Ein einzigartiger Mix aus Action und Landwirtschaft

Es gibt immer wieder mal Spiele, die mit einem innovativen Konzept versuchen, aus der Masse von verfügbaren Titeln hervorzustechen. Sakuna: Of Rice and Ruin ist genau so ein Titel: Das Spiel des japanischen Entwicklerstudios Edelweiss versucht, mit einer einzigartigen Kombination aus 2D-Action-Platformer und Landwirtschaftssimulation zu punkten. In unserer Vorschau zum Titel konnten wir euch bereits einen ersten Eindruck zu den verschiedenen Aspekten des Spiels geben. Unser Test soll jetzt klären, ob der interessante Genremix auch nach längerem Spielen überzeugen kann.


Dämonen wie dieser Waldfrosch stellen sich Sakuna auf ihrer Reise entgegen.

© Edelweiss

Die Welt von Sakuna: Of Rice and Ruin ist geprägt von der japanischen Mythologie. Es gibt verschiedene Götter und Dämonen, die um die Vorherrschaft kämpfen und die Sterblichen dabei in ihre Konflikte hineinziehen. So ergeht es auch einer Gruppe von Sterblichen, die unwissentlich das Reich der Götter betritt und dabei der jungen Sakuna begegnet, der Tochter des Kriegsgottes und der Erntegöttin. Sakuna wird vorgeworfen, die Sterblichen in die göttliche Hauptstadt geführt zu haben. Zur Strafe wird sie mitsamt der Gruppe von Menschen, die fortan ihre Begleiter bilden, auf die Insel der Dämonen verbannt. Dort soll sie die Herrschaft der Dämonen beenden und so ihren Fehler wieder gutmachen.


Nach dem anfänglichen Konflikt tritt die Handlung des Spiels für längere Zeit in den Hintergrund. Im Mittelpunkt steht zunächst die Erkundung der Insel selbst, die in verschiedene 2D-Areale unterteilt ist. Habt ihr die ersten Abschnitte des Spiels, in denen euch die Action-Platformer-Mechanik nähergebracht wird, erfolgreich absolviert, gelangt ihr zu der Farm, die Sakunas Eltern vor langer Zeit zusammen bewirtschaftet haben. Dort schlägt die junge Göttin mit ihrer menschlichen Gefolgschaft ihr Lager auf und entdeckt selbst das Handwerk des Reisanbaus für sich, womit auch schon die wesentliche Unterscheidung der Spielelemente zum Tragen kommt: Ausgehend von eurer Farm, könnt ihr über eine Weltkarte einzelne Abschnitte der Insel auswählen und von Dämonen befreien. Nach jeder erfolgreichen Mission kehrt ihr zum Ende des Tages zurück und widmet euch der Pflege eures Reisfeldes.


Was zunächst nach einer völlig willkürlichen Zusammensetzung von Gameplay-Elementen wirkt, erweist sich in der Praxis als recht ausgeklügelte Verschränkung unterschiedlicher Mechaniken. Denn neben den bereits erwähnten Aspekten liegt Sakuna: Of Rice and Ruin auch eine handfeste Rollenspiel-Ebene zugrunde, auf der ihr Erfahrung sammeln und dadurch neue Fähigkeiten und bessere Attribute freischalten könnt. Der Schlüssel für die erfolgreiche Entwicklung eures Hauptcharakters Sakuna ist wiederum die Reisernte: Die Qualität der Ernte bestimmt nämlich, wie viele Stufen ihr aufsteigt und welche Attribute sich verbessern. Verwendet ihr für den Dünger beispielsweise Monster-Ingredienzen, kann das euren Stärkewert steigern, aber auch negative Effekte (wie einen Abzug auf Magie) mit sich bringen. Ähnliches gilt für die Verwertung des Reises: Wer händisch die besten Samenkörner aussucht, bekommt eine qualitativ hochwertigere Ernte, muss aber Abstriche bei der Größe der Ernte machen. Wenn ihr Spaß daran habt, euch in die Einzelheiten des Landwirtschaftssystems einzuarbeiten, könnt ihr so sehr detailliert an Sakunas Talenten schrauben und damit euren individuellen Spielstil festlegen.


