Viva el Presidente!

Wenn ich König von Deutschland wär, ja dann würde ich natürlich alles besser machen. Den Armen ginge es gut, die Reichen würde ich dazu bringen, dass sie ihr Vermögen freiwillig mit allen teilen, Arbeitslosigkeit wäre ein Fremdwort und das Motto im Allgemein wäre „Liebe und Frieden und so“! Da ich aber nicht der König von Deutschland bin, muss ich meine Ambitionen wohl erst einmal auf eine kleine Bananenrepublik beschränken. Da hab ich auch deutlich mehr Freiheiten und mit so Kinkerlitzchen wie freien Wahlen oder Anti-Korruptions-Gesetzen muss ich mich auch nicht herumschlagen! Klingt schon deutlich verlockender, was? Denn all dies verspricht euch Tropico 6 von Kalypso Media und ob der Titel seine Versprechen halten kann oder wir es hier nur mit billiger Propaganda zu tun haben, das verrate ich euch im folgenden Test.


Diktator oder geliebter Staatsführer? Es liegt ganz bei euch.


Die Tropico-Serie kann mit ihren fast zwanzig Jahren bereits auf einige Titel zurückblicken. Mittlerweile wurde auch der sechste und damit neueste Teil auf die Nintendo Switch geportet. Seit der Erstling 2001 auf dem PC erschienen ist, schlüpfen Aufbaustrategen immer wieder in die Rolle des El Presidente, seines Zeichens Führer des kleinen und fiktiven Inselstaates Tropico. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Serie natürlich stetig weiter entwickelt und konnte sich immer großer Beliebtheit erfreuen – verspricht doch bereits die grundlegende Prämisse eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Aufbauspielen. Denn anstatt ein mittelalterliches Dörfchen, eine Metropole oder einen Dino-Park hochzuziehen, stapelte Tropico seit jeher etwas tiefer und beschränkte sich darauf, euch als Spieler über eine kleine Bananenrepublik herrschen zu lassen. Dass das nicht weniger herausfordernd ist und mitunter andere, ganz neue Probleme mit sich bringt, muss natürlich nicht extra erwähnt werden. Zusammen mit dem recht augenzwinkernden und satirischen Humor, der sich stets an aktuellen politischen und popkulturellen Themen orientiert hat, ergab sich so eine Mischung, die eine kleine Nische zwischen all den damaligen großen Namen errichten konnte.


Von eurer Präsidentenvilla aus lenkt ihr den Inselstaat Tropico.

© Kalypso Media

Und auch im neuesten Ableger hat sich am grundlegenden Spielprinzip wenig geändert. Ihr verkörpert weiterhin die sagenumwobene Gestalt des El Presidente und sollt euren kleinen Inselstaat von der Kolonialzeit bis in die Moderne zu einer ernstzunehmenden Macht aufbauen. Doch bevor ihr überhaupt erst damit beginnt, will das Spiel von euch wissen, wer „El Presidente“ eigentlich ist. Und so gelangt ihr in einen recht überschaubaren Editor, in dem ihr neben dem Geschlecht, der Frisur, der Haut- und Haarfarbe sowie Kleidung auch Charaktereigenschaften wählt, die euch gewisse Vor- und Nachteile bringen. Seid ihr etwa Charmant, dann habt ihr bei zukünftigen Verhandlungen mit Supermächten ein leichteres Spiel, seid ihr eher korrupter Natur, geht gerne mal etwas mehr Geld auf euer privates Konto in der Schweiz – dafür nehmt es ihr es dann aber mit der Sicherheit nicht ganz so ernst. Die optische Gestaltung eures Alter Egos ist dabei zumindest theoretisch nicht ganz irrelevant, da ihr als Führungsgestalt auch über eure Insel wandern und Gebäude besuchen könnt. Wieso das in der Praxis dann wiederum fast ad absurdum geführt wird, dazu komme ich im Technikteil dieses Tests.


