Ein Basketball-Spiel par excellence!

Obwohl unser Team mittlerweile eine beachtliche Größe erreicht hat, hatte ich als einziges Basketball-affines Mitglied auch dieses Jahr die Ehre, den neuesten Ableger der NBA 2K-Reihe zu testen. Wie in jedem Jahr, stellt man sich auch dieses Mal als Konsument die Frage, inwiefern NBA 2K21 das Rad neu erfindet oder sich eben nur in Nuancen vom Vorgänger unterscheidet. Da man viele Teile unserer vorherigen Tests im Großen und Ganzen auf ein Neues übernehmen könnte, werde ich vor allem auf die wichtigsten Inhalte und Neuerungen eingehen, um letztlich zu beantworten, wem ich zum diesjährigen Kauf raten würde.


Auf ein Neues!


Das größte Hauptargument sich NBA 2K21 zuzulegen, ist wohl der "Meine Karriere"-Spielmodus. Wie in jedem Jahr erstellt man hier sein Alter Ego dank umfangreichem Editor und führt diesen an die Spitze der NBA. Eure Entscheidungen bezüglich der Körpergröße und des Gewichts sind hierbei jedoch nicht nur kosmetischer Natur, sie bestimmen auch eure individuellen Stärken auf dem Court. So haben beispielsweise Körpergröße und Armlänge direkten Einfluss darauf, wie treffsicher ihr bei Mitteldistanzwürfen seid. Zwar wird euer Charakter durch die Auswahl eurer Wunschposition auf dem Spielfeld vordefiniert, Einfluss auf seine Entwicklung habt ihr im Nachgang trotzdem.


Die Inszenierung der Spiele ist stets gelungen.

© Take-Two Interactive Software, Inc. / NBA Properties, Inc.

Mit diesem selbsterstellten Charakter erlebt ihr dann die Story von NBA 2K21. Unabhängig des Namens, welchen ihr vergebt, erlebt ihr die Geschichte von Junior, welcher der Sohn eines früheren berühmten und zugleich talentierten Basketballers ist. Die gesamte Geschichte baut auf diesem Plot auf, sodass ihr versucht, aus den großen Fußstapfen eures Vaters herauszutreten und selbst ein Erfolgsgarant zu werden. Insgesamt ist die Inszenierung der Geschichte wieder glaubwürdig und es macht Spaß, Junior auf seinem Weg zu begleiten, da vor allem die guten englischen Vertonungen die Zwischensequenzen bereichern. Anders als in den letzten Teilen der NBA 2K-Serie ist der Weg zum Erfolg jedoch ein längerer.


Eure Reise beginnt nämlich in der Highschool und ihr durchstreift dann das College-Leben, bevor ihr in die NBA gedraftet werdet. Diese Neuerung hat mir besonders gut gefallen, da man im Verlauf des Spiels vor neue Entscheidungen gestellt wird. Je nachdem wie gut ihr euch nämlich auf dem Feld schlagt, haben unterschiedliche Colleges Interesse an euch und später auch mehrere Teams der NBA. Ihr habt es somit selbst in der Hand, ob eure favorisierten Teams euch als Spieler wollen oder eben nicht.


Die größte Stärke der NBA 2K-Spiele ist für mich aber The Neighborhood bzw. im aktuellen Teil heißt die offene Spielwelt nur noch das Viertel. Dies unterscheidet sich grundsätzlich nicht von den Vorgängern, spielt dieses Jahr jedoch am 2K Beach. Hier könnt ihr euch durch eine halbwegs offene Spielwelt bewegen, in den unterschiedlichen Läden euren Charakter mit virtueller Währung verändern, neue Schuhe kaufen, euch ein Tattoo stechen lassen und vieles mehr. Doch auch auf andere Spieler trefft ihr hier, um auf einem der vielen Courts mit- und gegeneinander zu spielen. Zwar war während meiner Testphase noch relativ wenig los auf den Streitball-Plätzen, Spaß machten die Matches gegen reale Spieler aber ungemein. Nicht zuletzt, da ihr auch hier nach jedem Spiel virtuelle Währung erhaltet, die ihr entweder in euer Aussehen oder in die Verbesserung eurer Fähigkeiten investieren könnt. Darüber hinaus könnt ihr euch auch mit Plaketten ausstatten, welche weitere Vorteile für euren Charakter bringen. Diese gilt es jedoch erst durch eure Erfolge freizuschalten.