Jeder einzelne Schritt der Reisernte sollte gewissenhaft erledigt werden.

© Edelweiss

Während die einzelnen Levelabschnitte, wie bereits erwähnt, im Wesentlichen zweidimensional dargestellt werden, ist die Farm selbst eine 3D-Umgebung, die ihr mit Sakuna frei erkunden könnt. Neben dem Reisanbau, der in relativ simple Einzelaufgaben wie das Pflanzen und Bewässern eingeteilt ist, könnt ihr auch mit Sakunas Gefährten sprechen und so etwas über ihre Geschichten erfahren. Die recht bunt zusammengesetzte Truppe hat mit einem verstoßenen Samurai und einer Reisenden aus einem fremden Land dabei auch eine recht große Bandbreite an Hintergrundgeschichten zu bieten. Neben dem einfachen Kennenlernen dienen die Charaktere aber auch als Questgeber. So könnt ihr einen eurer Begleiter zum Schmied machen, wenn ihr ihm die Materialien für eine Schmiede sammelt. Dort kann er Sakuna dann neue Waffen für den Kampf gegen die Dämonen herstellen. Nettes Detail: Alle Waffen, die ihr freischalten könnt, sind im Grunde Farmwerkzeuge wie Sicheln.


Neben der Pflege eurer Farm ist auch das effiziente Haushalten mit den eigenen Ressourcen wichtig, denn Sakunas Stärke im Kampf richtet sich nicht zuletzt danach, ob sie einen vollen Magen hat. Dafür müsst ihr darauf achten, jeden Abend genug Essen beisammen zu haben, um eine ausgeglichene Mahlzeit zubereiten zu lassen. Besonders wichtig ist dabei, dass ihr Gerichte im Plan habt, die die natürliche Heilung freischalten. Ohne diese sind eure Erkundungstouren in den Platformer-Passagen nämlich schnell vorbei, weil ihr nach Hause zurückkehren müsst, um Sakunas Lebensenergie wieder aufzufüllen.


Denn die Gegner, denen ihr begegnet, sind durchaus anspruchsvoll. Das Kampfsystem von Sakuna: Of Rice and Ruin ist auf schnelle Konfrontationen ausgelegt, in denen ihr euch mit verschiedenen Fähigkeiten gegen verschiedene Arten von Dämonen beweisen müsst. Euch stehen sowohl einhändige Waffen, mit denen ihr schneller zuschlagen könnt, als auch Zweihänder zur Verfügung, die potenziell mehr Schaden verursachen. Daneben ist auch Sakunas Gewand, mit dem ihr euch – ähnlich wie mit einem Enterhaken – schnell durch die Gegend bewegen könnt, ein wichtiges Werkzeug. Durch die Kombination der verschiedenen Elemente stehen euch, trotz der einfachen Grundmechanik, verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, euren eigenen Spielstil festzulegen. Hierzu trägt auch bei, dass verschiedene Waffengattungen wie Magie- oder Hiebwaffen unterschiedlich effektiv gegen bestimmte Gegnertypen sind.


Euch werden einige Möglichkeiten geboten, Sakunas Kampfstil individuell zu gestalten.

