich habe Crystal Chronicles damals geliebt. Zuerst möchte ich die Musik erwähnen, die ich auch heute noch wahnsinnig schön finde. Wie Niels Uphaus es richtig erwähnt hat, war der lokale Multiplayer damals ein wirkliches Brett. Das fand ich auch. Viel des Spaßes entstand aber auch durch den Gimmick-Charakter. Es machte einfach Spaß mit dem Game Boy Advance als Second Screen am Fernseher zu zocken. Man hätte Item-Management und co. sicherlich mit Splitscreen-Lösungen ohne den GBA lösen können. So hatte es aber was besonderes und das war finde ich die halbe Miete. Ich habe wirklich sehr schöne Erinnerungen an das Spiel und für mich persönlich gehört es zu den Top 5 Gamecube-Spielen. Aber damals habe ich auch immer wieder den Singleplayer-Modus gespielt und auch damit meinen Spaß gehabt.


    Das Game ist an sich nicht gut gealtert. Mit gutem lokalen Multiplayer wäre die Remastered-Version sicherlich weitaus besser geworden. Aber damals gab es wenig Multiplayer RPGs. Heute gibt es das viel mehr und vor allem auch MMOs. Generell hätte auch ein gutes Crystal Chronicles Remastered daher mit all der Konkurrenz einen anderen Stellenwert.


    Vor ein paar Tagen habe ich mir die Demo heruntergeladen, einen Charakter erstellt und danach bin ich ins erste Dungeon. Alles war wie damals. Aber es konnte mich null fesseln. Und ich denke das ist eben ein weiteres Problem von Crystal Chronicles Remastered. Für mich persönlich war es dann darüber hinaus auch noch so, dass ich damals Spaß am Singleplayer hatte und heute trotz Nostalgiebonus nicht mehr. Ich fands schwerfällig und hatte dauerhaft das Gefühl andere Spiele spielen zu können, die weniger schwerfällig sind und eine bessere und komplexere Looten & Leven-Mechanik haben.


    Als jemand der selten Online-Multiplayer spielt und eigentlich nie Co-Op, weil mir die Zeit dazu fehlt mir feste Zeiten mit Freunden auszumachen ist das Konzept von Crystal Chronicles schwer mit meinem Alltag vereinbar. Als es angekündigt wurde, habe ich trotzdem mit einer Mitschülerin ausgemacht, dass wir das ganze zusammen online spielen werden, da wir beide so tolle Erinnerungen mit dem Gamecube-Titel hatten und das nun wieder auferleben lassen wollten. Nach meiner Singleplayer-Anspielsession habe ich aber gemerkt, dass manche Spiele zwar damals super waren und ich auch noch heute schöne Erinnerungen mit ihnen verbinde, aber dass sie mich aber heute nicht mehr fesseln. Daher wird es wohl bei meiner ca. einstündigen Anspielsession bleiben. Macht nix, dann kann ich Tony Hawk spielen, das war damals geil und ist es heute immer noch.

  • Kugelwilli

    Turmbaron

    Das ist echt schade. Dass das Gameplay eher simpel ist, wusste ich aufgrund der Gamecube Version ja schon. Aber keinen lokalen Multiplayer anzubieten, bei den tollen Möglichkeiten der Switch? Traurig.

    Kaufe ich irgendwann mal, wenn es günstig wird. Aber so garantiert nicht.

    Schade, wie gesagt, denn ich fand das Spiel auf dem Gamecube echt gut. Kein Megakracher, aber es war ein sehr unterhsltsames Spiel.

  • Trybone1

    Turmknappe

    Zegoh das ist faktisch falsch. Die DLC-Waffen sind zwar sehr stark aber nicht die stärksten, da gibt's in den neuen endgamedungeons Waffen die um mehr als 10 Stärkepunkte besser sind.

  • Shulk meets 9S

    Meister des Turms

    Ja gut, Spiel war ja schon damals nix.

    Geld gespart

  • Zegoh

    Feuer ♥ Eis

    Trybone1 na gut, hab den neuen Content nicht gemacht, aber der Standardcontent hat nur schlechtere.

  • Darklink666

    Turmheld

    Linnea ist aber auch ein wenig Äpfel mit Birnen vergleichen. Das eine ist ein von vorn neu entwickeltes Remake, dessen erster Teil schon 4 mal so teuer als das komplette Remaster des gesamten Originalspiels ist, das andere ein Remaster eines über 15 Jahre alten Multiplayer-Titels.

  • Linnea

    △○╳□

    Darklink666

    Das ist sogar richtiges Äpfel mit Birnen vergleichen. :D

    Aber ich rede ja nicht davon was herausgekommen ist, sondern was hätte sein können.


    Es wirkt leider so, als hat man bei Square Enix von Anfang an nicht wirklich an diesen Titel geglaubt und nur die allernötigsten Ressourcen hineingesteckt. Der digital-only Release spricht ja bereits dafür, dass man halbherzig an die Sache gegangen ist.

  • Darklink666

    Turmheld

    Linnea

    Da geb ich Dir absolut recht. Ich hab gehofft, dass man sich mitlerweile vom "Couch-Koop spielt doch niemand mehr"-Gedanken verabschiedet hat.