Neulingen wird zu Beginn ein recht umfangreiches und gut gestaltetes Tutorial angeboten, in dem euch euer loyaler, ewig verehrender und immerzu ehrlicher Berater Penultimo euch darum bittet, dass ihr ihn in die hohen Künste des Regierens einweiht. Das Tutorial gibt schon einmal einen guten Vorgeschmack auf den folgenden Humor des Spiels, in dem natürlich alles und wirklich alles, was ihr anfasst, richtig ist und all eure Kritiker, inklusive eventueller hungriger oder heimatloser Bürger, nur nicht euren großen Plan verstehen. Habt ihr dann die Grundlagen des Spiels erlernt, bleiben euch zwei weitere Spielmodi zur Auswahl: Der Sandbox-Modus, in dem ihr euren Inselstaat von der Kolonialzeit an errichtet und lenkt, sowie die Missionen. Letztere werfen euch in unterschiedliche Szenarien, die allesamt eine kleine Geschichte erzählen. So dürft ihr in der ersten Mission die Anfänge von El Presidente und sein Zusammentreffen mit Penultimo nacherleben. Danach habt ihr stets die Wahl zwischen mehreren unterschiedlichen Missionen, von denen jede einen anderen Schwerpunkt setzt. Mal sollt ihr euch entscheiden, ob ihr die Prohibition in Amerika ausnutzt, um mit Rumschmuggel einen ordentlichen Reibach zu machen, oder ob ihr den Alliierten dabei helft, den dafür verantwortlichen Kartellboss dingfest zu machen. Eine andere Mission verlangt wiederum von euch, zu einem Zufluchtsort für Freibeuter zu werden und ein wieder anderes Szenario verlangt von euch, den „wahren“ Kommunismus auszurufen und einen kommunistischen Staat aufzubauen. Bei all diesen Missionen beginnt ihr meistens mit einer bereits errichteten Anzahl an Gebäuden und erhaltet Aufträge, die es zu erfüllen gilt. Das macht den Missions-Modus gerade für Einsteiger etwas attraktiver, da man ein festes Ziel hat, auf das man hinarbeiten kann und bei dem kleinere Schnitzer gerne mal verziehen werden.


El Presidente hält ihre Staatsrede – während ein Feuer wütet und ihre Umfragewerte im Keller sind.

© Kalypso Media

Wer jedoch die komplette Freiheit in Sachen Gestaltung und Aufbau seines eigenen Inselstaates haben möchte, der kommt nicht um den Sandbox-Modus herum. Hier entfaltet das Spiel seinen ganzen Reiz und euch wird, je nach Schwierigkeitsgrad, eine ordentliche Herausforderung erwarten. Zu Beginn steht erst einmal das Ziel, die Unabhängigkeit auszurufen, denn während der Kolonialzeit seid ihr noch nichts weiter als ein einfacher Gouverneur der englischen Krone und müsst dieser gefallen, damit ihr eure Amtszeit übersteht und verlängert kriegt. Ganz nebenbei beginnt ihr dann, euch mit den Revolutionären anzufreunden, der anfangs einzigen Fraktion im Spiel, bis ihr euch letztendlich eure Freiheit entweder erkauft oder blutig erkämpft. Bereits diese erste Phase zeigt recht anschaulich, dass Tropico euch in vielerlei Hinsicht die Wahl darüber lässt, wie ihr spielen wollt. Denn kaum seid ihr zum El Presidente aufgestiegen, gilt es eine Verfassung auszuarbeiten, in der ihr anfangs festlegt, wer in eurem Staat alles wählen darf und wie ihr zum Thema Militär und der inneren Sicherheit steht. Wer will, kann bereits hier einen drakonischen Tyrannen verkörpern, bei dem nur die Reichen wählen dürfen oder aber ihr lasst jeden Bürger wählen und verzichtet als Pazifist auf jegliche Gewalt – sei es militärisch oder polizeilich.


