Autobots vs. Decepticons

Wenn ihr mich fragt, würde ich mich selbst als einen großen Transformers-Fan bezeichnen, auch wenn mein Interesse nach dem Aus von Hauptdarsteller Shia LaBeouf ab dem vierten Kinofilm meine Euphorie deutlich geschmälert hat. Nichtsdestotrotz faszinieren mich die riesigen Autobots und ihr Kampf auf der Erde gegen die Decepticons, weshalb ich sehr gespannt auf die Umsetzung von Transformers: Battlegrounds war. Wie gut mir der doch eher an jüngeres Publikum gerichtete Ausflug gefiel, erfahrt ihr in meinem Test.


Die Erde als Schauplatz eines intergalaktischen Krieges!


Die Geschichte, die Transformers: Battlegrounds erzählt, ist eine stets bekannte. Autobots und Decepticons stehen sich mal wieder auf der Erde gegenüber und es gilt, in der Rolle der Autobots den Allspark vor Megatron und seinen Anhängern zu schützen. Ihr als Spieler übernehmt dabei die Rolle der Autobots jedoch nur indirekt, da ihr einen Menschen verkörpert, welcher zwischen die Fronten gerät und ab dann aus der Luft die rundenbasierten Kämpfe des Strategie-Titels plant, um den Allspark zu schützen.


Im Abenteuer trefft ihr auf bekannte Gesichter.

© Hasbro / Outright Games

Richtig gelesen: Transformers: Battlegrounds ist ein rundenbasiertes Strategiespiel, auch wenn das die ersten Bilder und Trailer zum Titel nicht eindeutig zeigten. In den Kämpfen, die euch durch die gesamte Galaxie führen, müsst ihr Bumblebee, Grimlock, Windblade und weitere Autobots dabei unterstützen, siegreich aus den Kämpfen gegen die Decepticons hervorzugehen. Das Spielprinzip ist dabei auf ein angenehmes Minimum beschränkt, um es zugänglicher für die Zielgruppe zu machen.


In den einzelnen Spielrunden verfügen eure Autobots jeweils über drei Aktionspunkte. Diese können entweder in die Bewegung auf dem Spielfeld oder in einen eurer Angriffe investiert werden. Die Entscheidung, ob ihr alle Punkte in einen großen Bewegungsradius investiert oder einige übrig lasst, um bestimmte Angriffe auszuführen, liegt dabei bei euch. Für den Angriff stehen euch insgesamt drei unterschiedliche Fähigkeiten zur Verfügung, wobei zwei dieser Angriffe nochmals über jeweils eine Verstärkung verfügen. Je nach Stärke und Reichweite eurer Angriffe kosten diese ein bis drei Aktionspunkte, woraus sich im Zusammenspiel mit eurer Bewegung die grundlegenden taktischen Elemente des Titels ergeben. Aktionspunkte, welche ihr nicht investiert, verfallen im Übrigen nicht, sondern werden einer Leiste zugefügt, welche euch zwei verschiedene Spezialattacken ermöglicht, je nachdem, ob die Leiste zur Hälfte oder komplett gefüllt ist.


Aus der Vogelperspektive plant ihr eure nächsten Schritte.

© Hasbro / Outright Games

Weitere taktische Finesse bieten die einzelnen Schlachtfelder selbst. So könnt ihr hinter Gebäuden in Deckung gehen, für zusätzlichen Schaden Fahrzeuge zum Explodieren bringen oder die Decepticons mit euren Angriffen gegen Wände schleudern. Die Position eurer eigenen Spielfiguren sollte dabei immer gut überlegt sein, da man auch seine Mitstreiter im Kampf verletzen kann. Je nachdem, welchen Autobot ihr steuert, könnt ihr die Hindernisse auf den Karten auf unterschiedliche Weise überwinden. Während Windblade Häuser einfach überfliegt, muss sich Grimlock im Schneckentempo um diese herum bewegen.


Aufgebaut ist die gesamte Geschichte aus kurzen Missionen, welche in mehrere Akte eingeteilt sind. Dabei muss man zwar auf spannende Zwischensequenzen verzichten, aber nichtsdestotrotz wird mittels kurzen Gesprächen zwischen den Charakteren eine nette Story erzählt. Überraschend gut gefällt mir dabei, dass alle Hauptcharaktere mit deutscher Sprachausgabe daherkommen, was den Spielspaß enorm steigert. Leider sind die Missionen insgesamt wenig abwechslungsreich, sodass man meist einfach alle Gegner besiegen oder eine bestimmte Zone erreichen muss. Erst im weiteren Verlauf kommen spannendere und auch forderndere Missionen hinzu, welche mir gut gefallen haben.


