Eine Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verlust

Mal wieder hatte ich das Glück und durfte mit Embracelet ein einzigartiges Spiel testen. Verantwortlich hierfür ist das Ein-Mann-Studio Machineboy, und was wir hier auf der Nintendo Switch abgeliefert bekommen, ist ein Must-Have für jeden, der auf Puzzle-Adventures steht. Warum ich so begeistert bin, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.


Die Geschichte von Embracelet dreht sich um den siebzehnjährigen Jesper. Dieser bekommt von seinem kranken Großvater ein geheimnisvolles Armband überreicht, durch welches er Gegenstände in seiner Umgebung beeinflussen kann. Ein anschließender Schicksalsschlag führt dann letztendlich dazu, dass Jesper, also ihr, die Insel Slepp aufsucht, auf welcher der Großvater aufgewachsen ist und das geheimnisvolle Armband fand. Konfrontiert mit den Themen Liebe, Freundschaft und Familie beginnt dort euer Abenteuer.


Früh im Spiel merkt man, dass sich Probleme anbahnen.

© Machineboy

Bis auf kurze Ausnahmen steuert ihr im gesamten Abenteuer Jesper durch die halboffene Spielwelt. Hierbei kontrolliert ihr ihn mittels linkem Analogstick und könnt mit dem A-Knopf mit Dingen oder Personen interagieren. Der rechte Analogstick dient dazu, euer Armband zu verwenden. Richtet ihr dieses nämlich auf bestimmte Gegenstände und betätigt anschließend den B-Knopf, könnt ihr ganze Felswände zerstören oder Satellitenschüsseln justieren. Die Kombination dieser Elemente macht einen der spielerischen Reize von Embracelet aus. Im Spielgeschehen könnt ihr euch das so vorstellen, dass ihr die Insel erkundet und dabei einer eurer Quests nachgeht, die ihr im Menü nachlesen könnt. Beispielsweise war ich auf dem Weg zum ehemaligen Haus von Jespers Großvater und fand ein Trockengestell für Fische. Dieses war jedoch in sich zusammengebrochen, sodass ich die einzelnen Teile mittels Armband aufrichtete und verband. Die Rätsel sind im gesamten Spiel ähnlich einfach gehalten, passen aber wunderbar in das gesamte Szenario und wirken an keiner Stelle fehl am Platz. Dies hängt aber auch mit der gut umgesetzten Steuerung zusammen, die euch alles ohne Probleme erleben lässt.


An dieser Stelle im Spiel musste man einen gestrandeten Wal zurück ins Meer befördern.

© Machineboy

Abheben kann sich Embracelet im Vergleich zu anderen Titeln des Genres aufgrund der Liebe, die offensichtlich in den Titel geflossen ist. Dies fängt beim Grafikstil an, welcher zwar einfach, jedoch gleichzeitig malerisch ist. Man fühlt sich durch diesen nicht nur in den Umgebungen wohl, sondern baut unheimlich schnell eine Verbindung zu den einzelnen Charakteren auf und das, obwohl jegliche Unterhaltungen nur textbasiert sind. Die deutsche Übersetzung ist bis auf wenige Rechtschreibfehler so fabelhaft umgesetzt, dass sie nicht nur unterhält, sondern auch fesselt. Man wird als Spieler ein Teil der Geschichte, da die Unterhaltungen sich sehr an alltäglichen Situationen des Lebens orientieren, sodass sie jeder nachvollziehen kann und selbst schon erlebt hat. Besonders spannend ist jedoch, dass ihr immer wieder vor Entscheidungen gestellt werdet, welche Einfluss auf das weitere Abenteuer haben. So habt ihr es beispielsweise in der Hand, ob Jesper auf Jungs oder Mädchen steht oder seine Kräfte zum Guten oder Schlechten nutzt. All dies fördert die Identifikation mit unserem Helden noch mehr. Man kommt jedoch auch immer wieder in die Bredouille, dass man nicht weiß, welcher Weg der richtige ist, und die Frage, was bei einer anderen Entscheidung passiert wäre, begleitet einen fortwährend.



Darüber hinaus tragen die Musikstücke zum einmaligen Spielerlebnis bei. Diese sind, wie auch der Grafikstil, so schön gestaltet, dass man sich gerne in diesen verliert. Hierzu schenkt euch das Spiel auch immer wieder Möglichkeiten. So konnte ich beispielsweise in einer Kirche Platz nehmen, der Musik lauschen und dabei Jespers innerste Gedanken nachvollziehen. Diese Möglichkeit war rein optional und trug nicht zum Verlauf der Geschichte bei, half mir aber, die für mich richtigen Entscheidungen im Spiel zu treffen. Ähnliche Situationen finden sich zuhauf, sodass man sich häufig wie in einer Lite-Version von Life is Strange fühlt. Die Spielzeit ist mit etwa fünf Stunden zwar nicht sonderlich lang, jedoch ereignisreich. Außerdem kann man das Spiel durchaus auch ein zweites oder drittes Mal spielen und andere Entscheidungen treffen. Diese sind zwar im Nachgang nicht lebensverändernd, für mich persönlich jedoch ein großer Motivationsschub für eine weitere Runde. Kritik muss ich zum Abschluss zwar in den Bereichen der Rätsel und gelegentlicher Bugs äußern, diese sind jedoch so marginal, dass ich eine klare Kaufempfehlung aussprechen kann.

Unser Fazit

9

Geniales Spiel

Meinung von Maik Styppa-Braun

Oh mein Gott, was bin ich glücklich, diesen Titel spielen zu dürfen. Meine Erwartungen waren zu Beginn eher moderat, da mich zwar der Stil des Titels ansprach, ich mir jedoch nur wenig unter der Geschichte vorstellen konnte. Dies änderte sich jedoch bereits nach den ersten dreißig Minuten, da man als Spieler von der Atmosphäre mitgerissen wird und man bei jeder möglichen Entscheidung Jespers hin und her überlegt, welchen Weg man einschlagen möchte. Zwar sind die Auswirkungen in den meisten Fällen nur kleine Tropfen auf dem heißen Stein, jedoch handelt es sich um Alltagssituationen, die wir alle kennen. Daher fühlt man mit Jesper mit und kann sich sehr gut in ihn hineinversetzen. Begleitet wird das gesamte Abenteuer durch die tolle melodische Untermalung, sodass es sich am Ende zwar um einen kleinen Titel handelt, welcher jedoch nicht weit von der Perfektion entfernt ist.
Mein persönliches Highlight: Die vielen Möglichkeiten im Spiel, die Atmosphäre zu genießen.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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