Von hier an werden eure Aufgaben jedoch auch immer mehr, denn nun liegt die Zukunft Tropicos ganz in euren Händen und auch wenn ihr natürlich unfehlbar seid, heißt das nicht, dass das eure Bevölkerung oder der Rest der Welt ebenfalls so sieht. Und so gilt es, eure Bevölkerung mit Nahrung, Arbeit und einem Dach über dem Kopf zu versorgen und sie auch noch bei Laune zu halten, denn unzufriedene Inselbewohner neigen eher dazu, sich einer Rebellion anzuschließen. Um all das zu bewerkstelligen, braucht ihr natürlich Geld und das könnt ihr zum einen durch laufende Einnahmen auf eurer Insel decken, wie zum Beispiel in Form von Mieten, Einnahmen von Tavernen oder kulturellen Gebäuden. Eure Haupteinnahmequelle wird jedoch stets der Handel sein, denn als Inselstaat könnt ihr Waren anbauen, die im Rest der Welt recht begehrt sind und auf Handelsrouten exportiert werden können. Und als ob das nicht schon genug wäre, gibt es spätestens ab dem zweiten Spielabschnitt, dem Weltkriegs-Zeitalter, diverse weitere Fraktionen, die um euren Einfluss buhlen und mit denen ihr es euch nicht verscherzen solltet. Da wären die inseleigenen Fraktionen, wie zum Beispiel die Kommunisten, die Religiösen, Militaristen oder die Kapitalisten, um nur ein paar zu nennen. Diese kommen alle naturgemäß mehr oder weniger gut miteinander aus und verlangen immer wieder Gefälligkeiten von euch, wie den Bau bestimmter Gebäude. Als Belohnung winken verschiedene Extras, zum Beispiel Rufpunkte bei der jeweiligen Fraktion, Blaupausen für neue Gebäude oder schnödes Geld, um eure Staatskasse aufzufüllen. Zusätzlich gibt es dann noch die Supermächte, die sich im Laufe der Spielabschnitte verändern und zu Beginn noch aus Alliierten und Achsenmächten und im Kalten Krieg aus dem Ostblock und dem Westen bestehen. Auch diese Fraktionen wenden sich immer wieder an euch und mit ihnen solltet ihr es euch auf keinen Fall verspielen, denn ansonsten habt ihr im schlimmsten Fall eine Invasionsstreitmacht vor den Toren.


Unser Inselimperium umfasst hier mehrere Eilande, deren Ressourcen wir schöpfen.

© Kalypso Media

Ihr seht also, ihr seid stets gefordert und Faktoren wie aufkommende Kriminalität, die ihr entweder fördern oder bekämpfen könnt, Piratenüberfälle, ausbrechende Feuer oder Nahrungsknappheiten gestalten euren Herrscher-Alltag nicht gerade einfacher. Zusätzlich müsst ihr immer euer Konto im Auge behalten, denn wenn die Finanzen nicht stimmen, können keine neuen Gebäude errichtet werden, was wiederum zur Unzufriedenheit eurer Bevölkerung führen kann, was wiederum … ihr wisst schon. Doch zum Glück steht euch als El Presidente auch die eine oder andere Möglichkeit zur Verfügung, die unsere Bundeskanzlerin zum Beispiel nicht abrufen könnte. So steht euch ein ziemlich vertrauenswürdiger Geselle namens „The Broker“ zur Seite, der euch einige zwielichtige Möglichkeiten bietet. Beispielsweise könnt ihr mit Geld von eurem Schweizer Bankkonto, dass ihr füllt, indem ihr Einnahmen eures Staates für euch selbst abzwickt, eure Beziehung zu den Supermächten verbessern oder neue Blaupausen für Gebäude freischalten und noch viel mehr. Wer dann noch einen Schritt weitergehen will, der kann auch Piraten anheuern, die auf Raubzüge gehen oder im extremen Fall sogar Wahrzeichen aus anderen Ländern klauen – wer wollte nicht schon immer mal das Brandenburger Tor in der Karibik besuchen?


