Unser Test zum Spiel: Big Catch Bass Fishing 2

Für mich gibt es nichts schöneres, als mich am Wochenende von jeglichem Stadtleben abzuwenden und an einem schönen See die Angelrute auszuwerfen. Wenn ich dann sonntags wieder daheim bin, fühle ich mich befreit und total entspannt! Okay, das war mehr als nur gelogen, aber das hinderte mich nicht daran, mich einmal mit der virtuellen Variante des Angelsports zu beschäftigen. Denn vor kurzem erschien für Nintendos Wii das Angel-Spiel Big Catch Bass Fishing 2, welches sogar Wii MotionPlus unterstützt. Also ab ins freudige Anglerleben...

Zu Beginn sucht ihr euch erst einmal aus, ob ihr mit einem männlichen oder weiblichen Angler über die Seen tuckern wollt. Natürlich nehme ich die Frau, schließlich ist diese echt scharf und irgendwie muss ich mich ja beschäftigen, während ich auf die Fische warte. Nun wird einem erst einmal die grundlegende Steuerung beigebracht und ihr lernt beispielsweise, wie ihr die Angelrute auswerft; so ist möglich, die Rute auf vier verschiedene Arten zu werfen. Die Unterschiede der Würfe sind gering, es bestimmt nur in gewisser Weise, wie weit ihr den Köder auswerfen könnt. Weitere Informationen wie zum Beispiel das Verhalten der Fische und wo sich diese so aufhalten, müsst/könnt ihr dann im Übungs-Modus nachlesen und ausprobieren. Ansonsten könnt ihr noch in den Optionen herumspielen oder euch eure Statistiken anschauen.

Wer sich jedoch direkt in das aufregende Leben eines Profi-Anglers stürzen möchte, beginnt mit dem Saison-Modus. Dieser ist eigentlich recht nett gemacht. Zu Beginn müsst ihr natürlich als Amateur ganz unten anfangen. Im Kalender gibt es deshalb auch erst einmal nur eine einzige Veranstaltung, die ihr besuchen könnt. Wenn ihr diese auswählt, werden euch Zeit und Ort angezeigt. Das ist besonders wichtig, was das Verhalten bzw. die Aufenthaltsorte der zu fangenden Fische angeht. Auch die Jahreszeit spielt eine wichtige Rolle. Insgesamt gibt es sieben verschiedene, auf realen Gewässern basierende Seen, welche sich in zu fangenden Fischarten und im Aussehen unterscheiden. Habt ihr euch durch das Menü geklickt, startet die Fischjagd. Auf dem See könnt ihr nun mit eurem Boot umherfahren oder direkt die Angelleine auswerfen. In den meisten Fällen wird das zweite aber nur zu wenig Erfolg führen, denn die Fische wollen erst einmal gefunden werden. Also tuckert ihr ewig über den See, bis ihr irgendwann einmal einen kleinen Guppi gefunden habt, den ihr nun versucht, an die Leine zu bekommen. Und genau da beginnt das Problem.

