Mit ganz viel Köpfchen und wenig Talent – wenn Alpakas Fußball spielen

An Fußball scheiden sich gerne die Geister. FC Bayern oder Borussia Dortmund? Messi oder Cristiano Ronaldo? Bundesliga oder Premier League? Auch im Videospielbereich gehen die Meinungen auseinander. Insbesondere FIFA und Pro Evolution Soccer streiten sich hier um die Gunst der Spieler. Nun schickt Entwickler Salt Castle Studio einen neuen, unscheinbaren Mittbewerber auf das Feld – und dieser galoppiert mit niedlichen Alpakas und ohne Rücksicht auf Verluste in Richtung Spielfeld. Alpaca Ball: Allstars prügelt sich zwar nicht um den Titel des besten Sportspiels auf der Nintendo Switch, setzt als Party-Spiel jedoch auf jede Menge Spaß mit Alpakas, Chaos und so etwas Ähnlichem wie Fußball. Eins sei vorweg genommen: So verrückt sich die Idee von fußballverrückten Alpakas anhört, so kurios ist der Titel auch. Dieser definiert das Fußballspiel auf der Nintendo Switch zwar nicht neu, dennoch ist der Titel so dubios und fragwürdig, dass es schon wieder eine Sache für sich ist. in dem Spiel nehmt ihr augenscheinlich die Rolle eines Alpakas ein und versucht, mit den langen Hälsen der liebenswürdigen Tiere den Ball ins gegnerische Tor zu schießen – beziehungsweise zu köpfen. Bis zu acht Spieler können an dem eigenwilligen Fußballspiel teilnehmen.


Alpakas mit Hüten – und Bomben.

© Salt Castle Studio

Das Spielprinzip selbst ist grundsätzlich altbekannt. Um mehr Tore als euer Gegner zu schießen, stehen euch verschiedene Schusstechniken zur Verfügung, ihr könnt sprinten, aber auch hüpfen. Das Fußballspiel kann an dieser Stelle auch durchaus rabiat werden, klassische Regeln wie Abseits, Foulspiel oder ähnliches gibt es nicht. Euer Ziel liegt klar auf der Hand: befördert den Ball in das gegnerische Tor – auch wenn ihr euren Gegner dafür brutal wegrammen müsst. Und so kommt es im Laufe des Spiels nicht selten vor, dass Alpakas durch das Stadion fliegen oder bewusstlos in der Ecke liegen. Allerdings erschweren nicht nur eure Gegner das Toreschießen. In den insgesamt 11 Stadien, die mal auf Lava gebaut oder mal vereist sind, gilt es euer Talent unter Beweis zu stellen – wovon eure Alpakas leider nicht ganz so viel besitzen. Zudem ist das eigentliche Spielgerät auch nicht immer ein klassischer Fußball. So schwingen eure Tierchen auch gerne ihre Hälse in Richtung Volleyball, Würfel oder Bombe. Um der Kuriosität noch einen drauf zu setzen, gibt es verschiedene, zufällig auftauchende Items, die euer Alpaka beispielsweise schrumpfen lassen oder mit einem extra langen Hals ausstatten. Ihr merkt schon, in Alpaca Ball: Allstars ist fast alles möglich.


Leider ist die Steuerung insgesamt ein wenig träge. Sucht ihr ein Fußballspiel, bei dem ihr den Ball punktgenau zum Mitspieler oder Richtung Tor schießen könnt, dann werdet ihr an dieser Stelle nicht glücklich werden. Tatsächlich ist es nämlich ein wenig schwieriger als man anfangs denkt, mit den Hälsen der Tiere den Ball genau so zu treffen, wie man es denn möchte oder überhaupt könnte. Auch die Physik ist an manch einer Stelle fragwürdig und lässt durchaus auch mit ein wenig zweifelhaftem Glück Tore zustandekommen. So kommt es beispielsweise vor, dass ein Ball, der eigentlich Richtung gegnerisches Tor befördert wurde, nach unzähligen Bandentreffern auf einmal ins eigene Tor rollt. Wenn urplötzlich ein Alpaka durch das Spielfeld fliegt, man den Ball eigentlich nur noch ins leere Tor einschieben muss, aber kläglich scheitert oder alle Alpakas mal wieder gegenseitig die Köpfe gegeneinander hauen, statt den Ball zu treffen, dann kann dies je nach Spielstand unfassbar lustig oder absolut nervig sein. Insbesondere im Mehrspielermodus resultiert dadurch oftmals ein Schützenfest nach dem anderen.


In Alpaca Ball: Allstars können die Alpakas ein ganz schön loses Mundwerk haben.

© Salt Castle Studio

Neben dem genannten Mehrspielermodus könnt ihr noch einen zweiten Modus auswählen: den Karrieremodus. Wie bei den meisten Sportspielen fällt auch dieser eher dürftig aus. Besagter Modus ist nicht wirklich ausgefallen und ihr wandert letztendlich nur von Gegner zu Gegner, um diese der Reihe nach zu besiegen. Dennoch eignet sich der Modus gut, um ein erstes Gefühl für das Spielprinzip und die verschiedenen Umgebungen beziehungsweise Spielgeräte zu erhalten. Und auch wenn die Geschichte hinter Alpaca Ball: Allstars nicht wirklich außergewöhnlich ist, konnte diese bei mir an einer Stelle ein wenig punkten: Die Charaktere, die ihr im Laufe des Karrieremodus kennenlernt, haben nämlich gerne den einen oder anderen Spruch auf den Lippen. Und so konnte mich der Modus – bedingt durch die eigenwillige Erzählweise – an der ein oder anderen Stelle zum Lachen bringen.


Die Grafik des Titels ist vollkommen ausreichend. Insbesondere die verschiedenen Stadien unterscheiden sich deutlich voneinander. So seht ihr beispielsweise ein mit Alpaka befülltes Londoner Stadion, spielt am Machu Picchu oder inmitten eines Regenwalds in der Nähe des Amazonas. Während des Geschehens werdet ihr durchgehend von einer passenden, unbeschwerten Hintergrundmusik begleitet. Auch wenn sich diese sehr gut in die allgemeine Stimmung des jeweiligen Fußballspiels einfügt, kann sie auf Dauer leider ein wenig anstrengend werden.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Maja Schenk

Nein, Alpaca Ball: Allstars hält keine nächsten Cristiano Ronaldos oder weitere Weltfußballer bereit. Dafür aber niedliche Alpakas, die vollends motiviert sind, sich um das nächste Tor zu prügeln. Der Titel verfügt weder über eine wirklich präzise Steuerung noch über eine ausgefallene Story. Stattdessen entstehen Tore gefühlt nach dem Glücksprinzip und sehr viel Chaos ist auch noch involviert. Unterdessen setzt der Titel auf ein gewisses Maß an Dubiosität sowie eine fragwürdige Physik und beschert euch hiermit den einen oder anderen Lacher, wenn mal wieder ein Alpaka plötzlich durchs Stadion fliegt. Insbesondere mit Freunden macht der Titel durchaus Spaß und sorgt tendenziell für Schützenfeste. Letztendlich spielen die Alpakas grundsolide in ihrer eigenen Liga.
Mein persönliches Highlight: Das große Chaos auf dem Spielfeld.

Die durchschnittliche Leserwertung

0 User haben bereits bewertet

Kommentare 1

  • Ralf74

    Turmheld

    Schade, hatte mich sehr auf das Spiel gefreut, aber gerade das mit den Glückstoren klingt nicht besonders toll. :(

    Danke für den Test!