Die Entwicklung eures Charakters ist vielfältig.

© Take-Two Interactive Software, Inc. / NBA Properties, Inc.

Unverständlich ist jedoch für mich, warum man das Viertel nicht in die Story eingebunden hat. Möchte man dieses betreten, muss man entweder die Geschichte Juniors zu Ende spielen oder aber man überspringt seine Lebensphase auf der Highschool und im College komplett. Das empfinde ich als sehr schade, da gerade die Abwechslung aus dem Vorantreiben der Story und Spielen auf den Streetballplätzen eine riesige Stärke des Titels wäre. Ebenso nervig: Für den gesamten Meine Karriere-Modus wird eine Internetverbindung benötigt, auch wenn man nur die Geschichte weiterspielen möchte. Kurze Runden in der Bahn oder im realen Park sind somit unmöglich.


Der zweite interessante Spielmodus ist Mein Team. In diesem versucht ihr, mittels Kartendecks und Boosterpacks euer Traumteam auf die Beine zu stellen. Das Spielprinzip funktioniert sehr gut und wenn man einen der heißbegehrten Spieler erhält, ist die Freude groß. Leider wird für diese Überraschungspackungen so viel virtuelle Währung verlangt, dass man als Spieler schon fast dazu verleitet wird, sein hart verdientes reales Geld zu investieren. Diese Kritik wurde bereits im letzten Jahr laut und zieht sich auch durch NBA 2K21. Im Gesamten erhält man nämlich immer wieder den Eindruck, dass die Spielmechanik so konzipiert ist, den Spieler am Ball zu halten, indem man ihm Brotkrumen reicht. Diese motivieren gerade so dazu, weiterzumachen. Dies betrifft jedoch nicht nur den Spielmodus Mein Team, sondern auch Meine Karriere. Auch dort ist die Charakterentwicklung so geschaltet, dass alles sehr lange dauert.


NBA 2K21 bietet Spielspaß für hunderte von Stunden


Mit dabei sind natürlich auch wieder das schnelle Spiel, um sich mit seinen Freunden zu messen oder auch Meine Liga. In diesem Spielmodus könnt ihr entweder die Liga selbst nach euren Vorstellungen gestalten, in die Rolle eines Managers der NBA schlüpfen oder auch die Saisons der WNBA nachempfinden. Die Möglichkeiten sind auch dieses Jahr wieder gigantisch und können, sofern man sich gut im Bereich des Basketball und der NBA auskennt, hunderte von Stunden beschäftigen. Was man hier für die Nintendo Switch abgeliefert bekommt, ist vorbildlich!


Der 2K Beach in all seiner Pracht.

© Take-Two Interactive Software, Inc. / NBA Properties, Inc.

Zum Gameplay auf dem Spielfeld sei gesagt, dass man dieses erneut etwas umgekrempelt hat. So wurde der Pro Stick in diesem Jahr mit neuen Funktionen bereichert. Konnte man mit diesem in den letzten Jahren bereits einen Wurf ausführen, stehen einem in der Offense nun neue Möglichkeiten offen. Je nachdem wie man diesen nämlich bei Ballbesitz bewegt, sind unterschiedliche Dribblingmoves möglich. Tippt man dazu auch noch die Taste zum Sprinten, entfaltet sich das Repertoire noch weiter. Doch auch beim Wurf selbst hat der Pro Stick Veränderungen erfahren. Solltet ihr euch für einen Wurf mit dem Pro Stick entscheiden, erscheint ein Zielsystem, bei welchem ihr den Stick in die richtige Position bewegen müsst. Nur wenn euch das gelingt, wird eurer Wurfversuch ein Erfolg.