Von Beginn an steht euch bereits eine große Menge an Gebäuden zur Verfügung, die sich in unterschiedliche Kategorien wie Produktion, Transport, Kultur, Militär, etc. einteilen lassen. Doch nicht alle sind von Anfang an nutzbar, viele müssen erst über Blaupausen freigeschaltet werden, die ihr entweder über den Broker, Raubzüge eurer Piraten, Forschung oder ganz einfach mit Geld freischalten könnt und die euch allesamt spezielle Boni spendieren oder euch neue Rohstoffe sowie Produktionsgüter herstellen lassen. Um euch möglichst vielfältig in Bezug auf potentielle Handelsware aufzustellen, werdet ihr früher oder später selbst die entlegensten Winkel eurer Insel ausbeuten oder gar auf ein anderes Eiland expandieren, was dank des neuen Features, endlich Brücken bauen zu können, recht mühelos gelingt. Davon ab gilt es, die einzelnen Gebäude eurem eigenen Spiel- und Regierungsstil anzupassen: Totalitäre Herrscher errichten lieber einen Schutz- und Wachturm mehr und sperren unliebsame Bürger ins Gefängnis oder weisen sie in die Irrenanstalt ein, während eher liberale und bürgernahe Herrscher die freie Presse fördern und alles dafür tun, dass die Bevölkerung gebildet ist. Um all dies zu festigen, könnt ihr zusätzlich sogenannte Verordnungen bestimmen, die euch gewisse Boni und Mali geben. So könnt ihr zum Beispiel das Kindergeld einführen oder jedem Bewohner ein Auto spendieren, was eure Beliebtheit zwar steigert, jedoch die Staatskasse ordentlich belastet. Oder ihr führt eine Vermögenssteuer ein, was gut Geld bringt und die Kommunisten erfreut, euch jedoch den Zorn der Kapitalisten sichert. Oder ihr geht einen ganz radikalen Schritt und verhängt das Kriegsrecht, was zukünftige Wahlen komplett außer Kraft setzt und euer Militär verstärkt – inklusive einer 15 % höheren Gefahr, dass eure Bürger zu aktiven Rebellen werden und sich gegen euch stellen. Solche Verordnungen lassen sich dann in Bibliotheken erforschen, welche wiederum nur von gebildeten Bürgern geleitet werden können. Was? Ihr habt keine? Dann müsst ihr wohl oder übel auf ausländische Fachkräfte ausweichen, die wiederum extra Geld kosten und auch den Unmut der Landbevölkerung mit sich bringen können. Und dann müsst ihr euch irgendwann auch mit der Frage auseinandersetzen, wie ihr den Tourismus fördern und verhindern wollt, dass die Besucher von Übersee nicht gleich die ganzen Slums auf eurer Insel zu Gesicht bekommen …


Piraten greifen unsere Verteidigungsanlagen an. Kommen sie durch, wird erst einmal fröhlich geplündert.

© Kalypso Media

Ihr seht schon, Tropico 6 bringt einige Stolpersteine mit sich, die euch das Leben ziemlich schwer machen können. Was nun recht überwältigend klingt, ist jedoch gar nicht so schlimm, wie man meinen möchte. Denn durch die unterschiedlichen Spielabschnitte ist stets dafür gesorgt, dass ihr nicht bereits von Anfang an überfordert werdet. Während der Kolonialzeit müsst ihr euch nur mit wenigen äußerlichen Einflüssen herumschlagen und während der Weltkriegsphase werdet ihr euch auch noch nicht mit dem Thema Tourismus befassen müssen. So gelingt es dem Spiel, euch behutsam und Schritt für Schritt mit neuen Herausforderungen vertraut zu machen und immer mehr Elemente hinzuzufügen, um die ihr euch kümmern müsst. Das sorgt für einen vergleichsweise ruhigen Start, der euch nicht gleich die Motivation raubt – gerade wenn ihr zuerst die Missionen spielt. Davon abgesehen müsst ihr in Tropico 6 jedoch stets die euch zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um die aktuelle Lage auf eurer Insel zu erfassen. Ihr könnt jederzeit nachsehen, wie die grundlegende Stimmung in eurem Staat ist, wie viele Arbeitslose ihr habt, wie hoch die Kriminalität ist und ob es euren Bürgern an etwas mangelt. Und das solltet ihr in regelmäßigen Abständen tun, denn das Spiel selbst mischt sich nur in ganz extremen Situationen ein und meldet sich dann zu Wort, etwa wenn ein Großteil eurer Bevölkerung ohne ein Dach über dem Kopf ist. Die Verantwortung, stets den Überblick zu behalten liegt dabei stets bei euch.


Spielerisch bringt Tropico 6 einiges an Abwechslung mit sich, doch wie steht es um die technischen Aspekte? Bevor ich mich der Grafik und der Performance widme, sollen ein paar Worte zur Bedienung und Steuerung verloren werden. Aufbauspiele haben ihren Ursprung auf dem PC, wo sie mit Tastatur und, vor allem, mit der Maus bedient werden, und darauf sind Spiele wie Tropico auch ausgelegt. Wie ist also die Portierung auf die Controller der Nintendo Switch gelungen? Mittelprächtig. Während die Kameraführung und die Baunavigation tadellos funktioniert und auch schnell in Fleisch und Blut übergeht, kränkelt die Steuerung in Sachen Menüführung und immer dann, wenn es darum geht, präzise zu arbeiten. Um genauer zu sein: Immer dann, wenn ihr Gebäude oder, noch schlimmer, Straßen an einer bestimmten Stelle platzieren wollt, gerät das jeweilige Unterfangen zu einer vorsichtigen Zitterpartie, denn die Analogsticks der Joy Con oder auch des Pro Controllers sind allesamt nicht so genau und präzise, wie ich es mir gewünscht hätte. Es kam öfters vor, dass ein Gebäude, kurz bevor ich den Bestätigungs-Knopf gedrückt hatte, noch im letzten Moment verrutscht ist oder ich den Analogstick so friemelig hin und her bewegen musste, dass ich fast verzweifelt bin. Selbiges gilt für die einzelnen Untermenüs, wo man mitunter auf recht kleine Schaltflächen drücken muss und immer wieder Gefahr läuft, dass diese mit einem Druck zu viel übersprungen werden, da hilft dann auch die optionale Touch-Steuerung im Handheld-Modus nicht viel. Hier kränkelt Tropico an denselben Problemen, das viele andere Aufbauspiele auf Konsolen ebenfalls haben. Grafisch kann das Spiel leider auch keinen Schönheitspreis gewinnen. Vor allem im Handheld-Modus fällt die Optik sehr pixelig und grobkörnig aus. Man kann zwar alles problemlos erkennen, schön ist aber etwas anderes. Im Docked-Modus fällt die Grafik deutlich besser aus, dafür durfte ich hier gelegentliche Ruckler und Stotterer feststellen, die im Handheld-Modus nicht auftraten. Natürlich kann man auf der Nintendo Switch keine High-End Grafik erwarten, doch hier wäre bestimmt trotzdem mehr drin gewesen. Die deutsche Übersetzung des Spiels ist eine ziemliche Geschmackssache. Die Sprecher liefern allesamt eine gute Arbeit, allerdings sind die Charaktere, die sie sprechen, ganz im Stil des Humors, ziemlich überzogen und sprechen mit einem Akzent, der mir nach einer Weile ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Aber das ist definitiv Geschmackssache.

Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Florian McHugh

Tropico 6 ist eines dieser Aufbauspiele, die mir auch mal eine etwas andere Herangehensweise erlauben. Meine Leute sind unzufrieden mit mir und meine Zustimmungswerte für die nächste Wahl im Keller? Kein Problem! Ich besteche einfach das Wahlkomitee und lasse mich von vornherein zum Gewinner ausrufen. Die Opposition wird laut? Na, dann sperren wir die Unruhestifter eben ins Gefängnis, oder noch besser, ich lasse sie ins Irrenhaus einweisen. Ich kann mich allerdings auch brav an die Regeln halten, mich um das Wohl meines Volkes kümmern und dafür sorgen, dass Tropico zum Vorzeigestaat weltweit wird. Ganz gleich, wie ihr vorgehen wollt, euch werden deutlich mehr Freiheiten als in anderen Spielen gelassen. Und um euch mit all den vielen Stolpersteinen eines angehend Dikta… Präsidenten nicht alleine zu lassen, nimmt euch Tropico 6 behutsam bei der Hand und hilft mit einigen geschickten Mechaniken dabei, dass ihr euch nicht gleich erschlagen fühlt. Technisch hätte das Gesamtbild allerdings etwas besser ausfallen dürfen, die Bedienung ist an sich gut umgesetzt, kränkelt aber immer dann, wenn es um eine präzise Steuerung oder das Navigieren durch die einzelnen Untermenüs geht. Und auch optisch wird der fiktive Staat Tropico nicht ganz so schön glänzen, wie er es auf dem PC oder anderen Konsolen tut. Wer das jedoch verkraften kann, der kriegt eines der bisher unterhaltsamsten und motivierendsten Aufbauspiele, die es bislang auf der Nintendo Switch gibt.
Mein persönliches Highlight: Der bissige Humor und die unterschiedlichen Missionen, die mir die einzelnen Spielaspekte nähergebracht haben.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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