© Edelweiss

Standardmäßig müsst ihr dabei verschiedene Herausforderungen in den einzelnen 2D-Passagen meistern, um den Erkundungsgrad der Insel zu erhöhen. Mit dem steigenden Erkundungsgrad werden weitere Abschnitte der Insel freigeschaltet, die ihr dann bereisen könnt. Die Aufgaben, die es zu lösen gilt, fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Das kann das einfache Absolvieren eines Abschnitts sein, aber beispielsweise auch das Sammeln von bestimmten Gegenständen. Trotz einer gewissen Abwechslung, ist hier doch Kritik angebracht. Durch den Tag- und Nachtzyklus, der Einfluss auf Sakunas Völlegefühl und damit ihre Erholung nach Kämpfen hat, seid ihr gezwungen, nach kurzer Zeit in euer Lager zurückzukehren. Das kann aber unter Umständen dazu führen, dass ihr bei einem Anlauf nur eine begrenzte Anzahl von Herausforderungen meistern könnt. Im Ergebnis müsst ihr ein- und denselben Abschnitt öfter durchspielen, um den Erkundungsgrad ausreichend zu erhöhen und die Handlung voranzutreiben. Auch wenn die Level des Spiels ansprechend gestaltet sind, vergeht einem spätestens beim dritten Durchgang durch dieselbe Gegend mit denselben Gegnertypen doch etwas der Spielspaß.


Ähnlich sieht es mit dem Aspekt der Landwirtschaftssimulation aus. Die Rollenspiel-Mechanik motiviert zwar dazu, sich mit den einzelnen Arbeitsschritten des Reisanbaus auseinanderzusetzen. Das ändert allerdings nichts daran, dass die Schritte selbst sehr repetitiv und wenig anspruchsvoll sind. Im Wesentlichen müsst ihr oft hintereinander einen Knopf drücken, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Hier wäre mehr spielerische Abwechslung wünschenswert gewesen.


Deutlich besser schlägt sich Sakuna: Of Rice and Ruin, wenn man auf die Technik und Inszenierung des Spiels blickt. Zum einen läuft der Titel auf der Nintendo Switch absolut flüssig und kann durch eine präzise Steuerung überzeugen. Zum anderen kann das Spiel mit einem charmanten Anime-Look und einer detailreichen Welt überzeugen, in der allerlei mystische Kreaturen und Orte präsentiert werden. Die unterschiedlichen Landschaften laden zum Erkunden ein und belohnen einen immer wieder mit Geheimnissen wie versteckten Items, die es zu entdecken gilt. Abgerundet wird die Inszenierung durch einen gelungenen Soundtrack, der sich ebenfalls stark an Vorlagen aus der japanischen Kultur orientiert und die Atmosphäre des Spiels dadurch hervorragend unterstreicht.


Hierzulande erscheint Sakuna: Of Rice and Ruin am 20. November für die Nintendo Switch. Wenn ihr nach unserem Test Lust auf den Titel bekommen habt, könnt ihr das Spiel über einen der nachfolgenden Links bei unseren Partnershops vorbestellen. So könnt ihr uns bei unserer Arbeit unterstützen, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Danke an alle, die diese Möglichkeit nutzen!


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Unser Fazit

8

Ein Spiele-Hit

Meinung von Adis Selimi

Mit Sakuna: Of Rice and Ruin präsentiert das Entwicklerteam Edelweiss eine ziemlich einzigartige Kombination aus Action-Platformer und Landwirtschaftssimulation, die mit einigen frischen Ideen daherkommt. Daneben bietet euch das Spiel, auch wenn die Handlung erst nach einiger Zeit an Fahrt aufnimmt, eine schöne und interessante Welt, die mit ihren Anlehnungen an die japanische Kultur vor allem Anime-Fans begeistern dürfte. Auch wenn die Verbindung der Spielelemente an den meisten Stellen wunderbar funktioniert, gibt es doch einzelne Aspekte, die etwas unausgegoren wirken und zum häufigen Wiederspielen einiger Passagen führen können oder in anderen Fällen sehr monoton ausfallen. Trotz der Kritik ist Sakuna: Of Rice and Ruin mit seiner mystischen und stilsicheren Welt ein durchweg gelungenes Spiel und für mich ein Überraschungshit dieses Jahres.
Mein persönliches Highlight: Die motivierende Rollenspielmechanik, die Action- und Landwirtschaftselemente miteinander verbindet.

Awards

Spiele-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

4 User haben bereits bewertet

Kommentare 13

  • Zarathustra

    Ritter von Ni(er)

    Ich denke, das ich das Spiel dann wohl kaufen werde, die Action-Sequenzen erinnern mich sehr an das geniale Muramasa. Danke für den schönen Test.