Nach einigen Spielstunden habe ich für mich persönlich festgestellt, dass ich den Pro Stick nur bedingt empfehlen kann. Die bessere Kontrolle über die Dribblingmoves empfinde ich als gigantisch und es macht Spaß, diese gezielt einzusetzen. Das Werfen hingegen ist mit dem Stick ein Tortur, weshalb ich weiterhin beim Wurf mittels Taste bleibe, um mich selbst etwas zu entlasten. Hier sollte man definitiv noch etwas nachbessern.


Technisch kann ich eigentlich nur meine Worte vom letzten Jahr wiederholen. Ich finde, NBA 2K21 sieht auf der Nintendo Switch fantastisch aus und die gesamte Inszenierung ist eine Wucht. Das Einlaufen auf das Spielfeld mit tollem Soundtrack und einer Fülle an Lichtern ermöglicht es einem, sich in die Situation hineinzuversetzen. Ebenso die tollen Zwischensequenzen und Charaktermodelle tragen hierzu bei. Leider Kommt es dann doch aufgrund der Fülle an Inhalten auf dem Bildschirm zu Rucklern, dies beschränkt sich jedoch rein auf die Sequenzen. Die Spiele selbst laufen wunderbar flüssig, sodass man mit NBA 2K21 das aktuell beste Basketball-Erlebnis auf der Nintendo Switch bekommt.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Maik Styppa-Braun

NBA 2K21 ist ein Traum für jeden Basketballer und jeden Fan der Sportart. Eine so realistische Inszenierung und Spielweise ist wirklich ein Brett. Gerade durch die Optimierung des Pro Sticks fühlt man sich noch mehr in das Spiel hineinversetzt, da man einfach jede Bewegung des eigenen Spielers im Griff hat. Zwar tendiere ich weiterhin zum Wurf mittels Tastendruck, Fans wird die neue Variante des Zielens trotzdem finden. Meine meiste Zeit habe und werde ich auch zukünftig aber wohl im Meine Karriere-Modus verbringen. Ich liebe es, an kalten Tagen auf den virtuellen Court zu gehen und andere herauszufordern. Leider steht man als jemand, der kein echtes Geld in die virtuelle Währung investieren möchte, vor einer riesigen Herausforderung, da die Entwicklung eures Charakters oder auch eurer Mannschaft in Mein Team unendlich lange dauert. Warum man bei einem Spiel, welches so viel Potenzial mitbringt, so sehr auf Mikrotransaktionen setzt, verstehe ich nicht. Trotz all der Kritik und kleinerer Schönheitsfehler bekommen wir aber das beste Basketball-Spiel auf dem Markt, bei welchem jeder zuschlagen sollte, der diese Sportart liebt.
Mein persönliches Highlight: Jede noch so kleine Verbesserung des eigenes Charakters.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

3 User haben bereits bewertet

Kommentare 13

  • Switch

    Turmheld

    Gibt es eine Demo?

    Ich würde es gerne mal probieren. Nur kaufen möchte ich es nicht direkt.

  • kirby7eleven

    Turmbaron

    Switch Ja (Wort3)

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Das Casino unter den Videospielen X/

  • Switch

    Turmheld

    @kirby7eleven


    Wort3 ? Ich stehe auf dem Schlauch.

  • billy_blob

    aka DelPadio

    Phantomilars


    In das Niemand gezwungen ist Geld zu investieren.

    Um den Spieler an sein Maximum zu treiben ist Training notwendig, mit Geld ist der Spieler nicht auf Allstar trimmbar.