Neben den Missionen erhaltet ihr außerdem die Möglichkeit, neue Fähigkeiten für eure Autobots zu erwerben, um sie nach euren Bedürfnissen anzupassen. Jeder von ihnen verfügt nämlich über ein eigenes Repertoire an Fähigkeiten, sodass man sie in typische Klassen wie Tank oder Krieger einteilen kann. Wirklich tiefgründig sind eure Optionen hierbei zwar nicht, wenn man jedoch die geplante Zielgruppe im Auge behält, passt diese Vorgehensweise sehr gut zum Spiel.


Vor jeder Mission könnt ihr einen Blick auf eure Autobots werfen.

© Hasbro / Outright Games

Technisch ist Transformers: Battlegrounds eine solide Sache. Die Hauptcharaktere sind gut in Szene gesetzt und man hat gute Arbeit bei ihrem Detailreichtum geleistet. Anders sieht es jedoch bei den einzelnen Umgebungen und euren Feinden aus. So wiederholen sich innerhalb eines Kapitels viele Elemente der Schauplätze und auch eure Feinde unterscheiden sich bis auf die Bossgegner nur wenig. Dafür stimmen die deutsche Sprachausgabe, Framerate und musikalische Untermalung.


Für weiteren Spielspaß soll außerdem der vorhandene Mehrspieler-Modus sorgen. In diesem kann man auch die Seiten wechseln und in der Rolle der Decepticons den Autobots das Leben schwer machen. Hierbei trifft man auf klassische Vertreter wie Deathmatch oder Capture the Flag, welche jedoch an das Setting von Transformers angepasst wurden. Spaß machen diese zwar, können aufgrund fehlender Online-Anbindung aber nicht auf Dauer überzeugen.


Insgesamt könnt ihr euch je nach Spielweise und Alter auf ein Abenteuer einstellen, welches gute 10–15 Stunden unterhält, wenn man sich etwas Zeit lässt. Erfahrene Spieler werden hierbei zwar nicht wirklich auf ihre Kosten kommen, Spaß macht der Kampf zwischen Autobots und Decepticons trotzdem. Für ein jüngeres Publikum, welches mal einen Zeh ins kalte Wasser halten möchte, kann ich Transformers: Battlegrounds daher vollends empfehlen.

Unser Fazit

7

Spaßgarant

Meinung von Maik Styppa-Braun

Der ein oder andere Leser würde mich bei den folgenden Zeilen vermutlich gerne lynchen, doch Transformers: Battlegrounds ist im Kern ein solides Spiel. Das Strategie-Genre wird schön an das Setting der Transformers angepasst und es spielt sich insgesamt sehr rund. Natürlich fehlt eine wirkliche Spieltiefe und der beigefügte Mutliplayer ist nur nette Beikost, da er auf Dauer nicht fesselt. Trotzdem erhalten vor allem jüngere Spieler eine gute Möglichkeit, in den Sektor der rundenbasierten Taktikspiele einzusteigen, da es gerade durch seine minimalistische Spieltiefe einen angenehmen Start ermöglicht. Wer jedoch nach dem nächsten Abenteuer à la Fire Emblem sucht, wird am Ende enttäuscht, da Transformers: Battlegrounds dann doch eine andere Art Spiel ist.
Mein persönliches Highlight: Der sanfte Einstieg und die tolle deutsche Synchronisation.

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 3

  • dr.retro

    Retrogamer aus Leidenschaft

    Ich bin ja der Meinung, Fans der TF-Movies sollten eingepfercht werden, aber dann kommt zumindest ein positiver Test dabei raus. ;) für mich ein Pflichtkauf, so oder so.

  • Hightower76

    Turmritter

    Schade, ich hatte gehofft, es wird mein neues Xcom 3.

  • playersdestiny

    DestinysPlayer

    Macht einen soliden Eindruck. Besser als vermutet. Auf jeden einen Blick wert. Danke für den Test :)