  • Flomo

    Turmbaron

    Hallo zusammen ,hat es Deutsche Texte ?

  • Darkseico

    Turmbaron

    Das wollte ich auch gerne mal wissen. :/

    Es gab auch schon Fälle, da wurde Deutsch noch eingefügt. Je nachdem ob es das jetzt gibt oder nicht werde ich es mir holen oder auch nicht.

  • kingminh

    Turmritter

    Da das jap. Entwicklerteam nur aus 2 Leuten besteht, gehe ich nicht davon aus, dass das Spiel Sakuna deutsche Untertitel besitzt.


    Ich werde das kleine Entwicklerteam unterstützen und das Spiel kaufen.


    Edit: Laut Nintendo.de nur Englisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch.

  • HouWA Jihaen

    Turmknappe

    Diese Mischung von Action- und Landwirtschaftselemente gefällt mir sehr gut und erinnert fern an den ersten Actraiser auf dem SNES. Wird definitiv geholt.:)

  • Shyguy

    Turmbaron

    Sieht nach einem süßen kleinen Hidden Gem aus. Wird nach der Verheerung geholt. Nice.

  • Ralf74

    Turmheld

    Ich muss gestehen, dass ist ein Spiel was mich, trotz des positiven Tests, so rein gar nicht reizt.

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Habe es heute erstmals gespielt und bin schockiert...die englische Sprachausgabe klingt schauderhaft (wie MP3 auf niedriger Qualität), das Bild flackert im Docked Modus und ist im Handheldmodus so unscharf, dass ich das Gesicht der Spielfigur in Nahaufnahmen nicht erkennen kann, selbst wenn ich das Display direkt vor die Augen halte. Wird direkt wieder verkauft...

  • Darkseico

    Turmbaron

    Phantomilars

    Hast es schon im handheldmodus gezockt? Das habe ich nämlich meistens. Selten im dock. Aber fand es das was es ist ok. Natürlich wenn man größeres gewohnt ist, dann ist es wohl nichts. Aber man bedenke das es eine kleine Gruppe entwickelt hatte. :D

    Ach und ich habe es auf japanisch gezockt mit englischen Untertitel. Da klang es doch recht gut. :)

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Darkseico

    Ich habe wirklich nicht die höchsten Ansprüche an Grafik, spiele derzeit bspw. ein Rollenspiel aus dem Jahr 1985 und regelmäßig auch Indie-Spiele...aber was mir hier audiovisuell auf der Switch geboten wird, ist nicht ausreichend und demotiviert mich.

  • Darkseico

    Turmbaron

    Phantomilars

    Ja ok aber ich meine hast du abseits vom englischen auch die originalsynchro mal ausprobiert? Öfters ist es so das die englische dabei abstinkt. :/

  • Phantomilars

    Weltraummönch

    Darkseico

    Es geht mir nicht um das sprecherische Niveau oder die Übersetzung, sondern um die pure Audioqualität bei der englischen Fassung. Und die ist eine Frechheit! So eine schlechte Qualität habe ich in Spielen zuletzt in den 1990ern gehört, klingt wie MP3 auf niedrigem Level. Theoretisch kann man auf japanisches Audio wechseln, klar...ich mag es allerdings nicht, die eine Sprache zu hören (noch dazu eine mir völlig unverständliche) und eine andere zu lesen. Dann lieber gar keine Sprachausgabe. Und die Spielwelt mag auf dem PC und einer PS4 bestimmt toll ausschauen...auf der Switch erkenne ich die Einschränkungen in diesem Fall allerdings so eindeutig, dass ich sie einfach nicht ignorieren kann und immer wieder rausgerissen werde. Schade, aber das war ein Fehlgriff.

  • Darkseico

    Turmbaron

    Phantomilars

    Ja gut. Wenn es dir halt nicht gefällt und es schlimm für dich klingt dann ist es halt auch so. Dachte etwas anderes aber hab es jetzt verstanden. Sorry dafür :whistling: