Hüpft und springt mit einem flauschigen Etwas durch die Welt

Das Genre der Jump & Runs hat schon so einige Höhen und Tiefen miterlebt. Neben den Allzeit-Klassikern wie Super Mario Bros gesellten sich im Laufe der Jahrzehnte immer weitere Spiele dazu, die ihren Fokus jedoch anders gewichtet haben. Als Beispiel wären da zum Beispiel der Rätsel-Platformer Braid oder das herausfordernde Celeste zu nennen. Und dann gibt es da natürlich noch die Genrevertreter, die ihren Spielern alles abverlangen wollen, wie Super Meat Boy, welches 2010 viele Enthusiasten an den Rand des Wahnsinns getrieben hat. Zu letzterer Gattung gehört auch OkunoKA Madness, das euch und euer Können in Form einiger knackiger Herausforderungen auf die Probe stellen möchte. Ob dem Titel das gelingt oder er einfach nur eine Bauchlandung hinlegt, das soll im Folgenden näher erläutert werden.


Laser und stachelbewährte Wände sind nur einige der vielen Hürden

© Ignition Publishing

Um das Spielprinzip zu erklären, bedarf es nicht vieler Worte: Ihr steuert das Wesen Ka durch einzelne, insgesamt recht überschaubare Level und müsst dabei diverse Hindernisse überwinden. Dabei müsst ihr Abgründe überspringen, Wände hinaufspringen und tödlichen Geschossen ausweichen und das in einer teils hohen Geschwindigkeit und nur mithilfe einer ziemlichen Präzision. Und wie auch schon in Super Meat Boy werdet ihr dabei eine Vielzahl an virtuellen Toden sterben, ehe ihr das erlösende Levelende erreicht. Doch das ist nicht schlimm, denn OkunoKA Madness ist genau auf dieses Prinzip von Trial and Error ausgelegt, sodass ihr höchstens in den ersten paar Level das befriedigende Gefühl erleben werdet, gleich im ersten Anlauf das Ziel zu erreichen. Eine Geschichte hat das Spiel auch aber die ist vernachlässigbar und wird auch nicht wirklich vorangetrieben – zum Glück ist das auch nicht notwendig, um Spaß sowie eine gehörige Portion Frust zu erleben.


Die Schwierigkeitskurve steigt dabei recht moderat an, neue Hindernisse, Feinde oder Mechaniken werden euch Stück für Stück nähergebracht und in den weiteren Level immer häufiger eingesetzt. So ergibt sich ein insgesamt motivierendes Spielerlebnis, denn ihr werdet stets das Bedürfnis haben, euch an den neuen Hürden zu messen, um dann letztendlich auch erfolgreich daraus hervorzugehen. Im Allgemeinen verlangt euch das Spiel einiges an Genauigkeit und Timing ab, was im Laufe der Zeit immer mehr zunimmt bis zu eben jenen „magischen“ Momenten, in denen ihr immer und immer wieder das Zeitliche segnen werdet, nur um dann dieses wohlige Gefühl zu verspüren, wenn ihr eine besonders knifflige Stelle endlich überwunden habt. Zwischendrin werden die Spring- und Renneinlagen durch einzelne Bosskämpfe aufgelockert, die alle nach einem festen Schema ablaufen und letztendlich auch wieder bekannte Mechaniken aufgreift, die ihr zum richtigen Zeitpunkt anwenden müsst.


Wer eine extra Herausforderung sucht, der kann sich an den versteckten Extralevel versuchen.

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All diejenigen, die eine extra Herausforderung wünschen, können in den einzelnen Level zusätzlich noch nach versteckten Extras Ausschau halten. Denn dadurch lassen sich neue Charaktere freischalten, die allesamt mit ihren eigenen Besonderheiten daherkommen wie zum Beispiel der Fertigkeit, an der Wand kleben zu können. Somit könnt ihr für jeden individuellen Spielstil den entsprechenden Charakter verwenden – sofern ihr sie natürlich freigeschaltet habt. Zusätzlich gibt es für all diejenigen, die sich durch den Story-Modus gekämpft haben, noch den Madness-Modus, der noch viel schwierigere und fast unschaffbare Herausforderungen bereithält.


Spiele wie OkunoKA Madness leben von einer optimal umgesetzten Steuerung, die schnell auf jede eurer Eingaben reagiert. Leider schwächelt das Jump & Run rund um Ka an dieser Stelle ein wenig. Zu behaupten, die Steuerung wäre unzumutbar, ist übertrieben, allerdings hatte ich vor allem im Handheld-Modus öfters das Problem, dass das pelzige Wesen etwas verspätet auf meine Eingaben reagiert hat und dass es vereinzelt auch zu kleinen Rucklern kam, die gerade in den etwas temporeicheren Passagen dafür gesorgt haben, dass mein Fortschritt radikal gebremst wurde. Zum Glück war das eher die Ausnahme denn die Regel. Die Optik kommt in einer teils recht schrägen und bunten Comicgrafik daher, die mit ihren animierten Hintergründen durchaus zu gefallen weiß.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Florian McHugh

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich früher Super Meat Boy auf dem PC gespielt und vor lauter Frust und Verzweiflung fast meinen Controller in den Bildschirm gedonnert habe. Ein ähnliches Gefühl kam beim Spielen von OkunoKA Madness auf und das meine ich durch und durch positiv. Denn auch wenn die Level mitunter bockschwer sind und euch einiges abverlangen, gibt es wenig, was auch nur ansatzweise so befriedigend ist wie der Moment, in dem ihr eine extraschwere Hürde endlich gemeistert habt. Das erfordert natürlich eine gute Portion Geduld, denn das Jump & Run zehrt mit seinen vielen Fallen, Geschossen, Bossen und sonstigen Hürden mitunter ziemlich an euren Nerven. Wer solcherlei Spiele mag, der ist hier genau richtig, denn seit Super Meat Boy und den Angry Video Game Nerd Spielen habe ich lange nicht mehr so viel geflucht und gleichzeitig soviel Spaß gehabt.
Mein persönliches Highlight: Die Optik und die herausfordernden Level.

Die durchschnittliche Leserwertung

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