Miniaturautos auf der Rennpiste

In Rennspielen geht es darum, möglichst schnell und am besten vor den anderen Fahrern ins Ziel zu kommen. So selbstverständlich diese Erkenntnis auch ist, so groß sind doch die Unterschiede zwischen einzelnen Vertretern des Genres. Von auf Realismus getrimmten Simulationen wie Forza Motorsport bis hin zu Funracern wie dem allseits bekannten und beliebten Mario Kart-Franchise, in dem man mit Gegenständen auf seine Mitfahrer wirft, ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Umso schwieriger ist es für Neuzugänge, sich von der Konkurrenz abzusetzen.


Euer Fahrzeug steuert ihr ähnlich wie ein ferngesteuertes Auto.

© The Binary Mill

Die Macher von Mini Motor Racing X versuchen das mit einem recht einmaligen Konzept zu erreichen. Statt großen Fahrzeugen stehen die namensgebenden Miniaturautos im Mittelpunkt, die ihr durch ebenfalls beschaulich gehaltene Rennstrecken manövriert. Die insgesamt 50 verfügbaren Strecken sind dabei trotz ihrer Übersichtlichkeit abwechslungsreich gestaltet. So wechseln sich tropische Inseln mit Wüstenlandschaften und Hafengebieten ab und wirken so fast wie eine virtuelle Ausstellung von Miniaturmodellen. Dazu trägt auch die detailreiche Inszenierung mit verschiedenen Elementen wie herumfliegenden Reifen und ähnlichem bei.


Trotz des Miniaturformats bleibt der Titel an vielen anderen Stellen klassischen Vorlagen des Genres treu. So gibt es einen Karrieremodus, in dem ihr durch das Gewinnen von Rennen weitere Strecken freischaltet. Darüber hinaus habt ihr die Möglichkeit, mit verdientem Geld Verbesserungen für eure Fahrzeuge zu kaufen und so verschiedene Werte wie die maximale Geschwindigkeit, das Handling oder die Beschleunigung zu verbessern. Mit eurem Fahrzeug tretet ihr dann in den jeweils nur wenigen Augenblicke dauernden Rennen gegen die KI an. Wollt ihr euch lieber mit menschlichen Gegner messen, könnt ihr das auch online oder lokal tun. Wie in der Einzelspieler-Kampagne, bietet euch Mini Motor Racing X dabei die Wahl zwischen einem Classic Mode und dem Type X Mode. In ersterem sind mit Ausnahme einer Nitro-Funktion zusätzliche Funktionen ausgeschaltet, in Letzterem stehen euch, wie in Mario Kart, Items wie Schilde und Mienen zur Verfügung, mit denen ihr euch selbst schützen oder eure Gegner ausbremsen könnt.


Auf Wunsch könnt ihr beim Fahren auch in eine klassischere Ansicht wechseln.

© The Binary Mill

Eine Besonderheit des Spiels ist die Steuerung. Standardmäßig steuert ihr euer Fahrzeug nämlich aus einer angeschrägten Vogelperspektive. Auf diesen Perspektivwechsel musste ich mich erst einmal einlassen, er passt aber gut zum Konzept des Spiels. Denn dadurch bekommt man eher das Gefühl, mit dem Controller ein ferngesteuertes Miniaturauto zu steuern, als tatsächlich ein Rennspiel zu spielen. Dadurch bekommt Mini Moto Racing X durchaus seinen eigenen Charme, auch wenn sich der Effekt vergleichsweise schnell abnutzt. Wer es bevorzugt, kann aber auch in verschiedene alternative Ansichten wie eine Cockpit-Perspektive wechseln. Wenn ihr das tut, steuert sich das Spiel sehr klassisch. Auf ein Schadensmodell oder ähnliche Funktionen verzichtet das Spiel hingegen komplett. Hier kommt wieder die Metapher zum Miniaturauto zu tragen: Wenn man damit gegen eine Wand fährt, hat es vielleicht einen Kratzer, prallt aber einfach ab und fährt danach weiter.


In technischer Hinsicht leistet sich Mini Motor Racing X keine größeren Patzer, was angesichts der genügsamen Grafik aber auch nicht verwundert. Ihr bekommt eine stabile Bildwiederholrate und schnelle Ladezeiten geboten. Insgesamt ordnet sich das Spiel damit im soliden Mittelfeld ein. Neben der bereits erwähnten Steuerung ist noch zu erwähnen, dass das Spiel keine deutsche Sprachunterstützung anbietet. Das ist bei einem Rennspiel, in dem im Grunde alle relevanten Informationen über Abbildungen oder Tabellen visualisiert werden, aber auch kein größeres Problem. Der Soundtrack des Spiels ist ebenfalls durchschnittlich. Die einzelnen Stücke stechen im Grunde nicht hervor, die Klangkulisse ist aber zu keinem Zeitpunkt störend.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Adis Selimi

Mini Motor Racing X ist ein kurzweiliges Rennspiel, das vor allem mit der konsequenten Umsetzung der Miniaturauto-Idee punkten kann. Das Spiel steuert sich zumindest in der Standardansicht anders als die Konkurrenz und zwingt euch zum umdenken, was kurzfristig für Motivation sorgen kann. Langfristig kann aber, gerade aufgrund der kurzen Strecken und relativ bekannten Spielmodi, der Spielspaß unter mangelnder Abwechslung leiden. Dennoch lohnt sich ein Blick auf Mini Motor Racing X für Rennspiel-Freunde, die das Genre mal auf eine etwas andere Art präsentiert bekommen möchten.
Mein persönliches Highlight: Der interessante Perspektivwechsel in der Standardeinstellung.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 6

  • frechDAkkS

    Turmknappe

    Danke für den Test. Bin immer froh bebilderte Zeilen von euch zu lesen.

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Schöner Test. Das Spiel macht einen soliden Eindruck. Micro Machines fand ich damals ziemlich cool :)

  • Zach

    Turmritter

    Nicht schlecht, aber Hotshot Racing hat für mich erstmal Priorität.

    Vielleicht mal irgendwann im Sale.

  • Wowan14

    Gamer aus Leidenschaft

    Wieviele Power Ups bietet denn das Spiel genau oder ist die Zahl eher mager?

  • Fabinho84

    Turmbaron

    Zach HotShot Racing konnte ich jetzt schon im Gamepass spielen. Erwarte da kein neues Ridge Racer . Das hat eine extrem krasse Gummiband-Ki , die mich tierisch genervt hat. War da auch erstmal ziemlich gehypt und wurde eigentlich eher enttäuscht.War für mich solide,mehr nicht.Das sieht hier aber ganz spaßig aus

  • Zach

    Turmritter

    Fabinho84

    Danke für den Hinweis. 😉

    Das mit der Gummiband-Ki habe ich auch schon gehört, stört mich aber jetzt nicht so sehr.

    Da ein neues Ridge Racer wohl aber leider in diesem Leben nicht mehr erscheinen wird, nehme ich an guten Arcade Racern das, was ich kriegen kann.

    Und Hotshot Racing ist ja jetzt nicht die schlechteste Alternative. 🙂