    Man muss das Spiel tatsächlich spielen um besser zu werden ;)

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    billy_blob

    Es wird auch im Casino niemand offen gezwungen, Geld zu verlieren, das wäre Diebstahl. Problematisch wird es trotzdem, wenn Glücksspielmechanismen, die im Erwachsenen-Milieu Casino gezielt zum Einsatz kommen, zwecks Gewinnmaximierung auf Vollpreis-Videospiele übertragen werden, welche auch Kinder und Jugendliche konsumieren, die aus guten Gründen kein Casino betreten dürfen (in Deutschland z.T. bis zum 21. Lebensjahr). Der Vorgänger NBA 2k20 war in dieser Hinsicht ein schlimmes, abschreckendes Beispiel.

  • billy_blob

    aka DelPadio

    Phantomilars


    Im Casino hast du aber die Möglichkeit eines gewissen Ertrages. Der Ertrag wäre bei NBA, dass du einen Superstar Spieler hast wenn du es einsetzt. Und das ist definitiv falsch. Auch ein Pay2Win ist es nicht, da du wie geschrieben keinen Superstar Status hast mit Geldeinsatz. Du schaffst in insgesamt Stärke maximal 82 ab Tag 1 deinen Spieler zu pushen. Und das reicht Online bei weitem nich um mit den Cracks mitzuhalten.


    Um auf die ~99 Allstar Punkte zu kommen, musst du mindestens eine Saison gespielt und jeden Spieltag Trainingsmaßnahmen erfolgreich durchführen. Im Casino kannst du ohne Geld nichts machen.

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    billy_blob

    Es hat Gründe, weshalb beim Vorgänger vom „Casino-Debakel“ und einem diesbezüglichen Tiefpunkt der Videospielgeschichte die Rede war. Die Spiele liefern kein pures Pay2Win, sind allerdings für Vollpreistitel nach dem Urteil fast aller Rezensenten z.B. durch Fortschrittsabkürzungen mittels Echtgeld zu nahe dran. Alleine die Option ist bereits fragwürdig, um es höflich auszudrücken.

  • billy_blob

    aka DelPadio

    Phantomilars


    Natürlich wird das angekreidet. Fakt ist dennoch, du musst das Spiel spielen um Erfolg zu haben.

    Es zwingt dich Niemand an keiner Stelle echtes Geld auszugeben. Wenn man letztlich als Konsument auf der anderen Seite zu schwach wird und dafür Geld ausgeben will, bleibt jedem selbst überlassen.


    DLCs werden auch angeboten für Spiele, kaufen muss sie keiner.

    Da von Druck nur bei NBA zu sprechen, halte ich halt für äußerst fragwürdig.


    Ich spiele NBA schon seit etlichen Jahren und habe mich nie genötigt gefühlt extra Geld in den Ausbau meiner Teams oder Spieler zu stecken.


    Man sollte das Spiel zumindest mal im Kern selbst kennengelernt haben um wirklich von ner Ausbeutung zu sprechen.

  • Zero Tolerance

    Turmritter

    billy_blob finde ich gut das du das Thema Zwangs Kauf nochmal argumentativ in die korrekte Richtung lenkst.

  • Helsing

    Turmknappe

    Wieviel GB muss man sich bei der retail Version runterladen?

  • kirby7eleven

    Turmbaron

    Switch man muss mit mindestens 3 Worten antworten, sonst kann man nicht abschicken. Nach deinem Namen und der Antwort fehlte noch eines :)


    @Alle

    Diese lächerliche Casinosache kann ich nicht mehr hören. Das gerade die 2k-Reihe dafür so ungemein mehr als alle ähnlichen Systeme auf die Nase gehauen bekommt, ist unverhältnismäßig.

    Dazu kommt, dass man ohne Probleme seinen Spieler auch durch reines spielen pushen kann.


    Und noch viel wichtiger: es gibt so viel Inhalt und Modi in denen man nicht Mal die Option hat Geld auszugeben, so viel Inhalt würden sich andere Spiele wünschen.

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Zero Tolerance

    Niemand hat von „Zwangskäufen“ geredet, by the way. Das relativiert überhaupt nichts.