Bitte eine Münze einwerfen

Der Arcade-Racer Hotshot Racing ist genau das, was es sein möchte: Ein Arcade-Racer. Schon das Menü erinnert an einen Arcade-Automaten mit großen im Kreis drehenden Polygonobjekten, die eingeblendet werden, sobald ihr einen Menüpunkt auswählt. Immerhin gibt es in diesem Spiel keine Mikrotransaktionen, bei welchen ihr wie in Automaten „Credits“ kaufen müsst, um ein Rennen spielen zu können. Doch die positiven Dinge, die man an bekannten Klassikern wie Daytona USA kennt, sind in diesem Spiel vorhanden. Lasst ihr das Menü eine Weile lang unberührt, werden zufällige Rennszenen eingeblendet, ähnlich wie dies in einem Arcade-Automaten geschieht. Auch ein Countdown-Timer, der durch Checkpunkte wieder erhöht wird, ist in den Grand Prix-Rennen dieses Spiels gegeben. Läuft der Timer ab, ist das Rennen beendet und das Fahrzeug rollt ungesteuert geradeaus, bis es stehen bleibt. Nun seid ihr aus dem Rennen ausgeschieden und habt somit den letzten Platz erreicht, es sei denn es ist jemand anderes bereits ausgeschieden, dann platziert ihr euch vor diesen Spielern.


Sicherlich gefällt der Grafikstil nicht jedem, ich mochte ihn allerdings.

© Curve Digital

Der 3D-Polygon-Stil ist ziemlich bunt geworden, was vor allem durch die grafische Vielfalt der insgesamt 16 Kurse begünstigt wird. Die Kurse sind allerdings eine der größeren Schwächen des Spiels, denn diese sind wenig abwechslungsreich. Alle Strecken sind Rundkurse, wobei sich die Streckenabschnitte nie kreuzen, nur der Kurvenverlauf ist leicht verändert, sodass es irgendwie keinen Unterschied macht, welchen Kurs man spielt. Es wirkt leider so, als hätten die Entwickler nicht viel Zeit in das Streckendesign gesteckt, sondern die meiste Zeit damit verbracht, die Streckenabschnitte hübsch zu designen. Die Streckenverläufe nehmen nahezu nie einen vertikalen Verlauf, haben keine Rampen und spielen sich alle ziemlich gleich. Selbst die drei vorhandenen Strecken im originalen Daytona USA-Automaten haben mehr Abwechslung untereinander als die 16 Strecken in Hotshot Racing. Die Strecken können sowohl in der normalen als auch in der gespiegelten Variante gespielt werden. Da sich diese aber kaum voneinander unterscheiden, bringt auch der gespiegelte Modus nicht die gewünschte Abwechslung.


Insgesamt dürft ihr euch einen der 8 spielbaren Charaktere wählen, darunter sind neben sechs männlichen auch zwei weibliche Charaktere. Jeder Charakter hat eine Auswahl an vier Fahrzeugen, die beispielsweise auf skurrile Namen wie „Lichtstrahl“, „Sternenfeuer“ oder „Thunder“ hören. Die Fahrzeuge unterscheiden sich innerhalb dreier Charakteristika: Geschwindigkeit, Beschleunigung und Drift. Mit der Währung, die ihr nach gewonnenen Rennen verdient, könnt ihr euch Kostüme für die acht spielbaren Charaktere als auch individuelle Fahrzeugteile wie Motorhaube, Räder, Stoßstange und vieles mehr freischalten. Viele der Fahrzeugteile sind allerdings zunächst nicht verfügbar, denn sie müssen durch besondere Aufgaben verdient werden. Die Aufgaben klingen wie Achievements, einen großen Überblick über alle geschafften Aufgaben gibt es leider nicht, erst wenn ihr das entsprechende Fahrzeugteil über die verschachtelten Menüs auswählt, könnt ihr sehen, welche Aufgabe für das Fahrzeugteil nötig ist und wie viel ihr davon bereits geschafft habt. Mich hat es zumindest nicht motiviert, denn Polygonbauteile fürs Auto sind nicht vergleichbar mit dem Tunen eines Fahrzeugs in realistischen Rennspielen wie der Forza- oder der Need for Speed-Serie.


