Mit neuen Fähigkeiten in neue Abenteuer!

Vor fast genau zwei Jahren durfte unser lieber Holger PAW Patrol: Im Einsatz für die Nintendo Switch testen. In seinem damaligen Fazit beschrieb er den Titel als kindgerecht, jedoch mit dem Hang zur Monotonie, welche letztlich bei vielen in Langeweile enden dürfte. Mittlerweile ist mit PAW Patrol: Mighty Pups – Die Rettung der Abenteuerbucht der geistige Nachfolger erschienen, welcher sich nicht nur bei der Serie bedient hat, sondern auch den gleichnamigen Film zum Vorbild nahm. Ob man sich den Schwächen des Vorgängers angenommen hat und wie gut den Fellfreunden ihre neuen Fähigkeiten stehen, erfahrt ihr im folgenden Test.


Mit Skys Hubschrauber muss diesem gefangenen Bewohner geholfen werden.

© Spin Master Ltd. / Outright Games Limited

Wer eine wirkliche Story sucht, dürfte enttäuscht werden. Zwar wird zu Spielbeginn sehr schön erklärt, wie die Fellfreunde an ihre neuen Fähigkeiten gekommen sind, danach folgen jedoch hauptsächlich zusammenhangslose Missionen, wie man sie bereits aus dem ersten Teil kennt. So müsst ihr beispielsweise Bürgermeisterin Gutherz dabei helfen, ihr Huhn Chickaletta zu finden oder Jake zum 100. Mal im Gebirge retten. Jede der insgesamt sieben Missionen orientiert sich sehr gut an den Charakteren und Orten der Serie, jedoch sind diese nur nettes Beiwerk, um eben Chase, Zuma, Sky oder auch Tracker mit ihren Fähigkeiten in Szene zu setzen.


Besonders spannend sind hierbei die neuen Möglichkeiten, welche die Fellfreunde durch den Absturz eines Meteoriten erhalten haben. Durch diese kann Sky einen Wirbelsturm entfachen, mit dem beispielsweise Zahnräder angetrieben werden können oder aber Everest nutzt ihren eisigen Atem, um einen großen Lavafluss einzufrieren. Es sei jedoch gesagt, dass diese speziellen Fähigkeiten nicht jederzeit zur Verfügung stehen, sondern in bestimmten Bereichen der Level durch ein Pfoten-Symbol auf dem Boden aktiviert werden. Anschließend folgen kurze Minispiele, um die Fähigkeiten zu nutzen, welche von Reaktionstests bis hin zum wilden Drücken einer einzelnen Taste reichen. Für erfahrene Spieler dürfte dies wenig fordernd sein, für die gedachte Zielgruppe sind die Aufgaben jedoch gut abgestimmt, sodass sich stets Erfolgserlebnisse einstellen.


Neben diesen besonderen Momenten bewegt ihr euch im Normalfall durch die teils schlauchartigen und teils auch halboffenen Gebiete und steuert dabei zwei Hunde, welche von Chef Ryder für die jeweilige Mission benannt werden. In diesen Gebieten gilt es neben der Rettung oder Unterstützung von Hilfesuchenden allerlei Leckerlis zu finden und Embleme zu sammeln, um neue Bilder in der Galerie oder weitere Minispiele freizuschalten. Jeder der Hunde findet in den einzelnen Level auch kleinere Aufgaben, welche auf ihn zugeschnitten sind und per Tastendruck absolviert werden können. So muss Marshall mit seiner Wasserdüse beispielsweise den Duft von Blumen mindern, damit Polizeihund Chase einer Spur folgen kann. Die Level sind allesamt abwechslungsreich gestaltet und können mit klassischen Platformer-Elementen ebenso aufwarten, wie mit unterhaltsamen Minispielen. Dadurch müsst ihr euch teils hüpfend durch die Gegend bewegen, um im Level voranzuschreiten, teils aber auch Flüge und Fahrten meistern, ohne gegen Hindernisse zu steuern. All diese Aufgaben sind, wie bereits die Reaktionstests, sehr einfach gehalten, um Frustmomente zu verhindern. Man kann im gesamten Spiel nicht verlieren oder etwas gänzlich falsch machen, sodass diese kleinen Erfolge Kinder dabei motivieren, am Ball zu bleiben.


Die Minispiele sind zwar simpel gestaltet, erfüllen aber ihren Zweck.

© Spin Master Ltd. / Outright Games Limited

Habt ihr die Story-Missionen gemeistert, welche insgesamt etwa zwei Stunden dauern, könnt ihr euch auf weitere Minispiele freuen, welche ebenfalls schön an Momente der Serie erinnern. Auch diese bestehen zu einem großen Teil darin, Geschicklichkeit und eine gute Reaktion zu beweisen. Beim Minispiel "Bell-Bell-Boogie" müsst ihr so die Hunde zum Takt der Musik tanzen lassen, indem ihr im richtigen Augenblick die angezeigten Tasten drückt. Beim Minispiel "Herr Pfeffers Fest" erwartet euch hingegen eine kleine offene Spielwelt, in welcher ihr das Obst des Verkäufers innerhalb einer bestimmten Zeit einsammeln müsst. Die Minispiele sind zwar allesamt sehr simpel gehalten, können aber dank unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und der Möglichkeit, weitere Extras freizuschalten, für etwa weitere sechzig Minuten motivieren. Danach ist jedoch die Luft raus, da man alles im Spiel gesehen hat.


