Willkommen im intergalaktischen Schlachthaus

Disc Room, was im ersten Moment vielleicht an einen Sammlerraum randgefüllt mit DVDs oder sonstigen Datenträgern denken lässt, entpuppt sich allerdings als eine Räumlichkeit voller tödlicher Sägeblätter. Denn irgendwo in der Umlaufbahn des Jupiters tauchen plötzlich diese verheerenden Scheiben auf, nun liegt es an einem heldenhaften Retter, diese zu untersuchen. Natürlich sollte im vornherein klar sein, dass es keine gute Idee ist, sich stark zirkulierenden Sägeblättern in den Weg zu stellen, doch das wird der Held früh und schmerzlich genug am eigenen Leib erfahren. Auch wenn die Geschichte im Laufe des Spiels mit kleinen Comicbildern fortgeführt wird, kann man diese getrost ausblenden, das Hauptaugenmerk liegt klar auf dem Gameplay.


Nur keine falsche Bewegung: Manche Räume sind vollgestopft mit tödlichen Kreissägen.

© Devolver Digital

Dutzende von einander abgetrennte Räume warten darauf, aus einer Vogelperspektive erkundet zu werden. In jedem dieser Areale müssen bestimmte Missionen abgeschlossen werden, um Zugang zum Nächsten zu erhalten. Meistens reicht es aus, eine gewisse Anzahl an Sekunden am Leben zu bleiben. In anderen Fällen sammelt ihr im Raum verteilte Kugeln auf oder müsst euch auf allen Leveln verteilt von einer vorgegebenen Anzahl an unterschiedlichen Sägeblättern mindestens einmal zerfetzen lassen. Während die ersten Räumlichkeiten noch sehr einfach zum Einstieg sind, zieht der Schwierigkeitsgrad später enorm an, der Held wird öfter qualvoll durch Zerstückelung das Zeitliche segnen, als ihm lieb sein dürfte. In späteren Arealen wimmelt es nur noch so von Sägeblättern, denen mit sehr viel Geschick und Fingerspitzengefühl ausgewichen werden müssen. Beim kleinsten Kontakt verstümmelt das tapfere Männlein in mehrere Einzelteile, Blut inklusive. Jedoch ist die Gewaltdarstellung nicht zu übertrieben dargestellt, optional kann der rote Lebenssaft auch komplett ausgestellt werden.


Trotz der ständigen Tode im Sekundentakt kamen bei mir jedoch nie Frustgefühle auf. Jedes weitere Ableben steigerte sogar meine Motivation, einen erneuten Versuch zu wagen und nach und nach immer länger zu überleben. Die Steigerungskurve ist merklich spürbar und lässt euch daher nicht den Controller wutentbrannt gegen eine Scheibe klatschen, sondern motiviert immer und immer wieder für einen weiteren Versuch. Hilfreich ist vor allem, dass nach jedem Ableben keine Ladezeiten zusätzlich bestrafen, innerhalb eines Bruchteiles einer Sekunde seid ihr direkt wieder in der Gefahrenzone.


Wer hat das Licht ausgemacht? In diesem Areal seid ihr stellenweise blind unterwegs.

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Zudem lassen sich mehrere Fähigkeiten freischalten, unter anderem kann der Held kurzzeitig dashen, um durch Sägeblätter hindurch zu gleiten oder er kann die Zeit verlangsamen. Diese Fähigkeiten lassen sich bequem vor Beginn eines Levels auswählen und erleichtern das Ausweichen, jedoch kann nur eine gleichzeitig aktiviert sein. Vorsicht walten lassen solltet ihr jedoch bei der Verdopplungsfähigkeit, vervielfältigt ihr euch zu oft, zwingt es die Nintendo Switch etwas in die Knie.


Die Entwickler haben eine beträchtliche Anzahl an verschiedenen Sägen eingebaut, von sehr großen zu winzig kleinen, dem Helden folgenden oder Scheiben, die plötzlich in hoher Geschwindigkeit vorpreschen. So tummeln sich insgesamt mehr als 60 verschiedene Sägeblätter durchs Spiel. Noch hinzugesellen sich „Bossgegner“, direkt kämpfen kann der Held zwar nicht, dennoch kann er dem Gegner Schaden zufügen, indem er auftauchende Kugeln aufsammelt. Auch Highscore-Fans kommen voll auf ihre Kosten: Die Bestzeiten der Entwickler werden für jeden Raum angezeigt. Könnt ihr diese schlagen? Nach beenden des Spiels wird zudem ein noch schwierigerer Modus freigeschalten, der wirklich für die Hardcore-Gamer ist. Allerdings werden nicht viele Stunden benötigt, bis ihr den zusätzlichen Modus freischaltet, so war ich nach ca. zwei Stunden bereits dort angelangt. Der Soundtrack bietet futuristische Beats, die sich perfekt für das Weltraum-Setting eignen. Allen voran die Titelmusik sticht positiv heraus.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Johannes Bausch

Disc Room ist ein sehr herausforderndes, aber gleichzeitig unglaublich motivierendes Spiel, das euer Fingerspitzengefühl auf die Probe stellt. In Dutzenden in sich abgeschlossenen Räumen ziehen tödliche Kreissägen ihre Bahnen, um euch wie in einem Schlachthaus in alle Einzelteile zu zerfetzen. Perfekte Ausweich-Skills sind der Schlüssel zum Sieg, um lange genug zu überleben, damit ihr weitere Areale freischaltet. Zusätzliche Fähigkeiten bringen noch etwas taktische Würze hinzu, so wird die Spielgeschwindigkeit für kurze Zeit verlangsamt oder ihr könnt durch Sägen hindurch sprinten. Trotz des hohen Schwierigkeitsgrades kommt aber selten Frust auf und bietet sich vor allem für Highscore Fans an, immer höhere Bestzeiten zu erlangen. Leider ist das Game nicht allzu lange und nach ca. zwei Stunden habt ihr bereits den schweren Modus freigespielt. Vor kurzem gab es noch einen Fehler, der das Spiel zum Abstürzen gebracht hatte, dieser wurde nun aber durch ein System-Update behoben.
Mein persönliches Highlight: Die Vielfalt der Kreissägen.

Awards

Spiele-Hit

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