Ein Arcade-Racer, der so sehr an einen Arcade-Automaten erinnert


Doch das Wichtigste an dem Spiel sind selbstverständlich die Rennen, die sich je nach Schwierigkeitsstufe unterschiedlich schnell anfühlen. Mit den Schultertasten könnt ihr Gas geben und Bremsen, mit der A-Taste den aufladbaren Boost ausführen und mit der X-Taste Perspektiven wechseln. Es gibt mehrere Perspektiven, ob aus dem Innenraum in der Ego-Perspektive, der Motorhaubenperspektive oder einfach der Verfolgerperspektive, man kann so spielen, wie es einem lieb ist. Ob mit einem Joy-Con, zwei Joy-Con, dem Nintendo Switch Pro Controller oder auch Bewegungssteuerung, ihr dürft frei wählen, wie ihr am liebsten spielen möchtet. Die Steuerung der Rennkarren funktioniert direkt und das Spiel läuft sehr flüssig. Drückt ihr die beiden Schultertasten gleichzeitig, driftet euer Fahrzeug, was euch nicht nur durch enge Kurven bringt, sondern auch gleichzeitig die Boost-Leiste auflädt. An sich sind die Rennen, wie man es von Arcade-Racern gewohnt ist – schnell und bunt. Technische Probleme gibt es dabei absolut nicht, das Spiel läuft sehr flüssig auf der Nintendo Switch-Konsole und vor allem der Vibrationsmotor sorgt für ein tolles Rennerlebnis. Spielt ihr allerdings im Splitscreen-Modus, läuft das Spiel statt in 60 nur noch mit 30 Bildern pro Sekunde, um das Rennen stabil zu halten.


Der Modus Fahren oder Platzen macht im Mehrspielermodus riesengroßen Spaß.

© Curve Digital

Vier unterschiedliche Renntypen sind in dem Spiel vorhanden. Schon zuvor habe ich den "Arcade-Modus"erwähnt, in dem ihr Rennen mit einem Countdown-Timer fahrt, welcher bei jedem Checkpoint erhöht wird. Dieser Modus kann sowohl als Einzelrennen ausgewählt, aber auch im "Grand Prix-Modus" gespielt werden. In den Einzelrennen sind aber zwei weitere Modi spielbar und zwar "Räuber & Gendarm" sowie "Fahren oder Platzen". Während sich im ersten Modus Räuber gegen die Gendarm ein spannendes Gefecht liefern und die Polizeiautos die Räuber in schnellen Rennen ausschalten müssen, geht es bei Fahren oder Platzen darum, eine gewisse Mindestgeschwindigkeit zu halten. Hält man diese nicht, geht das Auto zunehmend kaputt, nach mehreren Sekunden unter der Mindestgeschwindigkeit scheidet ihr aus dem Rennen aus. Beide Modi sind spaßig und besonders dafür geeignet, einen lustigen Abend mit den Freunden im Split-Screen-Modus zu verbringen. Der vierte Modus, den ich noch nicht erwähnt habe, ist der Modus "Zeitfahren". Hier könnt ihr gegen den Geist eines Spieleentwicklers antreten oder sogar in der Weltrangliste gegen den Erstplatzierten Fahren. Dieser Modus ist allerdings nur im Einzelspielermodus spielbar.