Technisch kann man bei PAW Patrol: Mighty Pups – Die Rettung der Abenteuerbucht nicht meckern. Die Charaktere, Hunde und auch die einzelnen Gebiete sind schön gestaltet und kommen den Orten der Serie sehr nahe. Auch die deutsche Vertonung von Ryder gefällt mir sehr gut, da die originale Stimme der Serie verwendet wurde, was jüngeren Spielern eine noch bessere Identifikation mit den Fellfreunden ermöglicht. Wirklich störend sind hingegen die Ladezeiten, welche beim Start eines Levels sehr lange sind und wirklich nerven. Dies fällt sogar jüngeren Spielern auf, was den guten Gesamteindruck schmälert.


Zuletzt möchte ich noch auf den Mehrspieler-Modus eingehen. Das gesamte Spiel und alle Minispiele können nämlich kooperativ erlebt werden, was es für mich zu einem Mehrspieler-Hit macht. Gemeinsam mit meinen Kindern die Abenteuerbucht zu bereisen und die Missionen zu erfüllen war wirklich schön. Auch kann man den Titel super nutzen, um erste Erfahrungen mit dreidimensionalen Spielen zu sammeln und die eigenen Fertigkeiten im Bereich der Platformer zu optimieren. Hinzu kommen die Minispiele, welche zum Teil gegeneinander zum Teil aber auch kooperativ gespielt werden können. So schaltet man als Team nach und nach weitere Inhalte frei, welche sich meistens nur auf belanglose Bilder beschränken, für Kinder jedoch Motivation genug su. Gerne hätte ich noch weitere Spielstunden investiert, da die etwa 180 Minuten dann doch zu wenig für einen Vollpreistitel waren.

Unser Fazit

6

Überzeugend

Meinung von Maik Styppa-Braun

PAW Patrol: Mighty Pups – Die Rettung der Abenteuerbucht macht vom Grundprinzip erst einmal sehr viel richtig. Endlich bewegen sich die Entwickler von der Idee weg, dass Spiele für Kinder ruhig etwas schlechter umgesetzt werden können als die Titel für andere Zielgruppen. Der Charme der Serie wird wunderbar eingefangen und sorgt zusammen mit der deutschen Originalstimme von Ryder dafür, dass man sich sehr gut in die Rollen der Hunde hineinversetzen kann. Die Missionen und Minispiele machen allesamt Spaß, auch wenn die wirklich sehr kurze Spielzeit und der Preis von etwas 40 € dem Gesamteindruck schaden. Am Ende bekommt man aber in vielen Belangen einen guten Titel, welcher dank fehlender Frustmomente und lokalem Mehrspieler-Modus einen schönen Einstieg in die Welt der Videospiele bietet.
Mein persönliches Highlight: Der tolle Mehrspieler-Modus, wodurch man sich zusammen mit seinen Kindern ins Abenteuer stürzen kann.

Awards

Multiplayer-Hit

Die durchschnittliche Leserwertung

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Kommentare 5

  • Dr.Stachelrochen420

    Indica < Sativa

    180min? Für 100%? Sehr schade hatte richtig Lust wie im Test beschrieben mit meinen Kindern zusammen zu zocken. Naja, evtl mal im Angebot für 15 - 20€.

  • Olaf85

    Turmritter

    Mighty Pups? Muss es nicht Mighty Fart heißen?

    Muahaha!!


    Hach ja...

  • Olli

    Turmknappe

    Hallo Maik Styppa-Braun, kann mir jemand sagen wie man das Spiel zu zweit spielt? Ich habe eine Nintendo Switch den beiden Joy Controllern links und rechts und das Paw Patrol Spiel. Bekomme es leider nicht hin.


    Danke

  • Maik Styppa-Braun

    Redakteur

    Olli hey das ist gar nicht schwer! Zuerst entfernst du beide joy-Con von der Switch und registrierst sie im Hauptmenü als zwei einzelne Controller. Im Spiel kannst du dann so loslegen. Um zu zweit spielen zu können, musst du einige Aufgaben im ersten Level meistern. Dann wird dir auch erklärt, dass der zweite Spieler durch das Drücken von + oder - beitreten kann.


    Sollte es nicht klappen, schreib mir gerne einen Nachricht :-)

  • Olli

    Turmknappe

    Hallo Maik Styppa-Braun , danke für deine Info. Ich werde es versuchen und sollte es nicht klappen würde ich mich nochmal bei dir melden.


    Gruß


    Olli