Wer weniger stöhnt, verliert

Smoots World Cup Tennis ist nach Smoots World Summer Games das zweite Spiel der Smoots-Reihe, welches auf der Nintendo Switch erscheint. Der Vorgänger brachte Cartoon-Figuren mit etwas interessant geformten Köpfen in unterschiedliche Sportspiele, in diesem Titel hier liegt der Fokus auf der Sportart Tennis. Alleine wenn man den Begriff „Tennis“ in der Suche vom Nintendo eShop eingibt, werden 23 vollwertige Spiele ausgespuckt. Dies ist eine ganze Menge und man muss sich schon richtig Mühe geben, um die anderen zu übertreffen. Zu dem bekanntesten Titel gehört Mario Tennis Aces, welches sich weitaus mehr als 2,5 Millionen Mal verkaufen konnte, zumindest ist ein Publikum vorhanden, was gerne Tennisspiele spielt.


Den Punkt habe ich wohl gesichert.

© Jandu Soft

Schon mal vorab: Das Spiel ist ziemlich voll mit Bugs, so reagieren manchmal Menüpunkte nicht, in der Auswahl des Charakters springt der Cursor in eine andere Richtung als angegeben. Mit etwas Pech könnt ihr das Spiel nicht fortsetzen, wenn ihr das Pausenmenü betretet, weil die Tasten nicht mehr reagieren und ihr nicht auf "Fortsetzen" drücken könnt. Auch wenn einige der Spielfehler mit einem ersten Patch auf Version 1.0.1 während meiner Testphase behoben wurden, sind die schlimmsten Spielfehler immer noch da. Sowas hätte einfach nicht sein müssen und lässt mich mit einem sehr betrübten Eindruck zurück.


Insgesamt stehen in diesem Spiel drei Modi im Startmenü zur Auswahl: Freundschaftsspiel, Turnier und Story. Mit bis zu vier Spielern an einer Konsole könnt ihr euch in Tennispartien stürzen. Im Freundschaftsspiel wählt ihr einen der 24 abwechslungsreichen Charaktere. Darunter humanoide Figuren wie ein Clown, ein Zombie, ein Zyklop, aber am meisten kann man sich zwischen unterschiedlichen Menschen entscheiden. Darunter findet man alle Geschlechter, Hautfarben und Charaktertypen. Das Freundschaftsspiel könnt ihr nicht nur im 1-gegen-1-Modus spielen, sondern eigentlich auch im 2-gegen-2-Modus, nur blöd, dass ich durch einen Bug kein Spiel im Einzelspielermodus starten kann, sondern nur, wenn ich zwei Controller mit der Nintendo Switch verbinde, ärgerlich. Ihr habt beim Freundschaftsspiel die Auswahl zwischen verschiedenen Tenniscourts, die sich allerdings nur in der Spielfeldfarbe unterscheiden. Abgesehen davon dürft ihr noch die Zählweise der Partie einstellen und die Schwierigkeit der KI zwischen drei Stufen auswählen.


Wie können nur so fehlerhafte Spiele im Nintendo eShop landen?


Vom Gameplay her ist dieses Spiel gar nicht mal so gut. Die Steuerung ist fragwürdig und fühlt sich nicht so direkt an, wie ich es von anderen Spielen kenne. Manchmal stehe ich perfekt und schlage trotzdem nicht an den Ball. Wie in vielen Tennisspielen habt ihr auch hier die Auswahl zwischen drei unterschiedlichen Tasten, um eine von drei unterschiedlichen Schlagarten auszuführen. Durch eine Anzeige wird euch geholfen, wo der Ball, der gerade auf euch zurast, zunächst landen wird. Spielt der Gegner einen Stopball, seht ihr es erst, wenn er einmal den Boden berührt hat. In vielen anderen Spielen sieht man es durch bestimmte Farbindikatoren, um welchen Schlag es sich handelt. So werdet ihr öfters überrascht, dass der Ball dann doch an einer Stelle stehenbleibt. Versteht mich nicht falsch, man gewöhnt sich schon an dieses Spielprinzip, doch das Spiel fühlt sich einfach extrem simpel an und es fällt schwer, einen Grund im Gameplay zu finden, dieses Spiel anderen Tennisspielen vorzuziehen.


Gegen Zombiehorden müsst ihr hier auch antreten.

© Jandu Soft

Der Turniermodus weitet das Freundschaftsspiel etwas aus und macht daraus einen Turnierbaum, der mit dem Viertelfinale beginnt und nach drei Spielen endet. Interessanter wird dabei allerdings der Story-Modus, der nicht nur aus einfachen Tennispartien beziehungsweise Turnieren besteht, sondern dieser erlaubt euch sogar einen eigenen Charakter zu gestalten. Ihr reist dabei über den Globus und wählt zwischen unterschiedlichen Stadien aus. Dort spielt ihr viele Turniere, doch zwischendurch dürft ihr auch einige witzige Minispiele ausprobieren, die zusätzliche Abwechslung mit sich bringen. So müsst ihr beispielsweise in einem Minispiel Zombies mit Feuerbällen abschießen, damit diese nicht das Netz erreichen, in einem anderen Minispiel müsst ihr Seehunde füttern, die auf der anderen Seite des Spielfeldes stehen. Auch wenn diese Modi für eine kurze Zeit Spaß machen, retten sie allerdings nicht das sonst ziemlich langweilige Spiel.


Grafisch ist das Spiel nicht besonders, die Texturen sind ziemlich unscharf, allerdings stört es nicht unbedingt beim Spielen. Schlimmer sind dabei die Soundeffekte des Spiels, denn jeder Charakter muss bei jedem Schlag unfassbar laut in einer Quietschstimme stöhnen und jeder Charakter hört sich dabei einfach gleich an, egal welches Geschlecht. Das geht unglaublich auf die Nerven, hat mich aber zumindest zu Beginn zum Schmunzeln gebracht, da es einfach bescheuert klingt.

Unser Fazit

3

Eher nicht überzeugend

Meinung von Ilja Rodstein

Macht einen großen Bogen um das Spiel, denn nicht nur das Gameplay reicht aus, um das Spiel nicht zu empfehlen, nein, auch die vielen Spielfehler sprechen von einem sehr halbherzigen Nintendo Switch-Port. Die Tennismatches spielen sich super schwammig und auch die Abwechslung in diesem Spiel ist quasi nicht vorhanden. Und auch wenn das Spiel günstiger als 10 Euro ist, selbst kostenlos bietet dieses Spiel keinen Spaß.
Mein persönliches Highlight: Das übernatürlich laute Stöhnen der Charaktere hat mich anfangs zum Lachen gebracht, allerdings wurde es mit der Zeit nur noch furchtbar nervig.

Die durchschnittliche Leserwertung

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