Übrigens, das Spiel hat einen voll funktionalen Online-Modus, nur es gibt dort einen Haken: Dieser wird kaum gespielt und es ist sehr schwer, Gegenspieler zu finden. Ich habe mit Glück einige Runden ausprobieren können und diese funktionierten sehr gut, allerdings habe ich nie ein Rennen unter Volllast mit der maximalen Anzahl an echten Spielern spielen können. Ihr könnt sowohl durch die schnelle Suche als auch durch das Erstellen oder Suchen einer Lobby in Online-Partien antreten. Wollt ihr mit Freunden zusammenspielen, dann könnt ihr euch über eine private Lobby verabreden. Schade ist es, dass das Spiel keine Cross-Play-Funktionalität besitzt, so hätte man sicherlich leichter andere Spieler finden können.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Ilja Rodstein

Hotshot Racing ist definitiv kein schlechter Arcade-Racer. Die Entwickler haben sich wirklich ins Zeug gelegt, das Spiel so authentisch wie möglich an Arcade-Automaten anzulehnen. Die Rennen sind schnell, sie sind bunt und vor allem sehr flüssig, denn Hotshot Racing läuft butterweich auf der Nintendo Switch-Konsole. Die größte Schwäche des Spiels ist die Abwechslung, denn die 16 Strecken des Spiels spielen sich allesamt sehr ähnlich und auch die freischaltbaren Objekte interessieren nur die, die auf Fahrzeugkosmetik stehen. Einer schönen Splitscreen-Partie mit Freunden steht dies wiederum nicht im Weg und so könnt ihr eure Freunde ins Boot holen und sowohl online als auch offline packende Rennen spielen. Einzelspieler werden bei diesem Spiel allerdings nur eine begrenzte Zeit Spaß haben, schließlich sind aufgrund von fehlender Crossplay-Funktion kaum reale Gegner online zu finden und auch offline mangelt es an Abwechslung, die nur zwischendurch begeistern kann.
Mein persönliches Highlight: Die Details, mit denen die Entwickler versucht haben, den Titel an einen Arcade-Automaten anzulehnen.

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 8

  • ernie76

    Turmknappe

    Ich liebe das Game! Habe es letze Woche mit zwei Kumpel zusammen gezockt und wir hatten echt verdammt viel Spaß damit. Was mir allerdings bei den Strecken fehlt, ist ein deutlich ausgeprägteres "Auf und Ab". Die Strecken wircken alle recht "Platt", da wäre es schön, mal nen Berg rauf un Runter zu fahren.

  • Heldissimo

    Turmritter

    Ein Remake von Ridge Racer Type 4 oder eine Vollwertige Fortsetzung wären mega.

  • Zach

    Turmritter

    Der Scheiß kann RidgeRacer nicht das Wasser reichen!


    Auf meiner Einkaufsliste steht Hotshot Racing aber trotzdem noch. 🙂

  • contier

    Turmknappe

    Hab es mir vor einer Weile für die PS4 gekauft und total bereut. Die KI ist furchtbar. Total aggressiv und es ist quasi nicht möglich, mal ein wenig Vorsprung herauszuholen. Die größte Enttäuschung jedoch: Onlinerennen sind nicht möglich. Nicht einmal habe ich mehr als einen anderen Fahrer getroffen, vier sind aber mindestens nötig, damit man ein Rennen fahren kann. Spiel wurde dann wieder gelöscht.

  • Ninjasexparty

    Turmbaron

    Ich habe es im Gamepass ausprobiert. Weder Optik noch Gameplay sagen mir zu. Da war Chase Horizon Turbo deutlich besser wenn man einen Retroflair Arcaderacer zocken möchte :)

  • alfalfa

    Turmfürst

    Werde es auch mal im Game Pass antesten, obwohl es mir optisch überhaupt nicht gefällt.

  • ernie76

    Turmknappe

    Also ich kann einige Meckerer hier nicht verstehem. Das ein 90er Arcade Style Racer auch eine Gummiband K.I. hat, sollte eigebtlich jedem klar sein, man ist das nur halt nicht mehr gewohnt.

    Was das Online Rennen angeht, so muss ich sagen, das auf der Switch die Server ständig voll sind und man schnell dazustoßen kann. Mann sollte hal auch auf RANKED rennen gehen.

  • Tomek2000

    Meister des Turms

    Danke für den ausführlichen Test. Ich werde dem Spiel eine Chance geben..