Die Steuerung in Big Catch Bass Fishing 2 ist, gelinde gesagt, grausig. Trotz der Unterstützung von Wii MotionPlus ist diese ungenau und hakelig. Sobald ihr euch für einen der Köder (von denen ihr übrigens wirklich viele freispielen könnt) ausgeworfen habt, liegt die Entscheidung bei euch selbst, ob ihr die Rute ruhen lasst oder ein wenig mit dem Köder umher zappelt, damit die Fische auf ihn aufmerksam werden. In den meisten Fällen bringt es mehr, ein wenig zu zappeln. Ist ein Fisch auf euch aufmerksam geworden, wird dieser direkt in den Fokus gerückt und mit etwas Glück wird er sich wie eine Horde Frauen im Sommerschlussverkauf auf den Haken stürzen. Ist dies geschehen, muss der Haken durch Schütteln der Wiimote fixiert werden. Nun beginnt das Leid: Es erscheint im unteren, linken Bildschirmbereich eine Angelrute, welche euch in etwa anzeigt, wie ihr gerade die Wiimote haltet. Doch wirklich darauf verlassen könnt ihr euch nicht, denn irgendwie funktioniert die Übertragung nur teilweise 1:1. Aber das ist ja noch ganz okay, da ihr lediglich darauf achten müsst, ob die Anzeige rot oder blau ist. Ist sie blau, könnt ihr gemütlich die Schnur einholen, wird sie jedoch rot, solltet ihr zusehen, dass ihr die Angelrute in eine andere Richtung haltet, um somit die Spannung zu verringern. Des weiteren bekommt ihr teilweise irreführende Befehle wie „Rute nach oben!“ oder „Rute nach unten!“ Ich gebe euch einen Tipp: Ignoriert sie! Es bringt eh nichts, sich daran zu halten, da in knapp 80% der Fälle die Schnur trotzdem reißt. Da kann man die Rute durch die Gegend werfen wie man will, es hilft alles nichts. Habt ihr es dann irgendwann einmal trotz der ganzen Schwierigkeiten mit der Steuerung geschafft, einen Fisch ins Boot zu bekommen, wird dieser gewogen und in eine Kategorie gesteckt (Ob er nun „Klein“, „Mittel“ oder „Groß“ ist).

Je mehr und je größere Fische ihr fangt, desto mehr Punkte erhaltet ihr in den Turnieren und steigt in der Rangfolge auf. Auch gibt es Auszeichnungen für besondere Leistungen. Holt ihr beispielsweise einen besonders großen Fisch an Land, wird dies mit einer Trophäe belohnt. Auch könnt ihr wie bereits erwähnt auf diese Weise nach und nach neue Köder freischalten. Im Großen und Ganzen ist der Turnier-Modus also ganz nett gestaltet. Falls ihr keine Lust habt, alleine zu spielen, gibt es übrigens auch den Online-Modus, in dem es möglich ist, mit bis zu drei anderen Anglern online um die Wette zu fischen. Ich hätte diesen Modus wirklich gerne einmal ausprobiert, aber egal wie oft und zu welcher Zeit ich es versuchte, ich konnte einfach keinen Gegner finden. Wenn jedoch einer eurer Freunde den Titel besitzt, könnt ihr mithilfe der Freundescodes (Juhu!) gegeneinander spielen. Lokal gibt es jedoch keinen Multiplayer-Modus.

Ich denke ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass der Titel mittelmäßiges PS2-Niveau erreicht hat. Zwar sehen die Umgebungen teilweise ganz schnieke aus und man hat sich wirklich viel Mühe gegeben, die Seen möglichst verschieden darzustellen und mit Leben zu füllen, aber dennoch funktioniert das nicht so richtig. Die eigenen Charaktere wirken hölzern und die Fische hätten ruhig auch noch ein klein wenig hübscher sein können. Nett finde ich jedoch solche kleinen Details wie versunkene Tretboote oder versteckte Fässer unter Wasser. Leider bricht die Bildrate des Titels des Öfteren mal ein.

Macht die Lautsprecher aus! Ernsthaft. Die Musik, die während des Fischfangens ertönt, ist so unglaublich nervtötend, dass es einem die restlichen Nerven, die man sich beim Herumärgern mit der Steuerung noch bewahren konnte, endgültig abtötet. Auch die Rufe der Charaktere nerven, da sie sich immer und immer wieder wiederholen.

Unser Fazit

2

Enttäuschend

Meinung von Eric Sohr

Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich mich ein klein wenig auf Big Catch Bass Fishing 2 gefreut hatte, da ich auf der PSX damals ein echt gutes Angel-Spiel besaß und tierisch viel Spaß damit hatte. Doch die verhunzte Steuerung hat das gesamte Spiel zerstört. Die Modi sind ja eigentlich ganz nett und die Grafik ertragbar. Wenn man dann den Ton ausschaltet, wäre der Titel doch recht gut. Aber dass man es geschafft hat, trotz WMP-Unterstützung den Spielspaß dank mieser Eingabe auf ein Minimum zu reduzieren, bricht dem Titel das Genick. Vielleicht sollte ich mich wirklich einmal für ein Wochenende zum Angeln an einen See begeben, um dieses Spiel zu vergessen...

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